Kapitel 15: Wenn Welten bersten

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Schlaflos (06. August 2005)

Nachdem das neu gegründete Hojo Butai-Team den Turm verlassen hat, stehen sie einen Moment wort- und ratlos auf dem Hof der Festung. Yumi Kara verneigt sich kurz vor den anderen dreien - vor Esther eine Winzigkeit mehr als vor den anderen, um ihren Rang anzuerkennen. Dann schießt sie in die Luft und zieht einen Trichter aus Verwirbelungen hinter sich her. Manuel geht vor Esther in die Knie und hält ihr sein Schwert hin um seine Gefolgschaft offerieren, und vor den Augen von O'Kage und einigen Soldaten auf den Wehrgängen, zu bekunden. Kenshin hätte dies zwar nicht an diesem Ort und zu dieser Zeit so gemacht, schließt sich aber nach kurzem Zögern der Geste an. Esther erinnert sich an die japanischen Etikette in diesem Fall, weiß, dass es zwei Möglichkeiten der Reaktion gibt, und wählt die, bei der sie sich weniger blamieren kann, da sie sich nicht mit Schwertern auskennt. Sie legt beiden kurz die Hand auf die Schwertscheide und nickt ihnen, begleitet von kurzen Worten, dann zu, um ihre Dienste anzuerkennen.

Danach ziehen sich die Gefährten einzeln zurück. Auch O'Kage verlässt nach der Szene den Wehrgang.

Kenshin kann nicht schlafen, wälzt sich bis 4 Uhr morgens herum, geht dann im Dojo der Festung trainieren. Aber auch auf das Training kann er sich nicht konzentrieren. Erst als Naginata auftaucht und ihn regelrecht verprügelt, schafft er es, seinen Geist zu leeren und danach Schlaf zu finden.

Esther sucht in der Festung nach einem Schwimmbad und findet dieses nach ein wenig Nachfragen bei den Soldaten auch. Dort verausgabt sie sich beim Schwimmen, und fällt dann erschöpft ins Bett. Vorher geht sie jedoch noch einen kleinen Nachtspaziergang durch die Parkanlagen der Festung. Es dauert nicht lange, bis der göttliche Schatten aus eben jenem plötzlich hervortritt und sie einige Meter begleitet. Sie versucht eine Meinung von ihm zu haben zu ihrer neuen Position. Er antwortet nicht direkt und teilt ihr nur mir, dass es sich alles fügen würde und im Fall dessen, dass größere Bedrohungen anstehen, noch immer ihre Mentoren da wären. Das Lächeln auf seinen Lippen verleitet Esther dazu, seine Gedanken zu lesen.

...Leg Hand an sie, mein geschätzter Bruder, und ich zerstückele Dich und verteile die Brocken in alle Winde...

Zu der Frage, ob nicht Yumi Kara doch besser geeignet wäre, antwortet er nur, dass Yumi Kara ihren Anspruch in dem Moment verwarf, als sie das Kissen zurückzog. Wankelmütige Anführer bräuchten die hojo butai nicht.

Manuel arbeitet im Konferenzraum des Teams an Firmensachen und hat sich per VPN eingewählt. Die Worte von Okura No Oni gehen ihm nicht aus dem Geist. Das Zitat, was sich am meisten einbrennt, ist: "Ihr, die ihr Hirten seid für jene, die noch blind sind, werdet einen gefahrvollen und schalen Pfad wandeln." Er schafft es nach vielen Versuchen, sich zu Teilen vom Quantenraum zu trennen. Nicht ohne Nebenwirkung jedoch: Die verminderte Intelligenz lässt ihn Teile seiner eigenen Forschungen nicht mehr verstehen. Also kümmert er sich um Finanzkram wie Budgetplanung etc.

Fragen, Untersuchungen und mehr Fragen (07. August 2005)

Frühstück und eine Einladung

Kenshin frühstückt mit den Soldaten in der Mensa und knüpft und vertieft dabei Kontakte. Esther frühstückt etwas früher im Konferenzraum, wo Manuel noch immer arbeitet. Auf Frühstück verzichtet er genauso wie auf Schlaf.

Nach dem Frühstück hat Esther einen Termin bei einer älteren Baseline-Psychologin in einem der Wachtürme. Das Interview ist recht unangenehm und zielt darauf ab, sie aus der Reserve zu locken, was auch das ein oder andere Mal gelingt. Am Ende ist die Psychologin recht zufrieden und bedankt sich für das produktive Gespräch. Auch teilt sie Esther mit, dass dies nur der erste von einer Reihe von Terminen war.

Als alle drei wieder im Konferenzraum sind, erhalten sie eine Einladung von Yumi Kara via OpSMS, zum Abendessen auf den Firmensitz zu kommen. Sie würde ein paar Dinge besprechen wollen und hätte ihnen etwas wichtiges mitzuteilen. Manuel verblieb während des Vormittags im Konferenzraum und machte sich weiter mit dessen Annehmlichkeiten vertraut - und arbeitete weiter an der Budgetplanung seiner Abteilung.

Kenshin sucht indes nach einem hohen Amtsträger von Nippontai. Zuerst findet er nur Kyojin und befragt diesen nach Möglichkeiten, mit Ryu Kontakt aufzunehmen, erhält aber nur undetubare und wenig hilfreiche Antworten. Also wendet sich Kenshin irgendwann an einen Soldaten und lässt sich zu Ryu-kou-dono bringen. Er findet ihn im Nachtigallenzimmer des höchsten Turmes der Festung. Dort meditiert dieser vor dem scheinenden Antlitz der Sonne, Amaterasu. Mit allem Respekt wartet er auf die Aufmerksamkeit des Daimyo, die ihm auch schnell zu Teil wird.

Kenshin will wissen, ob der Auftrag, die Massenproduktion der Senchineru zu stoppen, nach wie vor in Kraft ist. Ryu bejaht dieses, was Kenshin dazu bringt, nochmals nachzufragen, ob das nun auch angesichts der offiziellen Teamgründung der Fall wäre. Auch dieses bejaht der Daimyo - und fügt hinzu, dass Kenshin als Samurai durchaus bekannt wäre, was der Dienst am Staat und Kaiser bedeuten kann. Dieser entgegnet, dass er kein Samurai wäre - was den Drachen nur dazu bringt, undeutbar in sich hineinzulächelnd anzumerken, dass auch noch die Möglichkeit gäbe, die Senchineru unter Kontrolle von Nippontai oder einem staatlichen Organ, wie zB der Polizei, zu bringen. Lediglich das Militär soll es nicht sein. Dieser Aussage stimmt Kenshin zu woraufhin sich Ryu wieder der Sonne zuzuwendet. Für ihn ist das Gespräch beendet.

Die Werkstatt

Nach der Bearbeitung durch die Psychologin geht Esther in den Konferenzraum, in dem Manuel immer noch an den Rechnern sitzt. Auch Kenshin ist dort in der Zwischenzeit eingetroffen und es gibt eine kurze Unterhaltung über sonderbare Träume, die Esther und Kenshin hatten. Durch die psychische Verbindung zwischen den Dreien sind ihre Gedanken und Träume aufs wildeste vermischt worden. Kenshin träumte zum Beispiel, dass er Thomas Edison war, der Sex mit O'Kage hatte. Auch während des Gespräches entwischen Kenshin ab und zu Gedanken, die in Richtung Esther gehen.

Esther eröffnet den beiden jungen Männern, dass sie alle einen Termin in der Werkstatt haben. Manuel wirkt zuerst kurz erfreut, dann aber traurig, was die anderen allerdings nicht bemerken oder kommentieren. Ihm ist klar, dass er durch die Trennung vom Quantenraum nicht über seine vollen geistigen Kapazitäten verfügt, die er in der Werkstatt aber gerne haben würde. Esther kontaktiert O'Kage, dass man bereit sei und die drei warten vor dem Aufzug, der tiefer in die Festung führt, 15 Minuten lang auf das Erscheinen des göttlichen Schatten.

Dieser erscheint schließlich. Als er seine Karte vor den Scanner hält, bemerken die Freunde, dass es sogar ganze sechs Sublevel gibt, nicht nur vier, wie ihnen bisher bekannt war. O'Kage drückt das Kontrollfeld für Ebene 03. Dort angekommen, vernehmen alle dank ihren Hypersinnen das Wummern des Reaktors. Sanmiittai taucht in Form einer schwebenden Kugeldrohne auf und wird Esther und Kenshin vorgestellt. Auch erfahren sie, dass es sich um die KI handelt, die für die Senchineru weiterentwickelt wird. "Er" scannt Esther und gibt ihr Zugriffsrechte, dem Rest des Teams auch (Backing 2 für Esther, 1 für die anderen).

Dann geht es die Gänge entlang und ein wenig herab, bis man zur "Werkstatt" kommt, die eigentlich sogar auf Ebene 04 liegt, aber über Ebene 03 zugänglich ist. Es handelt sich also um eine gigantische Halle mit diversen, einzeln gesicherten, Bereichen und Laboren. Diese wird besichtigt und Fahrzeuge, Tunnelbahn zum Meer, wo Wasserfahrzeuge warten, Rüstungen, Waffen, Hightech-Sachen werden bestaunt. Es wird aber auch klar, dass noch nicht Zugriff auf alle Bereiche besteht und viele Türen verschlossen bleiben. Esther bekommt einen Schlüssel für "Nicht-Lola", einen rot-weißen Sportwagen mit der Chrysantheme auf der Motorhaube und eine 9mm Halbautomatik. Als sie auch eine Flak-Weste nehmen will, erinnert sich Manuel daran, dass er ihr bereits eine geordert hatte, die mittlerweile eingetroffen sein müsste. Außerdem werden 2 Erschütterungs/Betäubungsgranaten für Kenshin, eine für Manuel sowie für jeden zwei Wanzen und zwei Peilsender mitgenommen. Auch Wanzen wandern in die Taschen des Teams. Sowohl größere als auch Personenwanzen, die größeren sind für Fahrzeuge angedacht und werden über eine Waffe auf das Ziel gefeuert, die wie eine Mischung aus kleiner Armbrust und Handpistole aussieht. Letztlich nimmt man sich noch UV-Marker und UV-Sichtbrillen.

In der Waffenkammer informiert sich Manuel auch noch, ob es dort Nahkampfwaffen gibt, die die Stärke einer Nova wie Yumi Kara oder seiner selbst in Metallgestalt überstehen würden, aber dies wird verneint. Auch Kenshin sucht nach einer Waffe für sich. Ein Kusarigama soll es sein, und zwar vollständig aus Metall, damit er auch seine elektrischen Kräfte darüber leiten kann. Ein solches ist ebenfalls nicht vorhangen, O'Kage gibt aber, im Gegensatz zu Manuels Wunsch, an, dass es herstellbar wäre, wenn die Teamleiterin einen entsprechenden Antrag stellt. Bevor es aber zu dem Antrag kommt, bietet Manuel an, so etwas für Kenshin anzufertigen und ist etwas irritiert darüber, dass dieser ihn nicht längst gefragt hat. Dass es für Manuel eine Kleinigkeit ist, Dinge aus Metall herzustellen, sollte Kenshin aufgefallen sein.

Als die Suche nach Ausrüstung beendet ist, geht es zu einem Tresen. Dort werden alle mitgenommenen Dinge akribisch von einem missmutigen alten Sergeant katalogisiert und notiert.

Neben der Ausrüstung befinden sich in der Werkstatt isolierte Labore in denen Wissenschaftler an Projekten arbeiten, teils unter Nullschwerkraft. Manuel baut Kontakte zu diesen auf und erhält von O'Kage die Erlaubnis, die Labore auch selbst zu benutzen, sollten seine eigenen für ein Projekt nicht ausreichen. Dafür bedarf es jedoch jeweils der Zustimmung der Teamkommandantin.

Esther gibt O'Kage Bescheid, dass sie alles haben. Dieser bespricht mit Wissenschaftlern weitere Experimente.

Jeder fängt einmal an

Manuel bitte um Privatgespräch mit dem Schatten und bekommt er in einem Hinterzimmer der unter der Decke der Halle hängen Glaskanzel.. Dort beichtet er ihm, dass er keine Erfahrung mit Sex hat. Vor allem hat er Angst, mit seinen Kräften Frauen zu verletzen. O'Kage fragt zuerst, wer denn die Frau sei, um die es geht, woraufhin Manuel aber erwidert, dass es nicht um eine spezielle Frau, sondern um das generelle Problem gehe. Manuels Befürchtungen wiegelt O'Kage ab und kann ihm ein Stück weit seine Angst nehmen und sagt ihm auch, dass die ersten Male schlecht sein werden. Er gibt ihm aber auch noch einige nützliche Tipps mit auf den Weg. Dass er auf die Frau achten soll, etc. Zu guter Letzt sagt er Manuel noch, dass er nach den ersten paar Malen wieder zu ihm kommen solle, damit er ihm dann mehr erklären kann.

Nicht ganz so freier Nachmittag

Man diskutiert teamintern, wie man sich denn nun näher der Thematik der Senchineru annehmen könnte. Die gebrachten Vorschläge gehen in die Richtung, dass man sich erst einmal vor Ort umsehen möchte. Doch das Wie? bleibt unbeantwortet. Wie sich herausstellen sollte, war diese kurze Phase der Ruhe noch Gold wert.

Manuel begibt sich wieder in den Konferenzraum. Die Idee von Kenshins Kusari Gama fasziniert ihn und er geht Möglichkeiten durch, wie eine solche Waffe zu konstruieren sei. Am Ende landet er bei Wolframcarbid/Cobalt als Material. Dieses wird in diversen Werkzeugen verwendet, so dass der schnellste Weg zur Herstellung der Einkauf entsprechender Werkzeuge mit anschließender Umformung des Materials ist. Er beauftragt seinen Fahrer damit, in einem Hardware Store eine ausreichende Menge Werkzeuge einzukaufen und im Wagen zu lagern, bis Manuel ihn das nächste Mal sieht.

Esther hingegen fällt noch ein, dass sie sich gerne die Drachen-Gestaltenwandlerin ansehen möchte und versucht, ihre Vergangenheit zu sehen. Esther und Kenshin begeben sich in den unterirdischen Krankenflügel auf Ebene 02. Dort angekommen, bittet Esther Miko-san darum, die Komatöse berühren zu dürfen.

DAS...IST...MEINE...WELT!

Miko genehmigt dieses, nachdem sie sich versichert hat, was Esther vor hat. Die Fingerspitzen der Weltenbürgerin berühren die in der modernen Krankenstation liegende Gestaltenwandlerin und Esthers Augen verdrehen sich und werden von einem weißen Schleier überdeckt.

Zuerst wird der Blick durch Nebel getrübt, die sich jedoch schnell lichten.
Der Drache huscht pfeilschnell durch Häuserschluchten, dreht sich, wendet sich,
frei, wie nur ein Wesen der Luft es sein kann. Doch die Stadt ist unter Angriff. 
Mental eröffnet sie eine Verbindung im Geist zu ihrem Daimyo - "O'Kage-kou-dono, 
ich bin kurz vor der Maske, verfahren wie befohlen?" - "Angriff mit allen Mitteln,
wir werden nicht zulassen, dass er Tokyo und diese Welt nach seinem Willen formt, Ryu-san" 
- "Ryokai"
(Mehr ein Gefühl, kein Wort, was übertragen wurde: "Ryokai, Geliebter"). Sie windet
sich um einen letzten Wolkenkratzer, dann steht der Feind dort. Freischwebend
in der Luft, gewaltige Energien um sich und in sich sammelnd. Der Boden bricht unter
ihm auf, Feuer und Lava brechen heraus. "Senchineru-Formation Ao Ichi, Angriff" 
Irgendwo steigen zwei der Kampfmaschinen auf, um sich baldig zur Drachendame zu 
gesellen. Sie sammelt ihr inneres Feuer und lässt es ihren Rachen heraufkriechen,
doch dann zerfetzt die Luft um sie herum und die Maske hebt den Kopf mit den Worten
"Ändern wir doch einmal die Spielregeln". Sie wird von einer Blitzentladung getroffen,
vielleicht durchfliegt sie auch einen Blitz, in dem Moment schreit Okura No Oni "DAS...
IST...MEINE...WELT!"- und dann taucht sie mitten auf einer
Kreuzung auf, in Edo, nicht mehr in Tokyo. Noch geladen vom Adrenalin und mit dem Wissen,
die Maske wäre im Edo Tower, fliegt sie erneut zum Angriff.

Ein Lichtbogen entsteht zwischen Esther und der jungen Dame, Esther bricht zusammen, Miko will nach ihr sehen und wird an der Hand von dem Lichtbogen verbrannt. Schnell ist die Sicherheit zugegen und auch das Team interveniert. Miko rappelt sich auf, heilt ihre Verletzungen selbst, dann ist auch O'Kage da. Dennoch wird sie unter Sicherheit gestellt und Kyojin zu ihrer Wache bestellt. Miko erklärt indes, dass sie sich nicht erklären kann, weswegen die junge Dame nicht wach wird. Ihr Verstand sei irgendwo. Miko äußert die Vermutung, dass sie den Verstand vermutlich aufspüren könnte, wenn sie nur eine stärkere Telepathin wäre, was das Team einmal mehr dazu bringt, Esthers Entscheidung, ihre Fähigkeiten nicht zu offenbaren, kritisch zu betrachten.

Theorien über Welten

O'Kage, Kenshin und Esther verlassen den Raum, Miko ruft Manuel über das Intercom der Festung hinzu und bleibt bei der bewusstlosen jungen Frau. Die Informationen von Esther lassen die anderen aufhorchen. Kann es sein, dass die Frau einer anderen Realität entstammt? Einem parallelen Universum in dem Ryu weiblich ist? Es sammeln sich mehr Fragen als Antworten, allesamt frustrierend und irritierend. Und wieso hat die junge Drachendame die gleiche Polarisierung wie Yumi Kara? Die Konzernchefin hatte einige verwirrende Andeutungen hier und da gemacht und die Stadt selbst auch oft als Tokyo bezeichnet. Stammt sie auch aus diesem Universum? Kann das sein? Und war sie dann vielleicht das "Mädchen aus der anderen Welt", mit dem Okura No Oni nach dem Zwischenfall am Atomkraftwerk "spielen" wollte?

Es wird einige Zeit über die Implikationen paralleler Welten gesprochen. Insbesondere die Gefahr, die von Personen ausgehen könnte, die nicht sind, wer sie zu sein scheinen, wird dabei angesprochen und es wird nach Wegen gesucht, sie zu erkennen. Manuel wird gefragt, ob er einen Scanner bauen könnte, der den Unterschied in der Quantumsignatur aufspürt, muss aber verneinen, da die Quantumscannertechnlogie noch nicht weit genug entwickelt ist. Auch andere Verfahren, wie zum Beispiel Codewörter, werden diskutiert, aber am Ende verworfen, da durch die Ähnlichkeit der Universen nicht ausgeschlossen werden kann, dass in den anderen Welten nicht die gleichen Leute auf die gleiche Idee gekommen sind. Am Ende schlägt Manuel vor, Sender und Scanner zu bauen, die ein einmalig zufällig generiertes Signal übertragen beziehungsweise erkennen. Die Zufallskomponente soll dabei Quantenmechanisch sein, so dass jegliche Abweichung in der Quantumsignatur des jeweiligen Universums zu einer Abweichung im Ergebnis führt. Selbst wenn ein anderer "Manuel" auf die gleiche Idee kommt, können die Geräte sich so dennoch unterscheiden.

Eine frühere Äußerung von Okura No Oni ("Ach, Stan hat Comics daraus gemacht?") bringt Manuel noch zu der Vermutung und Äußerung, dass möglicherweise noch weitere Welten existieren, die sich durchaus auch sehr stark von der eigenen unterscheiden könnten. Beispielsweise eben auch "Erde 616".

Die Zeit verstreicht im Nu - und es wird Zeit für das Abendessen mit Miyoshi Yumi Kara. Vielleicht gibt es dort Antworten?

Miyoshi Corporation

Ankunft

Es ist viel Zeit vergangen, so dass das Team davon absieht, einen Wagen zu nehmen und stattdessen Esther ein Portal öffnet, dass sie direkt vor das Firmenhochhaus der Miyoshi Corporation bringt.

Miyoshi Corp.jpg

Allerdings landen sie nicht wie geplant auf dem Bürgersteig, sondern mitten auf der Strasse und ein Fahrzeug rast auf sie zu. Manuel aktiviert seinen Levitationsgürtel und steigt hoch. Er wollte Esther noch packen, aber Kenshin war schneller und macht einen Satz über das Fahrzeug, Esther fest umklammert. Alles ist noch einmal glatt gegangen, aber in diesem Moment kommt niemand der Gefährten auf die Idee zu ergründen, warum Esthers Portal nicht wie gewohnt zielgenau dort ankam, wo sie es wollte.

Vor dem Eingang des Gebäudes stehen zwei Wachmänner in der Uniform der Miyoshi Corporation und sind einen kurzen Moment überrascht über das plötzliche Auftauchen, fassen sich aber schnell wieder. Sie teilen den Neuankömmlingen mit, dass diese erwartet werden und einer von ihnen öffnet die Türe. Aber noch bevor die drei das Gebäude betreten können, explodieren die Fensterscheiben eines Raumes in der vierten Etage des Gebäudes. Aus dem Loch strömen permanent Blitze und umzüngeln Teile des Gebäudes.

Entladung

Esther rennt durch die geöffnete Türe ins Gebäude um zu sehen, ob es dort Leute gibt, denen sie helfen kann. Manuel, dessen Gürtel noch immer aktiv ist, steigt hoch zum vierten Stock und blickt in einen Konferenzraum, der vollständig verwüstet ist. Von irgendwo hört er ein Stöhnen, kann aber die Quelle nicht ausmachen. Zu viele Trümmer versperren seinen Blick. Kenshin aktiviert seine verbesserten Sinne und blickt durch die Wände des Gebäudes hindurch, lässt seine Sinne schweifen und sucht nach Yumi Kara. Er findet sie schließlich. In vierten Stock, gar nicht weit von der Entladung entfernt schwebt sie, die Arme ausgebreitet, in einem Gang. Energie umspielt sie, ein Riss im Raum befindet sich um sie herum, aber die wirkt so gar nicht ängstlich. Er teilt Manuel mit, was er sieht und will auch nach oben. Aber genau in diesem Moment öffnen sich auch im Erdgeschoss Risse.

Angriff

Durch die Risse betreten Soldaten das Gebäude. Sie tragen Kampfpanzerung der japanischen Armee mit entsprechenden Insignien. Und sonderbar aussehende Waffen. Einer der Wachmänner der Miyoshi Corporation will seine Waffe ziehen, aber die Angreifer richten ihre Waffen auf ihn und drücken ab.

Energieimpulse schießen aus den Waffen hervor, treffen mehrere Wachleute, die sofort regungslos zu Boden gehen. Kenshin hört den Tumult und folgt Esther durch den Eingang. Die Soldaten legen auch auf ihn an, aber Esther öffnet ein Portal unter ihren Füßen und sie sind verschwunden. Auf Grund der begrenzten Reichweite der Portale im Kampf war ihr übliches Ziel, der Pazifik, zu weit entfernt, also versetzt sie die Angreifer nur einige Stockwerke nach oben. Für den Moment scheint es sie nicht zu kümmern, dass sich dort sicherlich auch Angestellte der Miyoshi Corporation befinden, die sie nun in Gefahr bringt.

Manuel hört zwar von der Lage unten, ist aber der Ansicht, besser die Ursache bekämpfen zu wollen als die Symptome. Und diese Ursache ist wahrscheinlich das Portal, in dem Yumi Kara steckt. Er schwebt zu dem Ort, den Kenshin ihm genannt hat, verwandelt sich unterwegs in Metall. Es ist wesentlich weniger kompaktes und massives Metall als üblich. Die teilweise Trennung von Quantenraum könnte sich noch als echtes Problem erweisen. Aber für den Moment bleibt Manuel bei seinem verringerten Machtniveau.

Er erreicht Yumi Kara und sieht, dass das Portal an ihr zerrt, ihre Kleidung schon teilweise zersetzt hat. Manuel vermutet, dass Yumi Kara der Anker des Portals ist und es zusammenbrechen würde, wenn er sie ausschaltet. Also nimmt er sich den nächstbesten Schreibtisch und hämmert ihn Yumi Kara direkt ins Gesicht. Ihr Kraftfeld ist nicht aktiv, so dass auch seine verminderte Dichte ausreicht, um genug Kraft in den Schlag zu legen, um sie zu verwunden.

Konferenz im Geiste

Doch in genau dem Moment, wo der Schlag Yumi Kara trifft, ändert sich schlagartig die Szenerie. Esther, Kenshin, Yumi Kara und Manuel befinden sich an einem Konferenztisch, alle bei bester Gesundheit.

Yumi Kara spricht die anderen drei an:

"Danke, dass ihr gekommen seid. Ich habe euch hierher gebeten, weil ich mich von euch verabschieden will. Aber um das zu verstehen, müsst ihr erst einmal wissen: Ich komme nicht aus dieser Welt!"

Sie macht eine dramatische Pause, damit diese Information verarbeitet werden kann. Aber zu ihrem Erstaunen erwidert Manuel, dass sie dies bereits wissen. Dennoch setzt sie unbeirrt fort:

"Ich habe versucht, mich dieser Welt anzupassen, aber es will mir einfach nicht gelingen. Wo ich herkomme, ist vieles gleich, aber auch einiges anders. Nippontai sind wirklich die strahlenden Helden, deren Abbild sie hier nur zu sein scheinen. Und ich bin ein Teil von Nippontai, was ich hier niemals sein könnte."

"Meine Erinnerungen an meine Welt sind verschwommen, überlagert von der Yumi Kara aus eurer Welt. Diese ist niemals eruptiert und starb beim Anschlag auf die tokyoter U-Bahn."

"Aber nun werde ich nach Hause zurückkehren. Meine Freunde auf der anderen Seite haben einen Weg gefunden, mich zurückzuholen. Es wird bald soweit sein."

"Ich möchte mich bei euch für eure Freundschaft bedanken, und für die Zeit, die wir gemeinsam verbracht haben."

Die drei anderen hören gebannt zu, sind jedoch weit weniger überrascht, als Yumi Kara vermutet hatte. Der Großteil dieser Informationen ist just an diesem Nachmittag bereits deduziert worden. Aber die Bestätigung der Theorien gibt ihnen nun die Gewissheit. Was sie aber noch immer nicht wissen ist, warum die Angriffe erfolgten, und warum Yumi Kara in dem Portal feststeckt.

Gespräche über alle Grenzen hinweg

Aber dann beginnen die Gefährten mit einem Mal, Stimmen zu hören, die scheinbar aus dem Nichts kommen. Erst undeutlich, werden sie mit der Zeit immer deutlicher. Es geht um fehlende Energie und ein instabiles Portal.

Die Anwesenden hören die Stimmen und fangen an, auf die Aussagen zu reagieren. Angebote zu machen, zu helfen, Fragen zu stellen. Die Gegenseite wundert sich, dass offenbar Schall durch das Portal übertragen werden kann, und auch fragt, mit wem sie denn sprechen würden.

Manuel stellt sich vor, was zu kurzer Stille auf der Gegenseite führt. Dann antwortet eine nur allzu vertraute Stimme im ebenso vertrauten Stakkato, dass das nicht möglich sei, da er ja bereits auf der anderen Seite war. Manuel versucht seinem Gegenpart klar zu machen, dass sie beide offenbar unterschiedliche Versionen der eigenen Person sind, was dieser dann auch akzeptiert.

Während des Gespräches wird auch klar, dass in dieser anderen Welt ebenfalls Krieg gegen Okura No Oni geführt wird, und sie Yumi Kara auch deshalb zurückhaben wollten, weil sie eine der "Unzerstörbaren" ist, und damit für den Krieg von großer Bedeutung. Es wird gemeinsam spekuliert, ob es sich um verschiedene Okura No Onis handelt, oder um nur eine Person. Auch wird der andere Seite mitgeteilt, dass auch die weibliche Ryu hier ist.

Es wird wiederholt die Frage gestellt, wie man helfen könne. Energie ist es, die fehlt. Auch elektrische Energie würde genügen, wenn sie denn nur entsprechend moduliert sei. Also macht sich Kenshin in den Keller auf. Bevor er aufbricht, bittet er aber die andere Seite noch, den nächsten Truppen, die sie schicken werden, den Befehl zu geben, das Feuer einzustellen, und das auch den weiteren Truppen mitzuteilen, die bereits in dieser Welt sind. Seiner Bitte wird stattgegeben.

Energize!

Während Kenshin sich in den Keller aufmacht, bespricht Manuel mit Raphael - so der Vorname seines Gegenstückes auf der anderen Seite - wie die Energie moduliert werden muss und formt die Moleküle in einem herumliegenden Computer derart um, dass die einfließende Energie den Ansprüchen genügt.

Kenshin kommt im Keller bei der Hauptstromzufuhr des Gebäudes an und beginnt, die Intensität der elektrischen Energie langsam zu steigern. Manuel schließt das geformte Gerät an die Stromleitungen an und der Stromfluss beginnt, sich mit den Energien hinter Yumi Kara zu verbinden.

Langsam weitet sich das Portal und ermöglicht Manuel so einen Blick hindurch. Er sieht auf der anderen Seite mehrere Personen: Esther, die dort allerdings in enge, schwarze Kleidung mit hohen Stiefeln gekleidet ist und zwei Pistolen unter den Armen trägt. O'Kage, der eigentlich wie immer wirkt. Sich selbst, allerdings in einem Rollstuhl sitzend und insgesamt irgendwie schwächlicher wirkend. Und einen blonden Skandinavier, der ihm irgendwie bekannt vorkommt, den er aber im Moment nicht einordnen kann. Loki ist offenbar sein Name.

Aber noch reicht die Energie nicht. Manuel gibt das an Kenshin weiter und dieser setzt mehr und mehr Kraft und Konzentration ein, um den Energiepegel zu erhöhen.

Manuel macht für Esther, die immer noch auf dem Weg in den vierten Stock ist, ein Bild ihres Gegenstücks und erkennt dann, dass der Apparat, den er erschaffen hat, dem Energiefluss nicht standhalten kann. Also berührt er ihn trotz der immensen Energie, die ihn umgibt, und stabilisiert die Moleküle im inneren. Er verbrennt sich leicht die Fingerspitzen, aber das ist nichts, was nicht heilen wird.

Das Portal wird weiter, aber noch immer steckt Yumi Kara fest. Es wird um mehr Energie gebeten, aber Kenshin kann nicht mehr geben, ohne über seine Grenzen zu gehen, was er zu diesem Zeitpunkt nicht will. Also versucht Manuel einen anderen Ansatz: Auch wenn das Portal zu klein für eine Stehende Yumi Kara ist, so würde sie in gebückterer Haltung hindurchpassen. Sie selbst kann sich aber nicht bewegen, also hilft er nach. Er levitiert einen metallenen Tisch und rammt ihn Yumi Kara in den Magen. Schaden kann er ihr mit der Attacke nicht, aber das ist auch gar nicht der Plan. Yumi Kara klappt durch die Wucht des Angriffs in sich zusammen und das Portal reißt an ihr. Wie ein Stopfen in einem Schlauch wird sie hindurchgesogen. Auf der anderen Seite schlittert sie einen Moment über den Boden und bleibt dann, verletzt und bewusstlos, liegen.

Nachdem sie hindurch ist, wirkt das Portal wesentlich stabiler als zuvor und eine weitere Energiezufuhr ist nicht mehr nötig.

Demaskierung

Langsam beginnt das Portal sich zu schließen, aber die Gefahr ist vorbei. Keine Erschütterungen sind mehr zu spüren. Also nutzen die Gefährten die Chance, mit ihren Gegenstücken weiterhin zu reden.

Manuel erfährt, dass der Schlaganfall, den seine Mutter erlitten hatte, in der anderen Welt Raphael, also ihn selbst, getroffen hat, wodurch er nicht mehr in der Lage ist, seine Beine zu benutzen. Dafür geht es seiner Mutter in der anderen Welt gut. Auch scheint Raphael wesentlich religiöser zu sein, als Manuel es ist.

Auch über Okura No Oni wird weiter gesprochen, aber es bleibt weiter unklar, ob es sich um eine oder mehrere Personen handelt.

Irgendwann kommt Esther ebenfalls am Portal an und sieht auf der anderen Seite sich selbst, auch wenn sie offenbar wenig mit der anderen Frau gemeinsam hat. Sie erkennt Loki als den Mann, den Yumi Kara ihr aus ihrer Vision beschrieben hatte und spricht ihn an.

Er antwortet und das ist das erste Mal seitdem das Portal offen ist, dass die Gefährten seine Stimme hören.

Manuel stutzt einen Moment. Er kennt die Stimme. Wieder sagt Loki etwas, und dieses Mal hört Manuel ganz genau hin. Er ist sich sicher: Diese Stimme hat schon einige Male zu ihm gesprochen.

"Loki ist Okura No Oni!" ruft er, wohl wissend, dass das Portal vielleicht noch eine halbe Minute offen stehen wird.

O'Kage-kyu dono auf der anderen Seite blickt erstaunt Manuel an, sieht in dessen Augen, dass er es offenbar ernst meint, und fragt dann: "Loki, habe ich einen Grund, an deiner Loyalität zu zweifeln? Bist du der Mann in der Maske?"

Loki erwidert daraufhin: "Tragen wir nicht alle Masken?" und beginnt, Quantenkräfte um sich herum zu sammeln.

Die Schlacht

Die Anderen Mitglieder von Nippontai Pan Asia - so hatten sie sich vorher einmal genannt - erkennen, dass sie einen Verräter in ihrer Mitte hatten und gehen zum Angriff über.

In unserer Welt will Esther durch das Portal schreiten, aber Kenshin kommt aus dem Boden hervor und hält sie davon ab. Er war kurz vorher von Manuel geistig informiert worden und so schnell er konnte zu den anderen gekommen.

Dann gehen Wellen der Zerstörung von Loki aus und verwüsten große Teile des Raumes auf der anderen Seite des Portals. Auf dieser Seite kommt von ihnen jedoch nichts an. Quantenkräfte reichen offenbar nicht durch das Portal hindurch.

Manuel stellt ebenfalls fest, dass die Kräfte am Portal enden, denn er will Loki mit dem Tisch angreifen, den er zuvor mit Yumi Kara durch das Portal befördert hatte, kann ihn aber nicht erreichen.

Esther ruft ihrem anderen Ich zu, dass sie ihn doch einfach durch ein Portal wegschicken solle, aber die andere Esther erwidert, dass sie über diese Kraft nicht verfügt. Sie zieht ihre Waffen, springt und feuert beide im Sprung mehrfach auf Loki ab. Dieser ist von den Angriffen jedoch unbeeindruckt. Er schießt ein paar der violetten Kugeln, die nach der zerstörerischen Welle um ihn herum entstanden waren, auf sie ab. Ein Teil verfehlt, aber drei treffen. Eine in der Brust, eine in der Schulter und eine direkt in der Stirn. Esther geht zu Boden und rührt sich nicht mehr. Unsere Esther ist vor Schreck erstarrt. Sie hat gerade ihren eigenen Tod gesehen.

Dann wendet sich Loki Raphael zu, der anderen Version von Manuel. Auch auf ihn feuert er ein paar der Kugeln ab, aber Raphael hebt die rechte Hand in einer Shintoistischen Geste und sagt nur "Nein!", woraufhin sich die Kugeln auflösen. Dies hat Raphael aber sichtlich geschwächt und er schafft es gerade noch, einem ungesehenen System den Verteidigungsmodus zu befehlen, bevor er ohnmächtig zusammensackt.

Kenshin erinnert sich der Granaten, die sein Vater ihm einst gegeben hatte. Er wirft eine davon durch das Portal hindurch. Sie kullert über den Boden, kommt direkt vor Loki an, und explodiert dort.

Die Zersetzung des Quantenraumes schaltet jenseits des Portals offenbar alle Anwesenden aus. Auf dieser Seite kommt nur ein wenig des Schalls und des Lichts an, die eine desorientierende Wirkung haben sollen. Aber sie sind nicht stark genug, um die Gefährten zu betreffen.

Nach der Explosion schreitet Manuel durch das Portal und lässt die Kleidung von Loki zu starrem und hartem Metall werden. Dann levitiert er ein auf dem Boden liegendes Messer, lässt es direkt auf das Gesicht von Loki zuschnellen, hält es aber direkt vor dessen Gesicht an und richtet Okura No Onis eigene Worte gegen ihr: "Ein Gott sollte einen anderen nicht töten!". Dann dreht er sich um und verlässt diese andere Welt wieder. Loki macht noch eine Geste in seine Richtung und sagt: "Dann sei eben ein Affe, so wie sie!". Glücklicherweise ist Manuel aber bereits halb durch das Portal, so dass ihn der Angriff zwar trifft, aber die schreckliche Wirkung bereits nach einer Minute wieder verflogen ist. In diese Minute jedoch war Manuel vollständig vom Quantenraum getrennt. Machtlos. Ein Mensch. Ein Affe im Vergleich zu dem, was er vorher war und nachher wieder ist.

Aber auch aus anderem Grund war seine Rückkehr nicht eine Sekunde zu früh: Durch das sich gerade schließende Portal sieht man, wie Yumi Kara erwacht, sich umblickt, und dann, Faust voran, auf Loki zufliegt. Dann ist das Portal endgültig geschlossen.

Miyoshi no more

Mit dem Schließen beginnt um Esther, Kenshin und Manuel eine rapide Veränderung. Das Gebäude scheint innerhalb von Sekunden zu altern. Die Möbel beginnen zu verrotten, die Wände sind plötzlich verschmiert mit Graffiti. Auch die Geräusche ändern sich. Durch die Explosion war ein gewisses Chaos entstanden, die Angestellten auf die Strasse gelaufen, und dann waren da noch die Truppen aus der anderen Welt. All diese Geräusche verblassen.

Schnell wird klar: Der Zustand des Gebäudes kann nicht innerhalb kurzer Zeit entstanden sein. Die Veränderung musste weiter zurückliegen. Aus dem OpNet, von der Seite der Miyoshi Corporation erfahren die Gefährten, dass bei dem Anschlag auf die U-Bahn am 27. Dezember 2004 alle Mitglieder der Miyoshi Familie ums Leben kamen: Yumi Kara, ihre Eltern, ihr Bruder. Es gab keinen Erben, und so schnappte sich Kuro-Tek die freigewordenen Anteile und absorbierte die Firma. Das Verwaltungsgebäude, das nun unnütz war, wurde stillgelegt.

Auch andere Ereignisse, an denen Yumi Kara beteiligt gewesen war, haben sich verändert. Das Schiff, auf dem vor kurzen auf Hokkaido so viele Menschen gerettet wurden, wurde von Kyojin getragen, nicht von ihr. Und ein Teil der Raketen, die sie bei den Dreharbeiten vor einem Monat getroffen hatten, trafen statt dessen Zuschauer.

Auch über Okura No Oni und Loki wird diskutiert und man kommt zu dem Schluss, dass es sich um zwei Personen handeln muss, da das Verhalten von Loki überhaupt nicht zu den Lehren von Okura No Oni passt. Vielleicht sind sie aber über die Grenzen der Realitäten mit einander in Kontakt und können so ihre Aktionen besser planen. Durch die Ähnlichkeit der Welten besteht eine gewisse Chance, dass Informationen aus der einen auch in der anderen Korrekt sind.

Offenbar hatte Yumi Kara in dieser Realität niemals existiert, zumindest begann sich die Realität selbst zu reparieren - nachdem ihr Tod bei dem Attentat auch tatsächlich eintrat.

Erkundung der eigenen Welt

Was hat sich noch alles verändert? Und wer erinnert sich noch an Yumi Kara? Esther ruft bei O'Kage an und fragt ihn, was ihm der Name Miyoshi Yumi Kara sagt. Dieser ist etwas überrascht, überlegt kurz, und antwortet dann, dass sie eines der Mitglieder der Miyoshi-Familie gewesen sein muss, die vor 8 Monaten ums Leben kamen. Nun ist es an Esther, kurz inne zu halten. Sie bittet O'Kage, alle anwesenden Mitglieder von Nippontai in der Festung zusammenzurufen. Es gäbe etwas sehr wichtiges zu besprechen.

Dann öffnet sie ein Portal, und die drei Gefährten reisen zurück zur Festung in den Wolken.

Auf der Festung

Dort angekommen vergewissern sich die Gefährten zuerst einmal, ob die junge Frau, die Ryu der anderen Welt, noch immer in der Krankenstation war.

Sie gehen herunter und fanden dort Miko vor, die sich um die junge Frau kümmert. Offenbar ist sie vor kurzem einen Moment lang bei Bewusstsein gewesen, hat dieses jetzt aber wieder verloren. Miko fragt nach, was denn der Aufruhr soll, wird aber gebeten, mit ihren Fragen zu warten, bis auch die anderen Nippontai-Mitglieder eintreffen.

Diese erscheinen wenige Minuten später. Ryu, O'Kage, Naginata, Tenchi und Kyojin - sie alle sind gekommen. Wenn eine Hojo Butai Teamleiterin ein wichtiges Treffen einberuft, ist es für sie alle Grund genug, zu erscheinen.

Melden macht frei

Die Gefährten berichten von dem, was passiert ist. Lange und ausführlich, in dem Versuch, möglichst glaubhaft zu klingen und kein wichtiges Detail auszulassen. Schon zu Beginn wird klar, dass sich weit mehr verändert hat, denn als der Name Okura No Oni als Verursacher recht früh fällt, wird sofort gefragt, wer das sein soll.

Am Ende blicken sie in eine Runde ratloser und ungläubiger Gesichter. Tenchi hat gar während des Berichts die Krankenstation verlassen. Erste Zweifel an der Geschichte werden dann auch geäußert. Auch das Bild des Portals, das Manuel aufgenommen hatte, um Esther ihr anderes Ich zu zeigen, reicht nicht als Beweis. Dies veranlasst ihn, einen radikalen Schritt vorzuschlagen.

Manuel bittet Miko seine Gedanken zu lesen, um dort die Wahrheit zu sehen und den anderen bestätigen zu können. Miko ist mit dem Plan einverstanden und legt ihm die Hände an die Schläfen. Manuel spürt, wie sie sich langsam in seinem Geist vorantastet. Eine sehr innige und persönliche Berührung, die ihm lange in Erinnerung bleiben wird. Sie sucht nach den Dingen, über die berichtet wurde, und findet nichts falsches an ihnen. Am Ende wendet sie sich an den Rest von Nippontai und sagt: "Mein Schüler ist verwirrt, aber es ist keine Falschheit in ihm. Ich bin mir nun sicher, dass das, was berichtet wurde, wahr ist."

Ein Raunen und Gemurmel gehen durch den Raum, als den Versammelten langsam aber sicher die Tragweite der Informationen bewusst wird.

Was sich anschließt, ist eine längere Diskussion, die am Ende darauf hinausläuft, dass durch den Wechsel Yumi Karas in dieser Welt Loki / Okura No Oni überhaupt erst auf die verschiedenen Welten aufmerksam wurde. Aber dadurch, dass dieser erste Wechsel nun nicht mehr stattgefunden hatte, war auch er nie in dieser Welt in Erscheinung getreten.

Bruderzwist

Während des Berichtes entweicht Kenshin die Aussage, dass O'Kage und Kuroi Kiri Brüder sind. Dieses Wissen schockiert O'Kage, und die meisten Anwesenden wissen dies offenbar auch nicht. Esther kann geistesgegenwärtig das Geheimnis dadurch wahren, dass sie es auf den Unterschied zwischen den Realitäten schiebt. Kenshin schaltet und geht ebenfalls darauf ein. In dieser Realität sind sie eben offenbar keine Brüder, lügt er. Die Aussage ist aber auch der Grund, warum O'Kage noch bleibt, nachdem alle anderen gegangen sind. Die Informationen sind beunruhigend, aber sie bedeuten keine akute Gefahr, und so sind die unterbrochenen anderen Aufgaben für den Moment wichtiger.Selbst Miko verlässt auf sein Geheiß hin für einen Moment die Krankenstation.

O'Kage stellt dem Team die Frage, woher sie dass mit dem Bruder wüssten. Esther und Kenshin behaupten, sich gegenseitig den verbalen Ball zuspielend, dass er es Esther vor der Veränderung der Welt gesagt habe - in Wahrheit hat sie die Information aus den Gedanken von O'Kage gelesen. Daraufhin ist O'Kage der Ansicht, dass er in unserer Welt großes Vertrauen in Esther und das Team haben müsse und er beginnt, weitere Fragen zu stellen. Je mehr Informationen er erhält, desto mehr scheint er sich an die Geschehnisse vor dem Riss zu erinnern. Offenbar gibt es doch noch eine Verbindung zwischen der alten Realität und der neuen.

Der schlafende Drache erwacht

Während des gesamten Gespräches steht O'Kage am Krankenbett der jungen Frau, in deren Signatur Manuel nun auch nicht mehr die Fremdartigkeit der anderen Welt feststellen kann. Und dann, mit einem Mal, schlägt sie die Augen auf und beginnt kurz wild um sich zu schlagen. Aber O'Kage legt ihr die Hände an die Schläfen und in dem Moment, wo sie sein Gesicht sieht, entspannt sie sich sofort und beginnt zu lächeln.

O'Kage spricht in ungewöhlich zärtlichen Worten auf sie ein und sie beruhigt sich immer mehr. Als Esther in den Geist der Frau blickt, erkennt sie eine Erinnerung, in der sie lachend mit O'Kage unter Kirschbäumen tanzt und dieser ihr ein romantisches Gedicht darbringt. Völlig untypische Bilder für den Mann, den sie im letzten Monat kennengelernt hatte.

Auch ihr wird erklärt, wo sie ist, aber sie erinnert sich noch an "ihre" Welt.

Dann betritt Ryu, von Miko über das Aufwachen informiert, den Raum. O'Kage blickt zu ihm und sagt: "Großer Drache, eurer Tochter geht es gut!"

Verwirrt blickt Ryu ihn an und erwidert: "Meiner WAS?!"

O'Kage erwidert sehr schnell, dass dies nur bildlich gemeint war, und Ryu akzeptiert diese Erklärung mit einem Stirnrunzeln. Er erkundigt sich noch, wie es ihr gehe, aber in dem Moment ist sie schon wieder in einen Koma-ähnlichen Schlaf verfallen.

Danach löst sich die Runde erst einmal auf, um das erlebte und erfahrene zu verarbeiten.

Bevor sie sich aber für den Rest der Nacht trennen, holt Manuel noch das von seinem Fahrer gekaufte Werkzeug aus dem Kofferraum des Wagens, legt es auf einen Haufen und beginnt sich zu konzentrieren. Langsam schmilzt immer mehr des Metalls und fließt zu einem immer weiter wachsenden Ball scheinbar lebendigen, flüssigen Metalls zusammen. Als der Ball im groß genug erscheint, blickt Manuel kurz zu Kenshin, vermisst im Kopf dessen Glieder, und beginnt dann, aus dem Ball mit Bewegungen seiner Finger Fäden zu ziehen, die sich um einander drehen und zu festen Strukturen werden. Er beginnt bei der Kugel und formt langsam und sorgfältig jedes einzelne Kettenglied, dann den Stiehl des Kama, und schlussendlich die Klinge. Dann betrachtet er sein Werk. Sein Vater wäre stolz auch ihn und diese Arbeit gewesen.

Ohne weitere Zeremonie überreicht er Kenshin die angeforderte Waffe, die nicht perfekter auf dessen Körper angepasst sein könnte (+1 Accuracy, +2 Damage wenn von Kenshin geführt). Dieser ist ihm dankbar und verspricht, den Gefallen bei Zeiten zu erwidern. Dann steigt der junge Filpino in den wartenden Wagen ein, gibt dem Fahrer ein Zeichen, und dieser fährt los.

Maricel Hamapongo

Nachdem Manuel nun weiß, dass es Elemente beider Welten in dieser neuen Realität gibt, ruft er bei dem Hospiz an, in dem seine Mutter untergebracht ist. Er erfährt, dass sie auch tatsächlich da ist und es ihr gut geht. Vor einiger Zeit aber, etwa zeitgleich mit dem Portal in die andere Welt, hat sie verstärkte Aktivität gezeigt.

Diese Information bringt Manuel dazu, sie noch in der mittlerweile angefangenen Nacht zu besuchen.

Zu dem Erstaunen sowohl der Pfleger als auch Manuels erwacht Maricel in dem Moment, in dem ihr Sohn den Raum betritt, und ist scheinbar völlig klar im Kopf. Sie freut sich, ihren Sohn zu sehen, und erzählt ihm davon, wie sie die letzten Monate erlebt hat. Offenbar hat sie alles mitbekommen, was um sie herum passierte. Sie mag die Zitronentörtchen sehr gerne, die es jeden Freitag gibt, und erzählt, dass sie einige der Schwestern lieber mag als andere. Auch von Manuels Taten hat sie gehört und ist sehr stolz auf ihren Sohn. Aber noch bevor sich ein genaueres Gespräch ergeben kann, und nach exakt 20 Minuten, hört sie genauso plötzlich wieder auf mit Reden. Sie befindet sich wieder im gleichen Zustand, wie Manuel ihn seit Monaten von ihr kennt.

Zusammen mit den anderen Geschehnissen des Tages ist das zuviel für Manuel und er erleidet einen psychotischen Zusammenbruch.

Der Tag Danach (08. August 2005)

Im Hospiz

Am nächsten Morgen erhalten Kenshin, Esther und Yagami Hakiro einen Anruf aus dem Hospiz und werden über Manuels Zusammenbruch informiert. Sie sind als Kontaktpersonen in dessen Telefonbuch eingetragen: Nachdem es einigen Pflegern gemeinsam gelungen ist, in festzusetzen, ist er mit einem starken Beruhingsmittel sediert worden. Die Dosis des Medikamentes musste dabei mehrfach erhöht werden, da sein Körper sich gegen den Schlaf wehrte. Aber körperlich geht es ihm gut, und er wird auch bald aufwachen.

Yagami Hakiro plant, am Nachmittag in die Klinik zu kommen, am Morgen hat er noch wichtige Geschäftsgespräche. Esther und Kenshin fahren direkt nach dem Frühstück.

Dreisamkeit am Bett

Als sie ankommen, ist Manuel bereits wach und nimmt ein Frühstück zu sich. Er hat sich genau die Dinge bringen lassen, von denen seine Mutter am Abend zuvor gesagt hatte, dass sie sie besonders gerne mag. Da die Ärzte ihm noch nicht erlaubt haben, es zu verlassen, liegt er in einem Einzelzimmer im Krankenbett. Etwas beschämt begrüßt er seine beiden Gäste. Diese erkundigen sich sofort, wie es ihm geht, worauf er keine befriedigende Antwort geben kann. Zu viel ist passiert, was er noch nicht wirklich verarbeiten kann.

Manuel berichtet Esther und Kenshin von dem plötzlichen Aufwachen seiner Mutter. Er vermutet, dass es eine Wechselwirkung mit der anderen Realtität war, die es bezweckte. Zumindest gibt es keine medizinisch plausible Erklärung für dieses Verhalten. Das Gespräch wendet sich so den Ereignissen des Vortages zu. Man kommt überein, dass die Realität sich offenbar immer noch im Fluss befindet, um Wunden zu reparieren. In dieser Situation, so befinden die drei, ist es nicht besonders sinnvoll, komplexe Pläne zu entwickeln oder fortzuführen, da niemand sagen kann, welche Tatsache im folgenden Moment noch Bestand haben wird. Also wird beschlossen, der Realität eine Woche Zeit zu geben, sich zu festigen, und dann erst weitere Schritte zu planen und durchzuführen.

Kenshin hat in der Zwischenzeit auch nähere Erkundungen eingeholt, und herausgefunden, dass tatsächlich alle Mitglieder der Miyoshi Familie bei dem Anschlag vor 8 Monaten ums Leben kamen. Die einzig andere wichtige Person aus Yumi Karas Leben, die er kennt - Sadako - ist jedoch wohlauf. Natürlich kennt sie niemanden der Gefährten, so dass von einer Kontaktaufnahme in diesem Moment Abstand genommen wird. Vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt.

Aus drei wird vier

Gerade als diese Beschlüsse getroffen werden, und man sich gemütlicheren Themen und Taten zuwenden will, verdichten sich die Schatten in einer Ecke des Raumes und O'Kage tritt heraus. Er verneigt sich, merklich tief, vor den Versammelten, und bittet sie um einen Gefallen. Dieses Verhalten verwundert Kenshin und Esther, aber sie belassen es dabei, bis sie die ganze Geschichte kennen.

Es stellt sich heraus, dass dieser O'Kage sich sehr wohl an die Welt mit Yumi Kara erinnert, und laut eigener Aussage auch nicht der O'Kage ist, der gestern am Krankenbett der Drachendame stand. Dies war der O'Kage aus der anderen Welt, der ihn "verdrängt" habe. Er fürchtet, dass es auf Dauer nur einen O'Kage geben kann, und daher sucht er nach einer Möglichkeit, den anderen O'Kage in dessen eigene Welt zurückzusenden.

Er äußert auch, dass der Kampf in der anderen Welt verloren scheint, und O'Kage hierher kam, um sich und seine Geliebte in Sicherheit zu wissen. Diese Liebe ist es wohl auch, die ihn sein eigentlich stark ausgeprägtes Pflichtgefühl vergessen lassen.

Was passiert, wenn nur ein O'Kage übrig ist, kann niemand sagen. Aber der fremde O'Kage ein sinnvoller Ersatz für den hiesigen, da er dessen Aufgaben kaum wahrnehmen könnte. Auch könnte es gar zu einem Machtkampf zwischen ihm und Ryu kommen. Auch eine Mischung aus beiden wäre wahrscheinlich nicht sinnvoll.

O'Kage berichtet in dem Gespräch auch, dass der Anschlag auf die U-Bahn Station vor 8 Monaten eigentlich gar kein Anschlag war, sondern der Versuch, die Strahlung, die die Erde bei der Explosion der Galatea traf, zu reproduzieren. Die Quelle dieser Explosion muss irgendwo in den U-Bahnschächten von Edo liegen, und wäre sicherlich einer der Punkte, an denen die Grenze zwischen den Realitäten am schwächsten ist. Schließlich war es diese Explosion, die Yumi Kara erst in die falsche Welt befördert hatte. Sanmiittai hat auch in O'Kages Auftrag bereits entsprechende Untersuchungen angestellt, die aber verschlüsselt im persönlichen Datenspeicher von O'Kage liegen, so dass nur er selbst darauf Zugriff hat. Dummerweise weiß Sanmiittai nicht, dass es zwei O'Kage gibt. Wüsste er es, würde er wohl sofort jegliche Zugänge für beide sperren. Wenn also der falsche O'Kage weiß, wonach er suchen muss, wird er auch diese Untersuchungen finden.

Woher O'Kage weiß, dass es noch eine weitere Person gibt, die ich an die Gechehnisse erinnert, so wie sie vor Yumi Karas Verschwinden waren, ist unklar. Aber er sagt, dass die Gefährten diese Person noch nie getroffen haben, sie ihnen aber vielleicht helfen könne.

Ohne, dass die Gefährten dies groß besprechen müssten, stimmen sie dem Hilfegesuch von O'Kage zu. O'Kage verbeugt sich noch einmal, diesmal sogar noch tiefer, vor ihnen und geht dann auf dem gleichen Weg, auf dem er gekommen ist.

Anerkannte EP: 8
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