Kapitel 18: Wenn ein Kind eine SMS schickt

Aus Aeonversum
Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Zwei Wochen Pause - 17.-31. August 2005

Esther

Esther kümmert sich in der "freien" Zeit um die Berichte zu den vorherigen Ereignissen und übermittelt diese an Ryu und O'Kage. Dabei lässt sie nichts aus und arbeitet die Berichte von Kenshin und Manuel ebenfalls ein.

Um ihrer neuen Rolle als Teamleader gerecht zu werden besucht sie ein paar Seminare, die ihr die entsprechenden Fähigkeiten vermitteln sollen. Ihr erstes Seminar ist eins zum Thema Psychologie (wie funktionieren Menschen unter Druck? Welche Druckmittel muss man anwenden, um an Informationen zu kommen? etc.). Das zweite Seminar ist eins zum Thema Rhetorik, Miatarbeitermotivation und Teamleitung. Weitere Seminare besucht sie dann, wenn Zeit ist.

Weiteres Wissen wird sie sich durch Bücher aneignen, sofern das möglich ist.

Sie wird es sich zur Gewohnheit gemacht haben, morgens nach dem Aufstehen zu meditieren und zu trainieren (wahlweise mit Kenshin oder O'Kage, je nachdem, wer Zeit hat).

Esther gibt etwas bei Kyojin in Auftrag (was hier nicht näher genannt wird, um die Überraschung im Spiel nicht zu verderben).

Hikari

Hikari benötigte Auszeit. Wie durch ein Wunder war das Schutzschild, welches sie reaktiv zwischen sich, den Kindern und dem Senchineru etabliert hatte, nicht auf sie zurückverfolgt worden. Man hatte die anderen anwesenden Attarashi Kokka als Verursacher angesehen. Nichtsdestotrotz benötigte sie Urlaub - Vierzehn Tage sollten es sein. In dieser Zeit nahm sie sich zeit für sich selbst, besuchte aber auch ihre Gorßeltern in Kagoshima.

Natürlich versuchte ihre Großmutter sie wieder einmal mit dem einen oder anderen Junggesellen zu verkuppeln, sie ließ auch einige Treffen zu, aber ergeben hatte sich nichts. Sie wollte es auch nicht. In der Großstadt Edo hat sie ihre Freiheit schätzen gelernt und vor allem gab es deutlich wichtigere Dinge nun, da sie binnen Minuten enttarnt wurde.

Dann aber kam es zu einem folgenreichen Gespräch mit ihrem Großvater. Die Gorßmutter war indes einkaufen. Ob es der Shōchū war, der die Zunge lockerte oder einfach nur der Moment der Stille in dem kleinen Garten hinter dem Haus... es kam, wie es kommen musste. Zuerst sprach sie nur nebulös von den Dingen, die ihr widerfahren waren und über die Vergangenheit der Familie. Auch der Großvater hatte sich damals, nach dem Krieg, nicht immer an alte Konventionen gehalten, hatte gar eine Frau geheiratet, die zum Teil Gaijin war. Dieses Thema war aufgekommen, weil Hikari den ganzen Tag schon mit der Visitenkarte von Manuel gespielt hatte, und der Großvater fälschlich angenommen hatte, dass es sich dabei um Dinge des Herzens drehte. Dann sagte er den einen bedeutsamen Satz: "Es zählt nicht, was wir sind, es zählt das, was wir werden. Wenn es Zeit ist, das Alte hinter sich zu lassen und zu etwas Neuem zu werden, dann ist es so. Alles ist merkwürdig, bis wir es verstanden haben!"

Dieser Satz löst ihre Zunge und sie erzählte ihrem Großvater alles. Er war unglaublich geehrt davon, ein Mitglied des neuen Volkes in seiner Familie zu wissen und bemühte sich, ihr Ratschläge zu geben. Es sollte jedoch ein Geheimnis zwischen ihr und ihrem Großvater bleiben. Um ihren Großvater, der in der Zwischenzeit die Shōchū Flasche vollends geleert hatte, vor dem Zorn ihrer Großmutter zu bewahren - sie mochte es nicht, wenn er so viel trank - wendete Hikari zum ersten Mal in ihrem Leben ihre Kräfte bewusst und gezielt ein: Sie legte ihre Hand auf den Arm ihres Großvaters und konzentrierte sich darauf, den Alkohol aus seinem Körper zu vertreiben. Ihre Sinne drangen in ihn ein, und schnell fand sie den Alkohol. Mit einer enormen geistigen Kraftanstrengung schob sie diesen hinfort. Danach ging es ihrem Großvater so gut sie schon lange nicht mehr. Auch einige andere, chronische, Leiden, hatte sie offenbar mit ihren Kräften hinfort gewischt. Danach zog Hikari sich zurück.

Sie genoss die letzten Tage und ließ dabei immer wieder ihre Finger über die Visitenkarten von Manuel gleiten. Bis es soweit war - sie schrieb sie ihm eine E-Mail und bat um ein Treffen.

Kenshin

Kenshin widmete die freie Zeit dem Ausbau einiger privater Unterkünfte und konnte sich sonst weiterhin mit seiner normalen Arbeit beschäftigen.

Allerdings bemühte er sich auch, zu lernen wie es ist, ohne die besonderen Kräfte eines Atarashi Koka zurecht zu kommen. Er versuchte, wenn dies möglich war, diese herunter zu fahren und sich ausschließlich auf sein Gehör und andere Sinne zu verlassen. Wie ein normaler, blinder Mensch.

Manuel

Manuel nutzte die zwei Wochen Verschnaufpause ausgiebig:

Zum einen, um weiter daran zu arbeiten, seinen mutagenischen Zerfall abzubauen. Während dieser Zeit traf er sich auch immer wieder mit Amai.

Auch mit Miko lernte er weiter. Mittlerweile ist er dabei an einem Punkt angekommen, dass er beginnt, andere Personen zumindest im Ansatz besser zu verstehen. Er kann sie zwar noch immer nicht direkt lesen, aber die Motivationen hinter ihren Handlungen eher erahnen, als es vorher der Fall war.

Eine der Personen, bei denen dies zuerst offenbar wurde, war O'Kage, mit dem sich Manuel ausgiebig über den Zwischenfall unterhielt, der zu den Eruptionen des Teams geführt hatte. Es stellte sich heraus, dass das Wissen, wo genau das Zentrum sich befand, nur dem anderen O'Kage zur Verfügung stand. Der echte gab ein Versagen bei den entsprechenden Nachforschungen zu, was Manuel damit konterte, dass sie nur dann versagt hätten, wenn sie nicht weiter untersuchen würden.

Im Verlauf der Gespräche mit O'Kage fand er auch ein wenig mehr über die Beziehungen zwischen Nippontai und Dr. Onishi heraus, allerdings wenig, was aktuell verwertbar gewesen wäre.

Einmal war er auch mit Miko bei seiner Mutter, und Miko stellte fest, dass diese in ihren Gedanken Quantenspuren trägt, die aber nicht direkt für ihren Zustand verantwortlich sind. Im Kopf von Maricel Hamapongo erlebt diese immer und immer wieder den selben, glücklichen Tag. Ein Tag, weit in der Vergangenheit, als Manuel noch ein kleiner Junge war und sie alle gemeinsam bei der Schmiede wohnten. Sie sieht auch eine gewisse Chance, dass es mit einiger Anstrengung gelingen könnte, zu der Person vorzudringen, die sie einst war. Jedoch würde dies nicht lange funktionieren und auch nicht oft. Vielleicht nur ein einziges Mal.

Ein weiteres Projekt begann er ebenfalls in dieser Zeit. Das Projekt trägt den Arbeitstitel Kiseki Center und die Planung ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass Manuel vor hat, es seinen Freunden bei den nächsten Gelegenheit zu präsentieren.

Nachdem Manuel nach etwa 1,5 Wochen wieder vollen Zugriff auf seine Kräfte hatte, begann er auch, sich intensiver bei Unlimited Imagination mit dem Projekt für die Buendia Corporation zu beschäftigen. Er fand zwei mögliche Ansatzpunkte, und begann, Spezialisten auf den entsprechenden Gebieten zu rekrutieren. Sollten die entsprechenden Forschungen erfolgreich verlaufen, würden sie viel mehr ermöglichen als bisher geplant. Entsprechend fasziniert war er davon, und verbrachte viel Zeit damit.

Was Manuel nicht erwartet hatte war, dass der Rückkehr zur vollen Kraft dafür sorgte, dass seine Treffen mit Amai nicht mehr so harmonisch verliefen wie bisher. Offenbar hatte sie Angst vor ihm, was er nicht verstehen konnte.

Ein zweites Treffen - 26. August - 01. September 2005

Kontaktaufnahme - 26. August 2005

"Wann und Wo können wir uns treffen?" - dies war der entscheidende Satz in der Nachricht von Hikari an Manuel. Die Formulierung ließ Spielraum, ob sie sich mit ihm persönlich treffen wollte, oder ebenfalls mit Esther. Da Manuel noch immer von letzten Abend traumatisiert war, an dem Amai ihm offenbart hatte, dass sie Angst vor ihm hatte, leitete Manuel die Nachricht an Esther weiter. Sollte die Chosa entscheiden. Manchmal war es wirklich praktisch, eine Vorgesetzte zu haben.

Esther erhielt die Nachricht und entschied, nach einem Telefonat mit Manuel, dass es besser wäre, sich gemeinsam zu treffen. Als Ort wurde das kleine Café am südlichen Strand der Bucht von Edo ausgewählt. Es war ein öffentlicher aber ruhiger Ort. Außerdem waren die Waffeln einfach fürchterlich lecker.

Angesetzt wurde das Treffen für den Abend des 01. September 2005. Hikari wäre da bereits vom Besuch bei ihren Großeltern zurück in Edo, jedoch immer noch im Urlaub.

Im Café - 01. September 2005

Manuel ließ sich zum Café fahren, während Esther wie immer eines ihrer Portale nutzte, um zum Treffpunkt zu gelangen. Das sorgte dafür, dass Hikari einige Grüppchen von Menschen sah, die sich aufgeregt unterhielten und dabei immer wieder auf ihre OpPhones starrten bzw. sie den jeweils anderen zeigten. Sie selbst war ebenfalls mit dem Auto gekommen, aber im Gegensatz zu Manuel fuhr sie selbst. Einen Toyota. Zwar nicht die neueste Generation, und auch nicht besonders geräumig, aber wer brauchte auf den Straßen von Edo schon ein großes Auto.

Die beiden bereits anwesenden Attarashi Kokka begrüßten Hikari. Die Amerikanijin sehr freundlich, der Filipino verbeugte sich, wie schon im Werk, sehr steif und exakt so tief wie beim letzten Mal. Dann setzten sich alle drei an einen Tisch im Außenbereich des Cafés. Es war ein heißer Tag gewesen, und auch der Abend hatte noch hohe Temperaturen zu bieten. Entsprechend wurden bei der Bedienung kalte Getränke bestellt. Und Waffeln.

Das Gespräch begann mit ein wenig Smalltalk zwischen Esther und Hikari und man wartete auf die Waffeln, die auch alsbald kamen. Für Hikari war dabei verwunderlich, dass eine der Portionen mit hölzernem Besteck geliefert wurde. Sie sprach dies an, und damit begannen die Gespräche ernsthaft.

Sie erfuhr, dass die beiden anderen, sowie noch mindestens eine weitere Person, am selben Tag wie sie eruptiert waren, und es deshalb eine Verbindung zwischen ihnen gab. Eine Verbindung, die sie seit ihrer Ankunft hier bereits wieder gespürt hatte. Vertrautheit, die nicht Freundschaft oder Liebe war, sondern zugleich viel mehr und viel weniger. Etwas völlig fremdes, und zugleich doch Vertrautes. Der Filipino nannte es "Synchronizität der Quantensignaturen", was auch immer das sein sollte.

Während des Gespräches stellte Hikari auch fest, dass die beiden anderen offenbar in der Lage waren, sich zu unterhalten, ohne Worte zu benutzen. Insbesondere schienen sie das immer dann zu tun, wenn sie Fragen stellte, auf die danach ausweichende Antworten gegeben wurde. Wie zum Beispiel, ob sie im Kuro-Tek Werk wirklich nur zur Besichtigung gewesen wären. Auch auf diese Art der Kommunikation sprach sie die beiden an, und erfuhr, dass wirklich eine Art der mentalen Verbindung existierte. Daraufhin berichtete sie, dass sie tatsächlich in den letzten Wochen sonderbare Träume gehabt hätte. Von Formeln und sich verbiegenden Metallen, von einem Raum, in dem diverse Amerikaner eine Art Seminar besuchten, und von Bildern, die keine Bilder waren, sondern aus Konturen bestanden.

Kurz darauf spürte sie in ihrem Geist eine Berührung, so dreist und intim, dass sie davor zurückschreckte und den Kontakt nicht zuließ. Aber sie ließ sich auch nichts anmerken, so dass Manuel, von dem der Kontakt ungefragt und ohne Ankündigung ausgegangen war, davon ausging, dass eine Verbindung zu ihr nicht möglich war.


Besuch der Maske

Kurz darauf geschah etwas völlig seltsames: Die Bedienung war gerade dabei, Kaffee nachzuschenken, als plötzlich alles einfror. Sogar der Kaffee blieb in der Luft hängen. Ebenso die Möwen am Himmel. Nichts bewegte sich mehr außer den drei Attarashi Kokka. Alle drei waren gleichermaßen davon überrascht. Sie wollten sich gerade umsehen, was die Ursache war, als mit einem Ploppen aus dem Nichts eine Gestalt in Umhang und mit No-Maske von einem Steg schlendernd auf sie zukam. Wie immer trug er wenig außer einem dunklen grauen Kimono mit Gugel.

Okura No Oni. Mal wieder schien er sich den Gefährten aus irgend welchen Gründen zeigen zu wollen. Und wieder einmal offenbarte er dabei eine neue Kraft: temporale Manipulation. Sogar selektiv auf alles bis auf vier Personen. Oder war es das wirklich? Genauso gut konnte es eine Illusion sein. Eine Welt, die nur im Geist der vier Personen existierte. Dafür sprach, dass auch die Uhren der drei Attarashi Kokka stillstanden.

Okura No Oni begrüßte Esther und Manuel als wären sie alte Freunde, und zeigte sich erfreut darüber, dass sie und Hikari sich gefunden hatten. Nun, da das der Fall war, könne endlich begonnen werden.

Jedes Mal, wenn er einen der Anwesenden anblickte, veränderte sich seine Maske.

Blickte er Manuel an, wandelte sich das Keramik der Maske zu der Gesichtsform eines staunenden Jungen, blickt er Esther an, wurde sie zu einem lachenden betrunkenen Mann, blickte Hikari an, war es das Gesicht eines weisen alten Mannes. Was wollte dieses mächtige Wesen damit den Bekannten sagen? Oder spiegelte die Maske die Gefühle des ehemaligen Menschen unter der Maske wieder?

Hikari war von all dem sichtlich verwirrt, weshalb sie sich sehr zurückhielt. Offenbar kannten die anderen beiden diese Gestalt, und auch wenn sie angespannt wirkten, so schien keine akute Gefahr zu bestehen.

Manuel nutzte dieses erste Zusammentreffen mit Okura No Oni seit dem Trennen der Verbindung zwischen den Welten, um in Erfahrung zu bringen, ob Loki und Okura No Oni wirklich die gleiche Gestalt waren, oder ob es sich nur um die beiden Versionen aus den unterschiedlichen Welten handelte. Diese Frage brachte Okura No Oni dazu, laut zu lachen und Manuel für diese dumme Annahme zu schelten. Offenbar waren die beiden nicht die gleiche Person, wie bisher angenommen.

Esther fragte ihn noch, warum er eigentlich hier war, und was er wollte. Okura No Oni antwortete, kryptisch wie immer, dass er lediglich diesem Moment beiwohnen wollte. Auch bezeichnete er Hikari als "die neue Yumi Kara", was Esther zu einer kurzen Tirade veranlasste. Kurz darauf, und nach ein paar weiteren belanglosen Fragen und Aussagen, verabschiedete sich Okura No Oni.

In dem Moment, in dem er wieder verschwand, lief auch mit einem Mal die Zeit wieder normal. Niemand der anderen anwesenden Personen schien irgend etwas bemerkt zu haben.

Auf zur Festung

Nachdem er wieder verschwunden war, war die bis dato eigentlich lockere Stimmung, völlig verändert. Esther und Manuel entschieden, dass es das Beste wäre, Hikari auf die Festung in den Wolken zu bringen, denn wenn Okura No Oni bereits Interesse an ihr hatte, so musste Ryu davon erfahren. Außerdem war ihr vorher bereits angeboten worden, dass sie dort mehr über ihre Kräfte lernen konnte.

Also öffnete Esther ein Portal. Hikari traute der Sache noch immer nicht, also ließ sie zuerst Manuel hindurchgehen. Als sie sah, dass er unbeschadet auf der anderen Seite heraustrat, folgte sie ihm. Und etwas benommen und mit flauem Magen betrat sie zum ersten Mal in ihrem Leben die Festung in den Wolken.

Die Festung - 01. - 03. September 2005

Begegnungen - 01. September 2005

Naginata

Hikari fand sich nach dem Schritt durch das Portal auf einem mit Kieseln ausgelegten Platz wieder. Durch ihre momentane Desorientierung nahm sie kaum wahr, dass die Waffen der Soldaten kurz auf sie gerichtet waren, bevor eine junge Frau, die sie sofort als ihr Idol Naginata erkannte, ihnen bedeutete, sie zu senken. Dann kam Kasai Michiko mit freundlichem Blick auf sie zu und begrüßte sie im Namen von Nippontai auf der Festung in den Wolken. Hikari war noch immer völlig überwältigt. Bewaffnete Soldaten, ausgefahrene Geschütztürme, und dann ihr Idol, direkt vor ihr. Und sie sprach sie sogar an. Diese direkte Ansprache brachte sie aus ihrer Starre heraus und sie grüßte freundlich und formell formvollendet zurück.

Nach der Begrüßung wandte sich Naginata an die Shōsa Esther O'Hara. In einem kurzen Wortwechsel wurde ihr erst einmal die Verantwortung für Hikaris Anwesenheit auf der Festung übertragen. Über die Fakten, insbesondere das Auftauchen von Okura No Oni würde sie Ryu informieren. Danach zog sie sich, zusammen mit den Soldaten, zurück.

Die drei steuerten dann, angeführt von Esther, auf den eigenen Flügel der Festung zu, und dort in den Besprechungsraum.

Sanmiittai

Auf dem Weg dorthin begegneten sie noch von einer Sicherheitsdrohne, die Hikari kurz scannte. Erst, nachdem Esther bestätigte, dass diese hier sein durfte, zog die Drohne wieder ihrer Wege. Ohne es zu wissen, war Hikari gerade auf Sanmiittai getroffen.

Besprechungsraum

Im Besprechungsraum angekommen, aktivierte Manuel die Holosysteme und rief ein paar Fakten über Okura No Oni auf. Nichts, was besonders tiefgreifend gewesen wäre, aber Esther und er waren der Ansicht, dass Hikari zumindest ein paar grundlegende Informationen über diesen Mann haben sollte, wenn dieser schon Interesse an ihr zeigte.

Als sie noch dabei waren, die Auswirkungen, die das auf Hikaris Leben haben würde, zu diskutieren, meldeten die Systeme des Besprechungsraumes, das Besuch vor der Tür stand.

Ryu

Es war niemand geringeres als Ryu-kou Dono. Formell wie immer bat er, eintreten zu dürfen, was Shōsa O'Hara natürlich mit tiefer Verbeugung gestattete. Auch Hikari und Manuel waren aufgesprungen. Hikari warf sich auf den Boden, wie es ihrem Stand angemessen war. Manuel tat, was er immer tat: Er imitierte die Verbeugung Esthers, was in diesem Fall jedoch falsch war. Ein kurzer Blick von Naginata, die ebenfalls dabei war, sagte ihm, dass auch er sich tiefer zu verbeugen hatte. Da er die Nuancen nicht verstand, wählte er also die andere anwesende Person, Hikari als Ziel seiner Imitation, und warf sie ebenfalls auf den Boden. All das wurde von Ryu nur mit einer hochgezogenen Augenbraue quittiert.

Ryu und Naginata betraten den Raum, deuteten den Anwesenden an, dass sie sich wieder erheben mögen, und nahmen am Tisch Platz.

Es folgte ein kurzer Bericht an den Anführer Nippontais über den "Besuch" der Maske. Ryu zeigte sich beunruhigt, dass dieser scheinbar schon wieder über neue Kräfte verfügte. Aber auch der Umstand, dass eine Attarashi Kokka seit nunmehr acht Monaten in Edo lebte, ohne sich über ihre Kräfte völlig bewusst zu sein, oder den Umgang mit diesen erlernt zu haben. Entsprechend übertrug er Esther die Verantwortung dafür, dass Hikari eine Ausbildung erhielt. Bis diese weit genug fortgeschritten war, würde sie auf der Festung wohnen. Und, so sie es wünschte, und das Team das auch so sah, könnte sie danach womöglich den Hogo Kyodai beitreten. Die Verlängerung des Urlaubs würde Nippontai mit Kuro-Tek klären.

Nachdem all das geklärt war, verabschiedeten sich Ryu und Naginata wieder und ließen die drei im Besprechungsraum allein.

Ausbildung - 01. - 03. September 2005

Entscheidung - 01. September 2005

Esther hatte die Worte von Ryu vernommen, und nahm sie als Anweisung, sich selbst um die Ausbildung von Hikari zu kümmern. Sie bat Manuel um Hilfe bei den Aspekten, die ihm eher als ihr lagen, und er sagte zu. Da aber sowohl Esther als auch Manuel am darauffolgenden Tag, einem Freitag, anderweitige Verpflichtungen hatten, wurde der Beginn des Trainings auf Samstag, den 03. September 2005 festgelegt. Den Tag bis dahin sollte Hikari nutzen, um alle notwendigen Vorbereitungen zu treffen.

Vorbereitungen - 02. September 2005

Viel gab es jedoch nicht, was Hikari vorbereiten musste. Sie hatte ohnehin Urlaub gehabt. Ein Urlaub, der nun auf Anweisung von Nippontai ausgedehnt werden würde. Das bedeutete, dass ihrem Arbeitgeber wohl klar werden würde, dass sie eine Attarashi Kokka war. Warum sonst sollte eine solche Anweisung von Nippontai ausgehen? Also war es nun wirklich vorbei mit der Geheimhaltung.

Manuel, der Hikari mehrfach sehr genau betrachtet hatte, nutzte den Tag neben seiner Arbeit dazu, einen leicht gepanzerten Kampfanzug für sie zu besorgen und mittels seiner Kräfte exakt auf ihre Maße anzupassen.

Training - 03. September 2005

Theorie ...

Früh am Morgen des folgenden Samstags begann dann das Training. Los ging es mit einigen theoretischen Grundlagen der Quantenkräfte, erklärt von Manuel. So erfuhr Hikari, dass die Kräfte an sich wenig Grenzen haben, aber der Geist von Attarashi Kokka (noch) nicht in der Lage ist, das volle Spektrum der Möglichkeiten zu erfassen. Daher bilde jeder Geist sich Krücken, mit denen er bestimmte Effekte erzielen könne, die fest definierte Grenzen hätten. Im Verlauf der Zeit könne man diese Grenzen erweitern, oder sogar völlig neue Kräfte entwickeln. Aber auch eine spontane Überschreitung der Grenzen sei möglich, auch wenn dann unkontrollierte Energie durch den Körper fließt, die sich ansammelt und negative Folgen haben kann. Dieser Prozess wurde mutagenischer Zerfall genannt. Oftmals stünden die Kräfte, über die ein Mitglied des neuen Volkes zu Beginn verfügt, im Zusammenhang mit seinem Wesen, oder mit dem Zeitpunkt, zu dem er eruptiert sei.

Über diesen letzten Punkt kam die Sprache darauf, wann und wo genau Hikari eruptiert war. Manuel hoffte, einen weiteren Datenpunkt zu erhalten, um die Quelle der Quantenwelle näher ausmachen zu können, aber Hikari war in der Nähe des U-Bahn Schachtes gewesen, in dem auch Esther und Kenshin eruptierten. Und sie hatte mit ihren in diesem Moment entwickelten Kräften eine Gondel voller Kinder gerettet, die von einem Riesenrad herabfiel.

Manuel analysierte nun abermals die Quantenstruktur Hikaris und entdeckte neben den bereits bekannten Kräften - Projektion von Kraftfeldern, erhöhte Geschwindigkeit, Umwandlung von Quantum- in Bioenergie (Heilung) - noch eine weitere: Formwandlung. Er sprach Hikari darauf an, die sich bereits gefragt hatte, warum der Filipino sie wieder einmal anstarrte, und diese bestätigte, dass sie sich daran erinnern konnte, das die Gondel viel größer wirkte, als sie eigentlich sein sollte, und auch, dass sie in diesem Moment fliegen konnte.

... und Praxis

Nachdem der kurze theoretische Teil abgehandelt war, ging es daran, dass Hikari lernen sollte, ihre eigenen Kräfte kontrolliert und gezielt einzusetzen. Dazu begab man sich in einen der Trainingsräume im dritten Untergeschoß. Mit der in der Zwischenzeit organisierten provisorischen Zugangskarte von Hikari wäre sie selbst dort nicht hingelangt, aber in Begleitung der beiden anderen war dies kein Problem.

Auf dem Weg zu den Trainingshallen trafen die drei auf O'Kage - für Hikari war es das erste Mal, dass sie dem göttlichen Schatten direkt gegenüber stand. Nach einer kurzen formellen Begrüßung und lockeren Worten wandte er sich auch dem Neuankömmling zu. Hikari stand wie festgewurzelt den Kopf leicht gesenkt zwischen den beiden Agenten, was den Schatten dazu brachte, ihr den Spitznamen 'Schockstarre-san' zu geben, ihr einige verheißungsvolle Blicke und ein geradezu anzügliches Lächeln zu schicken und dann weiter seiner Wege zu gehen. Er hatte sich mit einigen Wissenschaftlern aus der Werkstatt unterhalten und Berichte erhalten.

Im Trainingsraum angekommen warf Manuel Hikari eine Tasche zu, in der sie den Kampfanzug fand, den er für sie mitgebracht hatte. Auf eine entsprechend Nachfrage, wozu das nötig sei, antwortete Manuel, dass er seine Zeit nicht damit verschwenden wolle, eine Person zu trainieren, die die erste Gefechtssituation nicht überleben würde. Hikari war zwar von den harten und direkten Worten schockiert, aber verstand den Sinn dahinter. Und vielleicht war es ja auch Sorge, die der junge Mann nur nicht anders ausdrücken konnte. Also begab sie sich in die Umkleide - wo sie ebenso schockiert war, dass es keine getrennten Umkleiden für Männer und Frauen gab - und legte den Anzug an. Er passte sehr gut. Zu gut. Ihre weiblichen Rundungen wurden eher betont, als versteckt.

Als sie mit dem Anzug wieder aus der Umkleide kam, wurde sie von Manuel begutachtet. Der Grund war aber eher, dass er feststellen wollte, ob der Anzug gut saß. Das tat er, also konnte das eigentliche Training beginnen.

Die Kraft, die als erstes trainiert werden sollte, war die Kraftfeldprojektion. Diese hatte Hikari schon mehrfach reflexartig zur Verteidigung eingesetzt, und damit gab es einen einfachen Trigger. Manuel legte sich einige Medizinbälle bereit und begann, sie damit zu bewerfen.

Die folgenden zwei Stunden waren für Hikari sehr lehrreich, aber auch schmerzhaft und kräftezehrend. Langsam fiel es ihr immer leichter, das Kraftfeld aufzubauen, aber dann stellte sie irgendwann fest, dass ihr jegliche Kraft fehlte. Sogar ihre Haut erschien grau und fahl. So erschöpft war sie in ihrem ganzen Leben noch nicht gewesen. Es war mehr als eine körperliche Erschöpfung, ging viel tiefer, bis hinunter in ihre Seele, an ihr Ki. Auch Esther und Manuel sahen dies, und so war es an der Zeit, eine Pause einzulegen. Manuel musste ohnehin zu seiner Mutter, denn es war Samstag.

Energize!

Zuvor jedoch versuchte er noch, Hikari wieder Kraft zu spenden. Er versuchte, das Energieband aufzubauen, das einst Yumi Kara, Kenshin, Esther und ihn auf der einsamen Insel verbunden hatte. Und er hatte Erfolg. Dann versuchte er, Energie durch dieses Band zu leiten. Und anders als damals war es nur ein Teil seiner Energie, die floss. Danach fühlte er sich etwas ausgelaugter, aber Hikari ging es sichtlich besser.

Nun war es an Esther, das selbe zu versuche, und auch sie schaffte es, einen Teil ihrer Energie auf Hikari zu übertragen.

I'm singing in the ... shower

Während Manuel also aufbrach zu seiner Mutter, begab sich Hikari unter die Dusche um den Schweiß herunter zu spülen. Während sie sich selbst duschte, hörte sie, dass eine der anderen Duschen ebenfalls belegt war. Eine Frau sang dort sein trauriges Kinderlied. Aber in diesem Moment hatte sie andere Dinge im Kopf, und so verließ sie die Dusche etwas später wieder, ohne weiter über die andere Frau nachzudenken.

Mittagessen

Dann gingen Esther und Hikari in die Messe, um dort zu speisen. Es waren wie immer einige Soldaten und Angestellte der Festung anwesend, und Hikari stellte schnell fest, dass Esther sich sehr gut mit diesen verstand. Insbesondere, dass sie den derben Humor der Soldaten teilte, schien diesen gut zu gefallen. Und auch sie selbst nutzte die Chance, sich mit einigen von Ihnen bekannt zu machen.

Schattenball

Als die beiden nach dem ausgiebigen und langen Essen in die Trainingshalle zurückkehrten, war diese immer noch leer und Hikari begab sich wieder in die Umkleide und legte den Kampfanzug an. Als sie wieder herauskam, war die Halle allerdings bereits mit weiteren Personen gefüllt. O'Kage war mit einigen Soldaten angekommen und unterhielt sich gerade mit Esther. Als Hikari die Halle jedoch betrat, blickte er sie direkt und unverhohlen an, musterte sie von Oben bis Unten und schien sie mit seinen Blicken geradezu auszuziehen. Es wurde ihr erneut bewusst, wie eng der Kampfanzug eigentlich anlag, und ihr wurde unwillkürlich etwas zu warm. Verschmitzt blickte der göttliche Schatten sie direkt an. Aber dann ergriff Esther das Wort. Sie sagte, dass er die Halle gerne nutzen könne, und Hikari und sie selbst einfach nur zuschauen würden. Auch das brachte ein weiteres Grinsen auf O'Kages Gesicht.

Was folgte, war ein Basketballspiel. O'Kage alleine gegen die vier Soldaten. Wenig verwunderlich gewann O'Kage haushoch, ohne dass die Soldaten jemals eine Chance gehabt hätten.

Nach dem Spiel gab er bekannt, dass er dann jetzt duschen gehen würde, und blickte sowohl Esther als auch Hikari dabei auffordernd an. Beide gingen jedoch nicht darauf ein.

Weiteres Training

Esther und Hikari trainierten noch etwas weiter. Ohne Manuel machten sie mit einer Kraft weiter, die Hikari bereits einmal erfolgreich und willentlich eingesetzt hatte: Der Heilung. Das Training verlief sehr gut, und schon nach kurzer Zeit war klar, dass es Hikari sehr leicht fiel, diese Kraft einzusetzen. Hier war offenbar kein weiteres Training nötig.

Nach Abschluss dieser Trainingseinheit blickte Hikari auf ihr OpPhone. Dieses hatte irgendwann eine Nachricht erhalten, die sie jetzt erst bemerkte.

Geiselnahme - 03. September 2005

Hilferuf per SMS

Die SMS war von Inagawa Yaida, einem der Kinder aus Hikaris Kindergartengruppe. Sie war kurz, und enthielt nicht viele Informationen. Aber wenn ein Kind eine SMS mit dem Inhalt "Hilfe!" schickt, geht man natürlich nach. Also versuchte Hikari, den jungen Yaida zu erreichen. Per SMS fragte sie nach, was denn los sei, und erhielt auch kurz darauf eine knappe Antwort. Offenbar war der Junge als Geisel genommen worden. Hikari stellte eine Frage nach weiteren Details, erhielt aber nicht erneut Antwort.

Was sollte sie tun? Sie wusste nicht, wo der Junge war, wer ihn als Geisel genommen hatte.

Hilfegesuch an die Sensei

Aber vielleicht konnten ihr ja ihre neuen Bekannten helfen. Sie sprach Esther darauf an, schilderte ihr die Situation. Auch Esther fand die Ereignisse besorgniserregend und kontaktierte Manuel. Dieser war gerade noch bei seiner Mutter, aber ließ sich dann kurzerhand von Esther per Portal dazu holen.

Die drei begaben sich in den Besprechungsraum des Teams. Die Sporthalle war nicht der rechte Ort, um derlei Dingen nachzugehen.

Planung

Zu allererst bat Esther Manuel darum, das OpPhone des Jungen zu orten. Manuel wäre zwar dazu in der Lage gewesen, aber da er das als Privatmann eigentlich gar nicht durfte, und es auch viel einfacher war, gab er kurzerhand die Bitte fast wortwörtlich an Sanmiittai weiter, was einen leicht empörten Blick von Esther provozierte, den Manuel jedoch gar nicht bemerkte. Sanmiittai forderte eine Autorisation an, die Esther lieferte. Dann versuchte er eine Ortung.

Das Gerät war seit einigen Minuten nicht mehr im Netz eingewählt. Aber zuvor hatte es sich im Kindergarten des Kuro-Tek Bürogebäudes in der Innenstadt von Edo befunden. An diesem Ort, so stellte er fest, war aber aktuell nicht ein einziges Gerät im Netz angemeldet. Und auch in der näheren Umgebung war der Empfang offenbar schlechter als üblich. Alles deutete auf den Einsatz eines Störsenders hin.

Esther und Manuel ließen sich von Hikari erst einmal über die örtlichen Begebenheiten informieren. Wo lag das Gebäude, wo der Kindergarten, welche Zugänge gab es. Hikari war gerade dabei, dies zu berichten, als es an der Tür des Besprechungsraumes klopfte.

Auftrag von Nippontai

Es war O'Kage. Er bat, hereintreten zu dürfen, was Esther ihm natürlich sofort gestattete. Er sprach Esther an und erzählte, dass es aktuell eine Kriese gäbe, um die die Hogo Kyodai sich kümmern konnten: In der Innenstadt sei es in einem Kindergarten zu einer Geiselnahme gekommen. Ausgerechnet bei Kuro-Tek. In genau dem Gebäude, das er in eben diesem Moment projiziert über der Tischmitte schweben sah. Verwundert und fragend blickte er in die Runde und wollte wissen, wie die Anwesenden bereits davon wissen konnten. Nippontai hatte selbst gerade erst die Bitte um Hilfe erhalten.

In knappen Worten wurde ihm erklärt, wie es dazu kam, was er mit einem undeutbaren Blick auf Hikari quittierte.

Am Ende nahm Esther den Auftrag formell an, und O'Kage stimmte zu, dass Hikari, obwohl ihr Training bei weitem nicht abgeschlossen war, dabei sein sollte. Sie kannte das Gelände und auch die Kinder.

Manuels Einwand, dass somit die Gefahr groß wäre, dass es zu einem zweiten Zwischenfall wie bei Zausando Naifu kommen könnte, beantwortete er nur damit, dass man es dazu dann eben nicht kommen lassen dürfe.

Damit ließ er die drei wieder alleine und diese entschieden, dass sie im Besprechungsraum kaum weitere sinnvolle Informationen sammeln konnten. Also wappneten sie sich und Esther öffnete ein Portal auf den Parkplatz des Gebäudes.

Vor Ort

Durch das Portal waren bereits die vor Ort befindlichen Kräfte der Polizei sichtbar gewesen, und ebenso, dass sie ihre Waffen nun auf das Portal richteten. Also zückten Esther und Manuel ihre Hojo Butai-Ausweise bevor sie durch das Portal schritten. Die Situation war zwar immer noch angespannt, aber als die Ausweise erkannt wurde, wurde schnell der diensthabende Offizier herbeigeordert und den Neuankömmlingen die aktuelle Lage geschildert.

Situation

Gebäude

Bei dem Gebäude handelte es sich um einen vielstöckigen Büroturm der Firma Kuro-Tek. Der Kindergarten lag im Erdgeschoß und war zu erreichen über eine gesonderte Tür, die von der Eingangshalle abging. Insgesamt gab es im Kindergarten zwei Bereiche, die jeweils für eine Kindergartengruppe gedacht waren, und je aus einem Bad, einer Garderobe und einem Spielzimmer bestanden. Zwischen den beiden Bereichen verlief ein langer Gang, der zur Eingangshalle führte. Der Spielraum, der zur Straße führte, besaß mehrere Fenster, hinter denen sich mehrere bewaffnete Geiselnehmer verschanzt hielten.

Vor dem Gebäude verlief eine Hauptstraße, die aber bereits weitläufig abgesperrt war. Rechts neben dem Gebäude gab es einen großen Parkplatz, auf den Sicherheitskräfte und Ambulanzen sich bereit hielten. Auf der linken Seite des Gebäudes war eine schmale Gasse und daran angrenzend direkt das nächste Bürogebäude.

Lokale Kräfte

Neben den örtlichen Begebenheiten wurde natürlich die Mannstärke und Aufstellung der anwesenden Parteien:

Polizei

Die Edoer Polizei war mit etwa einem Dutzend Streifenwagen vor Ort, hinter denen sich die Polizisten verschanzt hatten. Auf dem Parkplatz wartete außerdem eine schwerer gerüstete Einsatztruppe, sowie mehrere Ambulanzwagen und Psychologen.

Kuro-Tek

Auch die Konzernsicherheit hatte Aufstellung genommen. Sie wollten nicht hinnehmen, dass in ihrem Firmengebäude bewaffnete feindliche Truppen unterwegs waren. Und so standen etwa 10 gerüstete Sicherheitsmänner, bewaffnet mit Sturmschilden und automatischen Waffen, in der Eingangshalle Wache und hielten den einzigen Eingang zum Kindergarten im Auge. Die Stimmung dort war weit aggressiver als bei der Polizei. Wie sich später herausstellte, hatten sie schon einem Mann verloren, der versucht hatte, sich durch die Tür einzuschleichen.

Geiselnehmer und Kinder

Denn hinter der Tür, im Gang zwischen den beiden Gruppenräumen, hatte sich ein Scharfschütze des Feindes postiert. Dieser hatte den Wachmann von Kur-Tek auch trotz Sturmschildes mit einem Schuss sauber ausgeschaltet hatte. Nun verwendete er dessen Leiche als weitere Deckung im Gang.

Daneben gab es im Gruppenraum, der zur Straße lag, noch vier Mann, die mit automatischen Waffen bewaffnet waren und die Polizei in Schach hielten. Außerdem befanden sich im zweiten Gruppenraum drei weitere Bewaffnete, sowie ein Attarashi Kokka, den Esther und Manuel bereits kannten: Daitora - der Fette Tiger, den Manuel aber lieber weiterhin den Blob nannte. Diese vier hielten einen einzelnen Jungen gefangen, bei dem es sich wohl um Inagawa Yaida handelte. Er war der Sohn des Kobun der Inagawa Familie - jene Familie, der der Angriff auf die Sumiyoshi-Familie vor einer Woche zugeschrieben wurde. Bei der gesamten Geiselnahme schien es sich um einen Racheakt zu handeln.

Alle anderen Kinder waren, in zwei Gruppen aufgeteilt, in den beiden Toilettenräumen des Kindergartens untergebracht. Bewacht wurden sie jeweils durch zwei bewaffnete Männer. Die beiden Betreuerinnen der Kinder - Hikaris Kolleginnen - lagen tot im Gang und dienten dem Scharfschützen als Deckung.

Die Informationen über Anzahl und Positionierung der Feinde erhielten die Hogo Kyodai durch eine Kombination aus der Hellsicht Esthers, Informationen von den lokalen Truppen, sowie Aufnahmen und Auswertungen einer Infrarotkamera der Polizei, die Manuel zu diesem Zweck ein wenig optimiert hatte. Die Anwesenheit Daitoras war für alle eine Überraschung gewesen, denn sein Eintreffen war von niemandem bemerkt oder gemeldet worden.

Eingreifen

Nachdem alle Informationen gesammelt waren, die in der Kürze der Zeit und von außerhalb des Gebäudes zu erlangen waren, entschied das Team, in das Gebäude einzudringen.

Durchs Fenster

Die erste, die hineinging, war Hikari. Sie hatte ihre Kräfte zwar noch nicht unter Kontrolle, aber es gab keinen besseren Lehrer als das Leben. Und die Tatsache, dass "ihre" Kinder in Gefahr waren, war Motivation genug. Also versuchte sie, klein zu werden. Und tatsächlich gelang es ihr auch recht schnell. In dieser veränderten Form konnte sie nun durch ein gekipptes Fenster in den Kopierraum im Erdgeschoß eindringen. Damit war sie schon ganz in der Nähe des Kindergartens.

Durch die abgehängten Decken und einen Lüftungsschacht gelang es ihr auch alsbald, in das Foyer zu gelangen. Dort war aber vorerst Schluss, denn dieses hatte keine für sie nutzbare Verbindung zum Kindergarten.

Esther, die kurz zuvor Hikari in die telepathische Kommunikation aufgenommen hatte und so davon erfuhr, dass diese nicht weiterkam, nahm Kontakt zu den Sicherheitskräften von Kuro-Tek auf. Sie bat diese, die Tür zu öffnen und erfuhr so von dem Scharfschützen, der sich dort befand. Das war also zur Informationssammlung auch keine gute Idee. Aber es konnte und sollte Teil des Angriffsplanes werden.

Also wurde von einem der Sicherheitsleute, auf dem Boden liegend und gut geschützt von einem Kollegen mit Schild, die Tür einen Spalt weit geöffnet. Der Scharfschütze suchte noch ein Ziel, als Hikari bereits in den Gang flog und die Emotionen des Mannes so sehr unterdrückte, dass dieser völlig lustlos und lethargisch die Waffe sinken ließ.

Rettung der Kinder

Zeitgleich griffen Manuel und Esther an anderer Stelle ein, um die Kinder in Sicherheit zu bringen:

Durchs Portal

Esther öffnete direkt über dem Boden des einen Bades ein Portal, das den gesamten Raum umfasste. Kinder, Geiselnehmer und ein paar Einrichtungsgegenstände fielen durch das Portal und landeten direkt vor den Füßen einiger bereitstehender Polizisten, die mit Tasern die Geiselnehmer ausschalteten.

Was Esther dabei nicht geplant hatte war, dass auch ein Teil der Wand mitgenommen wurde und so diese Ecke des Gebäudes destabilisiert wurde. Es war nur ein kleines Stück, und für sich genommen hätte es vermutlich nicht viel ausgemacht. Aber weitere Geschehnisse sollten die Situation an dieser Stelle weit verschlimmern.

Durch die Wand

Manuel formte die Wand am anderen Badezimmer so um, dass ein Torbogen entstand, durch den er in den Raum schritt, den einen verdutzten Wachmann griff und gegen den anderen schleuderte. Die Wucht war so groß, dass beide danach bewusstlos auf einem Haufen lagen. Die Kinder wussten zwar auch hier nicht, wie ihnen geschah, aber als Manuel den Raum in Richtung der anderen Geiselnehmer verließ, nutzten sie das Loch, um sich in Sicherheit zu bringen. Ob es dabei Manuels Aufforderung war, genau dies zu tun, oder ob sie es von sich aus taten, war dabei nicht völlig klar, aber im großen und ganzen auch nicht relevant.

Feuer frei

Nachdem die Kinder in Sicherheit waren, feuerten die Polizisten Schockgranaten in den Raum, der der Straße zugewandt war. Zeitgleich begaben sich die Kuro-Tek Leute auf den Gang, der ja nun nicht mehr gesichert wurde, und eröffneten das Feuer auf die Geiselnehmer. Durch die Schockgranaten kamen diese nicht einmal dazu das Feuer zu erwidern, bevor sie samt und sonders von automatischen Waffen regelrecht zerfetzt wurden.

Die Menge und Art der Waffen, die die Sicherheitsleute hier einsetzten, waren es, die der Ecke des Gebäudes weiter zusetzten. Eine akute Einsturzgefahr bestand zwar vielleicht nicht, aber sicher war die Statik des Gebäudes auch nicht mehr.

Kampf gegen den Fetten Tiger

Während jenseits des Ganges ein Großteil der Geiselnehmer durchsiebt wurde, machte sich Manuel auf den Weg zu Daitora. Dieser war als einziger auch nicht völlig überrumpelt vom Eingreifen. Es waren noch keine 10 Sekunden vergangen, und doch rechnete er bereits mit Manuels Angriff. Der junge Filipino rief ihm entgegen: Kämpfe werden mit dem Kopf gewonnen, nicht mit Muskeln und versuchte mit einem Kopfstoß, den fetten Tiger zu Fall zu bringen. Doch dieser wich dem Angriff erstaunlich geschickt aus und stieß Manuel dabei ein paar Meter zurück.

Einen kurzen Atemzug lang standen sie sich gegenüber: Auf der einen Seite ein Fleischberg, der einfach nur die Fäuste ballte, auf der anderen der metallene Filipino. Dieser zog mit einer flüssigen Bewegung zwei Kerambits aus seinem Gürtel und ging zum Angriff über. Er war schneller als der Fleischberg, und dieses Momentum wollte er nutzen.

Was folgte war ein kurzer Schlagabtausch, den Daitora erstaunlich deutlich für sich entscheiden konnte: Jedem einzelnen von Manuels Angriffen konnte er entkommen, wenn auch jedes Mal nur knapp, und zwei Mal setzte er selbst sogar Treffer dabei. Der zweite Treffer war dabei so hart, dass er Manuel durch die Öffnung in der Wand zurück ins Freie schleuderte und ihn fast die Besinnung verlieren ließ. Mit solcher Kraft war er zuvor noch nie getroffen worden, und es brachte ihn an die Grenzen seiner Kräfte. Aber noch hatte er das Momentum auf seiner Seite, griff ein weiteres Mal an, und dieses Mal war der Tiger nicht mehr in der Lage, sich herauszuwinden. Der eingesprungene Tritt traf ihn voll auf der Brust. Und verursachte kaum eine Reaktion beim Tiger. Zu hart war seine Haut, zu sehr darauf eingestellt, kinetische Energie zu absorbieren.

In diesem Moment fiel auch genau das Manuel wieder ein: Die Quantenstruktur des Tigers hatte ihm gezeigt, dass physische Angriffe ihm kaum verletzen konnten. Also besann sich Manuel darauf, dass er noch andere Kräfte besaß. Er sammelte Energie in sich und verdichtete damit das Magnetfeld zwischen seinen Händen so sehr, dass die Luft begann, zu ionisieren. Als sie fast schon so heiß wurde, dass sie zu einem Plasma geschmolzen wäre, richtete er die Magnetfelder in Richtung von Daitora und die ionisierten Partikel trafen diesen mit voller Wucht. Er versuchte noch, mit seiner eigenen Kontrolle über den Magnetismus dem Angriff entgegenzuwirken, aber auf diesem Gebiet war Manuel ihm überlegen. Kurz taumelte Daitora, und dann ging er, qualmend und offenbar schwer getroffen, zu Boden.

Nachlese

Die unmittelbare Gefahr war gebannt, alle Angreifer entweder bewusstlos oder gar tot. Manuels Wunden aus dem Kampf gegen Daitora waren schwer, aber die Beulen in seinem metallenen Körper, begannen bereits, zu verschwinden. Dies stellte auch Hikari fest, die zu ihm geflogen war, und sich nun, anstatt ihn zu heilen, einfach auf seine Schulter setzte, was Manuel mit einer hochgezogenen Augenbraue quittierte, die jedoch auf Grund seines Helmes niemand bemerkte.

Das Gebäude

Mit der winzigen Japanerin auf der Schulter verließ Manuel das Gebäude und begutachtete den angerichteten Schaden. Dann begab er sich an die stark beschädigte Ecke des Gebäudes und sammelte ein weiteres Mal seine Kräfte. Er formte aus dem Schutt und aus Teilen der Wand in der Nähe neue Verstrebungen. Diese würden keine dauerhafte Lösung sein, aber das Gebäude war erst einmal sicher, bis eine vollständige Reparatur in Angriff genommen werden konnte.

Nippontai kommt

In der Zwischenzeit flogen auch zwei schwarze Stealth-Helikopter von Nippontai an. Aus diesen stiegen, neben einigen Soldaten, O'Kage und Miko aus. Esther erstattete bei O'Kage Bericht, während Miko in Richtung der Kinder ging.

Beruhigung der Kinder

Miko versammelte alle Kinder, und fing an, ihnen mit ihren Kräften das Trauma zu nehmen, das sie soeben erlebt hatten. Sie ließ sich nicht vergessen, sorgte aber dafür, dass die Kinder durch die Geschehnisse nicht in ihrer Entwicklung beeinflusst werden würden. Was dabei niemandem außer Hikari, die Manuels Schulter verlassen hatte, auffiel war die Tatsache, dass sie im Gegenzug selbst Einfluss auf die Kinder nahm. Sie würde aufwachsen und Nippontai als die Helden verehren, die sie waren. Sie würden loyale Japaner werden.

O'Kage befahl Hikari auch noch, sich als die Kindergärtnerin, die sie war, zu erkennen zu geben, damit die Kinder eine Bezugsperson hatten und es ihnen so leichter fiel, das Geschehen zu verarbeiten. Es war also endgültig vorbei mit ihrer Anonymität.

Abtransport des Tigers

O'Kage hatte in der Zwischenzeit von Manuel erfahren, wie gefährlich Daitora war, und dass ein normales Gefängnis ihn niemals würde halten können. Er überlegte kurz und sagte dann, dass er den richtigen Ort zur Sicheren Aufbewahrung wüsste. Er packte den bewusstlosen Mann, tippte auf einem Gerät an seinem Unterarm einige Zahlen ein, die Manuel als Koordinaten erkannte, die nicht auf der Erde lagen. Kurz darauf erhoben sich einige Ringe aus Licht um O'Kage und mit einem Mal war er, zusammen mit Daitora verschwunden. War der fremde Planet vor all den Wochen vielleicht doch nicht nur eine Illusion gewesen, sondern auch ein früher erster Test, wie sie auf etwas derartiges reagieren würden?

Die Vision

Bevor aber auch die anderen Geiselnehmer abtransportiert wurden, ging Esther zu einem der bewusstlosen von ihnen und nutze ihre Kräfte, um in dessen Vergangenheit zu blicken und so ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, was all das eigentlich sollte:

Vision noch einfügen. Stichpunkte: Versammlung von Yakuzas, Rache für Badehaus, ein Finger oder Zeh für jeden Verwundeten, Burei
Das Militär kommt

Während O'Kage gerade in den Ringen aus Licht verschwand und Esther noch dabei war, ihre Vision zu erlangen, flog ein weiterer Helikopter heran: Die Spezialeinheit des Militärs war gekommen. Geleitet wurde die Gruppe von niemand anderem als Kenshin, der von dem Vorfall erfahren hatte, und mit einem halb Dutzend Spezialisten entsandt worden war, um zu helfen. Er kam dazu zwar zu spät, aber so bekam er zumindest zum ersten Mal die Gelegenheit, Hikari kennen zu lernen.

Ein erstes Treffen

Die akute Gefahr war zwar gebannt, aber dennoch sendete Kenshin seine Leute aus, um die Umgebung zu durchsuchen und zu sichern. Vielleicht versteckten sich ja noch weitere Angreifer irgendwo. Dann begab er sich zu seinen Gefährte. Esther stellte Hikari und ihn gegenseitig vor, und Hikari war erfreut, endlich einen Japaner zu treffen, der zu den Hogo Kyodai gehörte. Es wurden einige Worte gewechselt, aber für mehr war keine Zeit, denn alsbald wurde klar, dass die gesamte Szenerie von diversen Pressedrohnen beobachtet wurde.

Pressealarm

Lokale und überregionale Presse waren gleichermaßen dabei, mit Kameradrohnen das Geschehen aufzunehmen. Zwar gab es nicht mehr viel zu sehen, aber immer noch waren die Einsatzkräfte vor Ort, die Kinder, ein Mitglieder von Nippontai. Aber da Miko damit beschäftigt war, die Kinder und deren Eltern wieder zusammenzubringen, wandten sich die ersten Reporter, die auch nach und nach eintrafen, an Esther.

Forsch wurden ihr Mikrofone ins Gesicht geschoben und eine Stellungnahme gefordert. Recht souverän, aber auch recht deutlich, wies sie die Fragen zurück und teilte nur mit, dass es eine Erklärung für alle geben würde. Das wurde von den Reportern als Hinweis gewertet, dass sie bald eine Pressekonferenz geben würde, und so sammelten sich immer mehr um sie.

Hikari und Kenshin hatten sich in der Zwischenzeit in einen der Helikopter von Nippontai zurückgezogen und die Drohnen, die auch sie beobachten wollten, ausgesperrt. Manuel ließ sich mit der Reparatur der Gebäudeecke extra etwas Zeit und erledigte sie ausführlicher, als es nötig gewesen wäre, damit die Kameras etwas aufzunehmen hatten. Danach begab er sich zu den beiden anderen in den Helikopter.

In der Zwischenzeit hatte sich um Esther eine Traube aus Drohnen und Reportern gebildet. Und irgendwann begann sie, ganz im Gegensatz zur Anweisung von Shimamoro Sosuke, zu berichten, was hier passiert war. Besonderen Wert legte sie dabei darauf, dass aus ihrer Aussage klar wurde, dass weder Nippontai noch die Hogo Kyodai sich auf eine der beiden Konfliktparteien in einem Yakuza internen Konflikt gestellt hätten. Es war an diesem Tag darum gegangen, das Leben unschuldiger Kinder zu retten, nicht Stellung in einem Konflikt zu beziehen, der sie nichts anging. Fragen nach dem neuen Mitglied der Hogo Kyodai umschiffte sie geschickt. Irgendwann war der Wissensdurst der Reporter zwar nicht gestillt, aber ihnen wurde klar, dass sie keine weiteren brauchbaren Informationen erhalten würden, und so löste sich der Pulk allmählich auf.

Raketenangriff

Ein ungutes Gefühl

Nachdem die Reporter weg waren, machte sich Esther auf, zu den anderen in den Helikopter zu gehen. Als sie diesen jedoch berührte, beschlich sie ein ungutes Gefühl. Irgend etwas stimmte nicht.

Sie war sich nicht sicher, was es war, aber sie wusste, dass sie alle vier in großer Gefahr schwebten.

Die Vision

Da das Gefühl begonnen hatte, als sie den Helikopter berührt hatte, setzte sie sich in dessen Inneren auf den Boden und wanderte mit ihren Sinnen den Zeitstrom dieses Helikopters weiter entlang.

Drei Helikopter, alle in den Farben Nippontais flogen durch die Häuserschluchten Edos. Alles war in Ordnung. Doch mit einem Mal schossen aus verschiedenen Richtungen Rauchspuren auf sie zu.
Drei Mal zwei Stück. Die Helikopter versuchten Abwehrmaßnahmen, doch die hinteren beiden wurden schon bald getroffen. Sie gingen in Flammen auf und stürzten in die umstehen Häuser.
Nur einer war noch am Himmel, verfolgt von einer einzelnen Rakete. Die zweite war an den Tauschkörpern explodiert. Vor dem Helikopter öffnete sich ein Portal, durch das man die Festung in den Wolken sah.
Doch in dem Moment, wo das Portal sich öffnete, verschwand die Rakete mit einem Mal. Der Helikopter durchflog das Portal und flog auf die Festung zu.
Doch mit einem Mal erschien aus dem Nichts die Rakete wieder nur wenige Meter hinter ihm. Sie schoss in den Helikopter und auch dieser ging nieder und schlug in die Mauer der Festung ein.
In dem Helikopter sah Esther dabei ihren eigenen Tod.
Angreifer finden

Sie berichtete den anderen von der Vision. Es war klar, dass irgendwo noch Angreifer lauerten, die nur darauf warteten, sie zu töten. Und auch ihre Kräfte würden die Helikopter nicht retten können. Also musste ein anderer Weg gefunden werden.

Kenshin beauftragte seine Leute, die Dächer der Häuser in der Umgebung abzusuchen und aktivierte auch seine eigenen besonderen Sinne. Auch dem Dach eines Hochhauses in der Nachbarschaft entdeckte er tatsächlich einige Gestalten. Er gab den anderen Bescheid, und diese erklärten, dass ihre Kräfte bereits dem Ende nahe waren, da die Geiselnahme ja noch keine Stunde zurücklag. Kenshin sagte ihnen, dass er sich alleine darum kümmern würde und sie am besten im Helikopter bleiben sollten, wo sie aktuell in Sicherheit waren.

Angreifer angreifen

Kenshin verwandelte sich in eine Gestalt aus Strom und schoss auf das Dach des Gebäudes zu. Vier Personen waren dort, einer davon mit einem Raketenwerfer ausgestattet. Sie alle trugen eine Art Uniform, auf der eine Neunköpfige Schlange als Symbol prangte. Einer von ihnen versuchte, Kenshin mit einer automatischen Waffe auszuschalten, aber die Kugeln gingen einfach durch ihn hindurch. Kenshin schoss noch weiter hinauf und beschrieb einen Bogen. Dann stieß er mitten auf dem Dach hinab und sandte dabei eine Welle elektrischer Energie aus, der die Gestalten nichts entgegenzusetzen hatten. Sie alle fielen um und schienen sich nicht mehr zu regen.

Aufs Dach

Kenshin berichtete, dass er die Angreifer ausgeschaltet hatte, und dass die anderen drei versuchen sollten, weitere Dächer ausfindig zu machen. Manuel versuchte genau das, indem er nach Quantumsignaturen in der Umgebung suchte. Aber außer den ihm bereits bekannten fand er lediglich eine: Auf dem Dach, auf dem Kenshin sich befand. Und diese Signatur kam ihm bekannt vor. Die Rakete war offenbar von Dr. Onishi Chigiro gebaut worden. Dies teilte er Kenshin mit und bat dann Esther, ihn auf das Dach zu bringen, damit er sich die Rakete anschauen konnte.

Auch Esther wollte wissen, was es mit den Angreifern auf sich hatte, und einen von ihnen zu berühren war dabei sicherlich eine gute Möglichkeit. Also öffnete sie das Portal und alle drei schritten hindurch.

Kenshin war darüber nicht erfreut, denn er hatte ausdrücklich gesagt, dass sie ihm nicht folgen sollten, aber es war zu spät. Sie waren einmal dort.

Manuel begab sich zur Rakete, um diese genauer in Augenschein zu nehmen. Einer der Angreifer lag halb auf ihr, so dass er diesen erst zur Seite nehmen musste, um an die Rakete zu kommen.

Kabumm!

Er hob den Mann an, wollte ihn wegrollen, doch dieser packte seinen Arm, grinste ihn an, und sagte:Für die Obsidiane Schlange und es ertönte ein rhythmisches Piepen.

Es war keine Zeit, nach der Quelle zu suchen, also nahm Manuel an, dass der Mann einen Sprenggürtel oder ähnliches trug. Um sich selbst und die anderen in Sicherheit zu bringen, warf er ihn über den Rand des Daches und hoffte, dass er noch in der Luft explodieren würde um niemandem am Boden zu gefährden. Doch er hatte falsch geraten: Nicht der Mann, sondern die Rakete direkt vor ihm, war Quelle des Piepens und der Gefahr. Sie explodierte und verursachte dabei keine normale Explosion, sondern eine gravimetrische Verzerrung.

Manuel wurde in die Luft gehoben, eingesogen in das Zentrum einer gravimetrischen Singularität. Seine Organe wurden verzerrt, sein kompletter Körper gebrochen. Auch seine Ausrüstung, die ihn vor dem Angriff nicht schützen konnte, wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Dann wurde der junge Filipino auf das Dach geschmettert und regte sich nicht mehr.

Auch die anderen drei wurden von der Explosion erfasst, waren aber erheblich weiter vom Zentrum entfernt, so dass die Schäden, die sie davontrugen, ungleich geringer waren:

Hikari hatte sich zu Boden geworfen und eine Welle der gravimetrischen Energie versengte ihren Rücken. Die Schutzkleidung wurde dabei völlig aufgelöst, wo sie getroffen wurde.

Kenshin wurde, obwohl sein Körper keine Substanz hatte, von den Wellen herumgeschleudert. Wäre er stofflich gewesen, wäre er dabei heftig in einen Aufbau auf dem Dach geschleudert worden. Aber so glitt er einfach hindurch und trug nur geringe Verletzungen davon.

Esther hatte sich mit einem Hechtspring hinter eben jenem Aufbau, durch den Kenshin hindurchgeschleudert wurde, in Sicherheit gebracht. So wurde sie nur von schwachen Ausläufern er Energie erwischt und blieb nahezu unverletzt.

Die drei Angreifer, die nicht vom Dach geworfen worden waren, hatten kein solches Glück. Von ihnen blieb nur wenig identifizierbaren übrig.

Nachsorge

Schmerzen. Unendlich viele Schmerzen. Wäre Manuel Metabolismus noch menschlich, so wäre er unmöglich noch bei Bewusstsein gewesen. Vermutlich wäre er nicht einmal mehr am Leben gewesen. Aber so hatte er das Zweifelhafte Vergnügen, diese Schmerzen bei vollem Bewusstsein zu erleben. Er spürte bereits, wie die letzten Rest Quantums, die er in sich trug, damit beschäftigt waren, Teile seines Körpers zu reparieren. Er würde leben. Zumindest vorerst.

Hikari hatte mit angesehen, was mit Manuel passiert war, und auch wenn ihre eigenen Verletzungen sie schmerzten, und sie nicht mehr viel Energie hatte, so kroch sie dennoch zu ihm, legte ihre Hand auf seine Schulter und verwendete den letzten Rest ihrer Energie, um seine Heilung zu beschleunigen.

Kenshin schaute nach den Angreifern und stellte fest, dass alle vier tot waren. Drei hier oben, und einer, der auf der Straße zerplatzt war.

Esther sah, dass sie momentan nichts tun konnte, um den anderen zu helfen. Aber sie konnte Informationen einholen. Sie legte ihre Hand in das, was einst ein menschlicher Körper gewesen war und nun nur noch ein Klumpen rohen, blutigen Fleisches war. Wäre sie Japanerin gewesen, hätte sie das zu einer Unberührbaren gemacht, aber als Gaijin machte das auch kaum noch einen Unterschied.

Noch eine Vision

Wieder einmal sandte sie ihre Sinne den Zeitstrom entlang. Dieses Mal in die Vergangenheit.

Hier noch die letzte Vision einfügen. Stichworte: 6x6 Personen, Mann mit Allerweltsgesicht, Ihr werdet euch für die Schlange opfern, Burei, ???
Zur Festung

Dies waren Informationen, die O'Kage und Ryu haben mussten. Außerdem waren da ja noch weitere Angreifer, und sie alle nicht mehr in der Lage, zu kämpfen. Also nutzte Esther ihre letzten Kräfte, um ein Portal zur Festung in den Wolken zu öffnen, das sie alle durchschritten. Manuels Wunden hatten sich fast vollständig wieder geschlossen, aber er war am Ende seiner Kräfte. Da es Hikari aber noch schlechter ging als ihm selbst, trug er sie auf seinen Armen durch das Portal, in der festen Absicht, sie auf direktem Weg in die Krankenstation der Festung zu bringen.

Anerkannt EP: 5
zzgl. Wiki-Arbeit: 2

Zurück zu: Kapitel 17: Offenbarungen

Weiter zu: Kapitel 19: Intermezzo - die Ruhe vor dem Sturm