Kapitel 27: Senchineru 101

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Die Casa Onishi

Tempelgeflüster

Nachdem Esther und Kenshin zurück auf die Festung in den Wolken aufgebrochen waren, bereiteten sich die unterschiedlichen Personen und Paarungen jeweils auf ihre Weise auf die kommenden Tage und Wochen vor.

Hikari / Manuel

Hikari und Manuel trafen sich am Eingang des Tempels und gingen durch die umliegenden Gärten und Wälder spazieren. Für Beobachter jeder Art erschien es, als würden die beiden nur Schweigen und die Umgebung beobachten, aber über ihre mentale Verbindung spielte sich weit mehr ab.

Die beiden kamen endlich dazu, in Ruhe mit einander zu reden und fanden so heraus, dass die oder der jeweils andere ebenfalls von Zeit zu Zeit Besuch von Divis Mal hatte. Und während Manuel vor diesem Gespräch nur wusste, dass er "nicht mehr allein" war, so hatte Hikari explizit den Auftrag erhalten, auf Manuel aufzupassen. Aber das hätte sie ohnehin getan, so wussten sie beide. Denn das war eben ihre Natur.

Dieses "Aufpassen" setzte Hikari dann auch gleich in die Tat um und überzeugte Manuel in diesem Gespräch davon, dass er neben seiner Wissenschaftlichen Arbeit mit Dr. Onishi sich auch in der normalen Welt ankern müsste. Das wollte Manuel erst nicht wahrhaben, konnte aber am Ende gegen die Argumente und Überzeugungskraft von Hikari nicht bestehen. Er war nicht allein, sondern Teil eines Teams, einer Gemeinschaft. Und das wollte und durfte er nicht verlieren. Und so wurde vereinbart, dass die beiden sich an jedem Tag zwei Mal für jeweils zwei Stunden treffen würden. Am Morgen, vor Manuels Arbeit mit Dr. Onishi um Hikaris Ausbildung fortzuführen und am Abend, nach dem Ende der Arbeit, um Dinge zu tun, die überhaupt nichts mit Quantenkräften, Ausbildung oder Wissenschaft zu tun hatten um Manuel zu ankern. Als Werkzeug dafür wurde Yu-Gi-Oh ausgewählt und Manuel beauftragte seinen Chauffeur, Karten und Decks zur Festung zu bringen, damit Esther diese mit nach China bringen konnte, sobald sie das nächste Mal diese Reise antrat.

Manuel / Onishi

Nach dem Gespräch mit Hikari machte sich Manuel auf in das Lazarettzelt, in dem Dr. Onishi noch immer untergebracht war. Schon vor dem Betreten konnte er hören, wie dieser sich lautstark mit einigen der Schwestern stritt, die weitere Untersuchungen anstellen wollten, was er für überflüssig hielt. Manuel beobachtete die Szenerie und in einem seltenen Moment der Einsicht wurde ihm klar, dass Dr. Onishi und er sich sehr ähnlich waren. Beide hatten waren sie Wissenschaftler, hochintelligent, hatten aber Probleme im Umgang mit Menschen. Aber Dr. Onishis Art, damit umzugehen, war weit aggressiver als Manuels. Er verließ sich auf den Status, der Alter und Erfahrung ihm verliehen, und nutzten diesen, um seinen Willen einfach durchzusetzen. Die Zusammenarbeit konnte also schwieriger werden, als Manuel es gehofft hatte.

Manuel sprach Dr. Onishi an und stellte sich noch einmal vor. Zuerst nahm dieser ihn ob seines geringen Alters nicht für voll, aber schon bald erinnerte sich der Doktor an einige der Arbeiten, die Manuel publiziert hatte. Als Manuel dann angab, dass er zu dem Zeitpunkt, als er diese geschrieben hatte, noch ein Baseline gewesen war, stieg der Respekt des älteren Mannes jedoch spürbar. Es wurde aber auch sofort klar, dass dieser die Bezeichnung Baseline strikt ablehnte, da sie beleidigend für die Menschen war. Man einigte sich darauf, in Zukunft die neutrale Bezeichnung Homo Sapiens zu verwenden.

Dr. Onishi untersuchte Manuels Quantumstruktur und war fasziniert von dem, was er sah. Er bezeichnete ihn als Nova von Titanen-Level, schätzte den Grad des mutagenischen Zerfalls auf 4-8 ein. Da diese Klassifikationen Manuel nichts sagten, fragte er nach und erfuhr so, dass es ein entsprechendes System gäbe, das Manuel nur auf Grund des Embargos nicht kannte und Manuel nahm sich vor, dies in Zukunft zu recherchieren. Was Dr. Onishi jedoch am meisten verwunderte - sogar so weit, dass er es nicht glauben wollte - war die Tatsache, dass Manuel noch nicht einmal ein Jahr lang über diese Kräfte verfügte. Dies, so sagte der Doktor, war äußerst ungewöhnlich und machte Manuel in seinen Augen zu etwas besonderem.

Und so wich die anfängliche Skepsis des Doktors langsam einem gewissen Respekt dem jüngeren Mann gegenüber und das Gespräch über die Zusammenarbeit konnte beginnen.

Bevor Dr. Onishi jedoch zustimmten wollte, hatte er noch ein paar Fragen und Forderungen zu den Rahmenbedingungen. Eine der Fragen, die er stellte, zielte klar darauf ab, ob er und seine Familie denn nach Nippon zurückkehren könnten. Die sachliche Komponente der Frage verstand Manuel zwar, nicht aber die emotionale. Und so war seine verneinende Antwort dann auch entsprechend direkt und wenig geeignet, den Doktor positiv zu stimmen.

Auch zu den weiteren Forderungen, die Dr. Onishi stellte, konnte Manuel nur wenig sagen. Es wurde ein Labor gefordert wie es nicht viele in China gab. Das nächste war eines in Beijing und gehörte Project Utopia. Außerdem forderte der Doktor Sicherheit für sich und seine Familie. Er vertraute dem Militär Chinas nicht genug wenn es um Kuroi Kiri ging. Erst als Manuel zu verstehen gab, dass der Schatten aktuell in einem anderen Land verweilte, gab der Doktor sich für den Moment damit zufrieden, forderte aber für die Zukunft mehr Sicherheit. Beide Punkte lagen nicht in Manuels Hand und so gab er zu verstehen, dass er die Anfragen weitergeben würde.

Für die Rettung seiner Familie wollte sich Dr. Onishi aber dennoch auch vor Klärung dieser Fragen erkenntlich zeigen und so verabredete er sich für den nächsten Tag mit Manuel in einem kleine Wald am Rande des Militärlagers um ihn dort einige Dinge über die Senchineru zu lehren. Auch gab er ihm zu verstehen, dass Kuroi Kiri ihn gezwungen hatte, dass er ihm eine seiner ureigensten Kräfte beibrachte - die Fähigkeit, die Kräfte aller Nova in 50 Metern Umkreis zu kopieren.

Entsprechende Nachfragen Manuels ergaben, dass dies zwei Mal geschehen war. Einmal offenbar beim ursprünglichen Kuroi Kiri und einmal, nachdem dieser von seinem Pendant aus der anderen Welt ersetzt worden war. Bei dieser Gelegenheit zeigte sich auch, dass Dr. Onishi von der anderen Welt wusste, was er erst nicht zugab. Aber auf Grund der von ihm eingesetzten Materialien, die nicht aus dieser Welt stammen konnten, wusste Manuel das auch bereits.

Auf Grund der dünnen Zeltwände wurde ein Teil der Unterhaltung auf dem Holodisplay von Manuels OpCom geführt, so dass die wirklich sensiblen Informationen abhörsicher blieben.

Anfrage an Esther

Mit den so in Erfahrung gebrachten Forderung des Doktors begab sich Manuel zurück zu Hikari. Sie war die kommissarische Teamleiterin, also war es an ihr, über die Forderungen zu entscheiden, so Manuels Gedanken. Aber Hikari war mit den Forderungen genauso überfordert wie Manuel selbst, und daher entschied sie, dass er sie direkt an Esther weitergeben sollte.

Also versuchte Manuel Esther zu erreichen. In der Zwischenzeit war es Abend geworden und Esther war gerade dabei, ihre Rückkehr mit O'Kage in sehr intimer Weise zu feiern, so dass Manuel sehr kurz angebunden abgewiesen wurde und Hikari berichten musste, dass der Moment gerade unpassend war.

Am nächsten Morgen gelang aber ein Kontakt zu besserer Stunde und Esther versprach, sich um die beiden Forderungen zu kümmern.

Bei dieser Gelegenheit berichtete Manuel auch von den Spielkarten, die sein Fahrer zur Festung bringen sollte, und bat Esther, diese mit nach China zu bringen.

Hikari / Hidana / Manuel

Für den gleichen Morgen hatten sich auch Hikari und Hidana verabredet um weiter den Luftkampf zu trainieren. Da die Ausbildung Hikaris noch immer in den Händen des Teams lag, wollte Manuel zumindest dabei sein, auch wenn seine Aufmerksamkeit eher dem Studium von Dr. Onishis alten Arbeiten gewidmet war. Kurzerhand requirierte der Filipino aus dem Messezelt der Armee einen Stapel Blechteller und verwendete diese, um eher halbherzig Ziele und Hindernisse in der Luft schweben zu lassen während die beiden anderen Nova trainierten.

Kurz gab es eine Diskussion, wie hoch eigentlich das Training stattfinden durfte um noch immer zum erlaubten Gebiet zu gehören. Eine eindeutige Antwort wusste keiner der drei, aber man einigte sich, unterhalb der Drohnen zu bleiben, die regelmäßig über dem Gebiet patrouillierten.

Während des Trainings wurde offenkundig, dass Hikari Hidana noch immer weit unterlegen war. Nur sehr selten schaffte sie es, seinen Angriffen auszuweichen oder sogar selbst einen erfolgreichen Angriff zu platzieren. Aber der Umgang der beiden Japaner wurde im Verlauf dieses und einiger weiterer Trainings immer lockerer und freundschaftlicher.

Nach Ende des Trainings gingen Hikari und Hidana nacheinander duschen, während Manuel sich zu seinem Treffen mit Dr. Onishi aufmachte.

Mini-Senchineru

Die beiden Wissenschaftler trafen sich wie verabredet in einem kleinen Bambushain am Rande des Lagers und nach einer kurzen Begrüßung schloss Dr. Onishi die Augen und fing an, aus den Molekülen des Bambus langsam und methodisch einen etwa 2 Meter großen Senchineru zusammenzusetzen. Manuel beobachtete fasziniert die Leichtigkeit, mit der Dr. Onishi dies gelang. Er selbst verfügte über eine ähnliche Kraft, aber die Meisterschaft, die der ältere Nova erreicht hatte, lag weit außerhalb seiner eigenen Fähigkeiten.

Der Senchineru war offenbar ein frühere Modell als das, dem die Hogo Kyodai im Werk begegnet waren, aber die Grundlagen hatten sich seitdem nicht verändert und so gab es eine Menge von dem Modell zu lernen.

Im Gespräch mit Dr. Onishi und unter Einsatz seiner eigenen Kräfte analysierte Manuel das Modell im Verlauf mehrerer Stunden systematisch von Innen nach Außen und fand dabei einige Details heraus, die ihm so nicht bekannt gewesen waren.

  • In diesem frühen Stadium hatten die Senchineru offenbar noch eine nukleare Energiequelle gehabt da keine andere Quelle ausreichende Energiemengen lieferte. Das erklärte auch, warum die neueren Modelle, die offensichtlich nicht mehr diese nuklearen Quellen hatten, so große Hitzeprobleme hatten.
  • Die Senchineru verfügten über eine Art Schwarm-Intelligenz. Wenn einer von ihnen etwas lernte, so teilte er dies automatisch allen anderen mit. Das bedeutete, dass die Roboter noch weit gefährlicher waren als ursprünglich gedacht. Aber auch, dass bei der Sabotage sichergestellt werden musste, dass nicht an anderen Orten ebenfalls Senchineru Amok liefen und so viel mehr Schaden anrichteten als angedacht war.

Während des späteren Verlaufs der Untersuchung begann Hikari, frisch geduscht, die Szenerie zu beobachten. Besonders lag ihr dabei am Herzen, die tiefer liegenden Schichten von Manuels Charakter zu begreifen. Schnell stellte sie fest, dass Manuel so sehr in die Untersuchung war, dass der Rest der Welt kaum mehr zu existieren schien. Und zum ersten Mal seit sie ihn kannte schien der junge Filipino absolut und ungehemmt glücklich zu sein, was auch die Empathin mit einem freundschaflichen Glücksgefühl erfüllte.

In Japan

Während all dieser Erlebnisse waren Kenshin und Esther wohlbehalten in der Festung in den Wolken angekommen. Dank einer vorherigen Ankündigung warteten nur die üblichen relativ entspannten Wachen auf der anderen Seite des Portals und die Ankunft verlief reibungslos.

Bericht erstatten

Der erste Weg Esthers führte sie in ihre eigene Kammer um dort den Bericht über die letzten Tage fertig zu stellen. Nachdem sie mit diesem zufrieden war, begab sie sich zu O'Kage, erstattete mündlich Bericht und überreichte den umfangreicheren schriftlichen Teil.

Das eine oder andere Mal war O'Kage von den berichteten Dingen scheinbar überrascht, aber der befürchtete Schock als er hörte, dass eine Kooperation mit China in Gestalt von Chen Dao stattgefunden hatte, blieb überraschenderweise aus.

Nachdem Esther mit ihrem Bericht am Ende angekommen war, erfuhr sie dann aber auch den Grund für dieses Ausbleiben: Auch in dem schwelenden Konflikt zwischen Nippon und China hatte sich etwas getan. Die chinesische Flotte hatte sich aus der Drei-Meilen-Zone der umstrittenen Inseln zurückgezogen und alles schien, als wäre eine friedliche Lösung nun sehr viel wahrscheinlicher als noch eine Woche zuvor. In diesem Zusammenhang erhielt Esther auch noch einen weiteren Auftrag von O'Kage: Sie sollte bei ihrer Rückkehr nach China die Nachricht an Chen Dao überbringen, dass Nippon die durch die chinesische Geste ausgesandte Botschaft empfangen und verstanden habe.

Nach diesem formellen Teil gingen die beiden ungleichen Nova dann zum persönlicheren Teil des Wiedersehens über.

Onishis Forderungen

Eigentlich hätte auch zu genau dieser Zeit die Nachricht Manuels mit den Forderungen von Dr. Onishi Esther erreicht, aber da sie anderweitig beschäftigt war, bekam sie diese erst am nächsten Morgen zu hören und begann sogleich, sich Gedanken darüber zu machen. Sie sprach mit O'Kage über die geforderten Punkte und dieser erwiderte, dass die Sicherheit durch Nippon nicht zu gewährleisten sei, denn dafür müsse Dr. Onishi nach dort zurückkehren, was nur durch eine direkte Autorisation von Tenno Akihito persönlich möglich gewesen wäre. Diese war aber nicht besonders wahrscheinlich.

Auch bim Labor konnte O'Kage wenig helfen, da es ja keine offiziellen Kontakte zu Project Utopia geben durfte. Glücklicherweise hatte Esther aber aus der Zeit ihrer Ausbildung bei Team Tomorrow noch ein paar Kontaktmöglichkeiten, die sie nutzte, um mit Splash, der Leiterin von T2M Asia / Pacific in Kontakt zu treten.

Dieser erklärte sie die Situation und war kurz überrascht, dass sie über den Großteil bereits informiert war. Aber dann fiel ihr Shaper wieder ein, so dass klar war, woher die Informationen stammten. Splash stimmte einer Nutzung des Labors in Beijing überraschend schnell zu und sprach darüber hinaus noch eine Einladung für die Hogo Kyodai auf die Talaud Inseln aus auf denen sich das Hauptquartier von T2M Asien befand.

Vigillant

Während Esther sich um den Bericht und die Forderungen von Dr. Onishi kümmerte, informierte sich Kenshin, was eigentlich in den vergangenen Tagen in Nippon vor sich gegangen war.

Er fand heraus, dass der Konflikt der beiden Yakuza-Familien weiter eskaliert war und in einigen offenen Straßenschlachten ausgefochten worden war. Aber seit einigen Tagen häuften sich die Berichte, dass die Konflikte zunehmend friedlich aufgelöst wurden. Jeder der Berichte sprach von einer Gestalt die Rede, die maskiert eingegriffen und beide Seiten zum Abzug gebracht hatte. Den Berichten zufolge handelte es sich um einen bis dahin unbekannten Atarashi Kokka.

Kenshin versuchte, mehr Informationen herauszufinden. Er fragte sowohl bei Nippontai nach, als auch bei einem Pressekontakt seinerseits.

Nippontai gab an, dass zum aktuellen Zeitpunkt etwa 90 Atarashi Kokka in Nippon existierten und nicht über jeden von diesen eine Akte vorhanden war, geschweige denn diese überwacht werden würden. Somit war unklar, ob die maskierte Gestalt ein bereits bekannter Nova war, der nur unerkannt blieb, oder ob es sich dabei um einen völlig neuen Mitspieler auf diesem Parkett handelte. Bisher hatte der Maskierte nichts illegales getan und Nippon in keinster Weise gefährdet, so dass Untersuchungen Nippontais ausgeblieben waren.

Kenshins Pressekontakt konnte auch nur wenig weiterhelfen. Es war vollkommen unklar, wer die Person war und über was genau für Kräfte sie verfügte. Selbst sinnvolle Spekulationen gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine.

Zu guter letzt wollte Kenshin selbst noch ein wenig nachforschen, stellte aber schnell fest, dass ihm dazu weitere Ansatzpunkte fehlten und er auch gar nicht so genau wusste, wie man solche Nachforschungen effektiv anstellen sollte. Er nahm sich vor, sich in Zukunft in dieser Richtung etwas weiterzubilden.

Wieder zum Tempel

Nachdem alle offenen Fragen geklärt waren, vereinbarte Esther mit Chen Dao ihre Rückkehr für den Morgen des nächsten Tages.

Unerwarteter Gast

Zum entsprechenden Zeitpunkt begab sich Esther in den kleinen Hain, aus dem stets ihre Portale öffnete. Sie war gerade dabei sich zu sammeln, als sie hinter sich eine sehr vertraute Präsenz wahrnahm. O'Kage hatte den Hain betreten, deutete ihr aber mit einer Handbewegung, weiterzumachen. Mit einem Lächeln öffnete Esther das Portal. Die Beziehung zwischen ihr und ihm hatte sich wirklich entwickelt in den letzten Monaten, wenn er jetzt schon hier war, um sie zu verabschieden.

Die Welt vor Esther teilte sich wie ein Vorhang und sie sah auf der anderen Seite einige chinesische Soldaten stehen, die ihre Ankunft bereits erwarteten. Sie schritt auf das Portal zu und spürte mit einem Mal Schritte neben sich. Doch noch bevor sie etwas sagen konnte, waren sie bereits auf der anderen Seite - O'Kage und sie.

Auch Chen Dao wirkte für den Bruchteil einer Sekunde überrascht, fing sich aber sehr schnell wieder und begrüßte die Gäste aus Nippon. Was dann folgte war ein verbaler Schlagabtausch zwischen O'Kage und Chen Dao, die beide sichtlich Schwierigkeiten hatten, die natürliche Arroganz des jeweils anderen zu ignorieren.

Das Spektakel blieb natürlich auch bei den anderen Teammitgliedern nicht unbemerkt und Hikari hielt es als kommissarische Teamleiterin für angebracht, an den Gesprächen teilzunehmen. Sie näherte sich respektvoll und verbeugte sich tief. Ärgerlicherweise erfolgte aber lange, lange Zeit von niemand der Anwesenden die Erlaubnis, sich wieder zu erheben, so dass sie geraume Zeit in dieser ungünstigen Position verharren musste bis Esther sie endlich erlöste.

Hidana und Manuel hielten es für besser, die Szene aus der Entfernung zu beobachten.

Onishis Zukunft

Erst nachdem O'Kage und Chen Dao nach mehreren Minuten endlich mit ihrem verbalen Kampf am Ende waren, konnte das Gespräch dann auf die akuten Themen kommen und O'Kage überließ Esther weitestgehend das Feld.

Offenbar war Chen Dao bereits bestens informiert über die Bemühungen der Südafrikanerin. Er wusste bereits, dass das Labor in Beijing zur Verfügung stand und auch, dass Dr. Onishi mit seiner Familie nach dem Ende der Arbeit dort unter dem Schutz von Team Tomorrow Asien / Pazifik auf den Taluad-Inseln Zuflucht finden würde.

Auch der Transport nach Beijing war bereits organisiert. Die etwa 700 Kilometer würden in einer Wagenkolonne bewältigt werden die bereit stand.

Da gerade die Familie des Doktors noch ein wenig packen musste, sollte die Abfahrt gegen Mittag stattfinden.

Ein letztes Training am Tempel

Hidana hatte bereits gepackt und so bot er Hikari an, noch ein letztes Mal am Tempel gemeinsam zu trainieren. Hikaris Rücken tat zwar noch immer weh, aber mittels ihrer Heilungskräfte würde sie dieses Problem schnell in den Griff bekommen, also sagte sie zu.

Zudem entschied die zierliche Japanerin, die Strecke nach Beijing nicht sitzend im Auto zu verbringen, sonder ihre Langstreckenflugreichweite zu testen und gleichzeitig ihre Kondition zu trainieren. Sie und Hidana legten zusammen die Strecke als Lufteskorte zurück.

Project Utopia Beijing

Die gefahrene Route

Anreise

Die Autofahrt verlief erfreulich ereignislos. Im Gegensatz zur letzten langen Fahrt musste sie dieses Mal nicht unauffällig bleiben und hatten sogar eine Staatseskorte. Einige Motorräder fuhren stets voraus und sorgten dafür, dass sie bei jeglicher Kontrolle einfach nur durchgewunken wurden. Und da der größte Teil der Strecke über gut ausgebaute Autobahnen erfolgte, war die Fahrtzeit auch erheblich kürzer als befürchtet.

Während der Fahrt nutzten die Gefährten die Zeit, um sich aus den Yu-Gi-Oh Karten, die Esther mitgebracht hatte, Decks zu bauen und erste Partien zu spielen.

Erste Eindrücke

Von Beijing selbst bekamen die Reisenden wenig zu sehen, denn von der Autobahn ging es direkt über einige wenige Hauptstraßen zum Gelände von Project Utopia. Lediglich aus der Entfernung konnten sie an der Skyline sehen, dass Beijing eine hochmoderne Stadt war, die sich hinter anderen großen Metropolen weltweit nicht zu verstecken brauchte.

Das Gelände von Project Utopia selbst war von außen bereits als etwas besonderes zu erkennen. Eine gigantische Kuppel erstreckte sich über der gesamten Anlage. Sie bestand aus einem lichtdurchlässigen Material, das auf ein Gerüst aus Metallstangen gespannt war und dahinter konnte man bereits viele verschiedene Pflanzen erahnen, die sich nach Betreten als prähistorische Farne und andere exotische und eigentlich ausgestorbene Arten erwiesen. Der Anblick dieses Biosphärenreservats war Anlass der beiden anfliegenden Novas ein Gespräch über die Vorteile der Nutzung von Nova-Kräften und der internationalen Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Novas, von der sich Japan bewusst ausgeschlossen hat, zur Hilfe gegen Hunger, Umweltverschmutzung und Krankheiten zu führen, das noch einige Zeit in Hikari nachhallte.


Der Eingang selbst war eine Sicherheitsschleuse, aber ihre Ankunft wurde bereits erwartet und so gab es auch hier wieder keine Probleme. Eine junge Frau in weißem Kittel begrüßte die Gäste freundlich und erklärte ihnen, wie sie zu ihren Zimmern kommen würden.

Das chinesische Militär verblieb außerhalb der Anlage und zog, nachdem alle sicher in der Kuppel waren, das Gelände. Die Sicherheit wurde nun nicht mehr von ihnen sondern von Project Utopia und damit Team Tomorrow sichergestellt. Nicht einmal Kuroi Kiri wollte sich mit denen anlegen.

Familie Onishi

Die beiden Kinder der Familie Onishi waren von Pflanzen und Kuppel sichtlich begeistert und lebten nach den eher trostlosen Tagen im Tempel sichtlich auf. Aber auf Nachfragen der Mutter stellte sich schnell heraus, dass sie auch hier nicht völlig frei in ihrer Bewegung wären. Zwar durften sie sich innerhalb der Kuppel frei bewegen solange sie die Wissenschaftler nicht störten, aber Ausflüge in die Stadt selbst würden nicht so einfach werden. Für diesen Fall musste für Sicherheit gesorgt werden, aber sowohl Kenshin als auch Hidana erklärten sich sofort bereit, diese Sicherheit bereits zu stellen. Esther wollte Beijing ebenfalls sehen, und so würde auch sie bei entsprechenden Ausflügen mit dabei sein.

Hikari vereinbarte tägliche Treffen mit der Familie und wollte sich in dieser Zeit um deren seelisches Wohl kümmern und sicherstellen, dass sie keine bleibenden Spuren der Ereignisse der letzten Tage davontrugen.

Project Senchineru

Am nächsten Morgen begannen dann alsbald die Planung und Umsetzung dessen, weswegen die Gefährten eigentlich hier waren.

Plan

Zuerst musste ein Plan auserkoren werden, der möglichst alle Eventualitäten und Erkenntnisse einschloss. Viel wurde hier gegrübelt und diskutiert. Am Ende kam dabei folgender Plan zustande:

  • Es sollte ein Gerät gebaut werden ähnlich dem, das Dr. Onishi für Kuroi Kiri gebaut hatte, und das dafür sorgte, dass der Senchineru Gefahren und Ziele zu sehen glaubte, wo keine waren.
  • Damit sich dieser Virus nicht über die Schwarmintelligenz an die anderen Senchineru verteilte, sollte ein Teil des Programmes die Sende- und Empfangseinheiten lahmlegen. Das ergab auch aus Sicht eine Angreifers Sinn, da über diese ja auch Abbruch- und Override-Codes empfangen werden würden.
  • Um der Schlange weiter zuzusetzen, sollten nach dem "Anschlag" alle Anzeigegeräte und Drucker in der Umgebung das Symbol der Schlange zeigen, so wie es einst bei dem Raketenangriff auf die Dreharbeiten der Fall gewesen war.

Wiederholt wies Kenshin bei den Diskussionen darauf hin, dass die Gefahr bestand, dass Unschuldige durch den Plan in Gefahr gerieten oder sogar zu Schaden kommen würden. Dieser Einwand wurde zwar von allen angenommen, aber am Ende war das Ziel der Mission doch wichtiger als die Gefahr. Und damit der Ruf der Senchineru nachhaltig zerstört wurde, musste, zumindest aus Sicht von Esther und Manuel die geschaffene Situation entsprechend eskalieren. Kenshins Vorschlag, ob eine einfache und harmlose Fehlfunktion das Vertrauen in die Senchineru nicht ebenfalls erschüttern würde, wurde als nicht weitreichend genug abgelehnt.

Statt dessen wurde beschlossen, dass ein zweites Team, um dessen Bestellung man sich später kümmern wollte, sich um die Sicherheit der Zivilisten kümmern sollte.

Umsetzung

Nachdem der Plan gefasst worden war, machten sich Dr. Onishi und Manuel an die Arbeit. Nach einigen etwas abfälligen Bemerkungen am Anfang stellte der Doktor schnell fest, dass Manuel ihm sehr wohl eine große Hilfe sein konnte und schon nach kurzem respektierte er ihn und seine Arbeit. Das hielt ihn aber nicht davon ab, den jungen Filipino weiterhin mit "Junge" anzusprechen statt mit seinem Namen oder akademischen Titel.

Die gemeinsame Arbeit verlief sehr erfolgreich und nach 7 Tagen waren die gewünschten Dinge fertiggestellt.

In diesen sieben Tagen erlebte Manuel das erste Mal seit seiner Eruption, wie es war, mit jemand zusammenzuarbeiten, dessen Geist seinem ebenbürtig war. Denn, so stellte er fest, der Doktor, war, was die pure Intelligenz betraf, ihm kaum voraus. Aber er hatte Erfahrungen und Wissen, die Manuel einfach noch fehlten. Und so lernte der junge Mann in diesen sieben Tagen, wie viel ihm zum wirklichen Verständnis seiner eigenen Kräfte eigentlich noch fehlte. Aber eben dieses Verständnis wuchs in dieser Zeit massiv an.

Zeitvertreib

Gemeinsam

Neben dem ein oder anderen Ausflug nach Beijing und dem Erkunden der Kuppel gingen auch die bisherigen Treffen innerhalb des Teams weiter. An jedem Morgen tragen sich Hikari und Manuel zu einer Lehreinheit, der sich auch Kenshin gerne anschloss. Und an jedem Abend traf man sich in großer Runde zu Gesprächen und zu der ein oder anderen Partie Yu-Gi-Oh.

Hikari und Hidana

Regelmäßig trafen sich Hikari und Hidana zu weiteren Trainingseinheiten in Beweglichkeit und Luftkampf. Durch das regelmässige Training und das abendliche zusammensein mit den anderen Teammitglidern hatte sich zwischen ihnen inzwischen eine lockere Freundschaft entwickelt. In seiner Nähe war Hikari fröhlich enspannt und fast schon herausfordernd frech. Was dazu führte, dass sie auch zu den anderen Teammitgliedern offener und lockerer agierte und damit die Freundschaft zwischen sich und ihnen vertiefte.

Tarnfeldgenerator

Während der Nächte nutzte Manuel die vorhandenen Labore, um an einem andere Projekt zu arbeiten: Schon lange wollte er Kenshin etwas gebastelt haben, mit dem er noch besser darin werden würde, ungesehen an alle möglichen Orte zu gelangen. Und so konstruierte er Armbänder, die jegliches Licht aus dem sichtbaren Spektrum mittels eines Kraftfeldes um den Träger herumleiten sollten. Üblicherweise hätte das den Träger effektiv blind gemacht, aber da Kenshin ja bereits blind war, machte das auch keinen Unterschied mehr.

Kontakte knüpfen

Während der großen Mahlzeiten in der Messe und auch bei Gesprächen, die sich ab und zu ergaben, versuchte Manuel auch, mehr über die hier durchgeführten Projekte von Project Utopia herauszufinden. Die anderen Wissenschaftler waren zwar alle Baselines, aber dennoch würden entsprechende Kontakte sicherlich praktisch für die Zukunft sein. Leider stellte sich das Knüpfen der Kontakte als relativ schwierig heraus, da ja noch immer ein Embargo gegenüber Nippon existierte. Aber den ein oder anderen Namen und Kontakt konnte er dennoch mitnehmen.

Nachforschungen

Eben jenes Embargo war es auch, das Manuel dazu veranlasste, die vorhandenen Datenbanken eingehend zu studieren und möglichst viel Wissen mitzunehmen. Wie er kürzlich von Dr. Onishi gelernt hatte, gab es sehr viele Forschungen und Arbeiten, an die er in Nippon nur schwer herankommen würde. Und so nutzte er die Zeit, möglichst viele dieser Dinge in sich aufzunehmen.

Abschied

Nachdem die Arbeiten erfolgreich beendet waren, war es dann an der Zeit, Abschied zu nehmen von diesem Land und von der Familie Onishi. Und auch Hidanas Auftrag neigte sich dem Ende zu. Viel war in den letzten beiden Wochen vorgefallen und neue Bande hatten sich geknüpft. Entsprechend schwer fiel so mancher Abschied, aber am Ende war es eben der Lauf der Dinge.

Die Familie Onishi wurde von Splash persönlich abgeholt, die sich zu diesem Zweck Slider ausgeliehen hatte. Das kurze Wiedersehen von Esther und Slider fiel sehr herzlich aus und beide bedauerten, aktuell nicht mehr Zeit für einander gehabt zu haben.

Splash dankte noch einmal für die gute Zusammenarbeit und wiederholte auch ihr Angebot an das Team, die Talaud-Inseln zu besuchen. Esther versprach, dieses Angebot im Hinterkopf zu behalten. Auch die Kinder von Dr. Onishi baten darum, dass das Team, allen voran Hikari, sie in ihrer neuen Heimat besuchen sollte.

Dr. Onishi selbst verabschiedete sich mit für japanische Verhältnisse sehr herzlichen Worten von Manuel und lobte noch einmal vor den Augen und Ohren aller dessen Arbeit.

Dann öffnete Slider ein Portal und die Familie entschwand durch dieses.

Kurz darauf öffnete auch Esther ein Portal und die Gefährten schritten hindurch, zurück nach Nippon.

Planung

Die nächsten drei Tage waren geprägt von Vorbereitungen und Planungen dessen, was auf der Expo passieren sollte.

Aufgabenverteilung der Teams

Wie bereits in China besprochen wurde für den Plan ein zweites Team benötigt, das sich um die Zivilisten vor Ort kümmern sollte. Da bei der Präsentation die Kernmitglieder von Nippontai ohnehin anwesend sein würden und es das Ansehen des Team auch mehren würde, sollten Ryu, O'Kage, Naginata, Kyojin und Miko diese Aufgabe übernehmen.

Die Hogo Kyodai konnten sich dann, gemäß des Plans, ganz um den Senchineru kümmern und diesen medienwirksam demontieren.

Taktische Vorüberlegungen

Für diese Aufgabe wurden Wege gesucht, möglichst effektiv zu sein. Problematisch war dabei die Tatsache, dass die Gefährten nicht vorbereitet wirken durften. Ungewöhnliche Ausrüstung war also ebenso tabu wie ein vorschnelles Eingreifen. Entsprechend wurden keine besondere Waffen oder ähnliches mitgenommen, sondern die ganz normalen Uniformen des Teams.

Insbesondere Hikari wollte in den Kampf aber nicht völlig unvorbereitet gehen, und so wandte sie sich an Kenshin als ihren Vorgesetzten für militärische Angelegenheiten und bat auch Hidana als ihren Ausbilder in Flugkampf hinzu, um von diesen gezielt ihren Einsatz zu planen und das Training entsprechend anzupassen. Die Diskussion verlief nach dem Eintreffenen von Hidana etwas hitzig, aber am Ende war ein Plan daraus entstanden: Da Hikari über keine gegen Senchineru wirksamen offensiven Mittel verfügte und ihr Kraftfeld nicht in der Lage wäre, die vermuteten Waffen der Maschinen vollständig von Unbeteiligten abzuhalten, sollte sie ihre Wendigkeit nutzen und Feuer auf sich ziehen. Diese Aufgabe war auch mit einer erheblichen Gefahr verbunden. Doch einen anderen Weg, wie Hikari ihr Potential zum Erfolg der Mission einsetzen konnte, fand niemand.

Bei einem gemeinsamen Treffen des gesamten Teams wies Kenshin einmal mehr darauf hin, dass er es für äußerst gefährlich und unvorsichtig hielt, den Sabotageakt tatsächlich in einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit den Senchineru gipfeln zu lassen. Er sah eine zu große Gefahr für Zivilisten vor Ort in diesem Vorgehen. Zwar hielt er es für unwahrscheinlich, dass die Roboter bei einer öffentlichen Vorführung mit scharfer Munition ausgestattet würden, doch konnte man Angesichts der Vorfälle am Edo Tower nicht vorsichtig genug sein.

Der Rest des Teams sah die Gefahr zwar durchaus ein, aber für die Sicherheit sollte ja gesorgt werden und nur durch die Gewalt und die Öffentlichkeit konnte das angepeilte Ziel erreicht werden. Kenshin war anderer Ansicht, aber am Ende beugte sich der Soldat der Mehrheit.

Esthers amerikanisches Gespräch mit Hikari

Doch auch andere Dinge mussten in diesen Tagen noch geklärt werden. Oder zumindest war Esther der Ansicht, dass dies der Fall war.

Sie hatte beobachtet, wie das Miteinander von Hikari und Hidana immer vertrauter wurde. Und war nun neugierig, was genau da zwischen Hidana und Hikari war. Sie besorgte sich eine Flasche stillen Wassers, um Hikari etwas zu Trinken anbieten zu können, und begab sich damit zum Zimmer von der kleinen Japanerin.

Diese befand sich in ein Gebet vertieft vor ihrem kleinen Schrein. Doch natürlich ließ sie ihre Freundin und Vorgesetzte ein und wurde sich auch alsbald gewahr, was diese von ihr wollte.

Das Gespräch, das darauf folgte, war für beide Seiten geprägt von vielen ungewollten Peinlichkeiten, da Hikari nicht wirklich über das Thema sprechen wollte. Als Esther dann zuletzt auch noch Hidanas Frau erwähnte und über deren fehlendes Eheglück zu spekulieren begann, bat Hikari deutlich distanziert darum, diese Informationen doch am besten gleich selbst bei ihm zu erfragen. Dann wies sie ihre Freundin mit freundlicher, aber bestimmter Stimme darauf hin, dass man emotionale Wunden bei Freunden nicht heilen könne, indem man sie einfach aufriss und ein solches Gespräch erst dann Sinn hätte, wenn sie es war, die zu Esther kam und reden wollte. Am Ende hatte das Gespräch zur Folge, dass Esther wieder ging und Hikari das erste Mal gezwungen war, sich ihr Dilemma einzugestehen. Tränenreich brach sie auf ihrem Bett zusammen.

Expo

Vorbereitung

Als letzten Schritt der Vorbereitungen nutzten Esther und Kenshin ihre Hogo Kyodai-Ausweise, um schon einen Tag vor Beginn das Gelände in Augenschein zu nehmen. Sie wollten nicht, dass durch die örtlichen Begebenheiten der Plan in Gefahr geriet.

Sie fand vor Ort nichts, was eine Änderung des bisherigen Plans notwendig gemacht hätte. Dennoch nutzte vor allem Kenshin die Gelegenheit, um sich ein exaktes Bild der Umgebung zu machen. Man konnte nie wissen, wann das nötig sein würde.

Ankunft

Am ersten Tag der eigentlichen Expo war es Manuel, der als erstes Teammitglied vor Ort war. Unlimited Imagination hatte einen Stand und am Nachmittag gab es eine Präsentation, an der er selbst teilnahm. Das sorgte auch dafür, dass er einen plausiblen Grund hatte, mit samt seinem High-Tech Equipment vor Ort zu sein.

Der Rest des Teams traf am späten Nachmittag ein. Standesgemäß reisten sie mit einem von Esthers Portalen an, das sie direkt auf den großen Platz vor dem Eingang öffnete. Natürlich gab es das übliche Staunen, aber das hier war die Edo World Expo 2005. Es war also weniger einer erschrockene, als viel mehr eine freudige Überraschung für die Besucher. Schon beim Durchschreiten des Portals waren unzählige Kameras auf das Team gerichtet und Jubel begrüßte die Gefährten.

Nachdem das Portal sich geschlossen hatte, bemerkte Esther in der Menge auch einige junge Damen, die ein "I love Japan" T-Shirt trugen. Und auch ihre sonstige Aufmachung ließ keinen Zweifel: Das hier waren Cosplayerinnen. Und sie stellten Esther O'Hara dar. Esther war zugleich überrascht und geschmeichelt, ließ sich die Überraschung aber nicht anmerken und winkte die Cosplayerinnen heran um ein paar gemeinsame Bilder mit ihnen zu machen.

Zum ersten Mal konnte sich das Team in großer Öffentlichkeit so richtig feiern lassen.

Nach Betreten des Expo-Geländes stieß auch Manuel zu den anderen und gemeinsam machte man sich auf den Weg zur großen Präsentation von Kuro-Tek.

Senchineru

Die Präsentation sollte in einem Pavillon stattfinden. Er war kuppelförmig und bestand aus einem weißen Kunststoff, der über ein Metallgerüst gespannt war.

Anwesende

Am hinteren Ende des Pavillons gab eine riesige Bühne, deren Inhalt noch durch Vorhänge verhüllt war. Davor befanden sich einige Dutzend Stuhlreihen, die sich langsam füllten. Als Mitglieder der Hojo Butai bekamen die Gefährten gute Plätze im Parkett. Weit vorne, direkt am Gang, mit gutem Blick auf die Bühne.

Die wirklich guten Plätze hingegen waren prominenteren Personen zugeteilt: Es gab mehrere Emporen, auf denen sich VIP-Gäste sammelten. Darunter waren:

  • Das Kernteam von Nippontai, bestehend aus Ryu, O'Kage, Naginata, Kyojin und Miko
  • Eine UN-Delegation mit Abgesandten aus allen möglichen Ländern der Welt. Die USA, Deutschland, Frankreich, Brasilien und viele mehr
  • Der Kaiser Akihito-Tenno höchstpersönlich mit einigen hohen Funktionären

Die Empore des Tennos war dabei noch einmal besonders geschützt: Sie war vollständig von einem dicken Plexiglas-Kasten umgeben, der so aussah, als könnte er mittelschwerem Beschuss standhalten. Und auch die UN Delegation war nicht Schutzlos erschienen: Eine entsprechende Suche Manuels ergab, dass eine der Assistentinnen in der Delegation eine Nova mit Gestaltwandlungskräften war, die jedoch ihre wahre Natur momentan verbarg. Zuerst dachte Manuel an Shaper, aber dessen Aura kannte er ja bereits, und diese Person hier hatte eine andere Signatur. Außerdem schwebte, von den meisten Leuten unbemerkt, noch ein weiterer Nova über der Kuppel. Dieser verfügte über Kräfte im Bereich der Gravitationskontrolle und war Manuel ebenfalls unbekannt.

Präsentation

Nachdem alle Stuhlreihen sich gefüllt hatten und zu guter Letzt der Tenno eingetroffen und von allen ehrfürchtig begrüßt worden war, öffneten sich die ersten Vorhänge und zwei Männer in Anzügen mit dem Logo von Kuro-Tek kamen zum Vorschein. Einen davon, Daisuke Morita kannte das Team bereits aus dem Vorfall am Edo Tower.

Die beiden Präsentatoren warfen sich gegenseitig gekonnt die verbalen Bälle zu und zeichneten mit ihren Worten und mit im Hintergrund laufenden Animationen und Filmausschnitten ein Bild von der Zukunft, wie Kuro-Tek sie sich vorstellte. Eine Zukunft, in der die Senchineru das Leben der Menschen sicherer und besser machen sollten.

Dann, nachdem genug Spannung aufgebaut worden war, fielen mit den Worten "Mit der Technik von Heute für ein besseres Morgen." die weiteren Vorhänge und ließen den Blick erhaschen auf nicht einen sondern ganze drei Senchineru.

Nicht ganz nach Plan

Es handelte sich um drei unterschiedliche Modell: Links stand ein Bergungsroboter mit schweren Scheren und Greifklauen, in der Mitte das militärische Modell und auf der rechten Seite eines, das für Aufklärungs- und Langstreckenmissionen gedacht war und über Flügel und Turbinen verfügte.

Drei Senchineru. Und möglicherweise verfügten diese über Möglichkeiten der Kommunikation, die nicht bedacht worden waren. Das Risiko war gerade erheblich gestiegen. Aber nun war es zu spät, einen anderen Plan auszuhecken. Wenn diese Präsentation nicht gestört wurde, war ihr Vorhaben gescheitert. Also gab es keine Wahl: Weitermachen nach Plan.

Esther wartete auf einen passenden Moment, in dem die Präsentatoren erneut über die erhöhte Sicherheit sprachen, die die Senchineru den Menschen bringen würden. Als diese Stelle kam, gab sie Manuel Bescheid und dieser betätigte den Auslöser.

Kollateralschäden

Der mittlere Senchineru, die militärische Version, war es, die wie geplant reagiert. Der Kopf hob sich und eine metallene Stimme ertönte:

"Gefahr erkannt. Multiple Angreifer."

Der Kopf des Roboters wanderte über die Reihen, ein rotes Laser-Gitter ergoß sich über die Menschen und langsam breitete sich Nervosität aus. Aber noch konnte das zur Präsentation gehören, daher durften die Gefährten noch nicht reagieren.

Dann ertönte wieder die metallene Stimme:

"Gegenmaßnahmen eingeleitet:"

Und mit einem Mal fuhren aus den Schultern des Giganten Maschinengewehre aus und eröffneten, ohne spürbare Verzögerung, das Feuer in die Menge. Mit scharfer Munition.

Schreie. Blei. Blut. Körperteile. Chaos.

Gegenangriff

Kenshin war der erste, der sich weit genug fing, um zu handeln. Mit einem wütenden Schrei schoss er einen gleißenden Blitz aus Energie auf den Senchineru. Der Blitz traf, hinterließ auch ein paar Spuren, richtete aber weit weniger an, als Kenshin erhofft hatte.

Manuel war der nächste, der reagierte. Er versuchte, die Arme des Senchineru vor dessen Brust zu verschränken. Damit wären alle aktuell sichtbaren Waffenschächte blockiert gewesen oder hätten in die falsche Richtung gezeigt. Aber die Kraft der Maschine war zu groß und so konnten Manuels Bemühungen nicht viel ausrichten.

Dann schoss der Senchineru zum zweiten Mal. Er hatte die Gefahr erkannt, die Kenshin und die anderen darstellten und so feuerte er eine Salve Granaten ab. Einige von diesen prallten an einem von Hikari errichteten Schild ab, den anderen wollten Manuel und Kenshin ausweichen. Aber bevor die Granaten sie erreichen konnte, öffnete Esther ein Portal und die Granaten trafen den Rücken des Senchineru statt der Zuschauer.

Kenshin versuchte nun, die Elektrik der Maschine selbst anzugreifen, reduzierte die Intensität der Energie. Aber auch das hatte keine sichtbare Wirkung. Manuel versuchte, mit einem der Träger, an denen die Scheinwerfer hingen, die Maschine zu Fall zu bringen. Der Treffer brachte sie zwar aus dem Gleichgewicht, reichte aber nicht, um sie zu Boden zu schicken. Hikari flog in immer schnelleren Kreisen um den Kopf des Giganten aus Metall und versuchte, dessen Sensoren zu verwirren.

Der Senchineru feuerte eine weitere Salve ab. Dieses Mal Mini-Raketen. Und dieses Mal war kein Portal da, um sie abzulenken. Einige der Raketen trafen Manuel, einige durschlugen den Energiekörper von Kenshin und explodierten ein Stück hinter ihm. Und einige versuchten, Hikari zu treffen, aber diese war zu wendig.

Kenshin und Manuel waren getroffen, aber nicht schwer genug verwundet, um den Kampf jetzt schon aufzugeben. Aber eine Änderung der Taktik war angesagt. Kenshin hatte eine Idee. Er zeigte auf ein Kabel und bedeutete Manuel, dieses mit seinen Kräfte auf den Senchineru herunterzureißen. Im Moment des Kontakts mit der Maschine dann überlud Kenshin das Kabel und die komplette Energie floss in die Maschine. Lichter blitzten auf, andere gingen aus. Für den Moment schien die Maschine zumindest gelähmt, aber schnell war klar, dass sie sich von der Überladung erholen würde.

Bevor sie jedoch dazu kam, schoss von der Seite ein Säbelzahntiger auf die Bühne und riss den Koloss nieder. Vermutlich die Gestaltwandlerin aus der UN Delegation. Auch Manuel stürzte sich nun in den Nahkampf und hieb mit einem mächtigen Schlag seines Schwertes auf den Hals ein. Der Schlag drang tief ein, aber nicht tief genug. Denn noch bevor Manuel dazu kam, mit einem zweiten Schlag den Kopf endgültig abzutrennen, erklang zum letzten Mal die metallene Stimme dieser Maschine:

"Schwarmmodus aktiviert!"

Nippontai

Der Gegner war gefallen und es gab eine Sekunde zum Verschnaufen und Orientieren.

Die Gefährten sahen, dass Ryu in seiner Drachengestalt war und sich vor der Kanzel des Tenno befand, die aber bereits leer war. Naginata hatte sich in die Luft erhoben und sammelte einen Sturm, Kyojin wuchs gerade zu seiner vollen Größe und stützte ein paar Metallstreben, die nachzugeben drohten. Miko hatte einen Gesang eingestimmt und ihre Hände auf den Boden gelegt. Bei einigen der dort liegenden sah man bereits, wie sich Wunden schlossen.

Einzig O'Kage schien eher untätig. Aber der Schein täuschte, denn er beobachtete, war Wachsam, und deckte damit den Rücken der anderen.

Schwarmmodus

Doch dann war es mit der Ruhe auch schon wieder vorbei, denn die beiden anderen Senchineru setzten sich in Bewegung. Die Bergungsmaschine wollte gerade einen Schritt vor machen, als unter ihren Füssen ein Portal aufging. Da es keinen sicheren Ort in der Umgebung gab, ließ Esther die eine Maschine einfach auf die andere fallen. Zumindest war das der Plan, aber die geflügelte Maschine konnte ausweichen. Auch ein Angriff von Kenshin ging ins Leere. Er versuchte, den Roboter von Innen heraus zu überladen, indem er in dessen Brust hinein flog und seinen Kräften freien Lauf ließ. Doch scheinbar war diese Maschine gegen ein Durchbrennen der Sicherungen geschützt.

Manuel sah den Speer, den der erste Senchineru getragen hatte, ergriff ihn und schleuderte ihn mit einer Einheit aus Körper und Geist. Sein Körper gab dem Geschoss Kraft, sein Geist lenkte das Metall in die richtige Bahn. Das gesamte Training der letzten Wochen und Monate kulminierte in diesem einen Moment und Manuel verstand seine Kräfte besser, als er es je zuvor getan hatte.

Der Speer traf die gerade aufsteigende Maschine genau in einer der beiden Turbinen. Diese explodierte und riss den Flügel gleich mit sich. Die Maschine geriet ins Trudeln und wollte gerade wild um sich feuern. Doch da flog Hikari heran, umschwirrte den Kopf der Gestalt, und verwirrte so die Sensoren für einen Moment. Dieser Moment reichte Manuel, um ein Magnetfeld zwischen seinen Fingern zu sammeln, das so dicht war, dass es das Licht in der Umgebung brach. Er schleuderte die magnetische Singularität auf die Metallgestalt und traf genau dort, wo der Prozessor saß. Funken stoben, dann stieg Rauch auf. Die fliegende Gestalt zuckte noch einmal, dann sank sie zu Boden wie eine Marionette, der man die Fäden durchtrennt hatte.

In der Zwischenzeit hatten sich Kenshin und Esther um die Bergungsmaschine gekümmert: Kenshin hatte die Maschine abgelenkt, die versucht hatte, mit einem Klauen nach ihm zu greifen. Aber die Klauen glitten glatt durch die Energiegestalt hindurch. Und durch die Ablenkung bemerkte der Roboter nicht, dass sich direkt über seinem Kopf ein Portal öffnete, durch das die schwere Plexiglas-Kabine des Tenno auf ihn fiel. Er ging zu Boden, versuchte noch einmal, sich zu erheben, aber immer mehr Dinge häuften sich auf ihm an und irgendwann reichte das Gewicht aus, um ihn am Boden fest zu halten. Dann trat Kenshin an ihn heran und lies seiner angestauten Wut freien lauf. Er pumpte so lange Strom in den Körper des Roboters bis dieser, schmauchend und teils zerschmolzen, aufhörte sich zu bewegen.

Der Schale Sieg

Und mit einem Mal kehre eine sonderbare Ruhe ein. Statt der Kampfgeräusche drangen Stöhnen und Ächzen von Mensch und Pavillon an die Ohren der Gefährten. Sie hatten gewonnen.

Die Senchineru waren besiegt.

Drei hier direkt vor Ort, und unzählige mehr durch ihren Plan.

Doch zu welchem Preis?

Gerade wollten die Gefährten sehen, wie sie helfen konnten, da leuchteten alle Monitore in der Umgebung auf. Stufe zwei des Plans. Das Symbol der obsidianen Schlange prangte an den Wänden. Sie würden in den Augen der Öffentlichkeit die Schuld an den Geschehnissen tragen. Aber die Gefährten wussten es besser. Sie waren es gewesen. Anstatt wie sonst einen terroristischen Anschlag der Schlange zu vereiteln hatten sie selbst einen inszeniert. Und nun standen sie in Mitten der Zerstörung, die sie damit angerichtet hatten.

Kuroi Kiri

Doch noch bevor sie sich wirklich mit der Situation auseinandersetzen konnte, zog mit einem Mal schwarzer Nebel auf und verdichtete sich. Kuroi Kiri war auf den Plan getreten.

Mit einigen Worten bedrohte er das Team, kündigte an, sie zu töten für das, was sie an diesem Tag getan hatten.

Noch bevor dieser ihn wahrnehmen konnte, war Kenshin bereits unsichtbar geworden und suchte nun einen Weg, sich dies zu Nutzen zu machen. Manuel ging, sein Schwert immer noch in der Hand, in eine Position zwischen Kuroi Kiri und Esther und Hikari. Er machte sich keine Illusionen, dass er einen Kampf gewinnen würde, aber vielleicht hatte er eine Chance. Eine besser auf jeden Fall als die beiden Frauen.

Kuroi Kiri verspottete den jungen Mann, sagte, dass sie das letzte Mal seine Pläne durchkreuzt hätten. Aber noch bevor er zum Angriff übergehen konnte, mischte sich O'Kage ein. Er stellte sich zwischen die drei sichtbaren Hogo Kyodai und Kuroi Kiri und befahl den dreien, zu gehen. Laut seiner Aussage konnten sie einen Kampf nicht gewinnen. Manuel stimmte zu, packte Esther und erhob sich mit ihr in die Luft. Hikari folgte. Das letzte, was die drei hörten, bevor sie die Kuppel durch das Dach verließen war O'Kages Antwort auf die Frage, warum er diese Leute beschützen würde: "Weil sie es wert sind!"

Schattenboxen

Kenshin hatte die Szenerie nicht verlassen. Er wollte sehen, was sich noch ereignete. Wollte wenn möglich helfen.

Er sah, wie sich die beiden Brüder duellierten. Erst verbal, dann mit Waffen. Er bekam mit, dass O'Kage seinem "Bruder" offenbarte, dass er wusste, dass dieser nicht sein Bruder war sondern nur dessen Kopie aus einer anderen Welt. Und er sah einen Schwertkampf, der selbst für seine gesteigerte, nicht optische Wahrnehmung fast zu schnell war, um ihm zu folgen.

Im direkten Kampf schien O'Kage seinem angeblichen Bruder überlegen, denn nach einigen Minuten gelang es ihm, einen Treffer zu setzen, der Blut fließen ließ. Aber Kuroi Kiri hatte kein Interesse an einem fairen Kampf, und so machte er sich unsichtbar. Auch der Spott seines Bruders konnte ihn nicht dazu bewegen, sie erneut zu zeigen. Also sandte Kenshin seine Sinne aus und suchte.

Er fand Kuroi Kiri, direkt hinter O'Kage und mit zum Schlag erhobenen Schwert. Mit den Worten "Hinter Euch!" gab er O'Kage die Chance, zu reagieren. Und so ging ein Schlag, der Den dunklen Samurai vielleicht das Leben gekostet hätte, ins Leere und das Duell ging weiter.

In der Zwischenzeit hatte Manuel Esther außerhalb des Pavillons abgesetzt und kontaktierte nun Kenshin. Sie hatte Kuroi Kiri schon einmal erwischt, und warum sollte der Plan nicht ein zweites Mal funktionieren?

Kenshin wartete auf den richtigen Moment. Einen Moment, in dem Kuroi Kiri mit dem Rücken zur Außenwand stand. Dann gab er Manuel Bescheid und dieser flog mit dem Schwert voran durch die Kunststoffplane und in den Rücken von Kuroi Kiri. Dieser blickte erschrocken auf, als das Schwert vorne aus einer Brust wieder herauskam. Aber er schaffte es, sich nach vorne abzurollen und so Manuels Schwert aus dessen Händen zu reißen. Dann blieb er auf dem Boden liegen. Manuel folgte ihm, stellte seinen Fuß auf das Schwert des schwarzen Schattens und wollte gerade dazu ansetzen, den gefährlichsten Terroristen Asiens auszuschalten, als eine wütende Frage von O'Kage ihn daran hinderte:

"Was tust du hier?! Ich hatte euch befohlen, zu gehen!"

Manuel war verwirrt. Den Berichten von Kenshin zufolge hatte der Kampf für O'Kage nicht gut ausgesehen. Warum war er so wütend? Oder war es wirklich Wut? Manuel erinnerte sich an die vielen Stunden mit Miko und erkannte im Gesicht von O'Kage etwas völlig anderes: Angst. Angst um Manuel.

Er wandte sich wieder Kuroi Kiri zu, wollte ihn mit einer magnetischen Singularität ausschalten. Aber noch bevor er dazu kam, löste sich die Gestalt auf dem Boden auf einmal auf. Auch das Schwert unter Manuels Fuß verschwand, nur um sogleich wieder zu erscheinen. Direkt in Manuels Brust.

Nun war es an dem jungen Filipino, schockiert nach vorne zu stolpern und auf das Schwer in seiner Brust zu starren. Dann hörte er die Stimme Kuroi Kiris, aus der er tiefe Verachtung zu vernehmen glaubte:

"Ich werde das nicht vergessen. Wir sehen uns wieder."

Mit letzter Kraft richtete Manuel seine Hände auf Kuroi Kiri, der immer noch schwer verwundet war. Er feuerte die Singularität ab, doch statt einer festen Gestalt war dort bereits nur noch Rauch, der sich binnen Sekunden verzog.


Anerkannte EP: 10

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