Kapitel 13: actio = reactio

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Rückblende: Analyse von Esthers Visionen zum Shuriken (31. Juli 2005)

Kurz, nachdem Esther den Freunden, Abends nach dem Training, von ihrer Vision bezüglich des Shurikens berichtet hatte (siehe Kapitel 12), wurde diese näher analysiert. Dabei, und aus dem sonstigen Erkenntnissen bezüglich Kuroi Kiri wurden folgende Schlüsse gezogen:

  • An Hand der Beschreibung des Klosters konnte dieses auf der Insel Hokkaido lokalisiert werden. Es heißt Namae no nai shudoin (Das namenlose Kloster - auch "Das unbelebte Kloster" oder "Das Kloster ohne Leben", möglicherweise auch "Das Kloster der Lebenslosen") und liegt am Südhang des Mount Kamui. Im Gegensatz zu den meisten anderen shintoistischen Klostern weist es vorbeiziehende Wandernde ab, so dass wenig über die Bewohner bekannt ist.
  • Es ist unklar, wer oder was mit dem gefallenen Gott gemeint ist
  • Die Phrase "Wandle unter den Ehrenlosen, stets im Schatten. Mehre den Ruhm des Obsidians, ehre es, ehre uns und vergiss deine Herkunft nicht. Mache sie uns untertan" deutet darauf hin, dass der Sprechende Kuroi Kiri nicht zu den Ehrlosen zählt. Ebenso gehören sie nicht zum Obsidian. Die Ehrlosen soll Kuroi Kiri "ihnen" jedoch untertan machen. Offenbar handelt es sich also um eine weitere Fraktion, über die wir bisher allerdings noch sehr wenig wissen.
  • Der "unkontrollierbare Aktivposten" wird vermutlich Tsunami gewesen sein, und Kuroi Kiri sollte sie wirklich töten und nicht befreien.
  • Die Tatsache, dass Kuroi Kiri sein Gegenüber als Oyabun anspricht, und dieser dann einfach nur vom "Firmensitz in Yokohama" spricht, deutet darauf hin, dass der Oyabun der Yakuza tatsächlich Yoshiro Nakamura, CEO von Kuro-Tek ist.
  • Das metallische Geräusch gegen Ende der Vision war vermutlich ein kleiner Hammer, der zur Gravur eingesetzt wurde.
  • Das bisherige Vorgehen von Kuroi Kiri deutet darauf hin, dass er ein weiteres Ziel erst dann angeht, wenn er mit dem aktuellen fertig ist. So lange Esther also noch lebt, sind die anderen nicht in Gefahr.
  • Kuroi Kiri spielt gerne mit seinen Opfern. So lange das aktuelle Ziel also interessant bleibt, wird er sich Zeit lassen. Es kann also gut sein, dass Esther nur deshalb noch lebt, weil sie ihn rechtzeitig bemerkt hat und damit noch eine Herausforderung war.
  • So lange wir also interessant bleiben, ist die Gefahr vermindert, durch ihn getötet zu werden.
  • Um die Bedrohung durch Kuroi Kiri endgültig zu beseitigen, gibt es nur zwei Wege:
    1. Dafür sorgen, dass der Auftrag zurückgezogen wird - was allerdings durch die "Ehre" Kuroi Kiris nicht sicher ausreichen wird. Oder
    2. Kuroi Kiri endgültig ausschalten, wozu uns momentan aber die Mittel fehlen.

Einige dieser Spekulationen wollte Esther noch durch Gespräche mit O'Kage verifizieren lassen, wozu es aber bis dato noch nicht gekommen ist.

Schildwächter (03. August 2005)

Aussetzung des Trainings

Am Morgen des dritten August 2005 kamen die Gefährten wie schon seit einigen Tagen zur Morgenmeditation zusammen. Gemeinsam mit Miko saßen Esther, Yumi Kara, Kenshin und Manuel in Mikos Schrein und versuchten ihre innere Mitte zu finden. Gerade als Miko die Meditation beendete, hörten sie alle das leichte vibrieren eines Handys. Yumi Karas Handy. Sie bat um Verzeihung, Miko nickte, und Yumi Kara nahm das Gespräch an. Es war ein Anruf aus ihrer Firmenzentrale. Ihre Anwesenheit war dort erforderlich, was auch einige Tage lang so bleiben würde. Kurz klärte sie mit Miko, ob dies in Ordnung ginge. Miko erwiderte, dass das normale Leben auch trotz des Trainings weitergehe und natürlich Vorrang habe. Yumi Kara verabschiedete sich, verließ diesen Ort der Ruhe, um an anderer Stelle in die Luft zu steigen und die Festung zu verlassen.

Nachdem sie fort war, offenbarte Miko den noch Anwesenden, dass das Training ohnehin für einige Tage unterbrochen würde, da es etwas wichtigeres gäbe. Sie blickte zum Torbogen zu ihrem Schrein, durch den in diesem Moment O'Kage schritt. Beide verneigten sich respektvoll vor einander, und Miko ging einige Schritte, da das, was folgte, nicht für sie bestimmt war.

Bericht über die Präsentation

Senchineru
O'Kage nahm Platz und bat Esther zu berichten, was die beiden am Abend zuvor erlebt hatten. Esther erzählte von der großen Ehre, auf ein Treffen in der heiligen Stadt geladen zu werden. Der Kaiser selbst war für den Abend nicht anwesend, dennoch war es ein großer und wichtiger Anlass.

Der Anfang des Abends war angefüllt mit Gesprächen, Treffen, neuen Bekannten, aber für den aktuellen Vorfall nicht von Belang. Denn später am Abend wurden alle Gäste auf den Hof gebeten, wo ein LKW der Firma Kuro-Tek stand. Zu den Worten eines Sprechers der Firma bäumte sich der Hänger auf und offenbarte eine gigantische Figur. Einen Senchineru - japanisch für Schildwächter.

Der Sprecher erzählte davon, wie dieser all jenen helfen konnte, bei denen Nippontai das nicht möglich war. Es wurde das modulare Design und die vielfältigen Möglichkeiten angepriesen. Flugfähigkeit, Rüstung, Bewaffnung. Was der Kunde eben wünschte.







Der Auftrag

Natürlich gefiel O'Kage diese Präsentation gar nicht, und auch Ryu war wohl nicht begeistert. Denn von niemand anderem als dem großen Drachen selbst kam laut O'Kage der Auftrag an die Gefährten: Die Massenproduktion der Senchineru zu verhindern. Auf welche Weise blieb den Gefährten überlassen, aber sie würden alle erforderliche Unterstützung erhalten.

Es wurden noch einige Fragen gestellt, nach dem Fähigkeiten der Senchineru, dem Zeitplan, etc. Aber sie alle ließen sich noch nicht beantworten, denn noch hatte Kuro-Tek nichts derartiges verlauten lassen. Einzig dass die Maschinen unbemannt waren und von einer KI gesteuert würden, die eine Weiterentwicklung einer anderen KI war, war bereits bekannt. Bei der anderen KI handelte es sich wohl um Sanmiittai. Um den Schein zu waren, dass er nicht wusste, um welche KI es sich handelte, fragte Manuel dennoch nach, was aber nur auf Seiten O'Kages zu Irritation führte.

Kenshin stellt noch ein paar weitere Fragen, was die Legitimation des Auftrages anging, und begab sich damit ein weiteres Mal auf dünnes Eis. Aber auch dieses Mal tanzte er gekonnt auf diesem Eis ohne einzubrechen. Der Auftrag ging von Ryu aus, und das musste reichen. Ob der Kaiser selbst davon Kenntnis hatte oder nicht.

Diese nicht gerade einfache Aufgabe sollte der erste offizielle Auftrag der Gefährten in den Diensten von Nippontai sein. Wobei Manuel durchaus auffiel, dass sie ja offiziell noch gar keine Hojo Butai waren, und damit auch offiziell gar nicht im Dienst von Nippontai standen. Perfect Deniability. Sie waren verfügbar, sie waren opferbar. Perfekt. Zumindest für Nippontai.

Planungen

Nach Erteilung des Auftrages zogen sich Esther, Kenshin und Manuel zurück und gingen erste Ideen durch, wie die gestellte Aufgabe zu erfüllen wäre.

Sabotage

Die offensichtlichste Möglichkeit war die, die O'Kage beschrieben hatte als "Yumi Kara-san aus dem Orbit auf die Fabrik fallen lassen". Aber so offensichtlich sie war, so wenig Erfolg versprach sie auch. Ein offener Angriff von Seiten irgendwelcher Atarashi Koka auf die Produktionsstätte würde genau das falsche Signal setzen. Nämlich, dass man solche Maschinen brauchte, um sich gegen sie zu verteidigen. Außerdem hatte Kuro-Tek zu viele Werke, so dass die Produktion an anderer Stelle direkt wieder aufgenommen werden könnte.

Vielversprechender wäre da schon eine Fehlfunktion im kritischen Moment. Oder eine Reihe von Fehlfunktionen. Was nicht funktioniert, würde nicht gekauft werden. Ob diese Fehlfunktion durch die psychische Manipulation eines Arbeiters und eines Kontrolleurs erzeugt würde, durch die Manipulation eines Bauplans im Computersystem, oder durch die Veränderung einer wichtigen Systemkomponente bei einem Zulieferer stand zu diesem Zeitpunkt noch zur Diskussion.

Öffentliche Meinung

Eine Fehlfunktion im richtigen Moment würde auch dafür sorgen, dass den Maschinen nicht vertraut würde. Um diesen Effekt noch zu verstärken, müsste aber schon vorher dieses Misstrauen gesät werden. Dies ging am einfachsten mit Geschichten, die schon seit Jahrzehnten existierten. Isaac Aasimov, Phillip K. Dick, einige Geschichten aus dem Hause Marvel (Days of Future Past, Rise of the Technovore) boten genug Übereinstimmungen mit den geplanten Robotern, um hier von Nutzen zu sein.

Nachforschungen

Aber alle Ideen scheiterten aktuell noch an einem grundlegenden Problem: Es gab noch zu wenige Informationen. Also war der erste Schritt, mehr in Erfahrung zu bringen.

Kuro Tek als Arbeitgeber

Kenshin machte sich daran, im OpNet in Erfahrung zu bringen, wie zufrieden die Mitarbeiter von Kuro-Tek waren. Vielleicht gäbe es ja Foren von unzufriedenen Mitarbeitern, die man nutzen konnte?

Leider, zumindest für den Auftrag, stellte sich heraus, dass Kuro-Tek offenbar ein wirklich herausragend guter Arbeitgeber war. Nicht nur die Bezahlung war sehr gut, sondern auch die Annehmlichkeiten auf den Firmengeländen. Jeder wollte für diese Firma arbeiten. Und wer dort war, wollte es auch bleiben. Fehlanzeige an dieser Stelle.

Projektbeteiligte

Manuel machte sich daran, die Patente und Veröffentlichungen der letzten Jahre zu durchforsten, um so erahnen zu können, wer an dem Projekt beteiligt war. Er suchte Stundenlang und kam mitten in der Nacht tatsächlich zu den drei Hauptverantwortlichen des Projektes:

Chefentwickler

Name: Fujii Kai
Geschlecht:
Alter: 44
Familienstand: ledig
Anmerkungen: Hat in Edo (damals noch Tokyo) studiert, seine Habilitation am MIT gemacht und wurde vor dem UN Embargo gegen Nippon angeworben. Seine Fähigkeiten stammen nicht aus dem technischen Bereich, sondern aus dem Projektmanagement und der Koordination. Lebt in einer Gated Community in Kagoshima.

Leiter im Bereich Robotik

Name: Murakami Yuudai
Geschlecht:
Alter: 23
Familienstand: unbekannt
Anmerkungen: Nova. Private Informationen kaum verfügbar. Die Gerüchte besagen, dass er Homosexuell und so schön wie klug ist. Außerdem soll er "ungewöhnliche Vorlieben" haben. Hat in Fukushima studiert und dort mit extrem guten Noten seinen Abschluss gemacht. Danach hat er unter anderem unter Dr. Onishi Chigiro, dem Professor, auf den Manuel schon einmal bei seinen Nachforschungen über Möglichkeiten die Raketen in die Nähe des Werbespotts zu bringen, gestoßen war.

Trainerin der KI

Name: Shimabukoro Kai
Geschlecht:
Alter: 36
Familienstand: verheiratet, 2 Kinder (eines davon mit Down Syndrom)
Anmerkungen: Es sind keine Bilder von ihr zu finden. Verwendet große Teile ihres Einkommens für karitative Zwecke. Lebt in der gleichen Gated Community wie Fujii Kai. Anthropologin.

Anfrage bei Kuro Tek

Außerdem rief Manuel bei Yagami Hakiro an und erzählte ihm von der Präsentation. Hakiro erkannte darin natürlich sofort mannigfaltige Möglichkeiten, wie man das nutzen konnte und erläuterte diese einem wenig interessierten Manuel. Als er damit nach 45 Minuten fertig war, in denen Manuel nebenher seine Nachforschungen weiter vorangetrieben hatte, bat Manuel ihn, bei Kuro-Tek anzufragen, ob es genauere Informationen zu den Robotern gäbe.

Hakiro merkte an, dass sie damit preisgeben würden, dass sie über Quellen innerhalb des Kaiserhofes oder Nippontai verfügten, was vermutlich einen guten Eindruck machen würde, aber auch ein falsches Signal sein konnte. Nachdem Manuel Rücksprache mit Esther gehalten hatte, wurden entsprechende Bedenken ausgeräumt und die Anfrage in Auftrag gegeben.

Gespräch mit Shimamoro Sosuke

Esther setzte sich mit Shimamoro Sosuke, dem PR Agenten von Nippontai in Verbindung, der sie damals für den Werbespot angeheuert hatte. Er war ein erfahrener PR Mann, und somit der richtige Ansprechpartner, wenn es um die Manipulation der öffentlichen Meinung ging. Er hörte sich den entsprechenden Teil des Planes an, stimmte zu, dass alte Serien und Filme eine gute Idee seien, und versprach, entsprechende Programmänderungen zu veranlassen.

Er gab aber auch zu bedenken, dass es, um große Massen zu erreichen, etwas neues geben musste. Wiederholungen waren dafür zu langweilig. Wenn es also jemanden gäbe, der entsprechende Storyboards und Konzepte liefern würde, könnte er dafür sorgen, dass innerhalb kurzer Zeit eine neue Anime Serie produziert und ausgestrahlt würde.

Da Esthers Talente nicht in dieser Richtung lagen, fragte sie Manuel, ob dieser Ideen in der Richtung hätte, und Manuel versprach, sich etwas zu überlegen.

Treffen zum Frühstück (04. August 2005)

Nachdem Kenshin und Esther nach ihren Nachforschungen und Treffen noch trainiert hatten und sich danach schlafen gelegt hatten, und Manuel die Nacht über geforscht und an Konzeptideen für eine Animeserie überlegt hatte, wollten die drei sich am Morgen bei Unlimited Imagination in Manuels Labor zur weiteren Besprechung treffen.

Esther hatte beschlossen, sich wenig auf ihre Fähigkeiten zu verlassen und absolvierte den Weg auf die menschliche Art und Weise. Allerdings war sie nicht an den Edoer Verkehr gewöhnt, weshalb sie erheblich nach Kenshin eintraf.

Animeserie

Manuel präsentierte seine Ideen also zuerst nur Kenshin. Die grundlegende Idee war, in der Serie keinen direkten Angriff gegen die Senchineru zu platzieren, sondern indirekter vorzugehen, die Serie mystisch aufzubauen, und erst gegen Ende, wenn die Serie bereits bekannt war, die Roboter als Feinde zu offenbaren. Insgesamt war die Geschichte eine Abwandlung der Days of Future Past Storyline aus den Marvel Comics.

Kenshin fand die indirekte Idee gut, war aber der Ansicht, dass es besser wäre, auf einer niedrigeren Stufe anzusetzen, und den Angriff so noch subtiler zu gestalten. Es sollte ein generelles Misstrauen dagegen geschürt werden, seine Sicherheit an einen Konzern zu verkaufen. Gemeinsam überlegten die beiden weiter und kamen, nach einigen schnell wieder verworfenen Ideen, auf folgendes Grundkonzept:

Schauplatz der Serie sollte das Edo der nahen Zukunft sein. Merklich sauberer, ruhiger, fast schon steril, aber nicht zu weit in der Zukunft liegend. Die Polizei ist in dieser Welt vor einigen Jahren privatisiert worden. Und diese neue, private, Polizei erwies sich als wesentlich effizienter als die öffentliche. Die Verbrechensraten gingen zurück, die Aufklärungsraten gingen nach oben. Alle sind zufrieden. Die Atarashi Koka sind in dieser Welt Konzernbosse, Superstars, Sportler. Dekadente Leute, die sich auf ihrer Macht ausruhen und nichts wichtiges mehr zu tun haben.

Aber natürlich ist nicht alles so gut, wie es scheint.

Protagonist der Serie ist ein Polizist, der eine Mordserie untersucht. In der Abendfüllenden Pilotfolge findet er erste Anzeichen dafür, dass etwas ganz und gar nicht stimmt an den Morden. Kein Motiv scheint es zu geben, keine Verbindung zwischen den ermordeten. Aber er findet eine Spur, die ihn weiterbringen könnte. Kurz bevor er jedoch dazu kommt, diese zu verfolgen, wird er erschossen. Zumindest fast, denn der Cliffhanger der Pilotfolge wird sein, wie er statt zu sterben eruptiert.

Im weiteren Verlauf der Serie findet jener Protagonist unerwartete Hilfe durch eine andere Atarashi Koka, und gemeinsam mit den ehemaligen Kollegen des Polizisten machen sie sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Wichtig ist dabei, dass die Menschen es sind, die die eigentliche Auflärungsarbeit erledigen. Der Protagonist hilft ihnen zwar, und beschützt sie mit seinen Kräften (Kraftfelder um sie erschaffen, etc.), aber die Hauptarbeit ist, zumindest für die Leute, die darüber nachdenken, stets die der Menschen.

Der Hintergrund, der über die Zeit herauskommen soll ist, dass der Polizeikonzern dadurch die Ordnung aufrechterhalten kann, dass alle Leute, die potentielle Unruhestifter sind, ermordet werden. Auch bevor sie straffällig werden. Um aber ihre eigene Existenzberechtigung nicht zu verlieren, werden einige dieser Morde immer wieder öffentlich gemacht und dann dafür gesorgt, dass andere Unruhestifter als Täter gefunden und gerichtet werden. Der Protagonist wurde dabei, auf Grund der Tatsache, dass er der Wahrheit zu nah kam, als eben so ein Unruhestifter markiert.

Durch die Tatsache, dass die Atarashi Koka in der Welt als größtenteils dekadent und nutzlos dargestellt werden, soll es unmöglich gemacht werden, darauf zu kommen, wer hinter dem Ganzen steckt. Durch die Tatsache, dass es Menschen sind, die das Ganze am Ende aufdecken und sich dagegen auflehnen, und die beiden guten Atarashi Koka ihnen lediglich helfen, soll unterschwellig klar gemacht werden, dass die Menschen selbst es sind, die handeln müssen. Und der Polizeikonzern repräsentiert natürlich den Verkauf der öffentlichen Sicherheit in Hände eines gewinnorientierten Konzerns, dessen einzige Moral die Vermehrung des Kapitals ist.

Der Name der Serie sollte Hoshō-Do sein - Der Weg des Wächters.

Werbespot

Nachdem nun das Konzept für die Serie in Grundzügen feststand, kam auch Esther auf dem Campus an. Ihr wurde von dem Konzept berichtet, und auch ihr gefiel es. Sie rief bei Shimamoro Sosuke an und präsentierte ihm die Idee. Er war begeistert, steuerte selbst noch einige Kleinigkeiten bei, und versprach, sich sofort darum zu kümmern. Außerdem fragte er Esther, ob diese denn den Werbespot von Kuro-Tek schon gesehen habe. Hatte sie nicht, aber sie machte sich mit den anderen sofort daran, das nachzuholen.

Der Werbespot entspricht diesem hier:

Werbespot für die Senchineru

wobei natürlich die Firmennamen und die Daten entsprechend angepasst werden müssen.

Pressekonferenz

Da nun also der erste Schritt an die breitere Öffentlichkeit gemacht worden war, stand zu vermuten, dass auch der nächste erfolgen würde: Eine Pressekonferenz. Und tatsächlich: Nachforschungen ergaben, dass am folgenden Tag um 16 Uhr im Tokyo Tower eine große Pressekonferenz angesetzt war.

Nach kurzer Diskussion, was das für den eigenen Zeitplan bedeutete - wobei kein klares Ergebnis gefunden werden konnte, da noch unklar war, was auf der Konferenz präsentiert werden würde - kam Manuel eine Idee: Diese Pressekonferenz war der ideale Zeitpunkt, um die Senchineru in Aktion zu zeigen und Stimmung gegen die Atarashi Koka zu machen. Wenn ein Angriff durch einen Nova stattfand, und keine Nova sondern ein Senchineru die Besucher rettete, so waren die Atarashi Koka die Bösen und die Senchineru die Guten. Eine solche Gelegenheit würde sich der Feind vermutlich nicht entgehen lassen. Das PR Potenzial war einfach zu groß. Aber um sicher zu gehen, bat er Esther einen Blick in die Zukunft zu wagen. Vielleicht war er ja auch einfach nur paranoid?

Die Vision

Esther tat wie gebeten und sah ein normales Presseereignis. Viele Menschen, gut gelaunte PR Agenten von Kuro-Tek und viele Vertragsunterzeichnungen. Alles schien bestens zu sein, Manuels Verdacht unbegründet. Vielleicht war der Feind doch nicht so perfide?

Aber dann, kurz bevor sie sich sicher war, dass Manuel sich geirrt hatte, erschütterte etwas den Raum in ihrer Vision. Die Oberflächen in allen Getränkegläsern kräuselten sich und sie sah erschrockene Blicke auf den Gesichtern. Dann endete die Vision.

Es war keine völlige Bestätigung von Manuels Verdacht, aber Grund genug zu weiterer Sorge und Vorsichtsmaßnahmen.

Sichtung der Örtlichkeit

Also machten sich Manuel und Kenshin daran, den Tokyo Tower unter die Lupe zu nehmen und Orte zu suchen, an denen sie unbemerkt darüber wachen konnten, dass nichts schlimmes geschah. Kenshin entschied sich für ein Versteck im inneren des Turmes, knapp oberhalb der Plattform auf der die Präsentation stattfinden sollte. Manuel wollte einen anderen Blickwinkel haben, und so entschied er sich für das Dach eines nahe gelegenen Bürogebäudes. Die Auslässe der Kliamanlagen auf dem Dach sollten ihm genug Deckung verschaffen, um ungesehen dort sein zu können und einen guten Überblick über den Luftraum rund um den Turm zu haben.

Kostüm

Um den vermutlichen PR Stunt der Gegenseite für sich selbst zu nutzen, fragte Manuel dann bei seiner PR Abteilung an, wie weit sein Kampfanzug aktuell sei. Leider war er noch nicht vollständig bereits, aber mit seiner Mithilfe sollte es gelingen, ihn bis zum nächsten Tag fertig zu stellen. Also verbrachte Manuel den Rest des Tages im Labor.

Anfrage bei Shimamoro Sosuke

Auch Esther wollte bei der Pressekonferenz dabei sein. Auch verborgen, aber völlig anders: Sie wollte sich als Fotografin tarnen und mittendrin sein. Sie fragte bei Shimamoro Sosuke an, ob er dies einrichten konnte. Er überlegte kurz, und bestätigte dann, dass das möglich sei.

Die Pressekonferenz (05. August 2005)

Ankunft

Kenshin

Der erste, der am Tokyo Tower eintraf, war Kenshin. Schon in der Nacht drang er in das Gebäude am Fuß des Turmes ein und schlich sich unbemerkt auf die Position, die er sich vorher ausgesucht hatte: Direkt oberhalb der Plattform, in der die Pressekonferenz steigen sollte. Dort verharrte er bis zum Nachmittag fast regungslos und völlig unbemerkt.

Manuel

Manuel schlich sich erst kurz vor Beginn der Konferenz auf das Dach des Bürogebäudes. Er hielt sich dabei im Sichtschatten des Gebäudes, so dass die Wachen im und um den Turm keine Chance hatten, ihn zu sehen.

Esther

Esther traf sich, wie zuvor vereinbart, an einem Hotel mit Shimamoro Sosuke. Sie selbst hatte sich unauffällig angezogen. Er nicht. Er trug einen hoch aufgestellten Kragen, einen weißen Anzug und weiße Lackschuhe. Als er das Hotel verließ, wurde er von einer äußerst gut aussehenden Dame im engen Abenkleid begleitet, die ihm zum Abschied noch einen Kuss zuwarf. Dann begutachtete er Esther etwas missfällig. Sie gab zu, dass sie wohl etwas falsch gekleidet war, aber er wiegelte ab. Sie stellte ja nur die Fotografin dar, da war die Verkleidung in Ordnung.

Er sprang in den Wagen - ein Cabrio, das von einem Hotelbediensteten vorgefahren worden war - und wies Esther an, sich ebenfalls zu setzen. Sie stieg ein, aber noch bevor sie ganz saß, trat er das Gas bis aufs Bodenblech durch.

Auf der Fahrt musste Esther einige Male an sich halten, um nicht mit einem Portal den Weg abzukürzen und dabei die Gefahr der weiteren Fahrt mit diesem Mann zu beenden. Sein Fahrstil war rücksichtslos, rasant, aber auch äußerst effizient. Normalerweise hätten sie bei der Verkehrslage 40 Minuten bis zum Tower gebraucht. Er schaffte es in 15.

Nachdem Shimamoro Sosuke sich und seine "Fotografin" mit Namen Elisabeth Turner vorgestellt hatte, wurden sie anstandslos durch gewunken und nahmen den Aufzug hoch auf die Plattform.

Dort angekommen fiel Esther zuerst auf, dass erstaunlich viele Gaijin anwesend waren. Aber auch viele adrett gekleidete Japaner. Dazu zwei Vertreter des Militärs. Und natürlich einiges an Presse. Die einzige Person außer ihrem Begleiter, die Esther hier im Raum kannte, war Yagami Hakiro, der sie aber auf Grund ihrer Verkleidung nicht erkannte.

Um ihrer Tarnung genüge zu tun, schoss sie einige Bilder von Leuten, die Shimamoro Sosuke die Hand schüttelten.

Einmal las sie auch die Gedanken von ihrem Begleiter. Komischerweise war alles, was sie zu sehen bekam, eine rote Maske, so wie sie Sagishi zu tragen pflegte. Konnte es sein, dass der sonderbare Samurai und der PR-Berater ein und die selbe Person waren?

Präsentation

Edo Tower.jpg
Nach einigen Minuten des socializing wurden dann alle Anwesenden gebeten, Platz zu nehmen. Esther bekam einen Platz direkt am Gang, um für Ihre Bilder einen unverstellten Blick auf die Bühne zu haben.

Auf der Bühne erschienen dann die leicht bekleideten Damen, die Esther bereits in ihrer Vision gesehen hatte. Sie tanzten ein wenig und kündigten dann mit Gesten den Sprecher an. Dieser stellte sich kurz als Morita Daisuke vor und begann dann mit seiner Präsentation. Die Senchineru wurden in einem 3D Hologramm vorgestellt, und der besondere Dank des Mannes richtete sich an einige der anwesenden Gaijin, die das Projekt offenbar mitfinanziert hatten. Viel an Informationen gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber nach dem Video und seinen Worten stellte der Mann sich den Fragen des Publikums.

Fragen aus dem Publikum

Sowohl einige andere Reporter als auch Esther stellten diverse Fragen. Verwertbare Informationen daraus waren:

  • Die Entwicklungszeit der Senchineru betrug drei Jahre.
  • Für die Produktion werden 440 neue Arbeitsplätze im Werk in Fukushima entstehen, das Ursprungswerk liegt in Nagano.
  • Das Militär war an dem Projekt beteiligt und die Senchineru sind auch für den Kampfeinsatz ausrüstbar.
  • Im ersten Betriebsjahr werden alle Entscheidungen, die von der KI vorgenommen werden, nachträglich von einem Team von Psychologen, Statistikern und Philosophen ausgewertet, um mögliche Fehlenschätzungen zu erkennen und nachjustieren zu können
  • Sollte ein Senchineru keine sichere Entscheidung treffen können, so fordert er Hilfe von einem Operator an, der dann die Entscheidung auf Grund der gelieferten Daten trifft. Kann es zu keinem Kontakt kommen, fährt er herunter und wartet weitere Anweisungen ab.

Angriff des Drachen (05. August 2005)

Eigentlich verlief die Pressekonferenz bis zu diesem Zeitpunkt völlig unspektakulär - von dem vorgestellten Produkt einmal abgesehen. Aber wie schon in Esthers Vision fand dieser Umstand ein jähes Ende.

Ankunft

Kenshin und Manuel sahen beide gleichzeitig, wie sich ein gigantischer Drache dem Tokyo Tower näherte. Ein klassischer asiatischer Drache, nur dass er über Flügel verfügte. Ryu. Aber was wollte der hier?

Manuel verlagerte seine Wahrnehmung in den Quantenraum. So stellte er fest, dass der Drache zwar einige Kräfte mit Ryu gemeinsam hatte, aber es sich um jemand anders handelte. Gestaltwandel, Energieprojektion, Energiekonversion. Das waren die Kräfte, die er ausmachen konnte. Er verwandelte seinen eigenen Körper in Metall und aktivierte den Levitationsgürtel.

Der Drache flog weiter auf den Tower zu, bremste davor ab, und kam mit der Schnauze knapp vor der Scheibe der Aussichtsplattform zum Stehen. Die Insassen sahen verwundert in das sich öffnende Maul des Drachen und sahen, wie sich Energie dort sammelte. Panik brach aus und viele sprangen hinter allem in Deckung, was sie finden konnten.

Vereitelung des Erstschlags

Auch Kenshin sah die sich sammelnde Energie und wusste so, dass etwas nicht stimmte. Er vermutete, dass Ryu von irgend etwas oder jemand kontrolliert wurde. Aber das war für den Moment egal. Er musste aufgehalten werden. Er sprang auf den Kopf des Drachen, der sich direkt unter ihm befand und setzte zum Schlag an.

Manuel nahm den bevorstehenden Angriff ebenfalls wahr. Aber da er wusste, dass es sich nicht um Ryu handelte, hatte er weniger Skrupel, zu offensiveren Maßnahmen zu greifen. Er schoss nach oben und verpasste dem Drachen einen Kinnhaken, der ein Gebäude dem Erdboden gleichgemacht hätte. Seine Metallform hatte eine Dichte erreicht, die er noch nie zuvor erreicht hatte. Der Kopf des Drachen wurde im letzten Moment hoch gerissen und der Energiestrahl ging nicht wie geplant in den Raum mit all den Menschen. Der Drache schüttelte sich kurz und begann dann, weniger verwundet als gehofft, empor zu steigen.

Kenshin, den Manuel auf dem Kopf gar nicht gesehen hatte, wurde von dem Treffer, der den Körper des Drachen zum Beben brachte, aus dem Gleichgewicht gebracht. Er fiel, vorbei an der Plattform und an Manuel. In letzter Sekunde konnte er sich noch gerade eben am Schwanz des Drachen festhalten und schlug nicht auf dem Boden auf.

Turm fällt

Manuel sah Kenshin fallen und den Drachen steigen, aber er konnte sich um beides gerade nicht kümmern. Er hatte den PR Gau fürs erste vereitelt, die Menschen auf der Konferenz gerettet. Durch seinen Schlag hatte der Energiestrahl den Raum verfehlt, nicht aber den Turm an sich. Einige Meter oberhalb der Plattform hatte er fast alle Metallstreben des Towers durchtrennt und die Spitze begann zu wanken.

Er flog zu der Bruchstelle so schnell er konnte, setzte seine ganze Kraft ein, um die Spitze zu halten. Aber es war nicht genug. Er konnte es bremsen, aber nicht aufhalten. Er aktivierte um sich herum ein Magnetfeld, setzte Stählerne Muskeln und Magnetkräfte konzertiert ein. Die Luft um ihn herum begann zu flimmern. Das Magnetfeld war stark genug, um auf das Licht selbst zu verzerren. Aber es war noch immer nicht genug. Langsam aber sicher verlor er die Kontrolle über mehr als 1.000 Tonnen Stahl. Wenn sie fielen würde es einen Katastrophe geben. Der falsche Ryu hätte doch noch Erfolg gehabt. Das wollte - konnte - Manuel nicht zulassen.

Hilferufe

Während der metallene Manuel über den Köpfen der Leute versuchte, dem Stahl Herr zu werden, waren die Menschen auf der Plattform der Panik nahe. Lediglich an zwei Stellen zeichneten sich besonnene Gegenmaßnahmen ab:

Nippontai

Esther rief die Nummer von O'Kage an, sagte ihm, dass er sofort gebraucht wurde und öffnete ein Portal zu Festung in den Wolken.

Senchineru

Die beiden Militärs, die sich ebenfalls in Deckung geworfen hatten, wechselten kurz einen Blick mit Daisuke Morita, welcher zögerlich nickte. Dann holte einer von beiden einen Sender hervor und drückte darauf einen Knopf, woraufhin der Sender begann, grün zu blinken.

Luftkampf

Der Drache stieg unterdessen immer höher empor. Kenshin kletterte wärenddessen an ihm empor, was aber aufgrund der Bewegung und des Windes nicht ganz so einfach war. Der Drache versuchte, ihn abzuschütteln, wasihm aber nicht gelang. Dann brachte der Drache den Kopf herum und wollte einen weiteren Energiestoß abfeuern, direkt auf das kleine Menschlein welches sich grade an seiner Vorderseite fest klammerte. Kenshin schaffte es jedoch dem Feuerstrahl auszuweichen und sich auf den Rücken der Bestie zu schwingen, sah sich aber nun doch zur Gegenwehr genötig. Er vermutete noch immer, das sein Daymio von irgendetwas kontrolliert würde und hoffte ihn mittels einer "Schocktherapie" aufwecken zu können. Also ließ er einen mächtigen Stoß elektrischer Energie aus sich heraus in den Drachen fließen. Einige recht schwere Verbrennungen zeigten sich, aber sonst machte er das Wesen nur wütender.

Dann spürte Kenshin - und vermutlich der Drache ebenfalls - eine gigantische Energieentladung unter sich.

Grenzen überwinden

Manuel erinnerte sich an das Training, das ihm durch Sandra Akihito zuteil geworden war. An diesen Moment, in dem er eins war mit dem Universum und Zugriff auf Kräfte hatte, die ihm sonst fehlten. Und er versuchte diese Verbindung wieder zu finden. Er spürte in sich hinein, fand den Punkt, an dem sein Geist zum Selbstschutz eine Barriere errichtet hatte und riss diese nieder.

Er war wieder eins mit dem Kosmos. Er erkannte, was ihm zuvor verborgen war. Er sah einen Fluß aus purer Energie und griff zu, nahm ihn in sich auf.

Aus der Plattform konnte man sehen, wie sich etwas veränderte. Wo zuvor lediglich ein Schimmern in der Luft um Manuel sichtbar gewesen war, begann nun seine Haut zu leuchten als würde das Metall, aus dem er bestand, anfangen zu glühen. Auch die Luft wurde zu einer flammenden Aura. Das Magnetfeld wurde stärker und stärker. So stark, dass die Luftmoleküle um Manuel herum ionisierten. Jegliche Elektronik im Umfeld fiel aus.

Manuel spürte, was die Kraft mit ihm anstellte. Er spürte, wie sein Körper diesem Strom nicht gewachsen war, und dass er Wunden davontragen würde. Keine körperlichen Wunden, die heilbar waren, aber dennoch würde ihm dieser Weg Schaden zufügen. Für den Moment war das jedoch nebensächlich. Das Magnetfeld, das er gerade erzeugte, wäre stark genug gewesen, den gesamten Tower aus dem Boden zu reißen und in den Orbit zu schleudern. Aber das war nicht seine Aufgabe. Seine Aufgabe war es, den Turm zu reparieren, neu zu schmieden. Also zog er den abgetrennten Teil des Turmes wieder dorthin, wohin er gehörte und begann, die Streben wieder zu verschmelzen. Und das fühlte sich gut und richtig an. Das war es, was zählte.

Finale

Der Drache änderte seine Taktik. Statt Kenshin anzugreifen, entschied er, ihn einfach so loszuwerden. Er legte die Flügel an und stürzte zurück gen Boden.

Seine Taktik hatte Erfolg, denn Kenshin verlor den Halt. Aber durch sein militärisches Training trudelte er nur sehr kurz, bevor er sich fangen und den Fall stabilisieren konnte. Der Drache fiel schneller als er, aber momentan stellte er auch keine Gefahr mehr dar.

Dann brach Kenshin durch die Wolken und sah unter sich, wie zwei Senchineru sich der Szenerie näherten. Einer scannte den Raum der Pressekonferenz, in dem gerade Naginata und O'Kage durch Esthers Portal geschritten waren und stellte fest: "Keine Verletzten".

Der zweite scannte sowohl Manuel als auch den schnell näher kommenden Drachen und sagte etwas von einer "zivilen Gefahr" und "Neutralisierung eingeleitet".

O'Kage forderte von Esther einen kurzen Lagebericht und erhielt ihn. Naginata schritt an die Scheibe, ließ diese zerbersten und fluchte, dass sie sich wünschte, jetzt fliegen zu können. Statt dessen erschuf sie ein Gewitter, das sich unnatürlich schnell zusammenbraute.

Der Drache sah die Senchineru und wollte zum Angriff übergehen.

Manuel sah, was geschah und sah damit all seine Arbeit gefährdet. Würde der Drache die Senchineru angreifen, oder diese den Drachen ausschalten, wäre das ein Sieg für die PR des Gegners. Das wollte er nicht zulassen, also ging er seinerseits zum Angriff über, um den Senchineru zuvor zu kommen. Der Drache musste fallen. Jetzt sofort, bevor diese Roboter ihre Raketen abfeuerten. Er schoss auf den Drachen zu, mit maximaler Kraft und Geschwindigkeit. Aber der Drache erwies sich als außerordentlich wendig und konnte den Schlag knapp ausweichen.

Esther las die Gedanken des Drachen in diesem Moment. "Bring mich jetzt nicht um, dummer Metallmann. Das hatten wir anders geplant!" Sie bezog diese Aussage auf den Senchineru, der just in diesem Moment seine Raketen abfeuerte. Genauso gut könnte aber auch Manuel damit gemeint gewesen sein.

Manuel beschleunigte, um aus der Explosion zu kommen. Er hätte bleiben können, als Märtyrer zeigen können, dass die Senchineru eine Gefahr waren. Aber er entschied sich dagegen. Er wollte kein Märtyrer sein, wollte nicht sterben.

Der Drache hatte sich durch seine Ausweichbewegung seitlich gedreht und sah die Raketen nur aus dem Augenwinkel. Er versuchte noch, zu entkommen, aber war zu groß. Die Raketen explodierten in einer gigantischen Feuerwolke. Glücklicherweise hoch genug, dass weder im Turm noch auf dem Boden jemand zu Schaden kam.

Manuel wurde von der Druckwelle getroffen aber nicht verwundet und drehte sofort um. Er aktivierte die Quantumsinne, in denen das Feuer der Explosion nicht existierte. Wohl aber die Quantumsignatur eines Wesens. Klein war es und kein Drache. Er schoss darauf zu, fing es und flog aus der anderen Seite der Wolke wieder heraus.

Es war eine nackte Frau, Anfang 20, und schwer verletzt, aber noch Atmend. Er flog mit ihr zur Plattform, wo er korrekterweise Esther vermutete.

Kenshin fiel derweil weiter der Erde entgegen und entsann sich im letzten Moment seiner neu gewonnenen Fähigkeiten. Er lies seinen Körper zu purer Energie zerfließen und schoß als Blitzstrahl auf die Plattform oberhalb des Restaurants nieder, wo er die nachtschwarze Form O'Kages ausgemacht hatte, der kurz vorher durch die Schatten hinauf auf die Plattform gelangt war. Mit lautem Knall schlug er neben dem Samurai ein, manifestierte sich halb körperlich, nickte dem kampfbereiten Krieger kurz zu und sprach, mit einer Stimme die wie statisches Rauschen klang: "Ich bin es, Kenshin. Und das ist nie im Leben Ryu.", wobei er auf die eben vergehende Explosion wies. O'Kage erkannte ihn und bejahte, als er sah wen Manuel da aus dem Rauch herab trug. Sie verfolgten den Flug des stählernen Jungen in das Restaurant und betraten dieses, jeder auf seine Weise. Über dem Tower ballten sich immer mehr drohende, dunkle Wolken zusammen.

Nach dem Angriff (05. August 2005)

Nachdem die Gefahr gebannt war, fuhren die Senchineru ihre Waffen wieder ein, verblieben aber vor Ort.

Manuel flog mit der nackten jungen Frau durch die Überreste der Scheibe, die Naginata zerstört hatte. Esther riss Naginata aus ihrer Konzentration, indem sie ihr auf die Schulter tippte und sie ansprach. Zunächst wurde sie barsch zurückgewiesen, dann allerdings erkannte auch Naginata das die Gefahr vorüber war und lies davon ab den Sturm zu beschwören. Die dunklen Wolken über dem Turm verschwanden so schnell wie sie erschienen waren. Kenshin glitt durch die Decke herab, kaum körperlich und von statischer Elektrizität umgeben, was die Aufmerksamkeit der Presseleute erregte. Er kam neben Esther zum stehen und nahm den Ansturm von Fragen schweigend hin.

"Esther, ich brauche ein Portal zu Miko. Noch lebt diese Frau, aber nicht mehr sehr lange!" rief Manuel in Esthers Richtung. Verwundert ob des ungewohnt harten Tonfalls zögerte Esther einen kurzen Moment, öffnete aber dann das gewünschte Portal und Manuel schritt hindurch. Er war froh, die Szene hinter sich zu lassen und sich um ein einfacher Problem zu kümmern.

Kampf um die Öffentlichkeit

Kaum war den Leuten in der Plattform klar geworden, das die Gefahr vorüber war, begann auch bereits der Kampf um die Öffentlichkeit und darum, wer denn nun der Held des Ganzen war. Den Anfang hatte Naginata gemacht, kurz bevor sie Manuel durch das Portal gefolgt war. Mit einer recht unglücklich gewählten Formulierung wies sie den Sieg den Senchineru zu. Darauf schaltete sich Daisuke Morita, der PR Agent von Kuro-Tek ein und versuchte, den Fehler Naginatas zu nutzen. Die Senchineru bekamen viel Lob und Applaus.

Irgendwann kam auch die Frage auf, wer denn eigentlich der Mann aus Metall gewesen war, was Yagami Hakiro veranlasste, sich ebenfalls einzumischen. Er bestätigte, dass es sich um den technischen Leiter von Unlimited Imagination handelte, der bei der Präsentation natürlich ebenfalls dabei war, sich aber, wie es sich für einen Gaijin gehörte, im Hintergrund gehalten hatte. Er betonte dabei auch die gute Zusammenarbeit zwischen Kuro-Tek und Unlimited Imagination und schaffte es geschickt, Kapital aus der Situation zu schlagen.

So zog sich das hin und her einige Minuten lang hin, bis dann ein Hubschrauber von Nova Networks auftauchte, aus dem Cori Heißler direkt durch die Scheibe sprang. Mikrofon in der Hand und eine Kameradrohne direkt hinter ihr. Kenshin wollte nicht auf Bildern auftauchen und verschwand im Wirrwarr des verwüsteten Restaurants, hielt sich jedoch immer in Esthers Nähe auf, er fühlte sich noch immer verantwortlich für Ihr Wohlergehen. Cori Heißler versuchte ihr Glück bei Esther, die sie aber gekonnt abblitzen ließ, und auch weiterhin ihre Maskerade als "Elisabeth Turner" aufrecht erhielt. Die Reporterin wollte jedoch nicht locker lassen und erwies sich als recht unwirsch, auch Nova gegenüber, bis dann O'Kage in spektakulärer Manier mit den Schatten spielte und so die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich zog.

Er dankte Kuro-Tek für die Hilfe bei der Klärung der Situation, stellte aber gleichzeitig klar, dass es Hilfstruppen von Nippontai waren, die das Schlimmste verhindert hatten. Er wählte seine Worte dabei mit Bedacht und sorgte so dafür, dass die einzige Stellungnahme von Seiten der Nova, die aufgezeichnet wurde - die früheren Äußerungen konnten auf Grund des von Manuel ungewollt ausgesandten EMP nicht aufgenommen werden - Nippontai, bzw. deren Hilfstruppen als die Helden des Abends dastehen ließ, und die Senchineru zu dem degradierte, was sie wirklich gewesen waren: Helfer, die am Ende der Krise beim Aufräumen geholfen hatten.

Nachdem er diese Worte an die Kamera gerichtet hatte, bat er Esther ein Portal zu öffnen zur Festung. Diese las noch einmal kurz die Gedanken von Cori Heißler und stellte dabei fest, dass diese gerne einmal mit O'Kage in die Kiste springen würde. Da sie zuvor von der Reporterin äußerst herablassend und arrogant behandelt worden war öffnete sie das Portal, hakte sich bei O'Kage ein bevor sie gemeinsam durch das Portal schritten und zwinkerte der Dame noch keck lächelnd zu.

Eine Kameradrohne folgte den beiden kurz und man hörte Cori Heißler noch die Frage stellen, ob die beiden sich nun küssen würden. O'Kage verscheuchte die Drohne aber aus der Festung zurück durch das Portal, das Esther schloss, nachdem sie Cori Heißler noch einmal kurz frech zugewinkt hatte. Sie mochte diese Frau wirklich nicht.

Auf der Festung

Während der PR Krieg im Tokyo Tower noch tobte, waren Manuel, Naginata und die verletzte junge Frau bereits lange auf der Festung eingetroffen. Das Portal hatte sie direkt zu Miko geführt, die Manuel sofort in das erste Untergeschoss zu den medizinischen Einrichtungen führte.

Die Verletzte

Dort angekommen wurde die Verletzte sofort auf eine Liege gelegt und Miko begann mit der Untersuchung. Wie sich herausstellte, was sie nur knapp dem Tod entkommen, und hatte auch Hirnschäden erlitten. Wie schwer diese waren, ließ sich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht feststellen.

Bericht an den echten Drachen

Während Miko noch untersuchte, verlangte Ryu, der ebenfalls anwesend war, einen Bericht von Manuel, den dieser auch bereitwillig und detailliert lieferte.

Ryu war äußerst beunruhigt, dass eine junge Frau über Kräfte verfügte, die seinen sehr ähnlich waren, und zwar in einer Machtstufe, die auch nur knapp unter seiner - und damit über der von fast allen anderen Atarashi Koka - lag. Manuel stellte die Theorie auf, dass diese Kräfte vielleicht gar nicht ihre eigenen waren, sondern Okura No Oni sie ihr verliehen hatte. Denn ganz offensichtlich verfügte dieser über einen wesentlich direkteren Zugriff auf den Quantenraum als jeder andere bisher bekannte Nova. Da solcherlei Kräfte entsprechend noch völlig undokumentiert waren, blieb es aber bei der reinen Spekulation.

Auch war er verwundert, dass dieser Angriff in dieser Form stattgefunden hatte. Denn als reiner PR Stunt wäre es sehr skrupellos gewesen, alle Teilnehmer der Pressekonferenz zu vaporisieren. Und ohne das Eingreifen der Gefährten wäre genau das geschehen. Manuel hatte dafür in seinem Bericht zwei mögliche Erklärungen geliefert:

  1. Der Gegner hatte mit dem Eingreifen gerechnet, was für eine Form der Präkognition beim Feind sprechen würde. Oder
  2. Der Angriff sollte gar nicht scheitern, was darauf hindeuten würde, dass Kuro-Tek wesentlich skrupelloser war als angenommen oder der Angriff gar nicht von Kuro-Tek ausging und vielleicht der Bruch eines bisher bestehenden Bündnisses war.

Für die zweite Version sprach später noch der Bericht Esthers darüber, wie sich die Militärangehörigen und der PR Mensch von Kuro-Tek verhalten hatten. Sie hatten von der Sache ganz eindeutig nicht vorher gewusst.

Nachlese mit O'Kage

Nachdem der Bericht abgeschlossen war, kamen auch Esther und O'Kage hinzu. Auch Kenshin, der den Luftweg genommen hatte und dabei fast mit der Luftabwehr der Festung in Person von Tenshi aneinander geraten wäre, traf kurze Zeit später ein.

Alle wurden über den Zustand der jungen Frau informiert, und Ryu übergab die Angelegenheit in die Hände von O'Kage.

Esther wollte noch zu der Frau, um in ihre Vergangenheit zu blicken und so vielleicht mehr herauszufinden, aber das sollte nicht mehr an diesem Tag stattfinden, da unklar war, was das für die schwer angeschlagene Frau für Auswirkungen hätte.

O'Kage fragte Manuel noch, ob dieser mutagenischen Zerfall angesammelt hätte bei dem Zwischenfall, was Manuel bestätigen musste. Dies machte O'Kage ein wenig Sorgen, auch wenn er einsah, dass es in dieser Situation notwendig war. Er brachte den allseits bekannten Spruch, dass mit großer Macht auch große Verantwortung einhergehe und sagte, dass Manuel bewiesen habe, dass er über große Macht verfügte. Dass er damit andeuten wollte, dass die Verwantwortung Manuels noch nicht gleichermaßen bewiesen war, entging Manuel dabei leider.

Erschöpft von der Krise zogen sich die Gefährten dann zurück, um Kräfte zu sammeln und über das Nachzudenken, was geschehen war.

Anerkannte EP: 5
Für Wikiarbeit: 1

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