Kapitel 25: Zugriff

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Planung und Um-Planung (15. September 2005)

Die Diskussion über den genauen Ablauf des Zugriffes dauerte an und schließlich einigte man sich darauf, dass es zwei koordinierte Zugriffe geben sollte. Auch um dem Doktor deutlich zu machen, dass keine Gefahr mehr für Ihn und seine Familie bestand. Da man jedoch noch immer über viele Details unsicher war, entschloss sich Esther schließlich dazu, ihre Fähigkeiten zu nutzen und einen Blick auf die mögliche Zukunft zu werfen.

Nachdem sie sich in einen meditativen Zustand versetzt hatte erschienen folgende Eindrücke vor ihrem geistigen Auge.

Vision einer möglichen Zukunft:

Zunächst sah sie den Zugriff ihres Teams, bestehend aus ihr selbst und Hikari auf die Familie.
Die beiden Nova waren schnell in der Lage, die Wachen auszuschalten, bzw. unschädlich zu machen. 
Die Frau und die Kinder gerieten zunächst in Panik, konnten dann aber, auch mit Hilfe der Kräfte
der ehemaligen Kindergärtnerin, beruhigt werden. 
Alles lief soweit glatt, doch konnte einer der Wachmänner noch einen Funkspruch
absetzen, bevor er überwältigt wurde. Ein ungutes Gefühl blieb in Esthers Magengrube zurück.
Der Zugriff auf den Doktor selbst, in der Fabrik, gestaltete sich nicht ganz so einfach.
Bereits als die Fahrzeuge des chinesischen Militärs vor dem Tor 
auftauchten, begann man sie vom Fabrikgelände aus unter Beschuss zu nehmen. 
Esther konzentrierte sich auf das Laboratorium des Doktors und fand sich alsbald darin wieder.
Sie sah, wie der Professor an einer futuristischen Anlage
arbeitete, die vor ihm im Raum schwebte. Durch eine dicke Glasscheibe von den schwebenden 
Einzelteilen getrennt, schien er ganz in seine Arbeit vertieft und darauf
konzentriert, sie zu vollenden. Als eine Konfiguration nicht seinen Vorstellungen entsprach,
verwandelte er mit einer Handbewegung das Material der Einzelteile in
ein anderes. Während er dies tat, bekam einer der beiden Wachleute, die sich mit ihm im Raum
befanden, einen Funkspruch. Esther konnte nicht hören, was
besprochen wurde, jedoch aus der folgenden Reaktion des Mannes schloss sie, dass es sich um den 
Funkruf des Wächters bei der Familie handeln musste.
Der Mann im schwarzen Anzug sagte etwas zu Dr. Onishi, woraufhin dessen Gesichtszüge von Panik
erfüllt wurden. Dies jedoch lies den Wächter kalt und er zog eine schwere Pistole aus dem Holster,
die er auf den Kopf des Doktors richtete. Er deutete diesem mit scharfen Worten und einem Wink des
Laufs, weiter zu arbeiten, was dieser zunächst verweigerte.
Der zweite Wächter kam hinzu und hielt demonstrativ eine rote Pille in die Höhe, die er sich
grinsend zwischen die Lippen klemmte. Woraufhin der Doktor widerstrebend seine Arbeit wieder 
aufnahm und die Vision endete.

Nachdem die Südafrikanerin ihren Teamkollegen mitgeteilt hatte, was sie gesehen hatte, entschied man, das Vorgehen dahingehend zu ändern, dass Hidana den Zugriff auf die Familie leiten sollte, da man dort keinen Bedarf an einer Übermacht von Nova sah. An der Fabrik jedoch wurde jede Hilfe benötigt. Das Team lies sich die Vision mit Hilfe des von Manuel entwickelten Hologramm-Helms noch einige weitere Male vorführen und kam so zu einigen weiteren Schlüssen. Kenshin wurden die Bilder, wie schon zuvor, direkt in den Geist übermittelt. Der Soldat war in seinem eigenen Zimmer verblieben, um seine Tarnung weiterhin aufrecht zu halten.

Hidana wies darauf hin, dass es sich bei der roten Pille womöglich um „Soma“ handeln könnte. Die gefürchtete, illegale Kampfdroge, welche Menschen kurzzeitig zu Nova machte. Oder ihnen zumindest Nova-änliche Fähigkeiten verlieh. Welche jedoch nicht immer vorhersehbar waren. Manuel analysierte die Bilder so genau er konnte und kam zum selben Schluss.

Des weiteren forschte er nach Aufzeichnungen und Berichten über des Doktors Arbeiten und entdeckte so, dass es sich bei der mysteriösen Maschine, an welcher Chigiro arbeitete wahrscheinlich um eine sogenannte „Tsunami Bombe“ handelte. Ein „Doomsday Device“, das die Gravitation verändern und so, an richtiger Stelle eingesetzt, Erdbeben hervorrufen und unvorstellbare Zerstörung verursachen könnte. Bei einem Einsatz dieser Waffe zum Beispiel am pazifischen Feuergraben wäre mit Milliarden von Toten zu rechnen. Und gab es nicht vor einigen Monaten mehrere submarine Beben, die einen Tsunami auslösten? Ein Feldtest?

Esther lies ihr dumpfes Bauchgefühl einfach nicht los und schließlich fiel ihr beim wiederholten Ansehen der Bilder etwas auf. Die Reaktion der Mutter, Dr. Onishis Frau, war ungewöhnlich. Für eine Mikrosekunde schien ein Ausdruck von Triumph und Zufriedenheit über ihr Gesicht zu huschen. Sie wies Hikari darauf hin, doch die Expertin für Emotionen konnte nur anhand der Bilder nicht viel mehr heraus finden. Allerdings erkannte auch sie diese seltsame emotionale Diskrepanz in der Frau.

Besuch von Außerhalb.

Esther entschied schließlich, dass es gut wäre Chen Dao hinzuzuziehen. Der Geheimagent könnte eventuell etwas Licht ins Dunkel bringen und nähere Informationen über die Familie Onishi beitragen.

Bald nach einem Anruf erschien er auch schon auf der Bildfläche. Höflich und reserviert hörte er sich die Erzählung des Teams an und war überrascht von den Möglichkeiten die Manuels Technologie in Konjunktion mit Esthers Fähigkeiten barg. Er machte Manuel ein kurzes Angebot, doch nach diesem Auftrag in China zu verbleiben und für die dortige Regierung zu arbeiten. Er würde dort Zugriff auf nahezu unbegrenzte Mittel und interessante Forschungsprojekte erhalten. Manuel lehnte dankend ab.

Nachdem er die Bilder betrachtet und sich den Lagebericht des Teams angehört hatte, stimmte er in großen Teilen mit den Schlüssen der japanischen Nova überein. Darauf angesprochen, wie er seine Aktion gegen die Mihei Corporation rechtfertigen könnte, warf er ein, dass diese bereits seid einiger Zeit unter Beobachtung und Terrorverdacht stand. Die Hinweise auf die „Tsunami Bombe“ erhärteten den Verdacht nur noch und so würde er keine Probleme haben, den Einsatz vor der Regierung zu rechtfertigen. Der Verdacht, dass einige seiner Untergebenen mit dem Feind zusammenarbeiteten, wies er zunächst zurück. Gab dann allerdings widerstrebend zu, dass auch er nicht einhundert-prozentig sicher sein könne und ein wachsames Auge auf seine Leute haben würde. Auch eröffnete er dem Team eine sehr wichtige Information. Dass Dr. Onishi Chigiro ein Nova war, war bereits bekannt, doch das Ausmaß seiner Kräfte überraschte das Team doch sehr. Er war in der Lage die Kräfte eines, oder gar mehrerer Nova in seiner Nähe zu kopieren und zu nutzen. Dies machte ihn zu einem extrem gefährlichen Faktor im Plan. Sollte er nicht überzeugt werden können, dass das Team ihm nichts böses wollte, würde er womöglich ihre Kräfte übernehmen und sich wehren.

Während der Diskussion wurde gemutmaßt, dass die Frau von Dr. Onishi vielleicht eine Nova sein könnte, die dies bisher geheim gehalten hatte. Oder dass sie eine Möglichkeit hatte, Kuroi Kiri zu kontaktieren. Chen Dao sagte, dass nach den Erkenntnissen seines Geheimdienstes dieser nicht über Fähigkeiten verfügte, sich zu teleportieren und er sich momentan auf den Philippinen befände. Auf Manuels erschreckte Nachfrage, was er denn dort tue, erwiderte Chen Dao jedoch nur, dass er dies nicht wüsste.

Man diskutierte noch etwas über das für und wider dieser Information, doch kam zu keinem endgültigen Schluss diesbezüglich. Zwar befürchtete man, dass Madame Onishi womöglich mit dem Feind zusammenarbeitete, oder anderweitige psychische Probleme habe,doch es gab zu wenig Informationen und man konnte sich der Umstände nicht sicher sein. Auch über des Doktors Verhalten konnte man keine exakte Aussage treffen. Man würde spontan entscheiden müssen.

Das Team würde also, wie schon zuvor beschlossen, Chen Daos Truppen beim Sturm auf die Fabrik unterstützen und dem Söldner den Zugriff auf die Familie überlassen. Diese und der Doktor würden nach erfolgreicher Extraktion dann in das Shaolin Kloster in den Bergen relativ nahe der Stadt (80 Meilen) gebracht, wo sie zunächst zusammengeführt werden sollten. Alles weitere würde man dann dort besprechen. Der Geheimagent forderte noch einen ausführlichen Bericht über den Einsatzplan von Esther an, den er mindestens 24 Stunden vor Ausführung auf seinem Schreibtisch erwartete. Danach verabschiedete er sich höflich.

Besuch in der Enklave (16. September 2005)

Observation vor Ort

Um die Frau und ihre Kinder gefahrlos „entführen“ zu können, musste man zunächst noch mehr über die Gewohnheiten der Familie herausfinden. Also beschloss man, sich noch einmal innerhalb der Gated Community umzusehen. Am besten früh morgens, um zu sehen, wie Mutter und Kinder miteinander interagierten.

Bis auf Kenshin, der im Hotel zurück blieb und sich bemühte, weiterhin ohne seine Nova-Kräfte zurecht zu kommen und auch beschlossen hatte sein taktisches Wissen aufzufrischen, machten sich schließlich alle Teammitglieder auf zur Schule innerhalb der japanischen Enklave. Chen Dao hatte dafür gesorgt, dass die Nova auf der Gästeliste eingetragen waren und so konnten sie ungehindert den Kontrollpunkt passieren. Diesmal beschlossen Hikari und Hidana sich als junges Ehepaar auszugeben, das an einer Wohnung innerhalb des Viertels interessiert wäre.

Alsbald wanderten sie mit Manuel durch die Straßen der kleinen Gemeinde. Die Bewohner erwiesen sich als freundlich und zuvorkommend und so fanden sie schnell den Weg zur Schule, wo sie auf einer Parkbank Stellung bezog.

Während sie die Kinder beobachteten, fiel ihnen ein junger Mann ins Auge. Ein Gaijin. Gutaussehend, blond, Europäer und offensichtlich sehr beliebt bei den Kindern. Eine kurze Schrecksekunde lang stahl sich das Bild eines gewissen anderen, blonden Europäers ins Gedächtnis der Freunde, doch erschien ihnen allen dies als viel zu abwegig.

We don't need no education

Schließlich erschien auch Familie Onishi auf dem Schulhof. Die Mutter wirkte reichlich gestresst, was wohl daran lag, dass das jüngere der beiden Kinder, der Sohn, sich arg gegen den Aufenthalt in der Schule sträubte. Lautstark verkündete der Junge seine Wut darüber, dass er schon wieder in den langweiligen Unterricht müsse und keine Lust habe die Schuluniform zu tragen und und und …

Die Tochter, ein oder zwei Jahre älter als der Knabe, jedoch konnte es offensichtlich kaum erwarten, dass die Schule endlich begann. Nach einigen scharfen Worten der Mutter schließlich, lies der Junge seine Tirade endlich verebben und stapfte schmollend seiner Schwester hinterdrein ins Gebäude. Hausarrest und Spielkonsolen-Entzug schienen ihre Wirkung nicht zu verfehlen.

Hikari machte eine interessante Entdeckung, als sie die Mutter und die Umstehenden deutlicher ins Auge fasste. Allem Anschein nach lag etwas zwischen Madame Onishi und dem jungen Gaijin-Lehrer in der Luft. Der kurze Blick, den sich die beiden zuwarfen, sprach für die Emphatin Bände.

Eine "glückliche Ehe"

Davon unbeirrt jedoch, schritt sie auf die junge Mutter zu und verwickelte diese in ein Gespräch über Kinder, Familie, die Enklave, das Leben in dieser und die Ehe der Chigiros. Die Mutter stellte sich formlos als Onishi Kachiko vor. Im Laufe dessen stellte sich heraus, dass die Dame ihren Mann zwar liebte und auch für die Kinder nahezu abgöttische Liebe empfand, doch nicht vollkommen glücklich war. Zufrieden, ja, aber nicht glücklich.

Schließlich wurden Hikari und ihr "Mann" Hidana eingeladen, doch einmal zum Tee vorbei zu schauen, wenn der Einzug in die Enklave erfolgt sei. Es fiel allen Beteiligten auf, dass Frau Onishi Manuel, der noch immer seine holographische Tarnung als Amerikaner trug, keines Blickes würdigte. Dieser nutzte die Gelegenheit, um sich sowohl Frau Onishi als auch die Schule näher anzusehen. Dabei fand er heraus, dass ihre Befürchtung, die Frau könne eine Nova sein, falsch war. Und auch in der Schule befand sich niemand mit Kräften.

Was aber ihm und auch Hidana auffiel, waren einige Wachleute, die ein Auge auf Madame Onishi hatten. Einige davon waren sehr offensichtlich und versuchten nicht, sich zu verstecken. Aber in einem nahegelegenen Auto war noch eine weitere Person, die die Neuankömmlinge auch argwöhnisch beobachtete. Als Madama Onishi gerade gegangen war, bat Manuel Hikari, diesem Mann sein Misstrauen zu nehmen, was diese auch tat. Der Mann stieg daraufhin aus seinem Auto und rauchte erst einmal eine Zigarette.

Dann begaben sich die drei Gefährten in einen nahe gelegenen Park. Dort stieß auch Esther zu ihnen, die mit dem Auto erheblich länger gebraucht hatte als geplant. Dort kam das Gespräch noch einmal auf die weitere Vorgehensweise zu sprechen. Nach einigen Minuten bemerkte man jedoch die eigene Unvorsichtigkeit und verlegte die Besprechung zurück in das Hotelzimmer.

Weitere Besprechungen (16.-17. September 2005)

Andere Blickwinkel ermöglichen weite Sprünge

Kenshin hatte die Zeit genutzt, um über das Vorgehen innerhalb der Fabrik nachzusinnen. Er war zu dem Schluss gekommen, dass es wohl am Besten wäre, wenn Esther mittels ihrer Kräfte die Lage zuvor auskundschaftete. Er hatte die Theorie aufgestellt, dass es eventuell möglich wäre, dank der im Laufe der Vision gesehenen Bilder, direkt in das Labor zu warpen. Leider musste die Südafrikanerin dies verneinen. Da sie nie selbst an diesem Ort gewesen war, konnte sie nicht exakt bestimmen, wo sich ihr Portal öffnen würde. Und sie wollten ja nicht in einer der Wände des Gebäudes erscheinen. Jedoch hatte der Soldat noch eine Alternative parat. - Soweit er wusste, war es Esther möglich, ihren Blickwinkel innerhalb eines gewissen Radius zu verlagern und Dinge von fern zu beobachten, ohne selbst bemerkt zu werden. Dies würde das Risiko einer Fehllandung deutlich reduzieren. Also müsse man lediglich nah genug an das Ziel heran kommen, um von diesem Punkt aus direkt dorthin warpen zu können.

Dieser Vorschlag fand Anklang bei allen und mit Hilfe von Luftaufnahmen des Firmengeländes suchte man den besten Start und Zielpunkt für den ersten Sprung, an den sich der zweite, direkt in das Labor, anschließen würde. Dort angekommen, würde man gegebenenfalls Feinde ausschalten und den Doktor so schnell wie möglich wieder mit sich hinaus nehmen.

Vorbereiten auf den Einsatz

Zusammen mit Kenshin arbeitete Esther in den nächsten Stunden einen detaillierten Einsatzplan aus, welcher Chen Dao zur Verfügung gestellt wurde. Somit begann nun die „Heiße Phase“ des Einsatzes in China. Die Freunde vertreiben sich die Zeit jeder auf seine eigene Weise.

Um Dr. Onishi davon zu überzeugen, dass von Kuroi Kiri keine Gefahr mehr ausgehen würde, wenn er mit ihnen käme, beschlossen sie, die Splitter von einem der beiden sehr einzigartigen Schwerter des schwarzen Nebels zu präsentieren. Zu diesem Zweck öffnete Esther ein Portal für Manuel und sich selbst zu Unlimited Imagination und Manuel holte die Splitter sowie den Teil seiner Ausrüstung, den er bisher aus Gründen der Tarnung nicht mit nach China genommen hatte.

Danach verbrachte Manuel viel Zeit im Hotel eigenen Fitnessraum, wo er Sandsäcke mit seinen Kampfstäben malträtierte. Er wollte vor dem Einsatz den Kopf frei bekommen und körperliche Verausgabung war die beste Möglichkeit, die ihm dazu einfiel.

Hikari meditierte lange und anhaltend, um ihren Geist auf die bevorstehenden Prüfungen vorzubereiten. Später erhielt sie von Manuel noch eine Lehreinheit, in der der Phillipino versuchte, ihr zu erklären, wie sie ihre Kräfte besser kontrollieren konnte und diese nicht immer mit vollem Effekt einsetzen musste.

Kenshin tat es Hikari gleich. Jedoch wo die Kindergärtnerin sich bemüht hatte, ihren Geist mit Zuversicht und Gewissheit des eigenen Überlebens zu erfüllen, besann er sich darauf, das es besser sei den eigenen Tod zu akzeptieren. Nur wer bereit ist zu sterben, kann überleben. Wer nicht bereit ist sich zu opfern, wenn es nötig ist, wird im Kampf umkommen. Traditionell schrieb er ein Todeshaiku. Dann ging auch er in den Sportraum, wo er sich weiterhin bemühte ohne sein Augenlicht zurecht zu kommen.

Esther lies die Sau raus. Sie besorgte sich eine Reihe von mp3s und beschallte ihr Zimmer und den Flur mit Rockmusik. Dabei gab sie ihrer Vorliebe für harte Getränke nach und tanzte die Nacht hindurch durch ihre Suite.

Was Hidana tat, um sich vorzubereiten bekamen die Gefährten nicht mit.

Angriff im Abendlicht (17. September 2005)

Aufmarsch der Truppen

Einmal mehr in den alten "Mietwagen" eingezwängt, machte man sich schließlich in den späten Abendstunden des folgenden Tages zum vereinbarten Treffpunkt mit Chen Daos Truppen auf . Auf dem Weg dorthin merkte Kenshin an, dass man ihn nun entweder in einiger Entfernung absetzen solle, da er ja noch immer das "Ass im Ärmel" des Teams sei, oder ihn dem Geheimagenten vorstellen solle. Da dieser sicherlich den Schritt verstehen würde, einen Mann in der Hinterhand gehalten zu haben. Nach kurzem Überlegen entschied Esther, dass es wohl besser sei, nun endlich mit vollkommen offenen Karten zu spielen und die Anwesenheit eines weiteren Novas nicht weiter zu verheimlichen.

The Full Monty

Der Treffpunkt war eine große Brachfläche etwas außerhalb der Stadt, jedoch in relativer Nähe des Industriegebietes. Dort herrschte bereits reges Treiben. An die Hundert Soldaten, in voller Kampfmontur, nahmen Aufstellung und wurden von ihren Offizieren noch einmal in die wichtigen Details des Einsatzes eingewiesen. Auch fanden sich diverse Jeeps, Lastwagen zum Truppentransport und sogar ein gepanzerter Einsatzwagen mit schwerem Geschütz. Die Attarashi Koka kamen sich in ihrer leichten Panzerung, die sie als einzige hatten mitführen können, schon beinah etwas "underdressed" vor.

Führungstreffen

Als der etwas klapperige Wagen vorfuhr, wurden sie zunächst von einem Soldaten angehalten, der verlangte ihre Ausweise zu sehen und kurz davor war, sie wieder fort zu schicken. Hidana konnte sich einen bissigen Spruch in Richtung des Uniformierten nicht verkneifen, wurde aber von Esther zurechtgewiesen. Der Soldat machte schließlich Meldung bei seinem Kommando und ließ sie passieren.

Ein unmoralisches Angebot

In der Mitte des großen Platzes war ein offenes Kommando-Zelt errichtet worden, in dem sich Chen Dao gerade, über einer großen Karte des Firmengeländes gebeugt, mit einigen Offizieren beriet. Er begrüßte die Nova freundlich und stellte sie als "Ausländische Spezialisten" vor. Offensichtlich hatte er seinen Offizieren erzählt, das Team sei eine Söldnereinheit. Nachdem die Formalitäten erledigt waren, begann er recht unverhohlen um Esthers "Gunst" zu werben. Eine Nova mit ihren Fähigkeiten war nicht nur selten, sondern auch extrem wertvoll für jede Regierung, die ihrer habhaft werden konnte. Die junge Frau lehnte mit dem für sie typischen Sarkasmus ab.

Enttarnt

Um das Thema zu wechseln, stellte Esther nun ihr bisher verborgenes Teammitglied vor. Chen Dao tat diese Eröffnung mit dem militärischen Äquivalent eines Schulterzuckens ab. Seine Worte waren: "Dann sind wir ja quitt und haben beide etwas in der Hinterhand gehalten." Was er jedoch in der Hinterhand gehalten hatte, wusste keiner der Gefährten, aber jetzt war auch nicht der Moment, nachzufragen.

Bei Nennung seines Codenamnes nickte Kenshin lediglich und schwieg sich ansonsten aus. Er hatte sich ein Tuch um den unteren Teil des Gesichtes gebunden, um weitestgehend unerkannt zu bleiben. Auch mit Rücksicht auf seinen Vater. Der Codename veranlasste Chen Dao dann, noch einmal nachzufragen, ob Kenshin es nicht gewesen sei, der vor einiger Zeit am !!!EINSATZ NACHTRAGEN!!! beteiligt gewesen wäre, was dieser bestätigte. Der besagte Einsatz lag jedoch zeitlich vor seiner Eruption, so dass Chen Dao offenbar sehr wohl wusste, wer unter der Maske steckte.

Auch Manuel lies nun endgültig seine Tarnung fallen, indem er die Brille abnahm und so wieder in seiner tatsächlichen Gestalt erschien. Kurz schien er zu überlegen, ob er die Brille nicht zerstören sollte. Es gefiel ihm nicht, sich verstecken zu müssen. Chen Dao sagte daraufhin, dass es eine Schande wäre, ein so perfektes Gerät der Tarnung zu vernichten und Manuel stimmte ihm zu, dass dies unlogisch wäre. Das wiederum quittierte Chen Dao mit: "In ihrem Denken sollte doch eigentlich meistens die Logik obsiegen, oder?"

Fahrt in der rollenden Sauna

Dem Team wurden schließlich Plätze in einem der gepanzerten Truppentransporter zugewiesen und man machte sich auf den Weg zur Fabrik. Nach einigen Minuten wurde es unangenehm warm und schließlich sogar drückend heiß in dem metallenen Gefährt. Niemand hatte daran gedacht, das Manuels Anwesenheit das Metall aufheizen würde. Um die Stimmung etwas aufzulockern begannen Hikari und Manuel mit den Soldaten im Wagen Witze zu reißen. Was die Fahrt etwas erträglicher gestaltete.

Im Führerhaus hatte Esther sich neben Chen Dao gesetzt. Dieser versuchte weiter, sie von den Vorzügen der Arbeit für die chinesische Regierung zu überzeugen. Sie blieb jedoch hart.

"Operation Reisbällchen" (17. September 2005)

Let's roll

Das Team wurde in einiger Entfernung vom Zielgelände abgesetzt und der Konvoi setzte seinen Weg ohne sie fort. Esther gab Hidana das Zeichen, mit seiner Aktion zu beginnen.

Man schlug sich in die Büsche rund um das Fabrikgelände und schlich sich an Mauer und Zaun heran.

Während sie liefen, hörten sie die durch Lautsprecher verstärkte Stimme Chen Daos, der die Firmenangehörigen aufforderte, das Tor zu öffnen und der Armee Einlass zu gewähren. Das Ziel des Teams war ein ca. 300 Meter langer und 100 Meter breiter, typischer Backsteinbau. Darunter befand sich, laut den Informationen des Teams und der Vision der Präkog das Labor des Doktors. Zunächst beobachteten sie wie ein Team aus zwei Wachen und einem Schäferhund an ihrem Standort vorbei patrouillierte. Als diese außer Sichtweite waren, öffnete Esther zunächst ein schnelles Portal hinter die Mauer. Dies geschah um den nach außen gerichteten Kameras zu entgehen und keinen Alarm auszulösen. Dabei fiel Kenshin auf, dass sich ihr Modus Operandi geändert hatte. Sie vollzog eine Bewegung, die einer Technik aus dem Iai-Do glich und "schnitt" somit einen Durchgang in das Gefüge des Raumes. Allerdings fiel einem der Wächter ärgerlicher Weise der Lichtschein des Portals auf und die Männer kamen zurück um die Hausecke. um nachzusehen. was passierte. Kenshin hatte sich in die Schatten zurückgezogen und war kaum zu sehen, Manuel reagierte schnell genug und schaffte es beide Wachen und den Hund mittels einiger Stahlkugeln aus zuvor beschafften Kugellagern auszuschalten.

Beinah in der selben Sekunde begannen die Konzernwachen das Feuer auf die staatlichen Truppen zu eröffnen. Vereinzelt waren innerhalb des Komplexes Rufe zu hören:

"Für die Schlange!"

Somit war klar, das die Firma zur Gänze von der "Obsidianenen Schlange" unterwandert war. Wenige Augenblicke später brach in einiger Entfernung, das schwere, gepanzerte Fahrzeug des Angriffsteams durch die niedrige Mauer und die Soldaten strömten auf das Firmengelände. Der Kampf war nun in vollem Gange.

Kurz darauf traten Hikari und Esther durch das Portal und die Südafrikanerin konzentrierte sich darauf, in das Labor zu blicken. Was sie sah, erschreckte sie.

Unten im Labor spielte sich gerade in diesem Augenblick die von ihr vorausgesehene Szene ab. Einer der Wachmänner nahm einen Funkspruch entgegen und zog daraufhin die Waffe. Esther reagierte schnell und "schnitt" ein neues Portal in die Mauer vor ihnen. Dahinter war der Rücken des Mannes mit der Pistole zu erkennen, der Doktor und in einiger Entfernung der zweite Wachmann.

Im Labor

Diesmal reagierte Kenshin als erster - er de-materialisierte sich, schritt in einer fließenden Bewegung durch das Portal und rammte dem Wächter seine Hände von Hinten durch die Brust. Dies verpasste dem Mann einen heftigen Stromschlag und er brach zuckend zusammen. Manuel nutzte erneut seine Stahlkugeln, um den zweiten Wächter auszuschalten.

Kenshin wechselte dann in die traditionelle Haltung aus den asiatischen Kampfkünsten für "unbewaffnet und in friedlicher Absicht", mit der rechten Faust von der linken Hand bedeckt, vor das Gesicht gehoben. Manuel warf mit einer Handbewegung die Splitter von Kuroi Kiris Schwertklinge vor Dr. Onishi auf den Boden. Beide versicherten dem Doktor auch verbal, dass sie ihm kein Leid wollten und dass seine Familie in Sicherheit sei.

Probleme in der Wohnung

Während dies geschah, bekam Esther einen Funkruf von Chen Dao welcher ihr mitteilte, dass es in der Wohnung der Familie wohl zu einem unerwarteten Zwischenfall gekommen sei. Die Mutter hatte sich tatsächlich als Verräter herausgestellt und hielt nun ihre eigenen Kinder als Geiseln. Beide Frauen waren zutiefst bestürzt über diese Entwicklung, doch durfte sie dies nicht daran hindern, den Doktor aus der Gewalt der Terroristen zu befreien. Esther beorderte Hikari durch das Portal und die ehemalige Kindergärtnerin gehorchte widerstrebend. Auch ihr war klar, das der Professor Priorität hatte und sich Hidana um die Frau kümmern würde.

Der Doktor will nicht mit

Als sie das Labor betraten, redeten Kenshin und Manuel noch immer abwechselnd auf den Doktor ein, doch nur mit mäßigem Erfolg. Esther ergriff nun das Wort und nachdem sie Dr. Onishi erklärt hatte, wer sie waren, beteuerte auch sie, wider besseren Wissens, dass es seiner Familie gut gehe und man sie vor dem Zugriff Kuroi Kiris in Sicherheit gebracht habe.

Doch der Doktor glaubte ihr nicht. Immer wieder weigerte er sich zu glauben, das man den Schwarzen Nebel austricksen könne und er begann sich einzureden, seine Familie sei bereits tot und auch er würde bald sterben.

Da wurde es Esther zu bunt und sie begann auf ihn zu zu gehen. Mit der Macht ihrer Stimme versuchte sie ihn davon zu überzeugen, dass er sie begleiten solle und alles in Ordnung wäre. Doch er weigerte sich weiterhin. Die Augen des untersetzten, dicklichen Mannes begannen zu leuchten und er begann seine Wut und Verzweiflung hinaus zu brüllen. Alle Teammitglieder im Raum machten sich kampfbereit. Esther fühlte, wie etwas an ihrem Verstand zerrte und versuchte, in diesen vor zu dringen.

Doch da brach der ältere Mann unvermittelt zusammen. Anscheinend war der Stress der letzten Minuten zu viel für ihn gewesen. Schluchzend und wimmernd sackte er auf Knie und Hände und blieb, einem Häufchen Elend gleich, auf dem kalten Linoleumboden liegen.

Hikari stürzte zu ihm und auch Manuel ging zu der wimmernden Gestallt hinüber.

Knock Out

Esther und Hikari bemühten sich beide den Doktor dazu zu bewegen mit ihnen zu kommen, doch dieser war noch immer vollkommen verwirrt. Irgendwann beschloss man, ihn einfach in diesem Zustand mitzunehmen. Esther wollte ihm aufhelfen und Dr. Onishi ließ dies auch zu. Dabei legte er aber sehr bewusst seine Hand auf Esthers Schulter und diese spürte, wie etwas an ihren Kräften zerrte. Ihr entsetzter Blick in diesem Moment war für Manuel Grund genug, ihn kurzerhand mit einem wohl dosierten Schlag außer Gefecht zu setzen. Er handelte sich zwar damit einige böse Blicke seitens der Kindergärtnerin ein, doch das störte ihn nicht weiter.

Doomsday Device

Seine gesamte Aufmerksamkeit fokussierte sich auf die Maschine an welcher der Doktor gearbeitet hatte. Einige Momente lang starrte er sie an. Die Einzelteile des Apparatus schwebten innerhalb einer Kammer, von Glas und Stahl umgeben in einer Art Kraftfeld, das sie in Bewegung hielt, aber auch an ihrem jeweiligen Platz, dort wo sie "abgelegt" worden waren.

Die Gefährten glaubten in dem Moment vielleicht, dass er versuchte, die Apparatur zu verstehen, aber der eigentliche Grund für das Zögern war, dass er mit sich haderte, ob er dieses Kunstwerk überhaupt zerstören solle. Schweren Herzens begann er dann aber doch mittels seiner Kräfte die Teile in ihren "Umlaufbahnen" zu stören und sie zu beschleunigen. So dass sie schließlich miteinander kollidierten und sich gegenseitig irreparabel beschädigten. Kurz bevor der Malmsturm, den er entfacht hatte, auch das Kraftfeld zerstörte, hielt mit einem Male die Zeit um ihn herum an.

Timefreeze 01 - Eine Frage der Moral

Er hörte die Stimme Divis Mals in seinen Gedanken, welcher ihn dafür schalt die Maschine zerstört zu haben. Sie wäre ein Instrument gewesen, das dabei geholfen hätte, das neue Zeitalter einzuläuten. Dass man Altes zerstören müsse, um Neues zu erschaffen. Sie hätte den Weg geebnet für die Herrschaft der Nova.

Manuel antwortete, dass diese Zerstörung zu groß gewesen wäre und auch viele Nova das Leben gekostet hätte. Zum ersten Mal hörte Manuel von Divis Mal dabei eine Antwort, die ihm überhaupt nicht gefiel. Denn der übermächtige Nova bezeichnete diejenigen ihrer Art, die den Einsatz nicht überlebt hätten, als zu schwach. Als Fehlentwicklungen in der Evolution, um die es nicht schade sei, ja die vielleicht sogar vernichtet werden müssen.

Und mit einem Mal lief die Zeit wieder in gewohnten Bahnen und die Maschine verging in einer Wolke aus Schutt.

Schweres Geschütz

Gerade als Esther ein Portal öffnete, um den Doktor fort zu schaffen, erreichte sie ein weiteren Funkspruch von außerhalb des Gebäudes.

Chen Dao verkündete, das es draußen im Komplex ein Problem gab, bei dem die Hilfe der Attarashi Koka benötigt würde. Gleichzeitig wurde das Team schwerer, stampfender Geräusche gewahr, die von oben durch die Räume hallten. Manuel und Kenshin eilten, so schnell sie konnten, an die Oberfläche. Kenshin, der sich noch immer in seiner immateriellen Gestalt befand, trat den direkten Weg, durch Beton und Gestein an. Manuel lief, den Schildern zu einem Notausgang folgend, durch die Gänge des Labors.

Hikari To The Rescue

Um Feders Breite

Hikari machte sich noch immer große Sorgen um die Kinder der Familie Onishi und war, ohne den Funkspruch auch nur wahrzunehmen, so schnell sie konnte, in ihre Flugform gewechselt und durch das Portal geflogen, um in der Wohnung zu Hilfe zu eilen. Esther blieb nichts anderes übrig, als ihr zu folgen und den Doktor in seinem bedauernswerten Zustand zurück zu lassen.

Das Portal hatte sich auf der Wiese vor dem Haus der Familie geöffnet und die ehemalige Kindergärtnerin flog, klein wie sie war, über das Haus hinweg zum Balkon der Wohnung im zweiten Stock. Dort waren jedoch die Vorhänge zugezogen, so dass sie nicht erkennen konnte, was im Raum geschah. In einiger Entfernung jedoch bemerkte sie Blaulichter, die sich dem Haus näherten. Die Sicherheit der Gated Community war aufmerksam geworden. In ihrer Verzweiflung und Angst hoffte sie, Hidanas Aufmerksamkeit erregen zu können, indem sie am Fenster anklopfte. Dies gelang ihr auch, jedoch anders als geplant.

Gerade noch wich sie dem bläulichen Energiestrahl aus, der aus der Wohnung heraus Vorhang und Fenster durchschlug. Hätte sie das Leuchten, das ihn ankündigte, falsch gedeutet oder wäre sie nur etwas größer, wäre es wohl um sie geschehen gewesen.

Kurz flatterte sie umher, linste dann aber zaghaft durch das noch qualmende Loch, welches der Schuss geschlagen hatte und winkte Hidana zu. Dieser erkannte sie zum Glück diesmal und deutete ihr näher zu kommen. Sie flog vorsichtig durch das Loch, um sich nicht an den noch immer glühend heißen Rändern zu verletzen.

Die Schlange im Nest

Der Anblick der sich ihr bot, war schrecklich. Im Wohnraum verstreut lagen einige Wachmänner in dunklen Anzügen. Allesamt schwer verletzt und in verschiedenen Bewusstseinszuständen. Hidana schwebte mitten im Raum, umlodert von seinem blauen Feuer, deutete in eine Ecke und sagte in befehlsgewohntem Ton: "Lassen sie die Kinder los! Dies ist meine letzte Warnung!"

In der Ecke hockte die junge Frau des Doktors, ihre Kinder eng an sich gedrückt. Ihrem Sohn hielt sie dabei eine Faustfeuerwaffe an die Schläfe und murmelte immer wieder "Für die Schlange."

Kampf gegen die metallene Bestie

Die haben einen WAS?

Als Kenshin die Oberfläche erreichte, bot sich ihm ein nicht minder erstaunlicher Anblick. Aus einen hohen Tor im Nebengebäude, offensichtlich einer Fertigungshalle, stapfte ihm eine riesige, zweibeinige Konstruktion entgegen. Sie erinnerte wage an einen Senchineru, in der Kopfkanzel saß jedoch ein Pilot und anstatt von Armen, waren schwere Geschütze montiert. Aus beiden eröffnete das Konstrukt auch bereits das Feuer auf die angreifenden Soldaten. Kenshin sah seine einzige Chance, die Maschine zu stoppen, ohne eine Explosion zu provozieren, darin dem Monstrum den Strom abzudrehen und konzentrierte sich darauf dessen Stromkreislauf zu unterbrechen. Dies gelang ihm auch zunächst, doch schalteten sich binnen weniger Sekunden Notstromaggregate innerhalb des Giganten an.

Anti-Nova-Waffen

Den neuen Angreifer offenbar als körperlos erkennend wechselte der Fahrer die Waffen.

Beide Arme des riesigen, wage humanoiden Gefährtes konfigurierten sich binnen weniger Sekunden um und mit einem hochfrequenten Summen schossen zwei armdicke Laserstrahlen aus den Mündungen an ihren Enden. Dem ersten Schuss wich Kenshin gerade noch aus, der zweite jedoch traf in frontal in die Brust und stanzte ein Loch in seine Lichtgestallt. Mit einem Schrei brach der Soldat zusammen.

Manuel, der in diesem Moment aus einer nahe gelegenen Tür brach, sah dies und stieß seinerseits einen lautes: "NEIN!" aus.

Da wandte sich der Kampfläufer ihm zu.

Hikari to the rescue

Hikari reicht's

Zunächst versuchte Hikari die Frau mittels ihrer Kräfte zu beruhigen. Doch deren Geist war allem Anschein nach so dermaßen verwirrt, dass ihre Versuche auf die Gefühlswelt der jungen Mutter zuzugreifen, an ihm abperlten wie Wasser. Dann übermannten sie jedoch ihre eigenen Gefühle. Wutentbrannt stürzte sie sich auf die Frau, mit dem Ziel ihr die Waffe aus der Hand zu schlagen und ihr am besten noch die Augen auszukratzen! Ehe Hidana noch "NEIN!" rufen konnte, warf sie sich mit voller Wucht im Sturzflug gegen die Waffenhand der jungen Frau. Was zum Glück auch gelang. Die Waffe segelte im hohen Bogen durch den Raum und die Frau schaute verwirrt umher, drückte aber ihre Kinder noch immer fest an sich. Zu fest. Die Kindergärtnerin donnerte erneut auf die Verrückte herab und schaffte es mit einem gezielten rechten Haken, sie ins Reich der Träume zu befördern.

Esther rennt!

Währenddessen erreichte Esther die Wiese vor dem Haus der Familie Onishi. Nachdem sie sich orientiert hatte und ebenfalls die Autos der Wacheinheiten herannahen sah, sprintete sie zur Eingangstür des Hauses und fand diese natürlich verschlossen vor. Nach kurzem Zögern warpte sie hindurch und rannte, so schnell sie konnte, die Treppen in den zweiten Stock hinauf. Etwas außer Atem, langte sie an der Wohnung an und sah, durch die offene Tür, wie sich die Kinder, voller Verzweiflung auf ihre am Boden liegende Mutter warfen und bitterlich weinten. Hidana schaute bass erstaunt auf Hikari, die sich die rechte Faust rieb und recht zufrieden mit sich wirkte.

Kampf gegen die metallene Bestie

One down, one to go

Doch noch bevor der Pseudo-Senchineru erneut feuern konnte, schoss der Philipino ein Energiekugel auf das Gefährt ab, welche dessen Stromkreise endgültig lahmlegte.

Die riesige Maschine sackte in sich zusammen. Doch konnte diese Niederlage die Soldaten der Schlange nicht dazu bewegen, ihren Widerstand aufzugeben. Sie feuerten weiter aus allen Rohren auf die Armee und die Nova. Eine Unmenge an Kugeln schwirrte durch die Luft. Kenshin wurde von ihnen mehrfach durchdrungen, aber sie konnten seinem Energiekörper keinen Schaden zufügen. Manuels Metallhaut war für die meisten Kugeln ebenfalls zu hart und so trug er nur kleinere Kratzer davon.

Powerplay

Kenshin lag noch am Boden, bewegte sich allerdings bereits wieder. Somit war es an Manuel, den Soldaten der Gegenseite klar zu machen, dass Widerstand zwecklos war. Er hob zwei schwere Gabelstapler, die sich an den Seiten des Schlachtfeldes befanden, mittels seiner magnetischen Kräfte in die Höhe und lies sie mit großer Wucht durch die Reihen der Feinde schweben. Woraufhin sich abermals die Zeit um ihn herum verlangsamte und schließlich stehen blieb.

Timefreeze 02 - Moral ist, wenn man's trotzdem macht

Erneut hörte der junge Philipino die Stimme von Divis Mal in seinen Gedanken.

Dieser bezeichnete ihn als "den Jungen, der seine Mutter beschützt" und wollte wissen, warum er all diese Menschen tötete, obwohl er sich doch vorhin noch gegen eine massenhafte Tötung dieser ausgesprochen hatte. Manuel war kurz etwas verwirrt, denn in dem Gespräch im Labor war seiner Ansicht nach eher die Tötung der Nova, die bei Einsatz der Waffe gestorben wären, der zentrale Punkt gewesen. Und das hier war auch ein völlig anderer Maßstab.

Er erwiderte, dass diese Menschen ihn und seine Freunde angriffen und er sich daher verteidigte. Divis Mal sagte daraufhin: "Auge um Auge also? So sei es! Beweise dich!" - und mit einem Mal lief die Zeit normal weiter.

Hikari to the rescue, Teil 2

Hikari bemühte sich nun, die Kinder zu beruhigen, die noch immer voller Panik und Verwirrung ob des seltsamen Verhaltens ihrer Mutter waren. Dies gelang ihr nach einigen Augenblicken auch. Esther sah sich derweil in der Wohnung um und war reichlich geschockt von der Brutalität und Effektivität, mit der Hidana vorgegangen war. Doch bald würden die Wachleute der Enklave auftauchen, die würden sich sicher um die armen Kerle kümmern. Sie konnten jedenfalls nicht mehr allzu lange in dieser Wohnung bleiben.

Also nutzte Hikari ihre Kräfte, um die Kinder ein wenig zu beruhigen. Hidana löschte seine Flammenaura und schulterte die bewusstlose Mutter. Dann öffnete Esther ein Portal zum Shaolin-Kloster und sie schritten hindurch.

Full mental breakdown

Dort angekommen, wurden sie von einigen Bewaffneten in Empfang genommen, die aber schnell die Waffen senkten, als sie erkannten, dass es sich um Verbündete handelte. Schnell kamen einige Sanitäter hinzu und übernahmen Kinder und Mutter. Die ganze Szenerie wurde dabei beobachtet von einigen Mönchen, die am Eingang des Tempels standen und recht unglücklich wirkten über das, was sich an ihrem Heiligtum abspielte.

Doch bevor sie die Sanitäter mit der Frau alleine ließ, hatte Esther noch etwas zu erledigen. Auch sie war reichlich wütend auf die Frau des Doktors und somit nahm sie nicht sonderlich viel Rücksicht, als sie deren Gedanken nach den Gründen für ihr Handeln durchwühlte. Was sie fand war erschreckend.

Über Monate hinweg hatte Kuroi Kiri die arme Frau regelrecht mental vergewaltigt und ihren Geist langsam, aber stetig, in die Knie gezwungen und schließlich gebrochen. Er hatte Zweifel an ihrem Ehemann in ihr gesät. Hatte ihr eingeredet, dass sie sich in China nicht wohlfühlen würde, dass die Kinder sie nicht liebten und ihr generell das Leben zur Hölle gemacht. Auch hatte er dafür gesorgt, dass sie sich auf die Affäre mit dem holländischen Lehrer einlies und sie schließlich zur willfährigen Schläfer-Agentin für die Obsidianene Schlange gemacht.

Esther war angewidert von der Skrupellosigkeit des Mannes und überlegte lange, ob sie diese Episoden nicht aus dem Geist der armen Frau und vielleicht sogar ihrer Kinder löschen sollte. Doch war dies ein sehr schwerwiegender Eingriff und sie traute sich derart feine Manipulationen noch nicht wirklich zu. Daher unterließ sie es zunächst, behielt die Möglichkeit aber im Hinterkopf.

Kampf gegen die metallene Bestie, Teil 2

Teamwork

Inzwischen hatte sich Kenshin wieder aufgerappelt. Dank seiner Fähigkeiten hatte sich die klaffende Wunde in seinem gleißenden Körper bereits wieder geschlossen. Er hatte nun allerdings genug von den Spielchen. Mit einer wischenden Bewegung seiner Arme sandte er gleich mehrere Stöße purer Elektrizität in die Reihen der feindlichen Soldaten. Er traf vier von ihnen und sie alle gingen zu Boden, zuckten noch kurz, und blieben dann reglos liegen.

Chen Dao kam ebenfalls kurz aus seiner Deckung hervor, richtete eine Hand auf einen der feindlichen Soldaten. Dessen Augen wurden kurz groß, dann glasig. Dann richtete er seine Waffe auf die eigenen Leute direkt neben ihm und schaffte es, drei von ihnen niederzuschießen, bevor er selbst von seinen Leuten erschossen wurde.

Manuel sah, dass die akute Gefahr für seine Verbündeten sich mittlerweile in Grenzen hielt. Außerdem nahm sich die Worte von Divis Mal zu Herzen und entschied sich daher für eine weniger aggressive Taktik. Mittels seiner Kräfte begann er, die feindlichen Soldaten nach und nach zu entwaffnen und ihre Waffen über ihnen schwebend in der Luft zu sammeln.

Dann baute Kenshin sich inmitten des Kugelhagels der Schlangen-Soldaten vor ihnen auf und ließ einige massive Lichtbögen um sich herum toben. Laut brüllte er: "Es reicht! Lasst die Waffen fallen!". Manuel unterstützte seine Worte, indem er die zuvor gesammelten Waffen auf die Soldaten richtete und sagte: "Ihr solltet tun, was der Mann sagt."

Die Männer sahen nun endlich ein, dass Widerstand zwecklos war und ergaben sich der Armee.

No mental pain, no gain

Nachdem die Situation geklärt war, dankte Chen Dao den beiden japanischen Agenten für ihre große Hilfe, die vermutlich vielen seiner Männer das Leben gerettet hatte.

Dann ließ er einen der Schlangen-Soldaten zu sich bringen und legte ihm eine Hand auf die Stirn. Er konzentrierte sich und kurz darauf begann der Mann zu schreien. Sein Kopf färbte sich hoch rot und die Adern an seinen Schläfen begannen zu pulsieren.

Was er in den Gedanken des Mannes finden konnte, behielt er für den Moment jedoch für sich.

Ein kleines Andenken

Manuel begab sich derweil zu dem immer noch bewegungsunfähigen Roboter. In der Kanzel saß noch der Pilot, der aber, als er die metallene Gestalt auf sich zukommen sah, schnell die Kanzel öffnete und sich ebenfalls den chinesischen Staatstruppen ergab.

Der Philippine betrachtete den Mech eingehend und stellte fest, dass er in seiner inneren Konstruktion nur wenig mit einem Senchineru gemein hatte. Er war komplett von Menschenhand gesteuert. Und in wenigen Stunden würde er wieder voll einsatzbereit sein.

Das wollte Manuel aber so nicht zulassen, und so entschied er, die Stilllegung etwas dauerhafter zu machen. Er suchte nach einer Schwachstelle und fand sie im Inneren des Cockpits. Von dort aus konnte man, wohl zu Wartungs- und Reparaturzwecken, recht einfach zum Innenleben der Maschine gelangen.

Er rammte seine metallene Hand durch die dünne Platte, die sich noch schützend über der Elektronik befand und riss die Hauptleitung mit einigen Platinen - quasi das zentrale Nervensystem der Maschine - heraus. Dann betrachtete er all das Metall und Plastik in seiner Hand, konzentrierte sich kurz, und aus diesen formte sich ein kleines Abbild des Roboters selbst mit Wackelkopf. Diesen stellte Manuel in das Cockpit. So schnell würde niemand mehr die Maschine benutzen können.

Ein Blick in die Halle, aus der der Mech gekommen war, sagte ihm auch, dass es sich wohl um einen Prototypen gehandelt haben müssen, denn dort befand sich kein weiteres solches Gefährt.

Aber noch existierte die Technologie und Manuel wollte wissen, was damit nun geschehen würde. Also fragte er Chen Dao danach und dieser gab unumwunden zu verstehen, dass die chinesische Armee sie mitnehmen, analysieren und dann reverse-engineeren würde. Das hatte Manuel ihnen etwas schwerer gemacht, aber sicher nicht unmöglich. Aber war das überhaupt notwendig? Eine Entscheidung, die Manuel nicht treffen wollte.

Er nahm mental Kontakt zu Esther auf, informierte sie über das Vorhaben Chen Daos und erbat Anweisung. Noch immer war ein Krieg zwischen den beiden Ländern nicht unwahrscheinlich und hier und jetzt hatten sie die Chance, dem Feind eine mächtige Technologie vorzuenthalten. Esther sah jedoch, dass die Zerstörung jeden guten Willen, den sie sich in den vergangenen Tagen erarbeitet hatten, zunichte machen, vielleicht sogar der Auslöser für einen Krieg sein würde. Also entschied sie, dass sie im Moment nichts dagegen unternehmen würden, dass die Armee den Mech mitnahm.

Danach begab sich Manuel zurück in das Labor, um den bewusstlosen Doktor zu holen.

Kurz darauf erschien Esther und öffnete ein weiteres Portal zum Shaolin Kloster.

Anerkannte EP: 6
zzgl für Wiki: 1

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