Kapitel 21: Die Lehren eines Gottes

Aus Aeonversum
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In der Festung im Vulkan (04. September 2005)

"Nein, wir müssen tiefer hinein." - Das waren die letzten Worte, die die Hogo Kyodai und Nippontai vernahmen, bevor sich Caestus Pax mit den seinen aufmachte, tiefer in die Festung einzudringen.

Einige Sekunden herrschte Stille, dann verlautbarte Ryu: "Wir sollten nicht den gleichen Weg nehmen wie Team Tomorrow. Und wir sollten einige Augenblicke warten und Caestus die Möglichkeit geben, einen Großteil der Wachen auf sich ziehen. Und um möglichst viel der Festung abzudecken, werden wir uns auch wieder aufteilen!"

Mit diesen Worten begab er sich, zusammen mit Naginata, zu einem der anderen Abgänge hinunter.

In der Zwischenzeit hatte sich Hikari bereits bei den anderen Hogo Kyodai gemeldet und erklärt, dass sie kaum noch über Kraftreserven verfügte. Manuel bat Esther daraufhin, Daitora und Lotus Infinte schon einmal ein paar Schritte vorzuschicken, um "ihren" Abgang zu bewachen. Er wollte nicht, dass diese erfuhren, dass die Teammitglieder in der Lage waren, Energie untereinander auszutauschen.

Esther kam der Bitte nach, und sie, Manuel und Kenshin schickten jeweils einen Teil ihrer Kraft an Hikari. Dann nutzten sie die kurze Pause, um ihre eigene Energie wieder aufzufüllen. Die Luft und die Wände im Vulkan waren derart erfüllt von Quantumenergie, dass sie bereits nach kurzer Zeit wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte waren.

Und dann war auch schon die Zeit gekommen, tiefer in die Höhle des Löwen vorzudringen.

Hinab in die Tiefe

Team Tomorrow hatte den nächsten Abgang gewählt, Ryu und Naginata nahmen den auf der gegenüberliegenden Seite des bisher erkundeten Gebietes und die Hogo Kyodai entschieden sich für den rechten Abgang auf der Stirnseite. Da sie Daitora noch immer nicht vertrauten, ließen sie ihn vorgehen. Außer den Feind warnen konnte er dort nichts ausrichten. Und durch die bisherigen Aktionen wäre der Feind ohnehin gewarnt.

Ebene 2

Der Gang, auf dem sie auskamen, glich dem der Ebene, aus der sie gekommen waren. Und auch die von Manuel gefundenen Karten sagten, dass diese Ebene genauso aufgebaut war, wie die darüber. Auch hier waren die Türen wieder mit Codeschlössern gesichert. Aber Daitora hatte eine Zugangskarte. Außerdem eilte Manuel noch einmal nach oben zu den gefesselten Wachmännern und nahm ihnen ihre Karten ebenfalls ab, was diese mit einem empörten Blick quittierten. Eine der Karten gab er Esther, die andere behielt er selbst.

Währenddessen blickte Kenshin mit seinen Kräften durch die Wände und fand heraus, wo sich überall Wachen auf der Ebene befanden. Er entdeckte mehrere Patrouillen sowie einen Raum, der vielleicht der Wachraum sein konnte. Und die Patrouillen bewegten sich auf sie grob in ihre Richtung.

Lagerraum

Es wurde der Entschluss gefasst, einem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Um das zu bewerkstelligen, wollte man sich in einem Lagerraum verstecken, der in der Etage darüber die "Zelle" gewesen war, in der der Quantenschatten von O'Kage vorhanden gewesen war. Dank Codekarten war das Öffnen der Tür kein Problem, und noch bevor die nahende Patrouille um die Ecke bog und somit Sicht auf die Hogo Kyodai gehabt hätte, waren alle in dem kleinen Lagerraum verschwunden und die Tür wieder verschlossen.

Grüne Steine

In dem Lagerraum befanden sich mehrere Kisten, in denen jener grüne Stein gelagert wurde, den Esther in ihren Visionen bereits gesehen hatte. Leuchten grüner Kristall, der irgendwie zu pulsieren schien.

Manuel betrachtete die Steine mit seiner Quantensicht und entdeckte, dass sie tatsächlich auf Quantenebene fluktuierten. Es war, als würde sie immer für einen Sekundenbruchteil verschwinden, und jedes Mal, wenn sie zurückkehrten, waren sie erneut voll geladen mit Quantenenergie.

In dem Moment, in dem er die Steine näher betrachtete, hörte Manuel zum zweiten Mal an diesem Tag die Stimme von Divs Mal in seinem Kopf. Dieser fragte ihn, ob er mehr über die Steine wissen wolle, was Manuel bestätigte. Daraufhin meinte Divis Mal, dass Manuel sich dann darüber im Klaren werden müsse, auf welcher Seite er stand. Manuel verweigerte dies für den Moment, was den geistigen Kontakt fürs erste beendete.

Dann berichtete Manuel, was er über die Steine herausgefunden hatte und es entbrannte eine kurze Diskussion, ob es sicher sei, diese Steine als Nova zu berühren. Daitora berichtete, dass er sie bereits berührt habe und dies keinen Effekt gehabt hatte. Manuel wollte einen Stein mitnehmen, um ihn später untersuchen zu können, aber Esther war der Ansicht, dass dies eine zu große Gefahr darstelle und er erst auf dem Rückweg einen mitnehmen dürfe. Das wollte Manuel nicht akzeptieren und so nutzte er eine kurze Ablenkung Esthers, um schon jetzt einen Stein einzustecken.

Die Ablenkung, die er so nutzte, war Kenshin, der Esther gerade mitteilte, dass die Patrouillen nicht wie erwartet weiter ihre Runden gedreht hatten. Statt dessen bildete sich gerade ein Pulk von Wachmännern vor der Tür des Raumes, in dem sie sich befanden. Und ein kurzer Blick Kenshins an die Decke offenbarte den Fehler: Sie hatten alle nicht daran gedacht, dass hier überall Kameras hingen. Das Versteckspiel war ein kompletter Fehlschlag.

Enemies at the Gates

Vor der Tür sammelten sich ein halbes Dutzend Wachen, dazu eine schwebende Gestalt in Robe. Chinoyōniakai hatte entschieden, an diesem Ort ins Geschehen einzugreifen. Aber Kenshin sah auch, dass auf der Rückseite des Raumes der Weg noch relativ frei war. Lediglich eine Patrouille aus drei Wachen befand sich dort, und so wäre es einfach, sich dort einen Weg ins nächste Stockwerk zu bahnen und den Kampf hier zu vermeiden.

Daitora sah hier seine Chance gekommen, seine Schuld gegenüber Hikari zu erfüllen und bot an, die Feinde aufzuhalten und ihnen so die Flucht zu ermöglichen. Den anderen war zwar nicht wohl dabei, aber Hikari überzeugte sie, dass sie ihm vertrauen konnten.

Esther öffnete die Hintertür und die Hogo Kyodai wollten gerade den Raum verlassen, als die Tür, hinter der sich die Wachen und Chinoyōniakai befanden, sich zu bewegen. Der Gesichtslose Gegner wollte sie mittels Telekinese aus den Angeln reißen. Und es sah aus, als würde er in Kürze Erfolg damit haben, denn die massive Stahltür krümmte sich bereits erheblich.

Kampf gegen feindliche Schergen

Hikari verließ den Raum als erste durch den Hintereingang und errichtete sofort ein Kraftfeld in dem Gang, damit die dort befindlichen Soldaten nicht auf sie oder ihre Gefährten feuern konnten. Dann folgte Esther.

Das war der Moment, auf den Manuel gewartet hatte: Nachdem die beiden weichen Ziele den Raum verlassen hatten, half er Chinoyōniakai bei seinem oder ihrem Vorhaben. Er deformierte die Tür, damit sie besser durch den Gang passte, und half mittels seiner eigenen Kräfte noch gehörig nach. Seine Hoffnung war, dass die Tür die Soldaten und Chinoyōniakai zurückschleudern würde, und somit der Kampf schnell vorbei war. Aber er hatte Chinoyōniakai unterschätzt. Denn die gesichtslose Gestalt schaffte es, die rasend schnelle Tür abzufangen und ihrerseits wieder zurückzuschleudern. Aber immerhin waren die Soldaten der Tür ausgewichen.

Die Tür prallte gegen Daitora, der sein immenses Gewicht gegen sie wandte. Dennoch wurde er einen Meter zurückgeschleudert und kam unter der Tür zum liegen, erhob sich aber sogleich wieder.

Dann kamen die Wachen zurück auf den Gang und eröffneten das Feuer. Sie leerten ihre Magazine in den Raum, aber zum Glück war die Tür, von Daitoras massivem Körper in Position gehalten, weitgehend im Weg. Einige Kugeln hätten Kenshin getroffen, glitten aber durch ihn einfach nur hindurch. Ein paar andere trafen Manuel, verursachten aber nicht einmal einen Kratzer in seiner metallenen Haut. Auch Esther und Hikari pfiffen einige Querschläger um die Ohren, aber auch sie wurden nicht ernsthaft getroffen. Lotus Infinite wirbelte ihren Kampfstab vor sich und fing damit die Kugeln ab, die sie getroffen hätten. Ein halbes Dutzend Schützen mit militärischen Sturmgewehren hatten einen winzigen Raum unter Beschuss genommen und dabei eigentlich nichts bewirkt. Aber was sollte Ameisen auch gegen Titanen ausrichten, egal mit welchem Spielzeug?

Direkt hinter den Kugeln schoss noch etwas in den Raum: Shinigami. Sie trug ihre beiden Uzis und feuerte sie ab. Eine auf Manuel, die andere auf Lotus Infinite. Manuels Weste sorgte dafür, dass die meisten Kugeln ihn verfehlten, und die wenigen, die ihn trafen, konnten seine Haut nicht durchdringen. Aber Lotus Inifinte hatte weniger Glück. Zwar wirbelte sie wieder ihren Stab schützend vor sich, aber einige Kugeln durchdrangen die Deckung und hinterließen blutige Spuren auf ihrer Haut.

Daitora wollte gerade die Stahltür in Richtung der Feinde schleudern, als er in der Bewegung innehielt und regungslos dastand. Offenbar fand in seinem Inneren gerade ein Kampf um die Kontrolle statt. Kenshin und Manuel erkannten Chinoyōniakai als die Quelle und Kenshin machte sich durch die Wände auf, um sie auszuschalten. Manuel wollte erst sicherstellen, dass nicht doch noch ein Unglück geschah und so konzentrierte er die Kugeln, die auf sie alle abgefeuert worden waren, zu einem einzigen große Ball und schleuderte diesen hinter die Feinde, geradewegs auf die zweite Gruppe Wachen, die sich gerade näherte, wo der Ball zerbarst und das Blei großflächig verteilte. Sowohl die neue Patrouille, als auch die gerade nachladenden Wachen, wurden voll erwischt und von den Geschossen niedergeschlagen. Auch Chinoyōniakai wurde getroffen und kurz in der Konzentration gestört, trug aber keine ernsthaften Wunden davon.

Schnell sammelte sich die schwebende Gestalt wieder und richtete ihren Blick erneut auf Daitora. Sie zischte ein hässliches "Vernichte sie!" und deutete auf die versammelten Nova im kleinen Lagerraum. Wo war Kenshin? Manuel konnte nicht länger warten, wollte nicht schon wieder gegen Daitora kämpfen müssen, also nahm er eine der Qi-Gong-Kugeln und schleuderte sie auch Chinoyōniakai. Diese(r) versuchte die Kugel telekinetisch abzulenken, aber die kombinierte Kraft aus Wurf und Magnetfeldkontrolle war stärker als die telekinetischen Kräfte und so traf die Kugel mit einem satten GONG den gesichtslosen Kopf, woraufhin die Gestalt in sich zusammensackte und regungslos zu Boden sank - Geradewegs vor die Füße von Kenshin, der soeben aus der Wand trat, um sich ebenfalls dieser Gestalt anzunehmen.

Die zweite Front des Kampfes - die Hintertür - war während dessen ein völlig anderer Anblick: Die drei Wachen, die sich von dort genähert hatten, hatten das Kraftfeld als solches erkannt und nicht einmal versucht, hindurch zu feuern. Statt dessen hatten sie es sich augenscheinlich gemütlich gemacht und ignorierten die Kampfgeräusche völlig. Ihre Aufgabe war offensichtlich, eine Flucht zu verhindern, und das taten sie in diesem Moment recht erfolgreich, ohne wirklich etwas zu tun.

Aber da von dieser Seite gerade keine Gefahr drohte, wollte Esther in den anderen Kampf eingreifen, denn noch immer befand sich Shinigami in dem kleinen Lagerraum und lieferte sich ein Duell mit Lotus Infinite. Esther überlegte kurz, dann warf sie eine der Schaumgranaten auf die Seite des Raumes, auf der sich außer Shinigami niemand befand. Aber Shinigami bemerkte die Gefahr, auch wenn sie kaum wissen konnte, um was es sich handelte. Auch sah sie, dass Chinoyōniakai gefallen war und von den Baselines auch keine Hilfe mehr zu erwarten war. Hier weiterzukämpfen ergab keinen Sinn. Und so wollte sie fliehen.

Manuel griff mit seinen Kräften nach den beiden metallenen Uzis, die Shinigami bei sich trug und wollte sie damit festhalten, aber diese ließ die Waffen einfach los, während sie sich unter einem Tritt von Kenshin wegduckte, der sie ebenfalls aufhalten wollte. Doch gerade, als sie wieder hochkam und weiterlaufen wollte, kamen die beiden Schusswaffen wieder herunter. Gelenkt und beschleunigt von Manuel trafen sie Shinigami am Hinterkopf und so ging auch die Hyperspeederin zu Boden.

Missgeschick

Für einen kurzen Moment legte sich Stille über das Geschehen und die Gefährten atmeten durch. Daitora wollte gerade ansetzen, etwas zu sagen, als Lotus Infinite sich bewegte und damit offenbar nah genug an die Schaumgranate kam. Mit einem lauten POFF explodierte die Granate und schloss die kleine Chinesin in einen Kokon aus festem Schaum ein.

Weiter unten

Im gleichen Moment hörte Kenshin in seinem Kopf den Bericht von Naginata, weiter unten auf einen Nova getroffen zu sein, der mit nuklearen Kräften auf sie feuerte. Offenbar war Jonetsu aus der Festung in den Wolken befreit worden und auch hier anwesend.

Esther befreite gerade Lotus Infinite aus dem Kokon, als eine schwere Erschütterung von weiter unten zu spüren war. Irgendetwas geschah dort und die Gefährten hatten keine Zeit zu verlieren.

Die verbliebenen Wachen zogen sich nach der Erschütterung ebenfalls zurück, so dass auch der Weg in die nächste Ebene frei war.

Ebene 3

Zügig aber dennoch vorsichtig begaben sich die Gefährten in die nächste Ebene. Dort wurden sie offenbar bereits erwartet, denn zwei Menschen standen dort mit schussbereiten Gewehren und bewachten den Abgang. Als sie die Neuankömmlinge sahen, begannen sie umgehend mit einem langsamen und ordentlichen Rückzug, liessen die Hogo Kyodai dabei aber nie aus den Augen. Diese Wachen waren offensichtlich besser geschult und fähiger als die in der vorherigen Etage. Und sie schienen nicht den Auftrag zu haben, irgendjemanden aufzuhalten.

da Vincis Erbe

Und noch mehr war hier anders: Diese Ebene war nicht aufgebaut wie die beiden darüber. Direkt gegenüber der Treppe befand eine Tür, die vor kurzem offenbar gewaltsam geöffnet wurde. Dahinter lag ein Raum, der altertümlich eingerichtet war, etwa im Stil der goldenen 20er. Neben dem massiven Schreibtisch aus Holz und den Splittern der Tür befanden sich in dem Raum einige Bilder an der Wand. Aber sie zeigten keine Gegenstände oder Gesichter, sondern Formeln. Manuel machte sofort Bilder davon, denn er erkannte schnell, dass die Formeln und Gleichungen weit über sein Verständnis hinausgingen. Sie hatten offenbar etwas mit den Forschungen und Ideen von Leonardo da Vinci zu tun, und wer auch immer sie geschrieben hatte, überflügelte Manuel in Wissenschaftlicher Hinsicht so sehr, wie er normale Menschen überflügelte. Aber viel mehr konnte er in diesem Moment nicht feststellen.

Kenshin ließ erneut seinen Blick die Wände durchdringen und fand schnell heraus, dass beide aktuell möglichen Wege zum gleichen Ziel führten: Einem sehr großen und hohen Raum, in dem sich mehrere Gestalten befanden, die er sofort an ihren Konturen erkannte: Caestus Pax, Ragnarokette und Slider standen auf der einen Seite des Raumes. Und auf der anderen schwebte Divis Mal. Neben ihm befanden sich zwei weitere Gestalten, aber in fötaler Haltung und jeweils in einer Kugel aus Energie eingeschlossen: O'Kage und, so vermutete er, Splash.

Nachdem Kenshin berichtete hatte, wie die Lage weiter vorne war, entschied Esther, dass sie dennoch nur einen der Wege nehmen würden, um sich nicht zu trennen. Die Wahl fiel auf den Linken Gang und die Gefährten sammelten sich und schritten dann, erhobenen Hauptes, in eine Situation, von der sie vorher wussten, dass sie dort nur kleine Lichter sein würden, die anwesend waren, als Titanen aufeinanderprallten.

A Clash of Titans

Warten auf Nippontai

Die Hogo Kyodai bogen also um die Ecke und sahen gerade, wie Caestus Pax wütend Divis Mal anfauchte, warum er nicht endlich sagte, was er zu sagen hätte. Oder angriff, damit es endlich weiterging. Divis Mal war von dem vermeintlich mächtigsten Nova der Welt allerdings wenig beeindruckt und sagte ruhig, dass noch nicht alle Gäste eingetroffen wären und es damit noch nicht an der Zeit war, zu sagen, was er zu sagen hatte. Diese Antwort schien Caestus Pax offensichtlich nicht zu gefallen, aber für den Moment ließ er sich von seinen Teamkameradinnen noch zurückhalten.

Divis Mal wandte sich kurz in Richtung der Hogo Kyodai um ihre Ankunft zur Kenntnis zu nehmen. Doch noch bevor er etwas sagen konnte, begann Caestus Pax mit einer erneuten Tirade, dass er nicht länger warten wolle.

Während des Wortgefechtes zwischen den beiden Männern fing Esther einen Blick von Slider auf. Mit einer winzigen Geste gab diese ihr zu verstehen, dass sie eine geistige Verbindung wünschte. Esther erfüllte diesen Wunsch und erfuhr, dass Slider schon seit geraumer Zeit versuchte, Castus Pax zu beruhigen, aber keinen Erfolg hatte. Wenn sie keine Hilfe dabei bekam, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis Caestus Pax angriff und einen Kampf begann, von dem Slider und auch Ragnarokette nicht sicher waren, dass er zu gewinnen war, denn sie hatten sehr wohl bemerkt, über welche Macht Divis Mal verfügte.

Bevor jedoch weiteres passieren konnte, näherten sich von der anderen Seite des Raumes Schritte. Ryu und Naginata waren die Treppe aus der vierten Ebene heraufgekommen und stießen zum Geschehen hinzu.

Gespräch mit einem Gott

"Ah! Nun sind wir endlich vollzählig und können beginnen!" dröhnte die Stimme Divis Mals in den Ohren aller Anwesenden.

"Ich habe euch hier zusammengerufen, um euch einen Vorschlag zu unterbreiten ..." setzte er weiter an, wurde jedoch jäh von Caestus Pax unterbrochen: "Zusammengerufen? Du hast eines meiner Teammmitglieder entführt!" - seine Wut war fast körperlich spürbar.

Divis Mal hob nur eine Augenbraue und fragte: "Währet ihr denn gekommen, wenn ich euch einfach nur gerufen hätte? Ihr braucht keine Sorgen um eure Teamgefährten zu haben. Sie sind unverletzt und werden nach diesem Gespräch freigelassen werden. Niemals würde ich einen der unseren ernsthaft schädigen!"

Caestus Pax war noch immer nicht ruhiger geworden, aber offenbar wurde ihm in diesem Moment klar, dass Splash sich noch in der Gewalt von Divis Mal befand, und er wollte nicht riskieren, dass ihr etwas geschah, daher hörte er erst einmal weiter zu.

Was Divis Mal den Anwesenden Nova verkündete, war sein Plan, eine neue Weltordnung zu schaffen. Gemeinsam sollten die Nova die Welt in eine bessere Zukunft führen. Besser vor allem für Wesen ihrer eigenen Art. Und um das zu bewerkstelligen sollten sie sich befreien von den Fesseln der Menschen, sollten aufhören, die Diener der "Affen" zu sein und statt dessen ihr volles Potenzial entfalten. Zu ihrem eigenen, einzelnen Wohl und zum Wohle aller Nova. Und damit zum Wohle der Zukunft der Welt. Aber so viel er auch redete, so wurde er doch immer wieder von Caestus Pax unterbrochen und beschimpft. Ryu hielt sich im Hintergrund, wählte wesentlich bedachtere Worte, wenn er denn überhaupt die Notwendigkeit sah, etwas zu sagen.

Während der Verkündungen wäre es auch mehrfach fast zu einem Angriff von Caestus Pax gekommen, aber die Hogo Kyodai verhinderten dies durch weise Worte Esthers - und im Falle von Caestus Pax konnten weise Worte durchaus auch eine Beleidigung sein - oder die Kräfte von Hikari.

Doch auch wenn sie einen Konflikt vorerst vermeiden konnten, so wollte sich auch bei den Hogo Kyodai keine rechte Zustimmung zu den Ideen von Divis Mal einstellen. Einzig Manuel war von diesen Ideen offenbar angetan. Statt sich aber in das Gespräch einzumischen - in dieser Position sah er sich wahrlich nicht - analysierte er die Situation, in der sie sich befanden.

Die Anwesenden Nova katalogisierte er nach offenkundiger Macht und stellte dabei fest, dass der Ruf von Caestus Pax vermutlich nicht übertrieben war. Seine Aura glich einem Leuchtfeuer, wo die meisten Nova lediglich eine Kerze waren. Aber die Aura von Divis Mal stellte alles in den Schatten, was er je gesehen hatte. Sie glich eher einer Sonne und der Eurasier schien Quantumenergie quasi zu atmen, ja fast aus purer Quantenenergie zu bestehen. Wenn es ein Wesen auf der Welt gab, dem die Macht eine mythischen Gottes zugesprochen werden konnte, dann schwebte es gerade vor ihnen.

Und auch die Gefängnisse von O'Kage und Splash nahm er in Augenschein und stellte fest, dass die leuchtende Energie, die die beiden Gestalten umgab, offenbar ebenfalls reine Quantenenergie war. Erst wusste er nicht, wie man ein solches Gefängnis zerstören sollte. Aber dann kam ihm eine Idee: Warum zerstören, wenn es doch nur die Energie war, die sie alle nutzen konnten? Und so formte sich in seinem Kopf ein Plan, was er tun würde, wenn dieses Treffen hier keinen friedlichen Ausgang nahm.

Und allem Anschein nach war dieser Plan auch durchaus notwendig, denn Divis Mal hatte mit seinen Erklärungen gerade geendet und fragte, ob die anderen Nova ihm beistehen würden, diese neue, bessere Welt zu schaffen.

Caestus Pax war es wieder, der zuerst seinen Hohn ausspieh. Er hatte noch immer nicht verstanden, dass ein Gegner vor ihm stand, dem er nicht gewachsen war. Und wieder versuchten die Hogo Kyodai und seine eigenen Leute, ihn zu beruhigen. Aber ohne viel Erfolg.

Der Blick Divis Mals wanderte zu Ryu und dieser überlegte einige Sekunden - sieben Herzschläge wohl - bevor er antwortete, dass Nippontai das Schild Japans und Diener des göttlichen Kaisers seien und dies mit den Plänen von Divis Mal nicht in Einklang zu bringen sei. Dann begann er langsam, sich in seine Drachengestalt zu verwandeln. Keinem Moment zu früh, denn in jenem Augenblick setzte Caestus Pax zum Angriff an und die Hölle brach los.

Kampf der Titanen

Divis Mal schüttelte nur fast traurig den Kopf und teleportierte mit seiner Handbewegung seine eigenen Leute hinter sich: Daitora, Jonetsu, Shinigami und Chinoyōniakai. Alle bei vollem Bewusstsein und unverletzt. Daitora, der sich bis dahin nicht in dem Raum hatte blicken lassen, um eben nicht in diesen Konflikt zu geraten, blickte erschrocken und wusste nicht so recht was er tun sollte, aber die anderen setzten sogleich zum Angriff an.

Die Hogo Kyodai hatten noch immer den Auftrag, O'Kage zu befreien und nicht, diesen Kampf zu kämpfen, und so suchten sie nach Wegen, eben dies zu tun. Sie zogen sich ein Stück zurück und Hikari errichtete ein Kraftfeld, um sie alle zu schützen. Und dann sah Manuel die Öffnung, die er brauchte, um seinen vorher erdachten Plan in die Tat umzusetzen.

Während die meisten Beteiligten auf die drei großen Akteure achteten - Divis Mal, Caestus Pax und Ryu - suchte Manuel einen Weg zu O'Kage und fand diesen auch: Er nutzte den vollen Schub seines Levitationsgürtels, um über zwei Banden, vorbei am eigentlich Kampfgeschehen, zum göttlichen Schatten zu gelangen. Dort angekommen wurde er von Jonetsu mit einem Blitz aus nuklearer Energie angegriffen, dem er jedoch entgehen konnte. Statt seinerseits anzugreifen blickte der Filipino den anderen Nova jedoch nur an und sagte: "Unsere Herren mögen sich zwar im Augenblick bekriegen. Aber das bedeutet nicht, dass wir das auch tun müssen."

Mit diesen Worten wandte er Jonetsu den Rücken, streckte seine Hand nach dem gleißend hellen Gefängnis aus, und öffnete sich der Quantenenergie.

Zu Anfang geschah erst einmal gar nichts, doch dann spürte er, wie die Energie begann, ihn zu durchdringen, ihn dabei zu verbrennen. Und dann vernahm er abermals die Stimme von Divis Mal in seinem Kopf: "Was würdest du tun für Erkenntnis?"

Ohne groß nachzudenken erwiderte Manuel: "Alles, denn zu verstehen ist der Sinn meiner Existenz." - Denn genau das war es, was er in diesem Moment dachte.

Die Stimme in seinem Kopf wiederum sagte: "So sei es denn! Lerne und gib meine Lehren weiter. Und wenn ich mit dir zufrieden bin, werde ich dich weitere Dinge lehren. Zum Beispiel, wie man den mutagenischen Zerfall kanalisieren und in etwas sinnvolles verwandeln kann. Eine große Zukunft liegt vor dir. Du wirst Dinge und Welten erschaffen, von denen andere nicht einmal zu träumen wagen." - und mit einem Mal verbrannte die Energie Manuel nicht mehr, sondern sie floss in ihn ein und er öffnete sich ihr. Weiter und weiter. Und je weiter er sich öffnete, desto mehr spürte er wieder die Verbindung zur Unendlichkeit des Alls. Zum allumfassenden Quantenraum und zu unendlichem Wissen. Das alles erinnerte ihn an den Funken der Erkenntnis, den er die Male hatte, in denen er seine eigenen Grenzen überschritt, doch diese Verbindung ging tiefer. Und auch wenn sie ebenso wie das Überschreiten der Grenzen nicht von Dauer war, so blieb danach doch mehr von der Erkenntnis haften.

Und in diesem Moment fielen auch die Energiekäfige in sich zusammen und die beiden Gefangenen fielen, völlig nackt und voll einer glibberigen Substanz, zu Boden und begannen aufzuwachen.

Während all dies Geschehen war, beobachteten die anderen Mitglieder der Hogo Kyodai den sich entwickelnden Kampf. Caestus Pax griff immer und immer wieder an, aber Divis Mal wehrte ihn fast gelangweilt ab. Das ein oder andere Mal schleuderte er ihm lustlos einen Bolzen aus purer Energie entgegen, die Caestus Pax nur mit sichtbarer Mühe abwehren konnte. Ryu wuchs unterdessen immer weiter, und griff eher zögerlich in den Kampf ein.

Als in dem Geplänkel eine kurze Pause entstand, sagte Divis Mal zu Caestus Pax: "Es ist wirklich schade, dass du dich diesen Affen verschrieben hast. Du hast offenbar nichts verstanden. Sie dir einmal den Drachen an. Meinst du, er geht in seine Kampfform, weil er deiner Meinung ist? Ich glaube viel eher, dass er es aus einem Gefühl der Ehre tut. Weil er dich nicht im Stich lassen will, obwohl ihr keine Freunde seid."

Dann öffnete Divis Mal mit einer Handbewegung ein schillerndes Portal hinter sich, durch das mal in das weite All blicken konnte. Wo auch immer es hinführte, es endete nicht auf diesem Planeten - oder irgend einem anderen, soweit das zu erkennen war. Im weiteren Verlauf des Kampfes zog er sich langsam aber stetig durch dieses Portal zurück, während die Festung immer wieder erschüttert wurde und begann, sich aufzulösen. Doch noch immer wollte Caestus Pax nicht aufgeben und folgte seinem Feind auch in das weite All. Der Kampf endete erst, als einer der Angriffe von Divis Mal die Faust des Friedens traf und durch das Portal zurückschleuderte. Kurz darauf wurden die vier Nova, die in Diensten von Okura No Oni standen, durch das Portal gesaugt und dieses schloss sich.

Flucht

Doch noch war die Gefahr nicht gebannt: Die Vulkanfestung bebte noch immer, und Slider wandte sich mit einem hilflosen Blick in Esthers Richtung, die daraufhin spürte, wie ihre ehemalige Lehrerin und Mentorin ihre eigenen Grenzen überschritt, um drei Portale zu öffnen, durch die sie und die restlichen Mitglieder von Team Tomorrow flohen.

Doch bevor Esther ebenfalls ein Portal öffnen konnte, musste sich erst einmal um ein anderes Problem gekümmert werden: Der Plan Manuels war aufgegangen und die Käfige aus Energie hatten sich aufgelöst als er einen davon berührt hatte. Aber das Ganze war für den jungen Filipino nicht ohne Folgen geblieben: Völlig desinteressiert an dem, was um ihn geschah, kniete er auf dem Boden und war fixiert auf seine Hände und Arme. Diese bestanden aus Metall. Noch immer, obwohl der Kampf vorbei war. Seine Quantenstruktur hatte sich grundlegend verändert. Und er war nicht ansprechbar.

Die anderen wussten, dass Manuel in seiner Metallgestalt üblicherweise mindestens eine Tonne wog, und keiner ihnen war stark genug, ihn so zu bewegen. Der einzige, der es konnte, war Ryu wenn er in seiner Drachenform blieb. Diese war jedoch zu groß, um durch eines von Esthers Portalen zu passen. Also musste sie schweren Herzens ebenfalls ihre Grenzen überschreiten. Sie griff nach der Unendlichkeit und spürte, dass an diesem Ort so viel Quantenenergie geflossen war, dass es ihr einfacher fiel, als jemals zuvor. Und mit einer Anstrengung, die nur bedeuten konnte, dass sie sich nicht mehr auf der Erde befanden, schaffte sie es, ein Portal aufzureißen und so weit auszudehnen, dass Ryu mit angelegten Flügeln hindurchpassen würde.

Schnell war offensichtlich, dass auch dieses Portal nicht lange halten würde, und so beeilten sich die Mitglieder von Nippontai sowie die Hogo Kyodai, hindurchzukommen in die Sicherheit der Festung in den Wolken.

Festung in den Wolken (04.-05. September 2005)

Ankunft

Alle Teilnehmer der Reise waren schon das ein oder andere Mal mit den Portalen von Esther von einem Ort zum anderen gelangt. Und so wussten auch alle nach der Reise sofort, dass dieses Mal etwas anders gewesen war. Und das offensichtlichste Zeichen davon war, dass sie sich alle hundeelend fühlten und sich direkt auf den Rasen im Vorplatz der Festung übergaben. Die herbeigeeilten Wachen erkannten natürlich dennoch, wer dort angekommen war und senkten sofort ihre Waffen, gingen in Habacht-Stellung und ignorierten die Magenentleerung ihrer Vorgesetzten gekonnt japanisch. Und auch die kurzzeitig ausgerichteten Geschütztürme gingen nach wenigen Sekunden wieder in eine passive Wartestellung als die Systeme der Festung erkannten, dass es sich hier nicht um einen Angriff handelte.

Nachdem die Mägen leer waren und sich zumindest ein Stück wieder beruhigt hatten, straffte sich Ryu, nahm seine übliche erhabene Haltung an, und schritt auf die Hogo Kyodai zu. Dort angekommen verneigte er sich tiefer als es nötig gewesen wäre und dankte Esther stellvertretend für den Einsatz, gerade und obwohl sie eine andere wichtige Aufgabe hatte: Das Aufhalten der Massenproduktion der Senchineru. Er sagte, dass er gleichermaßen erstaunt und erfreut sei, dass wahre Nihonjin-Herzen auch in den Körpern von zwei Gaikokujin - Menschen aus dem Ausland - schlagen würden. Dann fügte er hinzu: "Ihr seid Nippontai! Doch nun ruht euch erst einmal aus. Es wird morgen zur elften Morgenstunde eine Versammlung geben, und dann erwarte ich einen vollständigen Bericht von euch."

Mit diesen Worten verbeugte er sich noch einmal, drehte ich um und schritt sichtlich erschöpft in Richtung der Festung davon.

Hikari erfuhr durch diese Ansprache des großen Drachen zum ersten Mal vom wahren Auftrag ihrer neuen Freunde und war sich in diesem Moment im Klaren darüber, dass sie sich entscheiden musste, welchen Weg sie würde gehen wollen.

Untersuchung

Doch bevor sie zur Ruhe kommen konnten, stand noch eine medizinische Untersuchung an um festzustellen, ob es noch Verletzungen, Schocks oder ähnliches gab, um das es sich zu kümmern galt.

Manuel war noch immer völlig neben sich, noch immer nicht in der Lage, wirklich zu verstehen, was mit ihm geschehen war. Aber was er sehr wohl wahrnahm war, wie erschrocken der Blick von Miko war, als diese ihn das erste Mal sah. Oder war da auch Angst und nicht nur Schrecken?

Abgesehen davon jedoch ging es den vieren körperlich gut und sie wurden bald von Miko und den Ärzten entlassen.

Ruhe

Nach der Entlassung ging die Gefährten erst einmal ihrer eigenen Wege:

Esther & Hikari

Esther und Hikari gingen gemeinsam in Richtung des kleinen Teichs in einem der Gärten und wollten dort ihre Ruhe finden. Doch bevor es dazu kommen konnte, wurden sie von O'Kage gefunden. Dieser ging geradewegs auf Esther zu, umarmte sie und küsste sie lange und leidenschaftlich. Esther war davon zuerst überrascht, ließ sich dann aber auf den Kuss ein und genoss den Moment. Hikari, ganz Japanerin, wandte sich ab und nahm die Szene gar nicht wahr.

Nach dem Kuss fanden beide noch ein wenig Zeit, um tatsächlich an dem Teich zu meditieren und zur Ruhe zu kommen. Danach trennten sich ihre Wege für die Nacht.

Esther

Esther ging in die Messe und wurde dort von den anwesenden Soldaten wie immer begeistert empfangen. Natürlich erzählte sie von den unglaublichen Erlebnissen des Tages und genoss die Aufmerksamkeit und die alkoholischen Getränke. Letztere in einem Maße, dass sie irgendwann auf einem der Tische selig einschlief.

Hikari

Hikari hingegen zog sich zurück in ihre kleine und noch immer nicht persönlich eingerichtete Kammer. Wie ein zuhause wirkte es hier noch nicht. Aber wollte sie wirklich, dass es das wurde? Wo war ihr Platz in der Welt? Und wenn er mit diesem Team, den Hogo Kyodai, war, wo war er innerhalb des Teams? Brauchte sie die anderen? Brauchten die anderen sie? Wollte sie die anderen und wollten diese sie überhaupt? Wollte sie diese Verantwortung, wollte sie helfen, ein Projekt ihres ehemaligen Arbeitgebers zu sabotieren? Konnte sie hier neue Freunde finden? Die wenigen, die sie bisher hatte, hatte sie vor wenigen Tagen erst leblos in dem Kindergarten liegen sehen.

Zu viele Gedanken und Fragen gingen ihr durch den Kopf und sie schaffte es kaum, befriedigende Antworten zu finden. Ja, sie würde es versuchen. Aber den Rest musste die Zeit zeigen.

Nach langen Stunden des Nachdenkens fiel sie in einen unruhigen Schlaf.

Kenshin

Auch Kenshins erster Weg führte in Richtung des kleinen Teichs, denn auch er wollte dort meditieren. Er sah die beiden Frauen und wollte ihnen ihre Privatsphäre lassen, weshalb er einen Bogen um sie machte und an einer anderen Seite des Teiches einen ruhigen Ort fand. Doch mit der Ruhe war es alsbald vorbei, denn natürlich kam er nicht umhin, den Kuss zwischen O'Kage und Esther zu sehen.

Er wusste, dass er in diesem Moment nicht mehr die Ruhe zur Meditation finden würde, und so machte er sich auf in Richtung der Gebäude wo er erst einmal lange und ausgiebig duschte um seinen Kopf frei zu bekommen. Danach schaffte er es tatsächlich auch, wieder genug Ruhe zu finden, um in Meditation zu fallen und den vergangenen Tag so zu verarbeiten.

Irgendwann, spät in der Nacht, war er mit dieser Meditation fertig und machte sich auf in die Kantine, um dort vor dem Schlafen noch etwas zu Essen. Und zu seiner Überraschung fand er Esther dort, ruhig schlafend auf einem der Tische. Die Kantine war ansonsten leer. Kenshin nahm seine Chosa auf die Arme und trug sie in ihr eigenes Quartier, bettete sie dort auf die Tatami-Matte und deckte sie zu. Dann stellte er ihr OpCom auf stumm und ihren Wecker so, dass sie möglichst viel Schlaf vor dem großen Treffen am nächsten Tag bekommen würde. Diese Ruhe hatte sie nötig und sich auch redlich verdient.

Manuel

Wo seine Gefährten die Ruhe suchten, um den Tag zu verarbeiten, suchte Manuel die Arbeit und Erkenntnis. Sein erster Weg führte ihn in die Werkstatt. Er hoffte, dort noch Techniker anzutreffen, die ihm bei der Untersuchung des Kristalls helfen konnten. Aber es war zu spät am Abend und es war folglich niemand mehr dort anzutreffen. Also vertagte er diese Untersuchungen auf den nächsten Morgen. Vor dem Treffen wären noch ein paar Stunden Zeit.

Dann ging er in die Krankenstation und begann dort, die Veränderungen an seinem Körper zu analysieren. Das erste Problem, auf das er dabei stieß, war, dass die Nadeln der Spritzen, mit denen die Schwester ihm Blut abnehmen wollte, nicht durch seine Haut kamen. Erst, als er den Stahl zu einer Wolframlegierung verwandelte und die Spritze selbst mit erheblich mehr Kraft ansetzte, gelang es, Blut zu entnehmen. Dieses hatte nicht mehr die rote Farbe von normalem Blut, sondern wirkte eher wie Quecksilber. Aber unter dem Mikroskop zeigte sich, dass es noch aus den selben Zellen bestand wie normales Blut, die roten Blutkörperchen nur einfach nicht mehr rot waren. Auch seine restlichen Vitalfunktionen waren noch immer normal und sein Körper regierte weitestgehend normal auf die üblichen Stimuli. Und auch wenn die Haut wie Metall wirkte, so kalt und hart wie Metall war, so gelang es ihm doch nicht, sie mit seinen eigenen Kräften zu beeinflussen. Noch sonderbarer war jedoch, dass sie zeitweilig ferromagnetisch war, zeitweilig nicht. Warum und wann und wie der Wechsel von statten ging, konnte Manuel zu diesem Zeitpunkt noch nicht herausfinden.

Frustriert davon, dass er nicht wirklich verstand, was mit ihm passiert war, wandte sich Manuel später in der Nacht erst einmal wieder anderen Studien zu und begab sich dafür in dem Konferenzraum des Teams, da dort die besten Computer zu finden waren. Ihm war klar, dass ein Teil des Verständnisses, das er in dem Moment gespürt hatte, in dem die Quantenenergien ihn durchflossen, noch immer vorhanden war, und so machte er sich daran, alle wissenschaftlichen Probleme, die ihn in letzter Zeit beschäftigt hatten, noch einmal zu analysieren. Unter anderem auch die Gleichungen, von denen er in dem Vulkan Bilder geschossen hatte. Er stellte fest, dass diese sein Verständnis noch immer bei Weitem überstiegen, aber immerhin konnte er eine Tatsache feststellen, die ihm bisher verborgen geblieben war: Der Quantenraum durchdrang nicht nur ihre eigene Welt, sondern alle möglichen Welten. Also auch die, aus der Yumi Kara stammte. Somit konnte die Verbindung niemals vollständig gekappt werden.

Besuch

Und während Manuel noch über auf die Formeln starrte, erschien in einem der Monitore plötzliche eine Reflektion. Das Gesicht von Divis Mal, der Manuel zu beobachten schien.

Es gab ein kurzes Gespräch zwischen den beiden Männern, in dem Divis Mal Manuel den Auftrag erteilte, seine Lehren weiter zu verbreiten und weitere Nova zu finden, die die Weisheit in diesen sahen, so wie Manuel es tat. Manuel war sich zwar nicht sicher, wie er das bewerkstelligen sollte, sah aber die Notwendigkeit und den Sinn des Vorhabens und stimmte daher zu, es zu versuchen. Ein weiterer Auftrag, den Divis Mal an Manuel richtete war, niemals einen anderen Nova zu töten. Als Manuel sagte, dass dies auch eine der Lehren von Okura No Oni war, bezeichnete Divis Mal die Maske als einen "gelehrigen Schüler".

Das Gespräch drehte sich auch um Nova im allgemeinen und Divis Mal gab zu verstehen, dass aus seiner Sicht alle Nova gleich seien. Gleichzeitig stellte er sich aber als ihr Vater dar, worauf Manuel ihn hinwies. Dies wurde nur damit von Divis Mal beantwortet, dass er, um dies zu verstehen, noch nicht die richtige Perspektive habe - eine, die außerhalb von Zeit zu finden sei.

Sehr wohl gab Divis Mal aber zu, dass er es war, der für die Explosion in der U-Bahn am Ende des letzten Jahres verantwortlich gewesen sei. Er wollte damit mehr Nova erschaffen. Und auch wenn es einige wenig gab, die dabei eruptiert waren, so beschrieb er das Vorhaben dennoch als Fehlschlag. Die wenigen, die eruptiert waren, bezeichnete er aber als: "Ihr seid meine Kinder. Ihr tragt meine genetische Prägung in euch.". Auch äußerte er sich, dass die Quantenwelle weit länger gebraucht hatte um sich auszubreiten, als er es geplant hatte.

Und wie schon in dem kurzen Gespräch in der Vulkanfestung kündigte Divis Mal an, Manuel etwas lehren zu können, was er "Verpuppung" nannte, und was ihm helfen würde, den mutagenischen Zerfall umzukehren. Aber noch war nicht der Zeitpunkt für diese Lehrstunde gekommen.

Mit dieser Aussage verschwand auch die Reflektion aus dem Monitor und als Manuel sich umdrehte, fand er den Raum leer vor.

Nächster Tag (05. September 2005)

Morgen

Manuel

Wie er es sich in der vorherigen Nacht vorgenommen hatte, brachte Manuel um 7 Uhr in der Früh den grünen Kristall in die Werkstatt und begann mit den gerade eintreffenden Technikern eine erste Untersuchung. Es konnte dabei festgestellt werden, dass der Stein zwar jedes Mal, wenn er pulsierte, frisch mit Quantenenergie geladen zurückkam in diese Welt, die Energie sich aber augenblicklich zerstreute und in die Umgebung abgegeben wurde. Auch schien dem Pulsieren kein erkennbares Muster anzuhaften, so dass für den Moment der Kristall zwar interessant, aber praktisch nutzlos war.

Frühstück

Zur neunten Stunde lud Kenshin seine Teamgefährten dann zu einem Gemeinsamen Frühstück im Konferenzraum ein, wobei er Esther gar nicht erst zu erreichen versuchte. Sie sollte noch möglichst viel Ruhe finden.

Das Frühstück verlief relativ ereignislos und wurde von den drei Anwesenden genutzt, um noch einmal über den vorherigen Abend zu sprechen. Dabei fielen vor allem zwei Dinge auf:

  1. Lotus Infinite war nicht mit durch das Portal von Esther zurückgekommen, und niemand war sich sicher, sie durch eines von Sliders Portalen fliehen gesehen zu haben. Aber in der Festung im Vulkan war sie auch nicht mehr gewesen, als sie zusammen mit Nippontai geflohen waren.
  2. Niemand konnte sich so genau erklären, warum zwar die "Jünger" von Okura No Oni anwesend waren, er selbst aber nicht. War das Ganze vielleicht nur eine Ablenkung gewesen für etwas, dass die Maske getan hatte?

Esther

Esther erwachte um 10 Uhr, immer noch etwas groggy, aber mit genug Zeit, sich noch unter der Dusche frisch zu machen. Ja, sie hatte eindeutig zu viel getrunken in der letzten Nacht, aber ihre Novaphysiologie sorgte immerhin dafür, dass sie nun keinen Kater hatte.

große Versammlung

Vorbereitungen

Und so waren dann alle wach und frisch, als es daran ging, sich auf die große Versammlung vorzubereiten.

Ryu hatte zwar am Abend vorher angekündigt, dass diese Versammlung stattfinden würde, aber die Hogo Kyodai hatten nicht damit gerechnet, dass offenbar wirklich alle Mitglieder von Nippontai da sein würden. Und sogar alle Hojo Butai-Teams waren offenbar geladen.

Unter den Gästen, die durch die Gänge der Festung in Richtung des War Room gingen, entdeckten die Gefährten auch das Team aus Hokkaido, dem sie vor einigen Wochen bei der Evakuierung geholfen hatten und wurden mit einer anerkennenden und freundlichen Verbeugung begrüßt, die etwas tiefer ausfiel, als es nötig gewesen wäre.

Auch fiel allen außer Manuel auf, dass dessen neue Gestalt durchaus einige Blicke auf sich zog. Diese waren variierten von erschrocken bis fasziniert.

Uniformen

Was Esther aber auch auffiel war, dass die Gäste offenbar alle in Uniformen auftauchten. Nur sie hatten noch immer keine. Sie äußerte dies den anderen gegenüber, woraufhin Manuel zu verstehen gab, dass er in der Lage wäre, welche anzufertigen, die zumindest einige Stunden halten würden, wenn er denn ein entsprechendes Design haben würde.

Daraufhin übermittelte Esther ihm mental einen Entwurf, an dem sie seit einiger Zeit arbeitete. Das Design enthielt klassische, aber auch moderne Elemente und enthielt neben den prominenten Farben Weiß und Rot auch die Farben Grün, Schwarz, Gelb und Blau und damit alle Farben der Flaggen der Heimatländer der Hogo Kyodai. Manuel nahm diesen Entwurf als Vorlage, passte ihn an ein paar wenigen Stellen leicht an, konzentrierte sich, und veränderte die molekulare Struktur von Esthers Kleidung so, dass sie diesem Bild in seinem Kopf entsprach. Und, nachdem die anderem mit dem Bild, das sich zeigte, durchaus zufrieden waren, veränderte Manuel auch die Kleidung vom Rest des Teams.

Da dies auf dem Gang vor dem War Room passierte, sorgte es natürlich für ein paar verwunderte Blicke, aber alle hier Anwesenden waren selbst Nova, so dass es nicht völlig ungewöhnlich war.

Der Riese und die Kisten

Kurz vor der elften Stunde, also kurz vor Beginn des Treffens, traf dann auch Kyojin auf dem Gang vor dem War Room ein. Auf seinen Armen trug er fünf längliche, flache Holzkisten. Er wandte sich kurz an Esther, die erfreut wirkte, als er ihr mitteilte, dass er ihren Auftrag noch rechtzeitig ausführen konnte.

Ohne auf weitere Fragen zu warten, begab sich der sanfte Riese dann in den War Room und auch für die Hogo Kyodai war die Zeit gekommen, einzutreten.

Eintreten

Der War Room selbst war so voll, wie die Gefährten ihn noch nie erlebt hatten. Alle Kernmitglieder von Nippontai befanden sich in der Mitte der Halle, nur Ryu und O'Kage fehlten noch. Ihr Eintreffen würde die Versammlung offiziell eröffnen. Die Gefährten suchten nach einem Hinweis, wo sie Platz nehmen sollten, fanden aber kein entsprechendes Schild. Dann sahen sie Naginata, die ihnen mit einer Geste ihren Platz andeutete: In der Mitte der Versammlung. Mit gemischten Gefühlen gingen die Hogo Kyodai den Weg in die Mitte und ernteten dabei einige fragende Blicke der umstehenden anderen Hojo Butai.

Doch dann traten durch eine andere Tür auch schon Ryu und O'Kage ein und schritte in die Mitte der Halle. Es setzte Ruhe ein. Bis auf die Geräusche unzähliger Personen, die in die Knie gingen, war kein Ton mehr zu hören.

Ehrungen und Ansprachen

Beförderung

Dann richtete Ryu sein Wort an die versammelten Attarashi Kokka. Er erklärte kurz, dass am gestrigen Tag Dinge geschehen seien, über die später noch berichtet werden würde. Und bei diesen Geschehnissen sei offenbar geworden, dass das wahre Herz Nippons nicht nur in der Brust von Nipponjin schlage, sondern auch in der von einigen wenigen Gaikujin. Und dass die hier vor ihm knienden Hogo Kyodai ein Teil des Herzen Nippons seien und von diesem Tag an nicht länger bloß Hojo Butai seien, sondern Mitglieder der kaiserlichen Garde selbst - Mitglieder von Nippontai, auch wenn eine von ihnen ebenfalls weiterhin Schülerin bleiben würde, bis die Zeit gekommen war, zu der sie ihre Ausbildung beendete und dann selbst entscheiden möge, ob sie Teil des Teams bleiben wolle. Er verbeugte sich vor Esther und erteilte ihr das Wort.

Schwerter

Esther erhob sich, begann zu den Versammelten Hojo Butai zu sprechen, und berichtete, dass es ihr eine große Ehre und Freude zugleich war, Nippontai anzugehören. Sie ließ sich von Kyojin die erste der Kisten überreichen. Auf dieser stand ihr eigener Name. Sie öffnete die Kiste und entnahm ihr ein Daisho, dass sie mit dem, ebenfalls in der Kiste befindlichen, Gürtel an ihrer Hüfte befestigte. Dann sprach sie davon, dass es ihr alleine niemals möglich gewesen wäre, so weit zu kommen, nahm die nächste Kiste entgegen und überreichte dann Kenshin ebenfalls sein Daisho, das dieser in der korrekten japanischen Art und Weise annahm. Mit seiner Haltung und Gestik stellte er noch einmal klar, dass er ihr treu zur Seite stehen würde. Mit diesem Austausch hatte Esther Kenshin offiziell zu ihrem Stellvertreter gemacht.

Die dritte Kiste, die Esther nahm, trug Manuels Namen und auf ihm überreichte sie das Daisho. Der Filipino nahm die Schwerter in der selben Art und Weise entgegen, wie Kenshin es getan hatte. Was sollte er auch sonst tun, als Kenshin zu imitieren? Und wie auch Kenshin zuvor zog er das Katana ein Stück aus der Scheide, prüfte es, und erkannte und was für eine meisterliche Arbeit es sich handelte. Aus Gründen, die Esther nicht verstand, entlockte ihm dies eine Reaktion, die sie nicht erwartet hatte: Eine einzelne, metallische Träne drang aus dem Auge des jungen Mannes hervor und rollte seine Wange hinab. Dann band auch er sich das Daisho um, wobei jedoch offensichtlich wurde, dass er das noch nie getan hatte, wodurch es am Ende nicht ganz perfekt saß.

Als letzte erhielt dann auch Hikari ihr Daisho. Sie hatte keine wirklich Ahnung von Schwertern, und so band sie es sich einfach nur um, ohne wie die anderen zuvor die Klinge zu prüfen.

Übrig blieb eine Kiste, auf der allerdings ein Tuch lag, so dass der Name darauf nicht zu erkennen war. Diese hatte Esther nicht bestellt, aber gerade auch nicht die Möglichkeit, dem nachzugehen.

Ansprache

Nach diesem feierlichen Moment setzte Esther ihre Ansprache an die Versammlung fort und begann auch sanft, ihre Kräfte einzusetzen, um die volle Aufmerksamkeit der Masse zu haben. Immer weiter steigerte sie sie Stimmung im Raum sowie ihre eigene Stimme. Und als sie ihre Ansprache mit den Worten "Ich liebe Japan!" beendete und die anderen drei Hogo Kyodai in diesem Moment auch noch ihre Quantenresonanzverbindung zu ihr und untereinander öffnete und sich dadurch alle in einem gleißenden Dreieck aus Licht, mit Esther als Spitze, befanden, brandete tosender Jubel auf.

Einzig Ryu blickte etwas verwundert ob des schillernden Bandes. So etwas hatte er offenbar noch nicht gesehen.

Bericht über den Vortag

Der Jubel hielt noch einige Minuten an, ebbte aber langsam ab. Dann erhob Ryu seine Hand und mit einem Mal war wieder Ruhe in der Versammlung.

Er richtete sein Wort an die Versammlung und beschrieb, was am gestrigen Abend alles vorgefallen war. Dann bat er alle anderen, die dabei gewesen waren, seinen Bericht mit ihrem zu komplettieren, und sie alle taten dies so genau wie möglich.

Kenshin betonte dabei mehrfach, wie falsch die Lehren Divis Mals seien, dass sie nur zu einer Tyrannei führen könnten. Und die Geschichte gezeigt hatte, dass dies nie der richtige Weg war und nur zu Aufständen und Krieg führen würde. Das passte zu dem, was auch Ryu prophezeite: Es würde einen Krieg geben. Es sei jedoch noch unklar, ob dieser in 1, 10 oder 50 Jahren stattfinden würde.

Manuel war der einzige der Gefährten, der in seinem Bericht etwas wegließ: Er berichtete nicht von der Stimme Divis Mals in seinem Kopf und dessen Auftrag, seine Lehren zu verbreiten. Auch berichtete er nicht von dem grünen Kristall, den er mitgenommen hatte. Und, da er wusste, auf welchem dünnen Eis er sich befand und dass er nicht in der Lage war, Leute mit etwas anderem als der Wahrheit zu beeinflussen, stellte er lediglich sicher, dass die Ansprache Divis Mals wortwörtlich von allen Anwesenden gehört wurde. Diejenigen, die die Weisheit darin erkennen konnten, würden so die Chance bekommen, die Lehren so zu hören, wie sie gedacht waren.

Nach den Berichten begannen allerlei Diskussionen über das gehörte. Aber diese sollte nicht an diesem Tag und diesem Ort geführt werden, und so löste Ryu die Versammlung formell auf.

Pläne

Nachdem alle bis auf die Mitglieder von Nippontai - und dazu gehörten die Hogo Kyodai ja nun auch - den Raum verlassen hatten, richteten sich Ryu und O'Kage noch einmal an die versammelten Gefährten und es kam zu einer Besprechung ihres Auftrages, die Massenproduktion der Senchineru zu verhindern.

Manuel berichtete von seinen Nachforschungen bezüglich der Kühlung der stählernen Giganten, die er als Schwachstelle ausgemacht hatte. Wenn das Kühlmittel entsprechend manipuliert werden könnte, würden die Maschinen sehr schnell überhitzen und damit ausfallen.

Das war zwar kein schlechter Plan, aber Ryu schwebte es eher vor, dass die Maschine eine Fehlfunktion hatte, die Anwesenden gefährdete, und Nippontai dann eingreifen konnte, um den Tag zu retten.

Diese Äußerung verwunderte Manuel ein wenig, da dieses Vorgehen wenig zum Bild des Ehrenhaften Samurai passte. Aber der Plan an sich hätte natürlich das wirksamere Resultat. Und so äußerte er, dass sie ja schon einmal erlebt hätten, dass die Senchineru derart manipuliert werden könnten. Und zwar von Dr. Onishi Chigiro, der sich jedoch aktuell in China aufhielt.

Als Ryu dies hörte, genehmigte er umgehend ein entsprechendes Eindringen in China, um den Doktor und seine Familie zu befreien und dann für die eigenen Zwecke einzusetzen. O'Kage gab allerdings noch zu bedenken, dass sie damit direkt gegen die Pläne seines Bruders Kuroi Kiri handeln würden und sich damit in große Gefahr begäben. Wohl wissend, dass die Sorge nicht nur den Hogo Kyodai sondern auch seinem eigenen Bruder galt, erinnerte Esther ihn daran, dass dieser Kuroi Kiri nicht mehr sein Bruder sei, sondern statt dessen der Mörder eben jenes Bruders.

O'Kage nickte nur, bemerkte den fragenden Blick von Hikari und empfahl dem Team, sie über die andere Realität aufzuklären.

Da für die Planung des weiteren Vorgehens alles gesagt war, wurde das Treffen beendet. Zuvor sprach Ryu den Hogo Kyodai aber noch zwei Tage Ruhe zu um das erlebte zu verarbeiten.

Auszeit (05.-07. September 2005)

Kiseki Center

Während dieser Auszeit lud Manuel die Gefährten, neue wie alte, zu einem Treffen ein, bei dem er ihnen seine Pläne präsentierte, was das Gebäude anging, in dem der Spalt zwischen den Welten sich zuletzt befunden hatte. Dieses hatte er gekauft und plante, dort ein Krankenhaus mit Ausrichtung auf Nova einzurichten. Diese Idee war auch schon mit Nippontai, genauer gesagt Miko besprochen, und abgesegnet. Einen Teil der entsprechenden Kosten würde Nippontai auch tragen, aber der Rest musste noch aufgebracht werden.

Hikari erfuhr im Verlauf der Diskussion Details über Yumi Kara, die andere Dimension und alles, was damit in Zusammenhand stand.

Die Gefährten fanden Gefallen an der Idee des Kiseki Centers und es wurde über Wege zur Finanzierung gesprochen. Kooperationen mit Universitäten und Krankenhäusern sollten ausgelotet werden. Den Hauptteil der Kosten würde Unlimited Imagination tragen, sofern Manuel den Vorstand überzeugen konnte.

Ein entsprechendes Treffen wurde anberaumt und Manuel gelang es tatsächlich, seine Firma für die Idee zu begeistern.

Schmiede unter sich

Auch das Geschenk von Esther - die meisterlichen Schwerter - wollte Manuel nicht einfach auf sich beruhen lassen. Aber nicht sie war es, die er ehren wollte, sondern der Mann, der diese außergewöhnlichen Waffen geschaffen hatte: Kyojin. Da er aber nicht so recht wusste, wie er dem schweigsamen Riesen danken sollte, beschloss er, gleiches mit gleichem zu vergelten. Er machte sich daran, seinerseits ein Schwert zu schaffen, das seines Vaters würdig gewesen wäre. Doch anstatt es wie Kyojin mit bloßen Händen zu schmieden, schmiedete Manuel es mit seinem Geist und seinen Kräften. Jedes Molekül sollte sich an der perfekten Stelle befinden. Und die Struktur des Schwertes derart an Kyojin angepasst sein, dass sie auf seine Quantensignatur reagierte und mit ihm wuchs, wenn er seine Kräfte aktivierte.

Es erforderte einigen Aufwand, und Manuel war sich nicht sicher, ob er es ohne die immer noch vorhandenen Nachwirkungen der Geschehnisse auf der Insel überhaupt geschafft hätte, aber am Ende der Nacht hat er vollbracht, was er wollte.

Er überreichte das Schwert am nächsten Tag Kyojin, als dieser gerade von einem Einsatz im Süden Nippons zurückkehrte. Dieser lehnte es wie üblich zwei Mal ab. Beim dritten Mal nahm er es heraus, prüfte mit fachmännischem Blick das Blatt, das Gewicht, die Ausbalancierung. Kurz ließ er sie durch die Luft zischen, verharrte dann kurz, verfolgte die Lichtreflexion der Scheinwerfer am Landeplatz auf dem Metall und wirkte mehr als erfreut. Wortlos verbeugte er sich tief vor Manuel und sagte dann nur leise "Meisterhaft. Ich muss nun ruhen."

Weder die Tiefe der Verbeugung, noch den erfreuten Blick konnte Manuel als das erkennen, was es war, und so war er kurz von den knappen Worten enttäuscht, bevor ihm aufging, dass es nicht Kyojins Art war, eine stärkere Reaktion zu zeigen und so war er zufrieden mit dem Kompliment und seiner Arbeit.

Weitere Ansagen

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Die Feier (06. September 2005)

Schon lange hatte Manuel vorgehabt, seine alten und neuen Freunde einmal gemeinsam an einem Ort versammelt zu haben. Und was bot sich dafür besser an, als eine kleine Feier? Das würde auch die perfekte Gelegenheit sein, Amai noch einmal einzuladen, und Esther mit ihre reden zu lassen. Also mietete er kurzerhand das Dach mit Pool und Bar eines Hotels und lud seine Freunde ein. Cho Akeno, Yagami Hakiro, einige der Wissenschaftler von Unlimited Imagination und aus der Werkstatt, Miko, O'Kage, Michiko, Esther, Kenshin, Hikari und nicht zuletzt Amai. Die genauer Planung übergab er an seine PR Abteilung, gab dabei aber ein paar Anweisungen, was die Musik anging: Die Band sollte in der Lage sein, einige von Naginatas Liedern zu spielen, dies jedoch erst tun, wenn er ein entsprechendes Zeichen gab. Und die Band sollte nicht darüber informiert werden, dass Michiko auch anwesend sein würde. In Fernsehserien sorgte so etwas immer für einige gute Lacher, vielleicht tat es das ja in der Realität auch.

Gespräche

Aber anstatt Musik und guter Laune, waren es vor allem ernstere Gespräche, die die Feier dominierten:

Esther und Kenshin

Kenshin wollte ein Gespräch Esther führen, aber diese wies ihn recht schroff ab und gab an, dafür momentan keine Zeit zu haben. Kenshin war erst gekränkt, entschied sich dann aber, die Feier statt dessen zu genießen und ging in Richtung der Karaoke-Bühne.

Esther und Amai (und Hikari)

Amai kam etwas nach Beginn der Feier, und als Manuel die Nachricht erhielt, dass sie auf dem Weg nach Oben war, eilte er zu Esther, damit diese sie abfangen konnte. Das gelang auch, und Esther schaffte es, die junge Japanerin in ein Gespräch zu verwickeln und unter geschicktem Einsatz von Worten und Getränken, sie auch dort zu halten.

Auch Hikari kam an der Szene kurz vorbei, wusste jedoch nicht, wer genau Amai war. Sie bot dennoch kurz Hilfe an, diese wurde von Esther jedoch dankend abgelehnt.

Nach einiger Zeit taute Amai dann auch etwas auf, und Esther erkannte, dass in der jungen Frau ein innerer Konflikt stattfand. Sie hatte den Verdacht, dass dieser nicht nur emotionaler Natur war, und so entschied sie, genauer nachzusehen.

Sie drang in den Geist Amais ein und fand einige Szenen in ihrer Erinnerung. In der ersten sah sie, wie Yagami Hakiro sie das erste Mal für den Einsatz bei Manuel engagiert hatte. Bei dem Gespräch wurden vor allem zwei Dinge offenbar: 1. Hakiro wollte etwas vor Manuel verbergen, und Amai sollte ihn dafür ablenken. 2. Hakiro wollte aber auch, dass Manuel nichts Schlimmes passierte.

Die zweite Szene war einige Wochen später. Amai hatte dieses Mal das Treffen mit Hakiro einberufen und gestand ihm in diesem, dass sie sich unwohl fühlte, den Auftrag weiter durchzuführen. Sie wollte Manuel nicht länger etwas vormachen, hatte ganz offensichtlich wirklich Gefühle für ihn entwickelt. Hakiro verstand das als Versuch, mehr Geld herauszuschlagen, und so bot er ihr eine Erhöhung ihrer Gage an. Zuerst lehnte Amai ab, aber irgendwann war das Angebot offenbar doch hoch genug, und so stimmte sie zu, weiterzumachen.

Hikari und Manuel

Manuel beobachtete das Gespräch zwischen Amai und Esther die Ganze Zeit über sehr besorgt, ohne sich selbst zu zeigen. Irgendwann kam Hikari zu ihm an die Bar, an der er sich niedergelassen hatte, und fragte, was los sei. Manuel versuchte vergebens, es in Worte zu fassen. Also entschied Hikari, ihn statt dessen abzulenken und forderte ihn vehement auf, am Karaoke teilzunehmen. Manuel sträubte sich erst, aber irgendwann konnte sie ihm doch überreden. Und das Karaoke hatte die gewünschte Wirkung: Ablenkung, bis das Gespräch zwischen Amai und Esther beendet war.

Esther und Manuel

Nachdem Esther die Erinnerungen aus Amais Kopf gelesen hatte, teilte sie Manuel telepathisch mit, dass sie reden sollten. Sie trafen sich und Esther zeigte ihm die Dinge, die sie gesehen hatte. Manuel verstand nicht alle Subtexte so gut wie Esther, aber die grundsätzliche Bedeutung wurde ihm dennoch bewusst. Klarheit schufen diese neuen Informationen aber immer noch nicht. Ja, Amai hatte offenbar Gefühle für ihn. Aber dennoch war es ihr Auftrag, ihn abzulenken. Und sein bester Freund hatte diesen Auftrag erteilt. Was sollte das alles?

Esther wollte ihn die Entscheidung, wie er weiter mit Amai verfahren sollte, nicht abnehmen, und so suchte Manuel dann selbst das Gespräch mit ihr.

Manuel und Amai

Ein Kanadier - ein frisch eingekaufter Wissenschaftler für das Buendia Projekt - hatte in der Zwischenzeit versucht, Amai zu bezirzen. Sie schien kein besonderes Interesse zu haben, aber er wich erst, als er Manuel erkannt hatte, der sich dem Tisch näherte.

Wieder einmal hasste Manuel es, dass er nicht verstand, was die Gesichter der Leute um ihn herum ausdrücken wollte. Als Amai ihn zum ersten Mal in seiner Metallgestalt sah, passierte etwas in ihrem Gesicht, aber er konnte es einfach nicht deuten. Er versucht ihr zu erklären, dass dies seine wahre Gestalt war. Dass sie es schon immer gewesen sei, und dass der Manuel, den sie kennen gelernt hatte, immer noch ein Teil davon war. Und wieder versuchte er, ihre Reaktion zu lesen. Und wieder gelang es ihm nicht.

Als Amai dann jedoch, mit flachem und gefühllosem Ton, zustimmte, dass sie die Beziehung weiterführen sollten, wurde selbst Manuel klar, dass sie das nicht mehr ernst meinen konnte. Zu viel war passiert, als dass sie das einfach so sagen würde. Also wäre er in Zukunft wirklich nur noch ein Auftrag für sie gewesen. Und das konnte Manuel nicht ertragen. Also dankte er ihr kurzerhand für die gemeinsame Zeit, wandte sich ab, und ließ sie allein.

Manuel und Kenshin

Nach dem Gespräch war Manuel zu aufgewühlt, um sofort auf die Feier zurückzukehren. Also zog er sich etwas zurück an eine Seite des Dachgartens. Dort fand er einen stählernen Müllcontainer vor, der gerade geeignet schien, sich ein wenig abzureagieren.

Kenshin hörte die dadurch verursachten Geräusche durch sein feines Gehör als einziger und kam gerade hinzu, als der Müllcontainer endgültig aufgab. Er sprach Manuel an, was denn los sei, und dieser erklärte ihm die Situation in typisch knappen Worten. Kenshin hörte sich alles an und erwiderte dann, dass Manuel nicht der einzige mit Frauenproblemen sei.

So erklärten sich die beiden gegenseitig ihren Kummer, was die Laune beider eher noch verschlechterte.

Irgendwann entschied Manuel, dass er an diesem Abend nicht mehr in der Lage wäre, zu feiern. Daher verließ er die Feier, ohne sich von den meisten Gästen zu verabschieden.

Esther und Hakiro

Währenddessen wollte Esther mehr darüber wissen, was Hakiro vor Manuel zu verbergen versuchte. Also suchte sie ihn, zuerst körperlich, aber als das keinen Erfolg brachte, mittels Telepathie. Sie fand ihn und stellte fest, dass er gerade in einem Treffen mit zwei Mitgliedern der Inagawa Familie befand. Es ging offenbar um Waffenlieferungen nach China über graue Kanäle von Kuro-Tek.

Und genau diese Waffen waren auch das Geheimnis, so fand sie in Hakiros Gedanken, dass Manuel nicht herausfinden sollte. Offenbar nutzte Hakiro einen Teil von Manuels Forschung, um High-Tech Waffen herzustellen. Das dafür gegründete Unternehmen trug den Namen BlasTec Limited.

Die so herausgefunden Details behielt Esther aber vorerst für sich.

Poolside

Nach dem Gespräch mit Manuel kehrte Kenshin zur Feier zurück. Die Reste der Gäste hatten sich größtenteils um den Pool versammelt, und dort wurde die Stimmung etwas ausgelassener. Die Gespräche wurden lockerer, der Abend schien für die meisten doch noch entspannt zu enden. Irgendwann stieß Kenshin dann Hakiro "aus Versehen" in den Pool - hatte er doch von Manuel auch erfahren, dass dieser nicht ganz sauber zu sein schien. Hikari wollte ihm heraushelfen, was aber von Hakiro genutzt wurde, Hikari ebenfalls in den Pool zu ziehen. So endete die Party für einige Gäste heiter und feucht-fröhlich.

Anerkannte EP: 15

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