Kapitel 17: Offenbarungen

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Offenbarungen - 12. August 2005

You know the way that things go
When what you fight for stars to fall
And in that fuzzy picture
The writing stands out on the wall
So clearly on the wall

Send out the signals, deep and loud
And in this place can you reassure me
With a touch, a smile -
While the cradle's burning
All the while the world is turning to noise
Oh, the more that it's surrounding us
The more that it destroys
Turn up the signal - wipe out the noise!

Send out the signals, deep and loud
Man, I'm losing sound and sight
Of all those who can tell me wrong from right
When all things beautiful and bright sink in the night
Yet there's still there's something in my heart
That can find a way to make a start
To turn up the signal - wipe out the noise!

You know that's it
Receive and transmit
Signal to noise.

Peter Gabriel - Signal To Noise


Analyse this

Der Senchineru nahm eine abwehrende Stellung ein und fuhr einen stählernen Fächer aus seinem linken Unterarm aus, den er wie einen Schild vor sich hielt. Aus seiner rechten Schulter klappte ein schweres Geschütz hervor und die Stimme der Maschine erklang, schnarrend und blechern: „Verteidigungsmodus aktiv. Bedrohung wird neu evaluiert.“

Ein roter Laser begann Manuels Gestalt zu scannen und daraufhin verkündete der Roboter:

„Bedrohungsparameter verändert. Materiewandler erkannt. Anpassung wird eingeleitet.“

Die Panzerplatten der riesigen Gestalt begannen sich zu verschieben und zu verändern. Manuel war nicht in der Lage ,die Legierung, mit der sich der Körper der Kampfmaschine plötzlich, wie von Geisterhand überzog, vollständig zu analysieren. Ein Teil ihrer Zusammensetzung entzog sich seiner Kenntnis.

Verwirrt entschied er sich zunächst keine aggressiven Handlungen zu unternehmen und abzuwarten, was passierte. Esther stand vor Schreck wie gelähmt in der Halle und bemühte sich den Kontakt mit Kenshin aufrecht zu halten.

Run Boy, Run

Während der vorangegangenen Geschehnisse hatte Kenshin mit seinen Vorgesetzten telefoniert und sich bemüht, mehr über einen weiteren seltsamen „Freak Accident“ heraus zu finden und die Maßnahmen zu dessen Eindämmung zu koordinieren, als ihn Esthers mentaler Hilferuf ereilte. Sofort machte er sich auf zu der Halle, in welcher die Vorführung stattfand.

Zunächst wollten ihm zwei Kuro-Tek-Wachleute den Weg über das Gelände versperren, aber ein mit Nachdruck gebellter Befehl ließ sie schnell davon Abstand nehmen. Er rannte weiter und dank seiner besonderen Fähigkeiten bemerkte er eine Gestalt auf dem Dach der Halle. Sofort katapultierte er sich durch einige gezielte Energieimpulse auf das Dach und fand sich der vermummten Gestalt von Kuroi Kiri gegenüber, der am anderen Ende des Flachdaches stand, jedoch nicht sonderlich beeindruckt von Kenshins Erscheinen schien. Zu den Füßen des Mannes lag ein kleiner, dunkler Kasten, mit blinkenden Lichtern und Anzeigen auf der Dachpappe.

Don't Panic

Zur gleichen Zeit standen sich innerhalb der Halle noch immer die Esther, Manuel und der Senchineru gegenüber. Bei jeder Bewegung, die die beiden Atarashi Kokka machten, reagierte der Roboter entsprechend und lies sie nicht aus den Augen. Machte aber auch keinerlei Anstalten, sie direkt anzugreifen. Esther las die Gedanken der Techniker hoch über ihnen, in der gläsernen Kanzel und erfuhr dadurch, das der Roboter allem Anschein nach von außen gestört und gesteuert wurde. Ein fremdes Signal überlagerte das eigentliche Steuerungssignal zur Abschaltung des Roboters. Die Wissenschaftler waren einer Panik nah. Und mit einem Mal stürmten auch noch Wacheinheiten der Firma in die Halle und nahmen auf den Laufgängen, die sich unter dem Dach entlang spannten, Aufstellung. Sie legten ihre Gewehre an und Esther konnte nicht erkennen, ob sie innerhalb des Schussfeldes war, oder nicht. In diesem Moment meldete sich Kenshin vom Dach aus bei ihr.

"Der beste Schwertstreich ist jener, der nie geführt wurde"

Kuroi Kiri ist hier. Es hat den Anschein, als ob er den Roboter mit einem elektronischen Gerät fernsteuert.“ sandte Kenshin seinen Teamkollegen. Langsam bewegte er sich auf den Mann zu und holte seine, von Manuel gefertigte Kusarigama hervor. In passender Entfernung für einen Angriff nahm er eine abwartende Stellung ein und wartete ebenfalls, wie sein Gegenüber reagieren würde.

Dann hörte er die Stimme des Assassinen. Sehr leise, kaum ein Flüstern. Der Ninja stellte ihm Fragen, nach seinem Meister und anderen Dingen. Die er ruhig und gelassen beantwortete. Als der seltsame Angreifer jedoch die Frage stellte, zu welcher Seite Kenshin gehöre, versuchte der Hojo Butai-Soldat sein Gegenüber zu reizen, was ihm auch gelang. Die Antwort: „Was ist denn das für eine dumme Frage?“, schien das Ego des Ninja zu kitzeln. Denn innerhalb eines Wimpernschlages tauchte er nur wenige Meter vor Kenshin mit gezogenen Schwertern auf, offensichtlich um den anderen Shinobi einzuschüchtern. Was ihm jedoch nicht gelang.

Kenshin wich ihm geschickt aus und schleuderte das Gewicht am Ende der Kette, auf den kleinen Kasten. Die Kugel traf nicht perfekt, richtete aber durchaus Schaden an. Gleichzeitig schlug er mit der Sichel seiner Waffe nach Kuroi Kiri. Dieser bewies jedoch warum er der gefürchtetste Meuchelmörder Japans war und brachte sich mittels einer nahezu unglaublichen athletischen Leistung in Sicherheit. Etwa drei Meter hinter Kenshin zum kam er auf und wandte sich seinem erneut Gegner zu.

Und wieder fragte Kuroi Kiri auf welcher Seite Kenshin stünde. Diesmal ignorierte dieser jedoch die Frage und versuchte den Angreifer weiter abzulenken. Selbstsicher blieb er mit dem Rücken zu ihm stehen, war er doch in der Lage deutlich zu erkennen, was der Mann tat. Er verwickelte den Ninja in ein Gespräch und kitzelte dessen Ego immer mehr, so z.B. über dessen ungewöhnlichen Kampfstil. Der Mann nutzte Ni-ken-jutsu, 2 Katana. Wie es der legendäre Ronin Myamoto Musashi vor hunderten Jahren getan hatte. Gleichzeitig sprach er jedoch mental mit seinen Kameraden.

Death From Below!

In dem Moment, in dem das Gerät auf den Dach zerstört wurde, zeigte der Senchineru deutliche Anzeichen von Verwirrung, bzw. Problemen mit seiner Programmierung.

Er verlangte nach Befehlen einer autorisierten Person. Zunächst wartete Manuel, ob Esther etwas sagen würde, fing jedoch deren etwas hilflosen Blick auf und richtete selbst das Wort an die Maschine. Er befahl ihr alle Kampfhandlungen einzustellen und den Selbstwartungsmodus zu starten. Der Roboter lies sich summend auf die Knie nieder und begann mit einer Systemanalyse.

Manuel empfing Kenshins mentalen Ruf und stimmte dessen Plan zu. Zunächst lies er sich die ungefähre Position Kuroi Kiris auf dem Dach geben und suchte dann dessen Quantensignatur mittels seiner speziellen Fähigkeiten.

Manuel durchstieß mit voller Wucht das Dach unter dem Assassinen, im selben Moment, in dem Kenshin diesen wissen lies, dass er einer Ablenkung aufgesessen war. „Weißt Du, ich muss Dich nur lang genug ablenken. - Kyojitsu.“

Die stählerne Form des jungen Filipinos krachte durch das Dach und kollidierte kurz mit Kuroi Kiri. Dieser jedoch bewies einmal mehr sein unglaubliches Können und Fähigkeiten, indem er im allerletzten Moment davon sprang. Jedoch zerbrach eine seiner Klingen und er trug eine Verletzung am Oberschenkel davon.

Blitzschnell tauchte er kurz am anderen Ende des Daches auf. Kenshin schleuderte sofort einen Blitz aus seinen Händen auf Kuroi Kiri, aber auch diesem konnte der Ninja ausweichen. Fast schon höhnisch nickte er Kenshin zu.

Dann verschwand er.

Katz und Maus

Unten im Gebäude war Esther damit beschäftigt, die Lage zu klären. Kurz zuvor war Manuel durch das Dach der Halle gebrochen und nun saß der Roboter friedlich vor ihr. Als sie sich umsah, schienen auch die Techniker und Soldaten wesentlich entspannter.

Doch dann spürte sie einen kurzen, scharfen Schmerz an ihrem Hals. Als sie dort hin griff, waren ihre Finger Blut befleckt und aus den Augenwinkeln sah sie die weiß gekleidete Gestalt Kuroi Kiris, welcher mit ausgestrecktem Schwert schräg hinter ihr stand. Leise flüsterte er: „Du wirst unvorsichtiger, Gaijin.“ und war gleich darauf verschwunden.

Oben auf dem Dach war Kenshin nicht wirklich davon überzeugt, das der Assassine weg war, wusste er doch, das dieser sich unsichtbar machen konnte. Er strengte sich an, ihn irgendwie wahrzunehmen, doch scheiterte. Manuel hatte derweil Blutstropfen des Angreifers mit einem Taschentuch gesichert, die Splitter des Schwertes aufgehoben und nahm auch die Reste des Gerätes an sich, das Kenshin ihm reichte. Dann ließen sich beide hinab in die Halle gleiten, wo Esther wie versteinert da stand.

Zunächst fiel dies den beiden Männern nicht auf, doch als Kenshin sie schließlich ansprach, bemerkte er, das etwas nicht stimmte. Verstört berichtete sie ihren Freunden, dass sie bedroht worden war und dass sie schleunigst zurück in die Festung wollte. Manuel entschied sich jedoch zunächst noch zu bleiben, da er weitere Details über die Senchineru und Kuro-Tek herausfinden wollte. Auch das plötzliche Auftauchen einiger Techniker, allen voran einer Frau mittleren Alters in weißem Laborkittel, hinderte die Freunde an der Abreise.

Schande und Ehre

Manuel und Esther erkannten aus ihren gesammelten Daten, die Chef-Technikerin und „Lehrerin“ der Künstlichen Intelligenzen. Sie warf sich vor den Helden zu Boden und bat inständig um Vergebung für den Fehler, dass der Roboter außer Kontrolle geraten war. Immer die fähige Diplomatin, schaffte es Esther, das Gesicht der Frau zu bewahren und gleichzeitig dafür zu sorgen, das die Massenproduktion der Schutzroboter noch um einige Monate verschoben wurde. Sie hatten nun also mehr Zeit, ihren Auftrag zu erfüllen.

Danach bat man die Helden noch den Rest der Führung zu absolvieren, was vor allem Manuel sehr zu Pass kam.

In einem „Museum“ des Werkes standen einige ältere Versionen des Senchineru-Designs zur Schau, die nicht von großem Interesse waren. Allerdings fand sich dort auch einen Art Ruhmeshalle, der am Projekt beteiligten Wissenschaftler. Manuel fiel schnell auf, das ungewöhnlich viele dieser Männer und Frauen „Arbeitsunfällen“ zum Opfer gefallen waren und einer stach ihm ganz besonders ins Auge. Dr. Onishi Chigiro dieser Name war ihm in seinen Nachforschungen schon öfter begegnet. Anscheinend war dieses Genie maßgeblich an der Entwicklung der Roboter und ihrer Schutzmechanismen beteiligt gewesen, wie er einem recht redseligen Techniker der Gruppe entlocken konnte. Dieser wurde jedoch scharf zurecht gewiesen, eh er zu viel offenbaren konnte.

Ausruhen, soweit möglich und nötig

Auf dem Weg zurück zu ihrem Flieger, begegneten sie einem reichlich aufgebrachten Yagami Hakiro, der mit einigen Sicherheitskräften darüber stritt, ob er das Gelände betreten dürfe, oder nicht. Am Ende entschied er sich dafür, mit Manuel zusammen in ihre Firma zurück zu kehren, wo der Filipino das Gerät näher untersuchen wollte. Dem Offizier, der ihn aufgehalten hatte, steckte er einige Geldscheine zu, die er mit einer anzüglichen Bemerkung unterstrich. Dabei deutete der CEO auch an, das Manuel am Besten etwas Zeit mit Amai verbringen sollte, was Esther zunächst sehr positiv überraschte. Im weiteren Verlauf des Gespräches stellte sich allerdings heraus, das die Dame anscheinend für ihre Zuneigung von Yagami Hakiro bezahlt wurde. Was ihr die Laune dann doch wieder verhagelte.

Auf dem Flug heim, im Jet mit dem Hakiro angekommen war, unterhielten sich die beiden lange über das Erlebte und auch später noch diskutierten sie, was man tun könnte. Yagami Hakiro benötigte einige steife Drinks um mit dem klar zu kommen, was Manuel ihm offenbarte. Am Ende lag er reichlich betrunken, einen Eimer umklammernd, friedlich schlummernd auf dem Boden des Konferenzzimmers. Manuel setzte sich an die Analyse des gefundenen Gerätes.

Auf ihrem eigenen Heimweg im Nippontai-Jet, bemühte sich Kenshin Esthers Laune zu bessern und sie den Schrecken vergessen zu lassen. Er bat sie eindringlich wieder mit ihm zu trainieren und versicherte ihr, dass er immer auf sie Acht geben würde. Auch gestand er ihr, dass er sich bereits genug Vorwürfe gemacht hatte, als Kuroi Kiri sie am Hotel beinah getötet hatte. Und jetzt das. Er konnte nicht zulassen, dass so etwas noch einmal geschah und schwor sich und ihr, alles ihm Mögliche zu tun, um dies zu verhindern.

Als sie auf der Festung ankamen, kamen beide überein, sich erst einmal frisch zu machen und danach Bericht zu erstatten. Um dann gemeinsam, zusammen mit einigen Soldaten in der Messehalle der Festung zu essen. Esther nutzte diese Gelegenheit, um sich mit den Soldaten weiter bekannt zu machen und war schnell Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Sie beantwortete Fragen und scherzte mit den Männern auf einer Ebene. Was diesen sichtlich gefiel und ihr großen Respekt einbrachte, wenngleich sie auch einige reichlich anzügliche Gedankengänge aufschnappte.

Schatten über der Kantine

Mit einem Mal wurde es deutlich dunkler und auch etwas kälter im Raum und eine schroffe Stimme befahl: „Alle Raus Hier!“.

Gut gelaunt wollten Esther und Kenshin dem Befehl zunächst auch nachkommen, obwohl sie natürlich wussten, dass dieser Befehl eigentlich nicht für sie galt. Prompt wurden sie auch zurückgepfiffen und aus den Schatten in einer Ecke des Raumes löste sich O'Kage. Mit einem Tablett in der Hand, auf dem Sushi stand. Er setzte sich zu den beiden, und begann sie darüber auszufragen, was passiert sei und wie ihr Auftrag voran käme. Die Freunde gaben an, große Fortschritte gemacht zu haben und berichteten alle nötigen Details der unglücklichen Begegnung mit dem Senchineru, ließen jedoch das Geheimnis der Kindergärtnerin zunächst außen vor.

Als man darauf zu sprechen kam, dass Kuroi Kiri vor Ort zugegen gewesen war, zeigte sich O'Kage beeindruckt davon, dass Kenshin die Auseinandersetzung überlebt hatte, wunderte sich jedoch etwas über das ungewöhnlich Verhalten seines Bruders.

Dann jedoch rutschte, während der Erzählung über die reumütige Wissenschaftlerin, Esther heraus, dass sie deren Gedanken gelesen hätte. Zuerst stutzte der schwarze Samurai nur und hakte noch einmal nach, ob er recht gehört habe. Esthers silberner Zunge war es dann zu verdanken, das sie den Verdacht entkräften konnte. Jedoch waren beide Freunde nicht wirklich davon überzeugt, dass O'Kage sich nicht nur entschieden hatte, das Geheimnis zunächst wahren und später noch einmal darauf zurück zu kommen.

Dann kam man auf das Problem mit dem „anderen O'Kage“ zu sprechen und es stellte sich heraus, das der Große Schatten dieser Welt nicht begeistert davon war, dass er tatsächlich seinen Körper mit dem aus der anderen Welt teilte, war er doch bisher davon ausgegangen, dass es sich bei ihnen um separate Personen handelt. Er beorderte die beiden Freunde schleunigst aus dem Saal und hinter ihnen verdunkelte sich dieser in tiefster Nacht.

Kenshin und Esther entschieden sich noch etwas Zeit im Dojo zu verbringen und gingen dann getrennt zu Bett.

Der längste Tag - 13. August 2005

Am nächsten Morgen gingen alle zunächst privaten Dingen nach. Manuel hatte jedoch einmal mehr die Nacht durchgearbeitet, da er keinen Schlaf benötigte. Und auch wenn er, um dem Zerfall zu entgehen, nur auf „halber“ Kraft arbeitete, so war er doch in der Lage, das vom Kuro-Tek Werk mitgebrachte Gerät und die Bruchstücke der Klinge des Assassinen ausführlich zu analysieren.

Das Gerät wies, wie sich herausstellte, die selbe „ästhetische“ Bauweise auf, wie die Raketen, die vor etwa einem Monat auf Naginata abgefeuert worden waren. Die Schaltkreise waren auf das perfekteste hin effizient und dennoch auf eine Weise angeordnet, die dem Verstand und dem Geist schmeichelte. Dieses Gerät war vom selben Nova erbaut worden und weit über das hinaus was normale und sogar bekannte Nova-Techniker erschaffen konnten. Keinerlei Nähte, oder Klebestellen, keine Verbindungen und keine Schrauben. Es war mittels einer Fähigkeit ähnlich der seinen erschaffen worden. Nur viel ausgeprägter und verständiger.

Ebenso die Klinge des Schwertes. Und hier gelang ihm ein wahrhaftiger Durchbruch. Sie bestand aus einer Legierung, die der sehr ähnlich war, die er bei dem Senchineru wahrgenommen hatte. Sie enthielt neben den Metallen auch eine kristalline Struktur. Als der Filipino sich bemühte, diese Struktur mittels seiner Kräfte nachzuahmen, stellte er jedoch fest, das diese nicht stabil war und schon nach wenigen Augenblicken zerbarst. Er hatte den Vorgang auf Quantenebene beobachtet und an der Legierung dieselbe Vibrationsfrequenz im Quantenraum festgestellt, wie an Yumi Kara. Was für ihn nur einen Schluss zu lies: Diese Klingen stammten aus der anderen Realität. Genau wie die Panzerung der Roboter. Wie Kuroi Kiri jedoch an sie heran gekommen war, blieb zunächst ein Rätsel.

Kenshin war noch immer zutiefst beschämt und frustriert darüber, dass er sich von dem Assassinen so leicht hatte übertölpeln lassen. Er nahm seinen Schwur, Esther zu schützen sehr ernst und somit verbrachte er den Vormittag zusammen mit seiner offiziellen Mentorin Naginata im Dojo der Festung. Wo sie eifrig gegenseitig ihre Kampfkünste trainierten. Nach einiger Zeit gelang es dem Soldaten sogar an der glatten Wand der Halle empor zu laufen und diese zu nutzen. Davon inspiriert, versucht er es seinem Idol „Spiderman“ gleich zu tun und es gelang ihm tatsächlich, wie der Comicheld, an der Wand herauf zu klettern und sogar kopfüber an ihr zu hängen. Seine Trainerin zeigte sich sichtlich beeindruckt und ein klein wenig neidisch, als sie sich gemeinsam bemühten, diesen Trick auch ihr beizubringen. Was aber nicht gelingen wollte. Ein fröhlich, schnippisches Wortgefecht entspann sich darüber, das beide mit guter Laune in den Rest des Tages gehen lies.

Esther schlief einmal mehr recht lange, doch traf auch sie zum am Abend zuvor verabredeten Zeitpunkt, am späteren Vormittag, im Team-Besprechungsraum ein, wo die Freunde ihr weiteres Vorgehen besprechen wollten.

Sie nahm von Manuel das Gerät entgegen, mit welchem der Senchineru ferngesteuert wurde. Sie wollte in dessen Vergangenheit sehen, um mehr zu erfahren. Ihre Vision zeigte, wie der Assassine namens „Schwarzer Nebel“ an einem unbekannten Ort den Wissenschaftler Dr. Onishi Chigiro mit der Sicherheit von dessen Familie erpresste. Der Dr. sollte ihm eine Fernsteuerung bauen, mit der er einen Senchineru beeinflussen konnte. Seine Aussagen ließen darauf schließen, dass er bereits vor Wochen wusste, dass das Team zu der Werksbesichtigung eingeladen würde. Was natürlich sehr seltsam war. Kenshin war bereits aufgefallen, dass Kuroi Kiri irgendwoher gewusst haben musste, dass sie kommen würden. Aber so weit vor der Zeit, noch bevor das Team selbst davon wusste und noch vor dem Zwischenfall am Edo-Tower, was bedeutete dies? Konnte der Schwarze Nebel, ähnlich wie Esther in die Zukunft sehen? So präzise!? Wie sollten sie ihn dann besiegen? Auch ergab das belauschte Gespräch, dass der Assassine aus der selben Welt stammte wie die "Gäste" und dass er den originalen Kuroi Kiri getötet hatte.

Mummenschanz

Grade als das Team damit beschäftigt war, sich zu entscheiden, ob sie der Spur des seltsamen Dr. Onishi Chigiro (Professor Onigiri) folgen, oder zunächst die beiden in dieser Welt gestrandeten Personen, der andere O'Kage und die junge, weibliche Version von Ryu, wieder in ihre Welt schaffen sollten, klopfte es an der Tür.

Naginata erbat Eintritt und legte dabei eine von ihr ungewohnte Höflichkeit an den Tag, was die Freunde allerdings als Zugeständnis an ihren neuen Status abtaten. Die J-Pop-Ikone fletzte sich dann auch ungeniert, mit den Füßen auf dem Tisch, in einen Sessel und begann die drei zum gestrigen Tag und ihren weiteren Plänen auszufragen. Während man sich zunächst verbal etwas um den heißen Brei herum wand, diskutierte das Team auf mentaler Ebene, ob es angebracht sei, der Vorgesetzten zu verraten, was nun genau mit O'Kage nicht stimmte. Denn auch ihr war sein bisweilen erratisches Verhalten aufgefallen. Mit den Schmetterlingen im Garten zu tanzen, passte nicht wirklich zum Großen Schatten, den sie kannte. Esther war es schließlich, die das Schweigen brach und der Vorgesetzten erklärte, welche Umstände zu diesem seltsamen Verhalten führten. Die Wetter-Göttin war sichtlich erstaunt und begann nun heftig mit den Freunden darüber zu diskutieren, ob es denn sicher sei, die beiden Männer von einander zu trennen und wie man dies bewerkstelligen könne und wie sicher sie waren, das die andere Welt überhaupt noch existierte und nicht von diesem mysteriösen „Loki“ vernichtet worden war.

Enttarnt

Während dieser Gesprächsrunde fielen dem aufmerksamen Manuel jedoch einige Ungereimtheiten in ihren Aussagen auf. Und somit war er nach kurzer Zeit davon überzeugt, das hier nicht die wahre Naginata vor ihnen saß. Er sandte einen Satz an seine Kameraden, der diese aufhorchen lies: „Ich möchte euch daran erinnern, dass O'Kage in der Lage ist, das Aussehen jeder beliebigen Person anzunehmen.“.

Die beiden anderen achteten nun ebenfalls vermehrt auf die Aussagen ihres Gegenübers, die sich recht schnell in Widersprüche verstrickte. Jedoch ließen sie sich nichts anmerken und bemühten sich weiterhin klarzustellen, dass sie dem anderen O'Kage, denn um niemand anderen handelte es sich in diesem Moment, nur helfen wollten. Genau wie seiner Geliebten und den in der anderen Welt verbliebenen. Das die beiden zurückkehren müssten, um dort im Kampf gegen „Loki“ und was auch immer sonst noch dort wartete, zu helfen. Schließlich wurde es Kenshin aber zu bunt und er begann deutliche Hinweise darauf zu geben, das sie wussten, wer vor ihnen saß. Was die vermeidliche Naginata mit einem simulierten, schwarzen Blitzgewitter quittierte, das den Verdacht nun endgültig bestätigte. Davon unbeeindruckt rief Esther zunächst O'Kages Mobiltelefon an, was auch pflichtschuldig klingelte, jedoch nicht im Raum. Niemand hob ab. Dann wählte sie Naginatas Nummer und diese nahm tatsächlich ab.

Sie befand sich grade im Dojo der Festung. Zusammen mit "Kenshin".

Sofort war klar, dass es offensichtlich noch einen dritten, ungebetenen Gast auf der Festung gab, was der echte Kenshin jedoch mit einem Lachen und einer Bitte sein Gegenstück kennenlernen zu dürfen quittierte. Naginata war verständlicherweise sehr verwirrt und als dann noch ihre eigene Stimme aus dem Besprechungsraum ertönte, wurde sie erst recht misstrauisch. Welcher der „echte Kenshin war, war recht schnell geklärt, da jener im Dojo angab Naginata bereits seid 8 Jahren zu kennen. Nach einigen, eher plumpen Versuchen die Wahrheit weiter zu verschleiern, ließ die falsche J-Pop Diva dann ebenfalls die Maske fallen und entpuppte sich, wie vermutet, als O'Kage.

Jedoch saß sozusagen derzeit „der Andere“ am Steuer und dieser lies auch recht schnell durchblicken, das er mental in der Lage war mit dem echten Großen Schatten zu reden. Welcher wohl in keinster Weise glücklich über die Situation war. Die beiden starken Persönlichkeiten teilten sich einen Körper. Was die Eine etwas besser zu verkraften schien, als die Andere. Denn der „originale“ O'Kage hatte nachdem der „Andere“ sich zurückgezogen hatte, einmal mehr keine Erinnerung an die Zeit, in der er nicht Herr seiner Selbst war.

Man kam jedoch, nachdem klar gestellt worden war, dass Nippontai den in dieser Welt Gestrandeten helfen würde, recht schnell überein, dass Manuel im ehemaligen Sitz der Mioshi Corp. dafür sorgen würde, dass sich das Portal noch einmal öffnen würde. Diesmal kontrolliert und vor allem stabil. Zu diesem Zweck musste er allerdings noch einmal mit seinem Gegenstück in der anderen Welt in Kontakt treten und diesen bitten, ihm dabei zu helfen und Spezifikationen der nötigen Geräte zur Verfügung zu stellen. Um zu verifizieren, dass auch wirklich „Raphael“ am anderen Ende war und nicht etwa „Loki“, überlegte sich „der Andere O'Kage“ eine Frage, die nur dieser beantworten konnte. Wenn ihm Manuel damit beweisen konnte, das er tatsächlich mit „Raphael“ kommunizierte, würde er dem Plan vollends zustimmen. Manuel machte sich danach sofort auf in das Gebäude und beorderte eine Handvoll Techniker Nippontais dorthin, die ihm zur Hand gehen sollten. Ein wichtiges Detail, dass der "andere O'Kage" noch angab war, dass die Fähigkeit der extrem erhöhten Widerstandskraft in seiner Welt überaus selten war. Yumi Kara war die einzig bekannte "Nova", die über solche Fähigkeiten verfügte und somit für ihren Kampf überaus wichtig.

Dieser Hinweis wiederum lies die Vermutung zu, dass Kuroi Kiri ebenfalls eine "Glasskanone" sei. Zwar extrem geschickt und zu vielem fähig und tödlich, jedoch nicht fähig, viel Schaden auszuhalten.

Herzensangelegenheiten

Während diese Details geklärt wurden, begab sich Kenshin zur Trainingshalle, um dort mit dem „anderen Kenshin“ zu reden, der von Naginata bewacht wurde. Als er eintraf, saß dort tatsächlich ein Mann, der wie sein Spiegelbild wirkte. Bis auf die Tatsache, das seine Augen unversehrt waren und ihm der rechte Arm fehlte. Die beiden Männer unterhielten sich freundlich, wobei auffiel dass der „andere Kenshin“ wesentlich emotionsloser und „kälter“ reagierte, als sein Gegenpart dieser Welt. Der Mann war nicht unsympathisch, doch lächelte er nur sehr wenig und schien auch sonst zurückhaltender als das „Original“. Dennoch verstanden sich die zwei Krieger recht gut und stellten fest, das sie beide Amerikanische Comics mochten und dieselbe Ausbildung genossen hatten, da hörten die Gemeinsamkeiten jedoch auch schon auf. Der „andere Kenshin“ war als Waise auf den Straßen Tokyos aufgewachsen und war nachdem seine Frau und sein Kind auf grausame Weise umgekommen waren und er eruptierte, von seinem O'Kage rekrutiert worden. Auch hatte er andere Kräfte entwickelt, als der Kenshin dieser Welt.

Er hatte offensichtlich viel von seinem Meister gelernt und schien eher ein Abbild von Sauzando Naifu zu sein, denn der elektrisch geladene Kämpfer dieser Realität. Die größte und zugleich tragischste Überraschung war jedoch, dass er in seiner Welt mit der dortigen Esther zusammen war. Und er wusste nicht, dass diese tot war. Dem Soldaten war sofort bewusst, dass dieser Mann nie in seine Welt zurückkehren würde, wenn sie ihm nun alle Hoffnung raubten, dort seine Geliebte wieder zu sehen. Im Moment beugte er sich nicht nur dem Befehl seines Herren, er klammerte sich auch daran, die Frau wieder zu sehen, die er liebte und die auch ihn liebte.

Kenshin rang mit seinem Gewissen, entschied sich jedoch dafür, ihm nichts zu verraten. Nur so konnten er und auch sein Ebenbild der anderen Seite helfen.

Naginata hatte die Konversation verfolgt und schien ebenfalls nicht gewillt, die Wahrheit zu sagen. Schließlich kam man überein, dass der „andere Kenshin“ das Zimmer des „Echten“ dazu nutzen konnte, etwas zu Ruhen und sich frisch zu machen. Um dann auf den Einsatz am Abend zu warten. Grade als er, zusammen mit Naginata die Halle verließ, kam Esther herein, was ihn kurz ins Stocken brachte. Jedoch riss er sich zusammen, was ihm sichtlich schwer fiel und begab sich in den Aufzug, in dem die J-Pop Musikerin schon wartete.

Als Esther auf Kenshin traf, war dieser zunächst ungewöhnlich still. Dann jedoch schien auch er eine Entscheidung zu treffen und er erzählte ihr, dass ihre Gegenstücke in der anderen Welt ein Paar waren. Zunächst war sie bestürzt und empfand tiefes Mitleid mit dem „anderen Kenshin“, hatte sie doch selbst mit angesehen, wie ihr Gegenstück von „Loki“ mit einem Kopfschuss getötet worden war. Doch blieb ihr nicht viel Zeit zu Trauern. Ihr Kenshin sagte zunächst, dass es wohl besser wäre „dem Anderen“ dies nicht zu sagen und gestand ihr dann etwas umständlich und deutlich nervös, was er für sie empfand.

Kenshin schämte sich und schallt sich einen Idioten. Grade hatte er diese scheußlichen Erinnerungen in seiner Kameradin wach gerufen, da musste er ihr auch noch sagen, das er sie liebte. Aber, es war nun raus und konnte nicht mehr zurück genommen werden. Er musste nun mit der Situation klar kommen, egal wie sie ausgehen würde. Esther schien zumindest ein wenig geschmeichelt, von seinem Geständnis, doch war ihm schon nach kurzer Zeit klar, dass sie seine Gefühle nicht erwiderte. Sie wusste bereits seit einiger Zeit, dass er mehr für sie empfand, da sie wohl unabsichtlich seine Gedanken an sie aufgeschnappt hatte. Die Südafrikanerin hatte sich zurück gehalten und nichts anmerken lassen, aus Rücksicht auf die Gefühle ihres Freundes. Sie „mochte ihn“ und all das... sein Kopf schaltete auf Durchzug. Sein Mund brabbelte etwas davon, dass dies nicht so schlimm sein und alles in Ordnung und das er schon klar kommen würde... Und, und das meinte er absolut ehrlich, das er immer für sie da sein würde und alles in seiner Macht stehende tun würde, um sie zu beschützen. Nuja, so war das eben, sie waren gute Freunde und... Moment, was hatte sie da gesagt?

Esther sah wie sich Kenshins Ohren rot färbten und ihr Teamkamerad fing an zu stammeln und zu stottern. Was war denn das? Sie hatte ihm doch nur zu verstehen gegeben, dass sie, trotz Allem, einer Bettgeschichte nicht abgeneigt sei. Hatte sie da etwa schon wieder irgendeine japanische Gepflogenheit übersehen? Was stammelte er da? Er hatte, dank seines Vaters, noch keine engeren Beziehungen gehabt... Da fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Kenshin war noch Jungfrau!

Esther entschuldigte sich bei Kenshin, der dies auch annahm, aber sich dann,nachdem er sich wieder gefangen hatte, mit einem schiefen Grinsen und den Worten: „Bei Zeiten. - Ich gehe jetzt erst mal kalt duschen.“ verabschiedete.


Vorbereitung zum Start / Frage und Antwort

Einige Zeit wurde Manuel mit Esthers Hilfe an den Ort des Experiments gebracht und begann dort mit seinen Vorbereitungen. Er gab einem Techniker den Auftrag die Bitte um Unterstützung und die Sicherheitsfrage - was O'Kage und Raphael bei ihrem ersten gemeinsamen Abend außerhalb der Festung getan hatten - durch die noch immer vorhandenen Microportale zu senden. Zum Glück kam nur relativ kurze Zeit später die Antwort. Diese übermittelte er an Esther, welche sie wiederum an O'Kage geben sollte. Das einzige Problem war der doch recht pikante Inhalt der Nachricht: "'Wir haben Wir haben das beste Bordell Tokyos leergesoffen und die Huren besinnungslos gefickt". Außerdem konnte sie nicht sicher sein, auch tatsächlich dem „anderen O'Kage“ diese Nachricht zu bringen. Schließlich fasste sie sich ein Herz und fand den dunklen Samurai auch nach einigem Suchen, (wo?). Die Antwort auf die gestellte Frage lies diesen schallend auflachen und er bestätigte, das sie korrekt war.

Der „andere O'Kage“ willigte nun endgültig ein, den Versuch zu wagen, in seine Heimatwelt zurück zu kehren und begann, seine Team-Mitglieder zu versammeln. Auch diese stimmten, mehr oder weniger begeistert, zu. Zunächst aber, mussten noch diverse technische Hürden genommen werden, dann in der Anleitung, welche „Raphael“ übermittelt hatte, waren Gerätschaften enthalten, die es im derzeitigen Entwicklungsstand der Welt nicht gab. Manuel musste also improvisieren, oder neu bauen. Derweil bemühte sich Esther in der Werkstatt, dem Technik-Center der Festung, so viel benötigte technische Geräte zusammen zu bekommen, wie nur möglich und auch Personal, das damit umgehen konnte. Alles zusammen wurde per Portal an den Ort des Versuchs gesendet und der Aufbau nahm seinen Lauf.

The final countdown

Kenshin klärte mit Hilfe von Nippontai ab, dass die Edoer Polizei einige Blocks rund um das Gebäude herum unauffällig absperrte. Baumannschaften bezogen Stellung und begannen an strategisch gewählten Punkten, die Straßen zu sperren und aufzureißen. Dann entschied er sich den Luftweg zum ehemaligen Mioshi Corp. Gebäude zu nehmen und flog noch einen kleinen Umweg, zu einem Comicshop, wo er eine Kiste voll „Spiderman“-Ausgaben kaufte, die er seinem Gegenstück mitgeben wollte. Esther redete derweil noch einmal mit den anderen Ausgaben ihrer Freunde und Vorgesetzten. Sie alle waren mittlerweile davon überzeugt, dass es richtig war, in ihre Welt zurück zu kehren und den Kampf dort fortzuführen. Sie konnten ihre Freunde dort nicht im Stich lassen. Es fiel ihr noch immer schwer dem „anderen Kenshin“ nicht zu sagen, dass seine Partnerin dort bereits seit langem tot war, doch erkannte auch sie, dass er es besser selbst herausfinden sollte. Als Manuel sich meldete und durchgab, dass er mittlerweile bereit war, das Portal in die andere Welt zu öffnen, schickte sie die Reisenden mittels eines der Ihren zum Ort des Geschehens.

Kaum trafen die Fremden dort ein, als auch schon die Realität begann, sich zu verändern. Die alte, verfallene Bauruine, schien sich mit dem Gebäude auf der anderen Seite teilweise zu überlagern und geisterhaft konnte man die Angestellten der Firma durch die Gänge laufen sehen. Auf dem Dach des Gebäues hatte Kenshin Posten bezogen, um die Umgebung im Auge zu behalten, damit sie nicht gestört würden. Doch als die Quantenebene in Aufruhr geriet, wurde seine Wahrnehmung derartig gestört, dass Esther ihm helfen musste, seinen Weg in den Keller zu finden, wo er dafür sorgen sollte, das die benötigte Spannung in den eigens angebrachten Starkstromkabeln vorhanden war. Er schickte Esther wieder nach oben, zum Portal, mit dem Hinweis, dass sie seinem Gegenstück das Paket von ihm überreichen sollte, um diesen Mann zu inspirieren. Was die Südafrikanerin auch tat. Dann begann er auf Manuels Geheiß damit, die Spannung im Netz langsam zu erhöhen.

Start und Abflug

Diesmal funktionierte zunächst alles reibungslos und schon nach wenigen Minuten begann sich ein Lichtwirbel zu formen, der sich jedoch nicht zu einem Portal ausweiten wollte. Einige Lichtblitze, Kommunikation von der anderen Seite, brachten die Antwort. Die Energie reichte noch immer nicht aus. Es lag an Manuel und Esther zu entscheiden, ob sie das Risiko eingehen sollten Kenshin zu bitten, über seine persönliche Schwelle hinaus Macht auszuüben, oder ob Sanmiittai, die K.I. der Festung, die sich per Datenleitung ebenfalls vor Ort befand, die Steigerung der Energieimpulse übernehmen sollte, indem er Edos gesamten Strom hierher umleitete. Kenshin war zwar bereit, das Risiko einzugehen, um zu helfen, jedoch entschied sich Esther dagegen und ordnete an, das die künstliche Intelligenz ihren Plan umsetzte.

Draußen wurde es dunkel und nach einigen Augenblicken begann der Asphalt der Straßen an den Stellen an denen Kabel nahe der Oberfläche verliefen zu dampfen und in der Ferne war ein dumpfes Wummern zu vernehmen. Ebenso wie auf der Quantenebene, wo in regelmäßigen Abständen Impulse durch den Äther rasten. Der Reaktor der Festung lief auf Hochtouren! Kenshin spürte diesen Anstieg der Energie als starken Schmerz, doch biss er die Zähne zusammen und fungierte weiterhin als lebendiger Kondensator für die riesigen Energiemengen.

Mit einem Male zerbarsten zwei der Feld-Emitter, die Manuel kreisförmig aufgebaut hatte und ein gleichförmiger, stabiler Riss im Gefüge der Realität tat sich auf. Dahinter war eine in einem Rollstuhl sitzende Gestalt erkennen. Als das Bild deutlicher wurde, erkannten die Freunde „Raphael“, der staunend zu ihnen hinüber blickte und dann winkte. Er saß inmitten eines ähnlichen Aufbaus von Gerätschaften, die jedoch weitaus zusammengeschusterter und ramponierter wirkten, als bei der ersten Begegnung. Außerdem schien das Gebäude, in dem er sich befand, stark beschädigt und er selbst wies graue Schläfen und vermehrte Falten im Gesicht auf. Einige Roboter umgaben ihn die auf seine Anweisungen hin an den Geräten arbeiteten.

Abschied

Die „Besucher“ verabschiedeten sich von den anwesenden Helden und bedankten sich für deren Hilfe. Alle hofften, dass die beiden schwarzen Samurai wieder getrennt würden, sobald ihr Körper das Tor berührte, wie Manuel es theoretisch vorausgesagt hatte. Und zum Glück passierte auch genau dies. In einem Lichtblitz flog O'Kage von seinem Gegenstück weg, als dieses durch das Tor schritt. Das andere Universum hatte ihn sozusagen „abgestoßen“. Allerdings blieb er betäubt in einer Ecke des Raumes liegen und einige Techniker kümmerten sich um ihn, so gut sie konnten.

Alle „Besucher“ waren nun in der Fabrikhalle angekommen, die in der anderen Welt als Ausgangspunkt für das Portal diente und man begrüßte sich mehr oder minder enthusiastisch. Die erste Frage war natürlich, weshalb „Raphael“ so stark gealtert wirkte und er eröffnete ihnen, dass seit ihrem Verschwinden durch das Tor knapp 8 Jahre vergangen waren. Was natürlich alle in großes Erstaunen und Sorge versetzte. Doch bevor noch irgendjemand näher darauf eingehen konnte, krachte die riesige Faust eines Senchineru durch das Dach der Halle und die Maschine eröffnete das Feuer auf die versammelten Helden. Anscheinend waren die Kampfroboter nicht mehr mit dem dortigen Nippontai verbündet.

Helfen, um jeden Preis

Manuel war einmal mehr der Erste, der reagierte und begann auf das Portal zu zu gehen, von dem er wusste, das es noch einige Minuten stabil geöffnet bleiben würde. Esther versuchte zunächst, ihn zurück zu halten, da sie das Risiko dort zu stranden, für zu groß hielt, doch der junge Filipino weigerte sich und sagte, dass der Feind schon seit geraumer Zeit in beiden Welten koordiniert handelte, und sie nun zum ersten Mal die Möglichkeit hätten, diesen Vorteil, wenn auch nur kurzzeitig, auszugleichen. Schließlich wusste man auch, dass sie ihren Feinden weitaus weniger entgegenzusetzen hatten, als die hiesigen Superwesen.

Kenshin war in das mentale Gespräch eingebunden worden und hörte so ebenfalls, was geschah. Er bemühte sich den Stromfluss zu stabilisieren und schaffte dies auch nach wenigen Augenblicken. Die Energie würde auch ohne ihn zunächst weiter fließen und ihr Niveau halten. Also, flog er, körperlos wie er war, so schnell er konnte nach oben, zum Portal und raste ebenfalls hindurch. Auch er konnte nicht tatenlos zusehen, wie dort drüben noch mehr Helden starben. Auch schaffte er es Esther zu überzeugen mit ihnen zu kommen.

Take me to the other side

In der Fabrikhalle angekommen begann das Team, zusammen mit den heimischen Helden, sofort den angreifenden Roboter zu bekämpfen. Der „andere O'Kage“ griff mit seinem riesigen No-Dachi an, der „andere Kenshin“ feuerte aus seinen Waffen auf den Roboter und versuchte dessen Sensoren mittels tiefer Schatten zu stören. Die weibliche Ryu verwandelte sich in ihre Drachenform und stürzte sich brüllend auf die Kampfmaschine.

Manuel verwandelte sich in Stahl und begann den Roboter mit harten Schlägen zu malträtieren, nachdem er gemerkt hatte, das seine Magnetkräfte bei diesem nicht wirkten. Auch errichtete er ein magnetisches Schutzfeld um die anwesenden Helden dieser Welt, um den Kugelhagel zumindest abzuschwächen. Leider wurden jedoch sein Ebenbild „Raphael“ und der „andere Kenshin“ dennoch getroffen und verwundet. Beide kämpften jedoch tapfer weiter, so gut es ging.

Kenshin flog, noch immer immateriell, mit voller Geschwindigkeit auf den Roboter zu und in dessen Brustkorb hinein. Dort angekommen streckte er alle Gliedmaßen von sich und begann damit, den Stromkreislauf der Maschine zu überladen.

Esther kam auf die Idee ein Portal unter einem Bein des Senchineru zu öffnen und wenn dieses hindurch glitt sofort wieder zu schließen. Gleichzeitig gelang es Manuel, dank seiner neu erlernten Fähigkeiten, unter dem anderen Bein der riesigen Maschine einen Teil der dort vorhandenen Erde in Säure zu verwandeln.

In der Zwischenzeit war auch O'Kage wieder auf den Beinen und trat ebenfalls durch das Portal, um im Kampf beizustehen.

Der Kampfroboter sank nun mit einem Bein ein und sein anderes Bein wurde beinah glatt abgetrennt und krachte in einiger Entfernung zu Boden. In seinem Inneren hatte Kenshin es geschafft, sich in in die Energiesignatur des Robots einzuschalten und überlud nun dessen Schaltkreise, indem er dessen Energiequelle über ihre volle Leistung hinaus beanspruchte. Gleißende Lichtbögen stoben über die Haut der Kampfmaschine und sie begann unkontrolliert zu zucken. Zum Glück hatte die Drachin Esthers Warnung gehört und von ihm abgelassen. Die Sicherungen des Senchineru brannten durch und seine Schaltkreise verschmorten, sein Kopf wurde von der Explosion seines internen Mini-Reaktors abgerissen und empor geschleudert, wo Manuel ihn auffing.

Signal To Noise

Der Körper der Maschine brach zerstört zusammen. Kenshin war nicht bewusst gewesen, dass diese über eine nukleare Brennstoffzelle verfügte und somit hatte die austretende Strahlung und Energie der Explosion selbst ihm heftig zugesetzt. Er taumelte aus den Trümmern des Roboters, grade als „Raphael“ erschreckt feststellte, dass dieser ein Notsignal sendete, dessen Transmitter die Explosion wohl überstanden hatten. Manuel hatte die rettende Idee und warf, dank seiner übermenschlichen Stärke und Flugfähigkeit, die Teile des Roboters weit in die Trümmer der zerstörten Stadt hinein. So würde man den Widerstand nicht so schnell aufspüren können.

Als er sich dann umsah, erschauerte selbst er. Ganz Edo, oder wie es hier in dieser Welt noch hieß, Tokyo war zerstört und nur mehr Schutt und Asche. Was für ein unvorstellbar grausamer Krieg musste hier getobt haben? Hier und da sah er zerlumpte Gestalten, die zwischen Trümmern Schutz und Nahrung suchten, vereinzelte Feuer und überall Zerfall. Grauenhaft.

Seine Kameraden hatten sich derweil in der Halle versammelt und bemühten sich vom zum Glück nur leicht verwundeten „Raphel“ eine Übersicht über die Lage zu bekommen. Doch schon wieder kam es zu keinem wirklichen Gespräch, da das Portal begann instabil zu werden. In aller Eile verabschiedete man sich von den Freunden aus der anderen Welt und versprach zu Hilfe zu eilen, wenn dies von Nöten war. Bevor er ging, baute Manuel noch eine mentale Verbindung zu Raphael auf, was erstaunlich einfach war. Er vermittelte ihm, wie es ihm gelang, seinen Körper in Metall zu verwandeln und fügte hinzu, dass Metall formbar sei, und Raphael so vielleicht wieder über Beine verfügen könnte. Raphael Geist sog dieses Wissen auf wie ein trockener Schwamm. Der letzte, der das Portal durchschritt war O'Kage, der noch einige markige, wenn auch ein wenig pathetische, Worte an die zurück bleibenden Helden richtete. Hinter ihm schloss sich das Portal endgültig.

Die Freunde machten sich ohne große Umschweife auf zur Festung, wo Kenshins Wunden versorgt wurden und man sich ausruhen wollte.

Anerkannte EP: 6
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