Kapitel 14: Zu schützen und anzuführen

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Auftakt – Geschäft ist Geschäft (05. August 2005)

Yumi Kara, die zuvor zu wichtigen Geschäftsterminen gerufen worden war, befand sich in einem Meeting mit diversen Vertretern ihrer und anderer Firmen, als die Demonstration der Senchineru am Edo-Tower drohte in einer Katastrophe zu enden.

Sie erlebte einen Teil des Kampfes live auf dem Großbildfernseher in Konferenzraum mit und konnte sich kaum selbst davon abhalten einzugreifen. Sie entsann sich jedoch der Verantwortung ihrer Firma gegenüber und beobachtete lediglich besorgt das Geschehen. Sie versuchte mehrfach Manuel über dessen Mobiltelefon zu erreichen, scheiterte jedoch aufgrund der elektronischen Unterbrechung die während des Kampfes stattgefunden hatte.

Erst nach einiger Zeit erhielt Manuel ihre Nachrichten und antwortete gewohnt knapp, dass es allen gut ginge, sie auf der Festung in den Wolken waren und er mehr aber nicht per Textnachricht besprechen wollte.

Nachdem alle Geschäftstermine erledigt waren, begab sich Yumi Kara dann umgehend dorthin.


Auf der Festung in den Wolken (05. August 2005)

Nachlese einer Beinahe-Katastrophe

Nachdem die Gefährten Bericht über die Geschehnisse am Edo-Tower erstattet hatten begab sich Esther zu Bett. Die beiden Männer gingen hinab auf die Krankenstation der Festung und versuchten mehr über die Gefangene zu erfahren.

Kenshin schlug vor, die Verkehrsüberwachung von Edo zu nutzen, um eventuell feststellen zu können, woher der „Drache“ gekommen war. O'Kage überlegte zunächst, ihm etwas zeigen. Er fragte Manuel, ob man Kenshin vertrauen könne, was dieser erst bejahte, aber nach kurzer Überlegung seine Meinung dann doch änderte, was Kenshin ungerührt hinnahm, da ihm bewusst war, das manche Dinge nunmal auf einer „Need To Know“ Basis gehandhabt wurden. Daraufhin händigte O'Kage dem Soldaten ein Opnet-Token aus, die ihn gegenüber der Lokalen Polizei autorisieren würde, um Zugriff auf deren Daten zu erhalten.

Manuel betrachtete derweil die Verwundete junge Gestaltwandlerin mittels seiner Quantensicht und stellte fest, das sie tatsächlich über ein enormes Machtpotential verfügte, das dem von Ryu sehr nah kam. Allerdings fiel ihm bei näherer Betrachtung noch etwas anderes ins Auge. Die Quantensignatur der jungen Frau entsprach derer von ihm, Kenshin, Esther und Yumi Kara. Was laut seinem Dafürhalten bedeutete, das die junge Attarashi Koka ebenfalls Tag des Anschlages auf die Edoer U-Bahn eruptiert sein musste. Was ihn zusätzlich stutzig machte, war der Umstand das eine gewisse Schwingung in ihrer Signatur der von Yumi Kara entsprach. Er fand auf die Schnelle keine zufriedenstellende Erklärung für diesen Umstand. Er und Kenshin diskutierten gerade darüber, als die Festung in Aufruhr geriet.

Alarm im Sperrbezirk!

Esther war grade eingeschlafen, da ertönte ein Alarmsignal und riss sie aus der wohl verdienten Ruhe. Rasch streifte sie sich ein Hemd über und hastete zum Ausgang des Wohntraktes. Die Festung war in heller Aufregung, die Soldaten in Alarmbereitschaft und sämtliche Waffen auf etwas vor dem Tor gerichtet.

Manuel und Kenshin hatten zunächst über einen Monitor ein Bild das Vorplatzes der Burgtore betrachtet. Eine weiß gekleidete Frau stand dort. Ihr Gesicht war von einer Halbmaske bedeckt, die den Mund frei lies und ihre Beine steckten in hohen Stiefeln mit umgeschlagenem Saum. Kleidung, Maske und Stiefel waren mit Gold gesäumt. Ihr langes, dunkles Haar und ein weißer Trenchcoat wehten im Wind.

Die unbekannte Frau hatte mit dem Wachhabenden gesprochen, der eine Truppe von 10 Mann, bewaffnet mit automatischen Waffen, gegen Sie ins Feld geführt hatte. Sie wollte zuerst (??jemanden??) sprechen, dieser war aber aktuell nicht verfügbar. Dann fragte sie nach Manuel, dieser würde sie kennen und bestätigen können, dass sie kein Feind war. Also rief der Wachhabende bei Miko an, um die Anfrage weiterzugeben. Miko fragte Manuel, aber auch er kannte die Person nicht auf Anhieb. Nach ein paar Sekunden aber wurde ihm klar, dass es vermutlich Yumi war und er schrieb ihr eine Textnachricht, was das alles sollte. Die Person blickte in genau dem Moment genau in die Kamera, als wollte sie Manuel darauf hinweisen, dass sie gerade nicht auf eine Textnachricht antworten könnte. Manuel verstand, und er begab sich mit Kenshin, der auch kurze Zeit später erkannte, wer die "Besucherin" war, zum Eingangstor.

Der Filipino stieg auf und landete auf der gegenüber liegenden Seite des Tores, vor der Gestalt. Der Soldat erklomm einen der Wachtürme und schaute von dort auf das Geschehen hinab. Seine Reaktion war von ungläubigem Erstaunen und auch etwas Frust geprägt. Als Manuel die junge Frau fragte wer sie sei, antwortete diese mit dem Wort „Kiseki“ (Wunder), was er mit einem Nicken abtat, um sich dann umzudrehen und Wachhabenden zu verkünden, dass er die Dame kannte und sie keine Gefahr darstellte.

Grade als Esther die Situation auf dem Innenhof erfasst hatte, öffnete sich das Tor und die Beiden traten hindurch. Auch sie erkannte die Fremde Nova zunächst nicht, bemerkte aber das Kenshin deutliches Missfallen zeigte und war auf der Hut. Als die drei herangekommen waren, fragte auch sie, wer ihr gegenüber stünde und erhielt die selbe, einsilbige Antwort. Kenshin nahm sie bei Seite und erklärte ihr, das es sich um Yumi Kara in ihrer neuen „Geheimidentität“ handle. Was auch die Gaijin etwas ratlos und verwundert reagieren lies. Auch Naginata kam hinzu und erkannte Yumi alsbald an ihrer Stimme. Sie zog zwar eine Augenbraue hoch ob der neuen Identität, schien aber nicht weiter nachfragen zu wollen.

Konferenzraum

Naginata teilte den Hojo Butai Anwärtern mit, dass man ihnen, sozusagen in Anerkennung ihrer Leistungen, einen eigenen Flügel der Burg zur Verfügung gestellt hatte, in dem sich auch ein kleiner Konferenzraum befand. Dort angekommen, überprüfte Manuel die kryptische Aussage der Rock/Pop Diva, das er „schon herausfinden würde, was der Raum alles kann“, und stellte fest, das er diesen tatsächlich, mittels seines Mobiltelefons steuern konnte. Unter anderem konnte das Licht kontrolliert werden, der Projektor in der Mitte des Raumes, sowie ein Schallschutz aktiviert werden, der verhinderte, dass Gespräche durch die Papierwände drangen. Ehre und Sitten schön und gut, aber manche Gespräche konnten so wirklich außerhalb nicht gehört werden.

Eine kurze Diskussion über Sinn und Unsinn von Yumis Auftritt schloss sich an und man brachte die Freundin auf den neuesten Stand der Dinge. Einschließlich des Auftrages Kuro-Teks Bau der Senchinerus zu sabotieren. Was erneut eine, diesmal etwas längere, Diskussion auslöste.

Sollte man so etwas tatsächlich tun? Was waren die wahren Beweggründe Nippontais dafür und so weiter. Manuel überraschte dabei Yumi mit seiner Analyse der Beweggründe, die ebenso kalt wie einleuchtend war. Nippontai hatte das Team gewählt, weil sie keine offizielle Verbindung zu Nippontai hatten, und im Falle des Auffliegens keine Schande auf Nippontai zurückfallen würde. Auch erläuterte er, dass die Senchineru, wenn sie denn zumindest teilweise für friedliche Zwecke eingesetzt werden würden, tatsächlich eine große Chance wären, mehr Menschen helfen zu können, die Gefahr für die eigene Machtposition also vermutlich eher Grund für den Auftrag war als die Befürchtung, dass sie für schlechte Dinge eingesetzt werden würden.

Esther und Manuel bemühten sich der jungen Geschäftsfrau klar zu machen, das diese Maßnahmen zum besten aller Attarashi Koka in Japan wären, diese blieb aber gewohnt skeptisch.

Dann ertönte ein zweites Mal Alarm.

Gefahr! Gefahr!

Erneut flammten über all in der Festung rote Lichter auf und die Stimme Ryus donnerte über das Lautsprechersystem. Man solle sich umgehend im Lagebesprechungsraum einfinden! Die Freunde hasteten aus dem Haus und sahen im allgemeinen Getümmel Kyojin, der ihnen mit einem Kopfnicken deutete ihm zu folgen.

Versammlung

Er führte sie durch diverse Gänge, wieder in die Eingeweide der Burg hinein, dann mit einen Fahrstuhl einige Stockwerke hinab, durch Sicherheitsschleusen und Panzertüren, zu einem großen Raum der vor Aktivität nur so wimmelte.

Soldaten und Techniker liefen umher, jeder offensichtlich mit etwas beschäftigt.

Am gegenüberliegenden Ende des Raumes stand eine kleine Gruppe von 5 Personen, drei Männer und zwei Frauen, die offensichtlich der Einu Ethnizität angehörten. Sie trugen braune, bodenlange Umhänge und ihre gesamte Aufmerksamkeit war auf die Mitte des Saals gerichtet.

Das Beben

In der Mitte des Raumes, der ähnlich einem Hörsaal eingerichtet war, stand ganz Nippontai versammelt und starrte auf einen großen Bildschirm auf dem eine Satellitenaufnahme der japanischen Inselkette zu sehen war. Aber auch einige große, rote, konzentrische Kreise, die von der Erdverwerfung weit unter dem Meer, viele hundert Kilometer vor dem Festland ausgingen. Die Zahl „8,5“, blinkte groß und rot im Bild. Ein massives Seebeben hatte soeben stattgefunden.

Ryu erhob das Wort und verkündete das man verpflichtet sei zu helfen und sein bestes zu tun, um größeren Schaden von Japan abzuwenden. Es sei keinerlei Aktivität seitens Attarashi Koka zu erkennen und somit handle es sich wohl um eine echte Naturkatastrophe, die die Insel Hokkaido, genauer die Stadt Kushiro, bedrohte. Das dortige „Einsatzteam“ der Honjibutai, Team Nr. 427, hierbei deutete er auf die braun berobten Nova im Raum, sei selbstverständlich frei zu helfen und jede weitere Hilfe sein willkommen und auch erwartet. Die Freunde meldeten sich ohne zu zögern.

Welche Aufgabe ist wichtiger?

Esther las kurz die Gedanken eines der Männer und stellte fest, das dieser verständlicherweise sehr ungeduldig war und nicht wirklich zufrieden mit Ryus langatmigen Ausführungen. Kurz wandte sich O'Kage an ihn und erinnerte seinen Daymio daran, das die Freunde ja eigentlich den Auftrag hätten, sich um Kurotech zu kümmern. Ryu lieferte sich daraufhin einen kurzes, mehr oder minder freundliches Wortgefechte mit seinem ersten Offizier, in dessen Verlauf Kenshin endlich die Rolle des „großen/göttlichen Schattens“ in Nippontai verstand und neue Bewunderung und Respekt für den dunklen Samurai in ihm aufkeimten.

(Ich denke, das erkläre ich bei Zeiten InPlay.)

Pläne

Die Freunde bleiben jedoch unbeirrt bei ihrem Wunsch bei dieser Katastrophe zugegen sein zu wollen, um zu helfen. Yumi Kara machte den Vorschlag, sie könne ein ausreichend großes Schiff vor der Küste finden, es sozusagen requirieren und dann am Hafen Flüchtlinge mit diesem aufnehmen. Zunächst stand Ryu diesem Plan etwas skeptisch gegenüber, aber das unerschütterliche Selbstvertrauen der jungen Ärztin lies ihn schließlich einwilligen. Man einigte sich darauf, das man die Massen „teilen“ würde. In jene die zu weit weg von der Küste waren, um eine Umkehr zu rechtfertigen, aber aus eigener Kraft die Hügel rings um die Stadt erreichen konnten und jene die noch zu weit von dort entfernt waren, es aber schaffen könnten den Strand zu erreichen, bevor die Welle eintraf. Wo sie dann abgeholt würden. Erstere sollten weiter zu den Hügeln laufen. Jene die beides nicht schaffen würden, würde man irgendwie anders evakuieren.

Taxi!

Sowohl der Daymio als auch seine rechte Hand nickten anerkennend und Ryu bat Esther ein Portal nach Honshu zu öffnen, um sie alle möglichst schnell an den Ort des Geschehens zu bringen. Denn in weniger als einer halben Stunde würde ein gigantischer Tsunami auf die Küste treffen. Und es galt mehrere zehntausend Menschen in Sicherheit zu bringen.

Esther war zwar auf dieses Anliegen vorbereitet gewesen, erkannte jedoch erst jetzt, das sie ja noch nie vor Ort gewesen war. Und so behalf sie sich mit einem eilends aufgerufenen Live-feed einer Verkehrskamera, die das Chaos auf einer der Kreuzungen einer Hafenstadt zeigten. Fliehende Menschen verstopften die Straßen. Es würde nicht leicht werden, inmitten dieses Chaos ein Portal zu erschaffen, ohne jemanden zu gefährden, geschweige denn den Ort genau zu treffen.

All ihre Konzentration aufbietend schaffte sie es jedoch, den Ort beinah exakt zu treffen und lediglich einen Hydranten am Straßenrand zu zerstören, der begann eine Wasserfontaine zu versprühen.

Katastropheneinsatz! (05. August 2005)

Zu aller erst sprang Ryu mit einem Hechtsprung durch das Portal und verwandelte sich noch im Flug in seine massive Drachengestalt. Mit einem markerschütternden Brüllen, lies er die Bewohner der Stadt wissen, das ihre Beschützer nun da waren. Die flüchtenden Massen verharrten für einen Augenblick und vereinzelt brandete tatsächlich Jubel auf. Gleich darauf folgten die restlichen Nova, so schnell sie nur konnten und begannen, so gut sie es vermochten, zu helfen.

(Anmerkung: Das lokale Hojo Butai Team tat natürlich ebenfalls sein Möglichstes, nur wurde dies nicht näher erläutert.) - Siehe Forum


Der alte Mann, das Meer und das Mikrophon

Manuel, der zunächst vom Chaos der Situation völlig überfordert war, besann sich darauf, dass er zunächst einmal Ordnung in dieses bringen musste, was am besten über das lokale Ansagensystem erfolgen konnte.

Binnen weniger Augenblicke hatte er im Hauptpolizeirevier der Stadt das System ausgemacht. Dieses wurde allerdings, wider erwarten, nicht von einer automatischen Bandansage, sonder von einem älteren Polizisten gespeist. Der Mann erschrak zunächst fürchterlich, als die in einen Kampfanzug gehüllte Gestalt des jungen Filipinos durch die Tür stapfte und ihn ohne viel Umschweife anwies, die Ansage zu ändern, von „Begeben sie sich zu den Hügeln.“ in, „Laufen sie so schnell sie können zum Strand, wenn sie nicht zu weit davon entfernt sind. Nippontai wird sie retten!“ , ihm war anzusehen, das er zweifelte, doch tat er wie ihm geheißen.

Manuel lies ihn mit einem knappen „Guter Mann.“ und einem tätscheln auf den Rücken sitzen und begab sich wieder nach draußen.

Hilflos

Esther und Kenshin mussten derweil beide feststellen, das sie aufgrund der Natur ihrer Kräfte nicht all zu sehr in der Lage waren zu helfen. Während Kyojin und Ryu ganze Brücken und Häuserdächer als Transportmittel für hunderte Flüchtlinge nutzten, um sie in Sicherheit zu tragen, und Naginata den Winden befahl die Wogen des Meeres aufzuhalten, konnten sie nur staunend und fassungslos zusehen. Esthers Portale würden nicht lang genug halten um vielen eine Flucht zu ermöglichen, aber versuchen musste sie es dennoch.

Kenshin begann nach Zurückgelassenen Personen und anderen Problemen zu suchen um wenigstens etwas von Nutzen zu sein. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg und bahnten sich einen Weg durch die Massen.

Als erstes wurden sie auf zwei dreirädrige Kleintransporter aufmerksam, die sich in einander verkeilt hatten und so eine Straße versperrten. Zwar bemühten sich einige Menschen bereits die Fahrzeuge auseinander zu bringen, aber die nachrückenden Massen, ließen dies in ihrer Panik nicht wirklich zu. Kenshin schaffte es jedoch mittels seines befehlsgewohnten Auftretens, die Menschen um das Auto herum zu einer gemeinsamen Aktion zu bewegen und das Hindernis zu beseitigen, während Esther die Massen etwas beruhigte.

Kurz darauf nahm der Soldat, mittels seine hypersensitiven Sinne, das Weinen eines Kindes wahr. Er deutete Esther ihm zu folgen und binnen weniger Minuten fanden sie ein Kleinkind, das am Straßenrand zurückgelassen worden war. Die Südafrikanerin nahm sich zunächst des kleinen Mädchens an, doch dann fanden die Beiden Nova sich einer wahren Welle von Menschen gegenüber, die eine Straße verstopfte, wo offenbar etwas großes den Weg versperrte.

Esther entschied sich nun doch, so schnell sie konnte Portale zu schaffen um die Eingeschlossenen zu befreien. Sie drückte einer vorüber hastenden Frau das weinende Kind in die Arme, deutete ihr stehen zu bleiben und schuf ein Portal auf eine Wiese an den Hügeln, durch das sie die Frau hindurch scheuchte. Sogleich brach eine regelrechte Stampede auf das Tor aus und als sich dieses nach wenigen Augenblicken wieder schloss begann diese in Panik umzukippen.

Und dann gingen auch noch die Lichter aus.

Wo ein Wille ist...

Yumi Kara donnerte unterdessen mit knapp unter Überschallgeschwindigkeit über das Meer. Zuvor hatte sie in der Einsatzzentrale auf der Festung bereits nach einem geeigneten Schiff gesucht und es in Form eines Transporters unter philippinischer Flagge auch ausgemacht.

Sie fand das Schiff, welches sich auf unsicherem Kurs befand und zu kentern drohte. Der Kapitän hatte scheinbar sein Gefährt nicht mehr rechtzeitig in die Welle manövrieren können, so das diese es seitlich erfasst hatte, was zum Verrutschen der Ladung geführt hatte. Sie steuerte auf die Brücke des Schiffes zu und fand dort nur einen einsamen, verängstigten Matrosen vor, der sich verzweifelt bemühte, das riesige Schiff unter Kontrolle zu halten. Vom Rest der Mannschaft war nichts zu sehen. Zuerst versuchte sie es auf Japanisch, aber der Mann verstand sie offenbar nicht. Mittels einer Mischung aus Englisch und wilden Gesten verständigten sich die Beiden und es stellte sich heraus, das ein großer Teil der Crew das Schiff verlassen hatte und er als Einziger die Stellung gehalten hatte.

Tief beeindruckt vom Mut des Mannes riet ihm Yumi Kara sich irgendwo fest zu schnallen und tauchte dann in die Fluten hinab, unter die Mitte des Schiffes.

Mit aller Macht stemmte sie sich gegen den Rumpf und schließlich gelang es ihr, die tausenden Tonnen Stahl aus dem Wasser zu hieven. Vorsichtig schüttelte sie die restliche Ladung von Bord und begann den Rückflug, wobei sie allerdings schnell feststellen musste, das es ihr nicht möglich war ebenso schnell zu fliegen wie auf dem Hinweg.

Sie würde die Welle niemals überholen, wenn sie das derzeitige Tempo beibehielt. Also ließ sie sich ganz und gar auf den Quantenraum ein, wie man es ihr in der Festung in den Wolken gezeigt hatte. Und tatsächlich, ihr Kraftfeld, das ohnehin schon dafür gesorgt hatte, das der Frachter nicht auseinander brach, erweiterte sich noch mehr und es gelang ihr gegen den Luftwiderstand anzugehen. Sie richtete das gigantische Schiff in den Wind und flog so schnell sie nur konnte.

... ist auch ein Weg

Manuel war nach seinem Besuch in der Polizeistation in die Luft gestiegen, um nach Krisenherden Ausschau zu halten, an denen er etwas tun konnte. Von dort oben bemerkte er ebenfalls, dass die Lichter in der Stadt ausgingen und machte sich auf die Suche nach der Ursache. Am Stadtrand entdeckte der ein Umspannwerk in das ein LKW hineingefahren war. Das Fahrzeug hatte einen der Kondensatoren umgerissen und einige Kabel durchtrennt.

Der Fahrer stritt sich, entgegen aller Vernunft, grade lautstark mit zwei Frauen die einen PKW gefahren waren, der ebenfalls recht zerknautscht einige Meter entfernt stand. Mit einem Kopfschütteln über dieses irrationale Verhalten, schob der junge Mann den LKW mittels seiner Magnetkräfte aus dem beschädigten Werk. Dies riss die drei Verunfallten aus ihrem Streit und sie suchten so schnell wie möglich das Weite.

Manuel indes flickte die Kabel so gut er konnte mittels seiner Kräfte wieder zusammen und die Lichter flammten wieder auf. Dies war zwar nur eine Notlösung, aber im Moment war dies reichlich egal.

Dann machte er sich auf den Weg zum Strand, um zu sehen, wie er dort helfen konnte.

Erschöpfung und Opferbereitschaft.

Esther bemühte sich weiterhin so viele Menschen wie möglich, so schnell wie möglich durch ihre Portale zu bekommen. Doch es waren einfach zu viele. Sie konnte mit jedem Portal das sie öffnete, im allgemeinen Chaos, nur jeweils 20 – 30 Menschen retten. Kenshin bemühte sich die Menschen ruhig zu halten und ein wenig für Ordnung zu sorgen.

Als er jedoch bemerkte das seine Kameradin begann deutliche Zeichen von Erschöpfung zu zeigen, sah er nur noch eine Möglichkeit. Er zog seinen rechten Handschuh ab, hielt ihr die Hand hin und rief gegen die Schreie der Menschen an: „Tu es!“

Esther verstand zunächst nicht, so erschöpft war sie bereits, doch schließlich erkannte die, das der Soldat von ihr verlangte, mittels der besonderen Verbindung zwischen den Teamgefährten, seine Energie zu übernehmen, um ihre Portale zu speisen. Sie ergriff seine Hand und ein golden, rötliches Leuchten floss von ihm zu ihr. Kenshin blickte sie an und nahm ihr ein Versprechen ab. Sie nickte, wiedererstarkt schaffte sie es den Platz tatsächlich zu leeren.

Incoming!

Am Strand und Hafen sammelten sich immer mehr Menschen und sahen zu wie sich das Wasser zurück zog. Ein untrügliches Zeichen dafür, das der Tsunami nicht mehr weit entfernt war.

Ein riesiger Schatten tauchte aus der Dunkelheit auf und beinah brach Panik aus. Doch es war nicht die Welle.

Es war Yumi Kara die kaum erkennbar unter dem riesigen Bauch des Schiffes knapp über der ehemaligen Wasseroberfläche heran geflogen kam. Vor Ort angekommen erkannte sie jedoch, dass es für die Menschen nahezu unmöglich war an Bord des fast 30 Meter hohen Schiffes zu gelangen. Sie musste sich schnell etwas einfallen lassen.

Sie flog das Schiff zu einem Pier herüber, der glücklicherweise grade breit genug war um es aufzunehmen. Dort donnerte sie mit beiden Füßen auf den Boden und trieb ihr Kraftfeld wie einen Keil, tief in den weichen Schlick des Meeresbodens. Ein Spalt öffnete sich unter dem Schiff und sie setzte es so sanft wie möglich darin ab, so das seine Bordwand nur wenig höher lag als das Kai.

Dann wühlte sie sich frei und begann damit, die Menschen auf das Boot zu leiten. Die Massen verteilten sich schnell auf und im Schiff.

Die Welle näherte sich unaufhaltsam dem Festland.

Alles ist Eins! oder "Die Macht ist stark, in diesem da."

Manuel stellte unterdessen fest, das viele liegengebliebene und verlassene Autos den Weg zum Hafen versperrten und räumte diese kurzerhand mittels seiner Fähigkeiten aus dem Weg , um den Menschen die Flucht zum Pier zu ermöglichen.

Auch sah er die gigantische Welle, die sich der Küste näherte und erkannte, das viele der Menschen den Weg nicht mehr schaffen würden. Aber, er konnte sie nicht einfach sterben lassen.

Verzweifelt suchte sein Verstand nach einem Ausweg, zwar war viel Metall vorhanden, das er hätte nutzen können, doch war dieses zu verstreut und meist auch zu dünn, um damit etwas stabiles zu bauen.Auch wäre diese Methode zu langsam um etwas nützliches hervorzubringen. Er brauchte JETZT eine Lösung!

Sein Geist erfasste die Welt um ihn herum und unter ihm.

Stahl, Eisen, Metall – Asphalt und Stein, von Mineralien durchsetzt, wenn auch nur in geringem Maße, aber was machte das schon und wo lag der Unterschied im Quantengefüge?

Eigentlich war dort keiner...

In einem winzigen Moment öffnete sich sein Verstand einmal mehr dem Universum und er erhielt Klarheit - Erleuchtung. - Macht!

Aus dem Asphalt der Straßen und dem Beton einiger Gebäude formte sich eine riesige Kuppel, welche sich über die Flüchtenden hinweg stülpte und diese schützend umschloss.

Unterdessen krachte die Flutwelle auf den Hafen.

In letzte Sekunde

Yumi Kara hob das Schiff wieder an. Viele Hunderte hatten sich an Bord retten können. Hunderte liefen noch immer auf den Hafen zu. Eine riesige, dunkle Kuppel wölbte sich mit Ohrenbetäubendem Krachen, plötzlich aus dem Boden heraus, über einige von ihnen hinweg und umschloss sie. Doch noch immer liefen viele um ihr Leben. Alte, Verletzte, Frauen und Kinder.

Für sie gab es keine Rettung mehr.

Schweren Herzens, aber doch durch ihre Ausbildung und Lebenserfahrung gestärkt gegen solcherlei Entscheidungen, schob die Ärztin den stählernen Koloss in die Höhe. Nur knapp über den Kamm der Welle hinweg, die sich auf nahezu Dreißig Meter aufgetürmt hatte. Sie hatte bis zur letzten Sekunde gewartet. Sie hatte getan was sie konnte. Unter ihr schlug die alles vernichtende Macht des Wassers gnadenlos zu und verschluckte alles auf seinem Weg.

Heldenrettung

Esther und Kenshin war aufgefallen, das sich die Ansage der Notfalldurchsagen geändert hatte und sie beide hatten die Angst in der Stimme des Mannes vernommen, der diese tätigte. Sie hatten sich zuvor ein Versprechen gegeben. Sie würden diesen Mann als Letzten aus der Stadt heraus holen. Koste es was es wolle.

Mit dem Donnern der riesigen Welle im Rücken rannten beide so schnell sie konnten zur Polizeistation und beobachteten kurz bevor sie diese erreichten das Auftauchen der schwarzen Schutzkuppel. Im Gebäude fanden sie dank Kenshins Fähigkeiten schnell den alten Mann am Mikrophon, der noch immer unbeirrt seine Pflicht erfüllte. Während Esther bereits ein letztes Portal öffnete, sprang Kenshin auf ihn zu und riss ihn mit samt dem rollenden Bürostuhl von der Konsole weg. Schob ihn durch das Portal und sprang gemeinsam mit seiner Kameradin hinterher, grade als das Wasser das Haus verschlang.


Nach der Flut (05. August 2005)

Im Angesicht der Katastrophe, weitermachen!

Von einer erhöhten Position auf einem der nahen Hügel aus, beobachteten die Freunde was weiter geschah. Yumi Kara setzte das Schiff so sanft wie möglich in einem kleinen Tal ab und gesellte sich dann zu ihnen.

Die Stadt war zerstört und das Wasser fraß sich seinen Weg durch das Land. Kyojin schritt als einziger noch umher und klaubte vorsichtig Menschen von Hausdächern, aus dem Wasser und der von Manuel geschaffenen Kuppel. Ihm reichte das Wasser bis fast zu den Knien und er musste aufpassen, das es ihn nicht umriss. Er lies sich jedoch nicht davon abhalten zu helfen so gut er konnte.

Naginata löschte mit gezielten Regenschauern aufkommende Brände im Chaos, dort wo die Fluten dies nicht selbst bewerkstelligten

Ryu und O'Kage halfen bei der Koordination der Hilfseinsätze.

Ihnen allen war die Erschöpfung deutlich anzusehen. Und immer wieder krachten donnernd Häuser zusammen, hallten Explosionen durch die Nacht. Über allem lagen das verzweifelte Schluchzen der Überlebenden und die fernen Schreie der Sterbenden, die sie nicht mehr erreichen konnten.

Yumi Kara war fast so erschöpft wie ihre Kameraden, aber sie hatte noch andere Fähigkeiten, die hier helfen konnten. Sie war Ärztin. Daher machte sie sich daran den Ärzten und Hilfsmannschaften vor Ort zur Hand zu gehen.

Erst mehr als eine Stunde später fiel den Versammelten auf, dass Manuel fehlte.

Zwiegespräch

Nachdem Manuel das Wunder der Kuppel vollbracht hatte, um noch einige hundert Menschen zu retten, waren seine Kräfte vollkommen erschöpft und er schaffte es gerade noch, auf das Dach eines nahen Hauses bevor er weinend zusammenbrach. Lange driftete er zwischen diesem Ort und der Unendlichkeit, die er so schnell wieder verlassen musste, hin und her. Dann hörte er eine Stimme. Okura No Oni schwebte neben ihm und mit ihm sprach ihn an.

Eine Diskussion entspann sich zwischen den Beiden, über die Tatsache, dass Manuels einzigartige geistige Verfassung es ihm schneller als den anderen erlaubte, die Grenzen des menschlichen Verständnisses hinter sich zu lassen, dass bereits sein Vater "anders" war und dessen Schwerter besser als Menschenmöglich. Und auch generell über die Rolle der Nova, das Für und Wider einer Herrschaft über die Menschen, über Macht, Evolution und Verantwortung.

Das Gespräch handelte auch davon, was "mutagenischer Zerfall" war, ob die Resultate nicht vielleicht die wahre Gestalt des neuen Volkes waren, das sich von ihrer menschlichen Hülle befreit hatte. Kurz bevor er ging, versprach Okura No Oni noch, dass er Manuel beim nächsten wiedersehen vielleicht einen Weg zeigen würde, wie er mit den Folgen des Zerfalls besser würde umgehen können.

Dann ertönte leise die Stimme der Nippontai-Telepathin Miko in seinem Kopf und die No-Maske verschwand. Yumi Kara sammelte den geschwächten jungen Mann ein und brachte ihn zu den Anderen.

Kurz Ausruhen und weitermachen

Zunächst blieb den völlig erschöpften Helden wenig übrig als zuzusehen, wie die regulären Rettungskräfte ihrer Arbeit nachgingen. Nach einigen Stunden Ruhe jedoch begannen auch sie dann erneut zu helfen.

Kenshin balancierte und sprang durch die von Treibgut verstopften Reste der Stadt und hielt nach Überlebenden Ausschau. Wo er sie fand half er, oder verständigte via Funk die Rettungskräfte.

Yumi Kara operierte und verarztete so gut sie nur konnte.

Manuel half bei der Koordination der Rettungskräfte und ersann spontan eine Möglichkeit das Mobilfunknetz wieder einsatzfähig zu bekommen, so das eventuell Eingeschlossene um Hilfe rufen konnten. Diese Idee würde er von seiner Firma demnächst in Serie produzieren lassen, um Hilfsmaßnahmen bei solchen und ähnlichen Katastrophen, in Zukunft einfacher zu gestalten. Da sie aber in so kurzer Zeit nicht vor Ort umsetzbar war, reparierte er erst einmal notdürftig den Mobilfunkmast mit Ersatzteilen aus seinem eigenen OpFone und allen möglichen anderen Dingen, die er in der Stadt fand.

Esther war als einzige nicht mehr in der Lage etwas zu tun, so erschöpft war sie durch die extremen Anstrengungen der letzten Stunden. Und so schlief sie lange, wenn auch nur wenig erholsam. Schließlich wurde sie von Ryu aufgefordert ein Portal zur Festung in den Wolken zu öffnen, nachdem dieser den Hilfseinsatz Nippontais offiziell für beendet erklärt hatte.

Noch vor Ort wurde den Gefährten mitgeteilt, dass ihre Hilfe an diesem Tag sehr vielen Menschen das Leben gerettet hatte und als letzter Beweis angesehen wurde, dass sie es verdient hatten, zu Hojo Butai zu werden. Die entsprechende Zeremonie würde in feierlicherem Rahmen in den nächsten Tagen auf der Festung stattfinden.

Danach öffnete Esther das geüwnscht Portal und zog sich sogleich zurück um sich zu erholen.

Die Anderen taten es ihr gleich und erholten sich jeder auf seine Weise.

Ehrung und Eklat (06. August 2005)

Die singende Treppe hinauf

Nachdem die Gefährten sich einige Zeit ausgeruht hatten, trafen sie am Abend des selben Tages wieder in ihrem Konferenzraum zusammen, um über einen Namen für das nun offiziell werdende Team nachzudenken.

Eine recht hitzige Diskussion entbrannte. Yumi schlug diverse Kombinationen von "Licht" und "Hoffnung" vor, die aber von Manuel stets abgelehnt wurden, da er etwas neutraleres haben wollte. Im Gegenzug wurden seine Vorschläge meist von den anderen abgelehnt. Am Ende war es der Name Hogo kyōdai - „Schützende Geschwister“, auf den man sich einigen konnte. Dieser erschien allen als passend.

Die Diskussion dauerte recht lange und sorgte dafür, dass ein anderer wichtiger Punkt vergessen wurde, was sich später zu einem Problem entwickeln sollte.

Kurz nachdem man sich auf den Namen geeinigt hatte, kam Naginata und fragte, ob die Gefährten bereit seien. Sie bejahten und Michiko führte sie aus dem Raum.

Der Aufstieg über einen klassischen Nachtigallenweg, hinauf zum Turmzimmer war von nervöser Erwartung geprägt. Esther hatte sich dem Anlass entsprechend in den rot-schwarzen Kimono gekleidet den Kenshin ihr geschenkt hatte. Er selbst war in einen in umgekehrter Farbfolge verzierten Haori gekleidet. Zusätzlich trug er sein Daisho bei sich. Manuel trug seine Uniform, ebenso wie Yumi Kara. Auch hatte Manuel das Schwert, das er während seiner Eruption geschmiedet hattte, per Kurier von seinem altern Freund Kimi Lapu Panang abholen und einfliegen lassen. Auch und gerade wegen der Diskussion mit Okura No Oni am Vortag hielt er es für richtig, es in diesem Moment zu tragen.

Der Raum der Sonne und der Ehre

Als die Gruppe den sonnendurchfluteten Raum betrat fanden sie dort ein zeremonielles Arrangement von Kerzen, Räucherstäbchen und Sitzkissen vor. Die grünen Sitzkissen, mit dem Wappen des Kaisers versehen, waren Rautenförmig zu Füßen einer erhobenen Plattform angeordnet, auf der drei weitere Kissen lagen. Die Anordnung der Kissen stelle unmissverständlich die Aufforderung einen Anführer zu wählen dar. Jetzt wurde den Freunden klar woran sie nicht gedacht hatten. Jedoch trat nach kurzem Zögern Yumi Kara vor und grade als alle annahmen sie würde sich wie erwartet setzen, zog sie das vordere Kissen auf eine Höhe mit den Zweien dahinter. Was Esther mit Wohlwollen aufnahm, Kenshin dazu brachte kurz scharf durch die Zähne zu atmen (damit hatte er nicht gerechnet) und Manuel egal war. Der Filipino hatte einfach keinen Sinn für politische Feinheiten und Etikette.

Kenshin nahm nun demonstrativ auf dem hintersten der Kissen platz und legte seine Schwerter rechts neben sich. Fühlte er sich doch weder als Anführer des zukünftigen Teams, noch wollte er seine Position als Schild der Gruppe aufgeben. Er deutete damit an, das er stets den Rücken der anderen frei halten würde und für ihren Sicherheit sorgen würde.

Esther nahm zur Rechten Yumi Karas platz, Manuel zu ihrer Linken.

Dann betraten nacheinander Ryu, O'Kage und Naginata den Raum durch eine kleine Seitentür. Sie schienen überrascht, ob der Anordnung der Kissen, sagten aber dazu zunächst nichts.

Esther nutzte den Moment der Ruhe, um die Gedanken von Ryu zu lesen. Dabei schnappte sie einen Teil einer Konversation zwischen ihm und O'Kage auf, die offenbar über ein telepathisches Band lief. Ryu sagte: "Ich hoffe, du wirst Recht behalten mit deiner Einschätzung von diesen hier. Doch wenn nicht, wenn sie uns beschämen, dann werde ich dich zum Duell fordern." O'Kage erwiederte darauf nur lakonisch: "Ich freue mich auf diese Herausforderung."

Dann erklärte Ryu feierlich, dass die Freunde Auserkoren waren, in den Stand offizieller Hojo Butai aufzusteigen, obwohl noch nicht alle von ihnen die nötigen Techniken im Umgang mit der Quantenenergie gemeistert hatten. Dies sollten sie so schnell wie möglich nachholen indem sie die letzte noch fehlende Technik, das verwenden der eigenen Lebenskraft, erlernten. Auch entschuldigte er sich dafür, dass Miko nicht ebenfalls anwesend sein konnte. Ihre Anwesenheit war bei der jungen Gestaltwandlerin erforderlich, die am Vortag den Edo Tower angegriffen hatte.

Einem Fettnapf grade noch ausgewichen...

Der Daymio lies sich nun den Namen nennen, welche das Team für sich gefunden hatte. Als er ihn hörte, überlegte er einen Moment und mutmaßte dann, dass der Name daraus resultierte, dass drei der Teammitglieder am selben Tag eruptiert seien. Manuel bestätigte die Vermutung zwar, korrigierte ihn aber dahingehend, dass es alle vier waren. Nur dass er selbst eben zwei Stunden später eruptiert war. Auch die Vermutung, dass es sich um die Zeitverschiebung handelte, die er nicht herausgerechnet habe, und er somit im gleichen Moment eruptiert sei, verneinte er, was Ryu etwas stutzig machte, für den Moment aber nicht wichtig war.

Dann verlangte Ryu zu wissen, warum die Anordnung der Kissen derart verändert worden war. Einen Moment lang herrschte gebannte Stille, dann bewegte Yumi Kara ihr Kissen einige wenige Zentimeter nach vorne und gab so zu verstehen, dass sie den Anführerposten annehmen wollte. Auch auf eine entsprechende Frage von Ryu bejahte sie, die Verantwortung übernehmen zu wollen.

Es folgten einige Fragen über Verantwortung, Entscheidungen, und welchen Weg Yumi Kara gehen würde. Sie konnte auch alle davon zufriedenstellend beantworten, bis die Frage aufkam, was sie tun würde, wenn sie von ihrem Vorgesetzten einen Befehl erhalten würde, den sie als falsch ansah. Sie antwortete, dass sie darauf vertraute, dass der Daimyo stets weise Entscheiden würde und entsprechend solche Befehle nicht erfolgen würden.

Diese Antwort schien Ryu nicht zu gefallen. Er blickte zu O'Kage und dieser stellte die gleiche Frage an Kenshin, der antwortete, dass es die Pflicht eines Samurai sei, seinen Herren in gebotenem Respekt auf Fehler hinzuweisen. Und sollte der Samurai dabei irren, so würde er die Konsequenzen dessen akzeptieren und tragen. In der Vergangenheit wäre das ein Seppukku gewesen, aber in der heutigen Zeit wären es wohl eher geringere Strafen.

Diese Antwort wurde mit einem wohlwollenden Nicken quittiert und Ryu wollte gerade ansetzen, Yumi Kara weiter zu befragen. Doch Esther nutzte den Moment der Unterbrechung, um selbst das Wort zu erheben. Sie bemühte sich klar zu stellen, das dieses Team keinen „Anführer“ als solchen benötige. Sie seien alle gleich gestellt und gleichberechtigt. Außerdem konnte sie nicht akzeptieren, dass jemand anders für sie die Verantwortung übernehme, da sie dafür in zu viele "Fettnäpfchen" treten würde.

Ryu stockte kurz, schien eine Sekunde zu überlegen, ob er die Zeremonie an dieser Stelle abbrechen sollte, gab den Gefährten aber noch eine Chance. Er gab ihnen drei Minuten, sich zu besprechen, bevor die endgültige Entscheidung getroffen werden würde.

Die drei Mitglieder Nippontais verließen daraufhin den Raum, um den Anwärtern etwas Bedenkzeit zu geben.

Yumi Kara und Kenshin bemühten sich nun der Gaijin zu erklären, das es keine Schande sei wenn jemand Anderer für sie mit Verantwortung übernahm, beziehungsweise das dies keinerlei schlechten Gefühle seitens desjenigen hervorbringen würde und das dies vor allem innerhalb einer militärischen Struktur, die Nippontai nun mal unbestreitbar ist, vollkommen normal war. Manuel wies darauf hin, das jedes Team einen Verantwortlichen brauchte, denn wenn alle die Verantwortung hätten, hätte sie eigentlich niemand.

Auch würde man sich gemeinsam bemühen, in Zukunft Fehler zu vermeiden. Doch Esther lies sich nicht davon abbringen, ihr Stolz, oder ihr ausgeprägtes Mitgefühl schienen es ihr zu verbieten. Es war schwer zu sagen. Yumi Kara bot an das sie die Stellung einnehmen würde. Die anderen hatten nichts einzuwenden, außer Esthers generellem Vorbehalt dieser Praxis gegenüber. Was vermutlich zu den Ereignissen führte die nun folgten.

Um kopfüber ins nächste Fass zu springen

Schließlich kehrte Nippontai, nach wenigen Minuten, zurück in den Raum.

Ryu verlangte zu wissen ob man sich geeinigt hatte. Was allenthalben mit Schweigen beantwortet wurde. Aus japanischer Zurückhaltung, und weil in den wenigen Minuten kein absolut klares Votum getroffen wurde, wartete Yumi Kara ab. Zu lange, wie sich herausstellen sollte.

Eine lange, halbe Minute lang wanderten die Blicke der drei Nippontai Mitglieder zwischen den Anwärtern hin und her, dann tauschten Ryu und O'Kage bedeutungsschwangere Blicke und hielten scheinbar mental Zwiesprache. Sowohl Manuel und auch Kenshin waren beide bereits kurz davor das Wort zu erheben, als Esther ihnen einmal mehr zuvor kam.

Sie würde den Posten übernehmen.

Was O'Kages Gesichtszüge für einen kurzen Moment entgleisen lies und Naginata veranlasste ein Lachen zu unterdrücken. Ryu hingegen schaute für einen Moment überrascht drein, bestätigte aber dann diese Aussage, noch bevor jemand anderes Protest einlegen konnte.

Es brodelt unter der Oberfläche

Nachdem die Frage nach dem Anführer geklärt war, sprach Ryu jeden einzelnen an und fragte sie nach dem Namen, den sie für sich für diese Aufgabe gewählt hatten.

Manuel antwortete, "Panday", "der Schmied" in Filipino.

Kenshin antwortete, "Mu Mio", das "Licht der Leere", oder auch "Das göttliche Licht".

Yumi Kara antwortete, "Kiseki", "das "Wunder".

Einzig Esther hatte sich noch keine Gedanken, über einen Codenamen gemacht und fand das Konzept auch reichlich albern. Und so antwortete sie, mit der ihr eigenen, flapsigen Art, "Ich bin doch kein Star? Wozu brauche ich ein Pseudonym?"

Was Ryu mit einem Lächeln zum Anlass nahm, ihr den Namen "Staru", zu verpassen. "Der leuchtende, wegweisende Stern.", wie er sich ausdrückte.

Alle außer Yumi Kara sprachen ihn dabei respektvoll als Ryu-dono sama an. Aber damit nicht genug. Nicht nur ließ es Yumi offenbar an Respekt vor Ryu mangeln, sie sagte auch stocksteif und offenbar zutiefst verletzt "Ich werde da sein, wenn du rufst" in Richtung Esthers und stellte damit klar, dass sie zwar Befehle befolgen würde, aber nicht von sich aus unterstützen. Hier war ganz offensichtlich gerade ein Band zerbrochen.

Manuel, dem das mal wieder nicht so ganz klar war, aktivierte hingegen nach und nach während der Zeremonie die Verbindungen auf Quantenebene zu den anderen Teammitgliedern, was zu den schon bekannten leuchtenden Stängen zwischen ihnen führte.

Zum Abschluß der Zeremonie machte Ryu den Team-Mitgliedern ein Geschenk, indem er ihnen einen mentalen Weg zeigte, mit dessen Hilfe sie sich sicher und unbehelligt durch dritte verständigen könnten. Yumi Kara lehnte dies als einzige ab. Ihre Ehre war auf das tiefste verletzt worden. Sie war gekränkt und wütend, und nicht bereit, eine weitere Bindung zu Esther zu akzeptieren.

Nachdem die Zeremonie nun beendet war, verließen die Helden den Raum, auf dem selben Weg auf dem sie gekommen waren.

Und kocht über

Yumi Kara machte sofort ihrer Scham und Wut, über Esthers Verhalten Luft und stellte klar, das sie von nun an nicht mehr gewillt war mehr Zeit als Nötig mit der Gaijin zu verbringen. Was wiederum Esther emotional verletzte, hatte sie doch nur aus bestem Wissen und Gewissen gehandelt und aus dem Wunsch heraus, niemandem eine Last zu sein.

Erneut bemühte man sich der Südafrikanerin zu erklären, das dies nicht notwendig sei. Aber scheinbar ohne Erfolg. Selbst Kenshin war enttäuscht von ihr. Es entbrannte ein recht zorniges Gespräch zwischen den dreien. Manuel stand die meiste Zeit verwirrt daneben und verstand nicht völlig, was passiert war. Am Ende aber überraschte er alle Anwesenden mit den Worten "Wir sollte aufhören, zu ergründen, warum die Eier auf dem Boden zerschellt sind, und uns statt dessen darum bemühen, ein Omelett daraus zu machen."

Und so zog man sich auf die jeweiligen Zimmer zurück, um erst einmal über die Ereignisse nachzudenken.

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