Kapitel 28: Selbstfindung, Regeneration, Privates und .... das Null Manifest

Aus Aeonversum
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Inhaltsverzeichnis

Letzte Taten auf der Expo

Kuroi Kiri war verschwunden. Der Sieg schien endgültig errungen. Aber noch war viel zu tun.

Kyojin stützte noch immer mit seinem riesigen Körper die Kuppel, von überall waren Stöhnen und Schmerzensschreie zu hören.

Heilungen

Manuel war zwar am Leben, aber die sonderbare Klinge des schwarzen Schatten hatte in schwer verwundet. Und auch O'Kage war mehrfach schwer getroffen worden und blutete aus tiefen Schnittwunden. Und im Gegensatz zu Manuel schlossen sich seine Wunden nicht langsam wieder.

Da Miko mit der Heilung der Zivilisten vollauf ausgelastet war, kümmerte sich Hikari um die Wunden der beiden Nova. Mit dem letzten Rest der Kraft, den sie noch hatte, schloss sie bei beiden einen Großteil der Wunden, bevor sie schlapp auf die Knie sank. Und von beiden erntete sie tiefen Dank dafür. Sie war die Bewahrerin, die sich um ihre Kinder kümmerte.

Der einzige Ausweg

Esther half währenddessen bei der Suche nach weiteren Verwundeten und konnte mit ihren geschärften Sinnen auch Stöhnen aus einem Hohlraum hören, der sich zwischen zwei Boxen gebildet hatte. Mit großer Mühe gelang es ihr auch, eine der Boxen zur Seite zu bewegen und so fand sie die beiden PR Männer von Kuro-Tek, die die Präsentation geleitet hatten. Einer von ihnen war schwer verletzt und nicht bei Bewusstsein, der andere hatte nur Prellungen davongetragen und blickte sie suchend an.

Doch es war keine Rettung, die er suchte. Zumindest keine, wie Esther sie verstanden hätte. Als sie versuchte, ihn aus der kleinen Höhle zwischen den Boxen zu ziehen blieb sein Blick auf ihrem Wakizashi hängen und in einem kurzen Gerangel gelang es dem Mann, ihr dieses zu entwenden. Esther glaubte, einem Angriff ausgesetzt zu sein und zog sofort ihre Katana. Doch als der Mann die Klinge des Wakizashi nicht auf sie sondern seinen eigenen Bauch richtete, begann sie zu verstehen. Der Mann wollte, dass sie als seine Sekundantin zu fungierte. Sie sah sich jedoch nicht in der Lage, ihm so zu helfen, wie er es verlangte. Und so kontaktierte sie Manuel, der mit dem ebenso gerade frisch geheilten O'Kage zu ihr kam. Der göttliche Schatten sah die Situation und verstand sofort. Er forderte Esther und Manuel auf, zu gehen. Er wollte sich persönlich um die Sache kümmern.

Die beiden Gefährten wandten sich ab und gingen und hörten hinter sich noch, wie eine Klinge gezogen wurde sowie O'Kages Worte: "Der Kaiser dankt dir und deiner Familie für dein Opfer.". Kurz darauf erklang das unverkennbare Geräusch eine Klinge, die in einem Körper eindrang, dich gefolgt von einem Rumpeln, als der tote Körper des Mannes zu Boden ging.

Letzte Evakuierungen

Nach dieser eher deprimierenden Episode begannen die Gefährten, dabei zu helfen, die restlichen Zivilisten aus dem einsturz-gefährdeten Bungalow zu evakuieren. Manuel reparierte einige beschädigte Metallträger provisorisch, während Hikari Miko und den mittlerweile eingetroffenen Sanitätern half.

Auch Esther wollte helfen, aber zusammen mit den Sanitätern traf auch die Presse vor Ort ein.

Presse

Esther wollte Rücksprache mit O'Kage halten, aber dieser war bereits verschwunden. Auch Naginata und Ryu waren nirgends mehr zu sehen und von Kyojin und Miko war niemand abkömmlich, und so war sie ranghöchste verfügbare Person und es lag an ihr, mit den Raubtieren der Medien fertig zu werden.

Als erstes bat sie sie Sicherheitskräfte, einen Perimeter zu errichten, damit die Presse die Arbeit der Hilfskräfte nicht stören konnte. Danach begab sie sich an den Rand dieses Perimeters und stellte sich den Mikrofonen und Kameras der Presse.

Es wurden viele brisante Fragen gestellt, einige konnte Esther nicht beantworten, einige wollte sie nicht beantworten und so gab sie ausweichende Antworten, wo sie es für nötig hielt. Lediglich auf die Frage, ob sie die Senchineru für gefährlich halte und ob sie der Meinung sei, dass die Massenproduktion gestoppt werden müsse, ging sie genauer ein. Sie antwortete, dass sie die Senchineru sehr wohl für gefährlich hielt und dass eine Maschine, die offensichtliche Mängel hat und die eine Gefahr für die Bevölkerung sind die Produktionshallen niemals verlassen sollten. Mit dieser Antwort, so hoffte Esther würde sie es Kuro-Tek unmöglich machen, eine Produktion der Senchineru durchzusetzen.

Auch die Frage nach dem Unbekannten Angreifer (Kuroi Kiri) wurde von Kori Heissler gestellt, aber Esther sagte nur, dass sie nicht wüsste, wer er ist. Mit dieser ausweichenden Antwort musste auch eine Kori Heissler sich zufrieden geben, auch wenn ihr das nicht gefiel. Sosuke wäre stolz auf Esther gewesen...

Nachwehen

Die Geschehnisse rund um die Senchineru auf der Expo hatten natürlich einige Folgen für Nippon im Allgemeinen, aber auch für unsere Helden im Speziellen.

Verluste

Der erste, von niemandem aufgehaltene, Angriff des Senchineru hat viele Menschen schwer verwundet und fünf Todesopfer gefordert.

Die Schüsse gingen in die vorderen Reihen des Publikums und so waren es nur große und wichtige Persönlichkeiten, die getroffen wurden. Zu den Toten gehörten Takahiro Hachigo, oberster Vorstand von Honda, sowie Masamune Shirow, einer der bekanntesten und beliebtesten Anime-Zeichner des Landes.

Nur dank Mikos schnellem Eingreifen und der Tatsache, dass sie in den Übermodus gegangen ist, konnten größere Verluste vermieden werden.

Folgen für Kuro-Tek

Die Aktien von Kuro-Tek sanken durch den Vorfall zeitweilig um bis zu 10% ein. Für einen Konzern dieser Größe auch eine wirtschaftliche Katastrophe. Auch kam es in den folgenden Tagen zu einer erheblichen Anzahl Freitode von Mitarbeitern des Konzerns. Unter ihnen war auch Shimabukoro Kai, die Trainerin der KI der Senchineru.

Die Presseabteilung suchte verzweifelt nach Auswegen aus der Misere, aber alles, was sie tun konnten, war das Projekt Senchineru zu einem Fehler und Fehlschlag zu erklären und es einzustampfen. Die für das Projekt entwickelten Technologien sollten auch nicht weiter im Konzern verbleiben und wurden statt dessen zum Verkauf gestellt. Einige von diesen konnte sich Unlimited Imagination sichern.

Die Schuld

In der Presse sowie auch im OpNet wurde derweil viel diskutiert darüber, was das Ziel des Anschlages war. Aber außer einigen Verschwörungstheoretikern stellte niemand in Frage, dass die obsidiane Schlange hinter allem steckte. Die Tatsache, dass nur wenige Tage oder Wochen zuvor eine Anime-Serie angelaufen war, die privatisierte Sicherheit kritisch thematisierte fiel nur wenigen auf, und selbst diese wenigen Personen sahen es eher als Indiz dafür, dass Kuro-Tek es besser hätte wissen sollen.

Selbst die wildesten Verschwörungstheorien aber richteten ihre Finger nicht auf die wahren Schuldigen. Es schien, als wäre die Operation also vollständig erfolgreich und unbemerkt geblieben.

Internationale Reaktion

Neben der aufrichtigen Anteilnahme und Bestürzung der Weltöffentlichkeit wurden auch einige Stimmen laut, die erneut vor der gefährlichen Technologie warnten, die in Japan ständig entwickelt wurde. Der Zwischenfall wurde als Beweis dafür gewertet, dass das Embargo richtig war.

Es wurde mehrfach gefordert, internationale Beobachter ins Land zu lassen um derartige Zwischenfälle in Zukunft zu vermeiden, aber diese Forderungen wurden vom Kaiserhaus abgelehnt.

Aber selbst das ehemals so stark verfeindete China bekundete seine Solidarität mit der Regierung und den Bürgern Japans im Kampf gegen den internationalen Terrorismus.

Verarbeitung

Unbemerkt von dieser öffentlichen Seite mussten unsere Gefährten aber auch selbst mit der Situation klar kommen. Sie, und nur sie, kannten die volle Wahrheit hinter dem, was geschehen war. Und sie wussten, dass sie Schuld am Tod der fünf Menschen hatten.

Auch ist allen klar, dass es großen Schaden für Nippontai und sie persönlich bedeuten würde, wenn jemals bekannt würde, was wirklich hinter dem Anschlag steckte. Und so wurde vereinbart, niemals offen über die Vorfälle zu sprechen. Jegliche Kommunikation dazu, soweit sie denn erforderlich wäre, sollte mental stattfinden. Selbst der sonst so technikbegeisterte Manuel gab seinen Abschlussbericht handschriftlich ab. Papier ließ sich von niemandem Hacken.

Kenshin

Am schwersten hatte offenbar Kenshin mit dem zu kämpfen, was passiert war. Er bat um eine Auszeit und verbrachte die nächsten Wochen in der Abgeschiedenheit eines Klosters um über all das nachzudenken, an dem er Teil gehabt hatte. Dem Soldaten fiel es nicht leicht, seine und die Mitschuld seiner Kameraden an den grausigen Geschehnissen zu verarbeiten. Auch ihm war selbstverständlich bewusst, dass mit großer Wahrscheinlichkeit weit mehr Menschen in einer Zukunft umgekommen wären in der die Senchineru eingesetzt worden wären. Dennoch ließ ihn der Gedanke nicht los, dass er auf einem anderen, ungefährlicheren Plan hätte bestehen müssen. Natürlich, er hatte seine Vorgesetzte auf seine Bedenken hingewiesen und diese hatte anders entschieden, somit war der traditionellen Sichtweise nach seine Pflicht erfüllt und keine Schuld bei ihm zu suchen. Doch seine moderne Einstellung und sein persönliches, innerstes Gefühl ließen ihm keine Ruhe.

Somit kappte er seine Verbindung zum Quantenraum und machte sich zunächst zu Fuß auf in eine kleines, abgelegenes Kloster in einer Nachbarprovinz Edos. Nach knapp einer Woche des Gehens erreichte er den kleinen Tempel und bat um Aufnahme. Die Mönche nahmen ihn freundlich und verständnisvoll auf und integrierten ihn sofort in ihren Alltag sowie ihre Lehren. In den kommenden Wochen verbrachte Kenshin seine Tage damit, im Kloster zu arbeiten und zu meditieren.

Über die Zeit wuchs in ihm die Erkenntnis heran, dass weder er noch irgend jemand sonst, nicht einmal der nahezu gottgleiche Divis Mal, die Vergangenheit ändern konnte. Geschehen war geschehen. Diese Menschen waren tot, nichts würde dies mehr ändern und er würde diese Bürde tragen müssen. Alles ist Leid. Dieses Mantra des Buddhismus zeigte ihm, das Schmerz, Leid und Tod unumgänglich waren und er sie in seinem Leben akzeptieren musste. Zwar befreite ihn dies nicht von seiner Pflicht, das Leiden anderer zu mäßigen und alles daran zu setzen größeres Leid zu verhindern, doch wenn es geschehen war, gab es nur den Weg der Akzeptanz und des Ertragens.

Die egozentrische Macht und Überzeugung mancher Atarashi Koka, wie eben jene Divis Mals und Okura No Onis, sowie der grausame Lebensweg des schwarzen Nebels, waren die zweite Seite der Medaille. Diese folgten dem falschen Weg. Dem ihres Egos. Sie ließen sich von ihrer Macht überwältigen und folgten ihr um ihrer Selbst willen. All das Gefasel von einer besseren Welt für die neue Rasse, auf Kosten der schwachen Menschen, war nur ein dünner Vorhang vor den eigenen Allmachtsfantasien. "Alle unter einem Himmel." dieses alte Motto der ersten chinesischen Kaiserdynastie kam ihm oft in den Sinn, wenn er über die Situation Japans und der Welt nachdachte. Zwar wurde auch damals viel Blut vergossen, doch am Ende erreichte man ein goldenes Zeitalter für Alle. Nicht nur für jene mit Macht. Er würde alles daran setzen, dies zu bewirken und alles dafür tun, die Menschen zu schützen. In seinem tiefsten Inneren war auch er nur ein Mensch, nichts unterschied seine Seele von der eines einfachen Büroangestellten oder Bauern. Es würde weitere Opfer kosten, doch es würden die Seinen sein. Kein weiterer Unschuldiger sollte leiden, solange er es verhindern konnte. Was geschehen war, war geschehen. Doch er würde mit aller Vehemenz verhindern, das es noch einmal geschah. Er würde sich seiner Verantwortung stellen und sich dieser als Würdig erweisen. Wenn nicht blieb nur ein Ausweg.

Esther

Esther suchte, wie schon oft zuvor Zuflucht bei ihrem alten Freund Johnny. Das war sicher nicht der beste Weg, aber zumindest vermochte er ihren Schmerz für eine Weile zu betäuben. Die nächsten Wochen waren, nachdem sich die Anfangsstarre bei ihr aufgelöst hatte, während der sie einfach nur funktionierte, um die ganze Nacharbeit zu erledigen, geprägt von einem ständigen Gefühls-auf-und-ab. Zorn, Trauer, Verzweiflung, Scham, Resignation wechselten täglich und Esther war kaum zurechnungsfähig an manchen Tagen. Sie war kurz angebunden, wurde schnell ungehalten. Glücklicherweise hatte das Team während der nächsten Wochen keine Mission, Esther wäre wohl kaum in der Lage gewesen, ihrem Team eine gute Komandantion zu sein. Nach einiger Zeit besserte sich Esthers Zustand wieder, sie schien die Situation akzeptiert zu haben und ihren Blick wieder nach vorne zu richten. Offenbar hatte sie die Sache mit sich selber ausgemacht, doch zu welchem Schluss Esther gekommen war, darüber verlor sie kein Wort.

Hikari

Hikari hatte sich bereits vor der Expo gedanklich und emotional mit diesem möglichen Ausgang beschäftigt. Nach ihrem Gespräch mit Kenshin und Hidana, hatte sie nicht nur körperlich trainiert, sondern sich auch innerlich versucht vorzubereiten. Hidana hatte ihr die Frage gestellt, ob sie sich dieser Herausforderung stellen würde. Sie hatte nach 7 Atemzügen mit "Ja" geantwortet. Sie würde ihr Wort nicht brechen und der Umgang mit den Folgen war die natürliche Konsequenz ihrer Entscheidung.

Natürlich ging ihr das Leid all der Menschen nah, doch ihr eigenes MitLEIDEN sowie die Todesopfer und die vielen Verletzten, selbst der Schmerz der Angehörigen, waren in ihren Augen klein zu dem Leid, welches sie verhindert hatten. In ihren Gebeten an die Ahnen suchte sie Trost, richtet sich aber innerlich auf ihr neues Sein aus. Sie war kein Mensch mehr. Sie hatte nun Fähigkeiten, die sie zum Wohle aller einsetzen konnte. Dazu musste sie gegebenenfalls auch Opfer bringen.
Sie musste lernen, dies zu akzeptieren.
Sie musste ihre Fähigkeiten meistern, um sie gezielt einsetzen zu können und den Schaden, den sie möglicherweise verursachte, so weit wie möglich zu minimieren.
Sie musste sich verstehen, um ihr neues Sein zu verstehen.
Sie musste ihr Potential ausschöpfen.
Es half nichts, über das Geschehene zu trauern. Es half nur besser zu werden und dem großen Ganzen auf ihre bestmögliche Art zur Verfügung zu stehen.
Sie war die Behüterin. Sie musste lernen, dies zu tun!

In einem Gespräch mit Hidana, unter einem Felsvorhang auf der Spitze des erloschenen Vulkans, versuchte sie herauszufinden, wie er sein Nova-Sein sah. Dabei erfuhr sie einiges über seine Vergangenheit, seine gescheiterte Ehe und seine Liebe zu seinem Sohn. Tief in ihr berührte er etwas, was sie noch nicht weiter beschreiben konnte. Sie fühlte sich unglaublich zu ihm hingezogen. Und sie fühlte sich sicher bei ihm.

Die folgenden Wochen verbrachte sie hochkonzentriert mit dem Training all ihrer Fähigkeiten.
Mit Hidana trainierte sie weiter ihre Flugfertigkeiten und überflügelte ihn dabei sogar.
Mit Manuel widmete sie sich weiter ihren Studien der Quantenphysik und verstand mit einem Mal vieles ganz deutlich.
Sie übte auch mit ihm und Esther selbst die gedankliche Verbindung aufzubauen und meisterte auch dies nach einiger Zeit.
Einer ihrer größten Erfolge gelang ihr im Training mit Esther, mit der sie übte, ihre empathische Gefühlsbeeinflussung nur auf ein Ziel auszurichten. Hidana, den sie auch gefragt hatte, hatte, wollte dies nicht mit ihr trainieren.
Stattdessen begannen die beiden regelmäßig Basketball zu spielen und flogen hinauf zu ihrem Platz am Berghang.

Zudem inizierte sie die Fortsetzung, der in China begonnen allabendlichen informellen Teamtreffen inklusiv Hidana, in denen sie Halt in der freundschaftlichen Normalität suchte und bei denen sie Kenshins Abwesenheit schmerzlich vermisste. Mehr als einmal überlegte sie ihn zu kontaktieren, tat es aber aufgrund ihre japanischen Erziehung nicht.

Auch kontaktierte sie ihre Familie, holte die letzten privaten Dinge aus ihrer Wohnung in Edo und traf sich mit ihrer Freundin Riko.

Manuel

Der junge Filipino ging an die Verarbeitung heran wie an die meisten anderen Dinge, die er tat: Er verschaffte sich erst einmal einen kompletten Überblick über die Fakten.

Fünf Tote, allesamt wichtige Personen, dazu eine Festigung des Embargos. Dagegen standen die gewachsene internationale Solidarität, die negative Aufmerksamkeit für die obsidiane Schlange, sowie die Tatsache, dass das bisher einzige Auftreten der Senchineru in der Öffentlichkeit bereits gezeigt hatte, welch große Gefahr von diesen Maschinen ausgegangen war. Am Edo-Tower wären hunderte Menschen gestorben, wenn die Hogo Kyodai nicht eingegriffen hätten.

In Summe gab es also weit mehr gute als schlechte Punkte.

Dennoch machte es Manuel zu schaffen, dass er es gewesen war, der den "Abzug" gedrückt hatte. Nicht nur gedrückt, auch gebaut hatte er ihn. Und die Idee für den Plan war auch die seine gewesen. Ja, Esther war die Anführerin und sie hatte den Zeitpunkt ausgewählt und das Kommando gegeben. Aber Manuel kam nicht umhin, bei sich selbst die größte Schuld an den Geschehnissen zu sehen.

Verstand und Gefühl standen einmal mehr im Widerspruch und der junge Filipino brauchte etwas Zeit, bis der Verstand am Ende die Oberhand gewann. Während dieser Zeit verfasste er mehrfach Nachrichten an Amai auf seinem OpCom, konnte sich aber stets davon abhalten, diese auch zu versenden.

Als Abschluss seiner eigenen Verarbeitung sah Manuel die Zerstörung der Apparatur an, die er zusammen mit Dr. Onishi gebaut hatte. Er fragte zuvor Esther, was mit dem Apparat geschehen sollte, und auch sie stimmte zu, dass er besser zerstört werden solle, doch hatte sie kein Interesse daran, dem beizuwohnen, was Manuel ihr angeboten hatte. Und so war dieser allein in seiner Kammer auf der Festung, als er, fast schon zeremoniell, den kleinen Kasten in seine einzelnen Moleküle zerlegte. Von dem, was zwei briliante Novawissenschaftler eine Woche zur Erschaffung gekostet hatte, blieb binnen weniger Sekunden nicht als eine Erinnerung zurück.

Zeit für Projekte

Neben der Verarbeitung der Geschehnisse boten die nächsten Wochen aber auch viel Zeit, um sich zu erholen oder Dinge zu erledigen, die schon seit Längerem liegen geblieben waren.

Gemeinsames Training

Das gemeinsame Training wurde dabei natürlich fortgesetzt und auch die Ausbildung Hikaris erhielt wieder eine höhere Priorität. Sie hatte schon viel geleistet, aber noch immer war sie offiziell kein vollwertiges Mitglied der Hojo Butai.

Hikari

Hidana

Die weiteren Trainingseinheiten im Luftkampf sowie auch viele Gespräche und private Treffen zwischen Hidana und Hikari vertieften die freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden zusehend. Aber noch wollte keiner von beiden so richtig zugeben, dass da mehr als nur Freundschaft war.

Besuch bei den Eltern

Als Hikari dann aber von ihren Eltern eingeladen wurde, sie wieder eine Weile zu besuchen, baten diese sie auch, einen Freund mitzubringen, so sie denn jemanden wüsste. Und trotz ihres eigenen Zögerns in dieser Hinsicht entschied sie sich, Hidana zu fragen, ob er nicht mitkommen wolle. Auch warnte sie ihn direkt vor, dass ihre Großmutter ständig versuchen würde, die beiden zu verkuppeln. Zu ihrer Freude schien Hidana das nichts auszumachen und so begleitete er sie gerne zum Besuch bei ihren Eltern.

Dort verbrachten die beiden einige Tage - natürlich in getrennten Räumen - und genossen das einfache und herzliche Leben in einer intakten Familie. Etwas, wovon der Rest des Teams nur träumen konnte.

Esther

Offizielle Anstellung

Ende Oktober lief endlich Esthers Vertrag mit der amerikanischen Botschaft aus, und so war der Weg frei für eine offizielle Anstellung durch Nippontai. Sie erhielt einen Arbeitsvertrag und damit auch ein weit komfortableres Einkommen als bisher.

Esther nutze die folgenden Wochen, um ihre Fähigkeiten und ihr Wissen in Bezug auf Teamführung, Novarecht und Diplomatie zu erweitern. Sie besuchte Seminare und Workshops, die von NT angeboten wurden. Ihre Fähigkeiten im waffenlosen Kampf trainierte sie entweder allein oder mit Hidana und Hikari, die sie oft in den Übungshallen traf. Esther genoss es, einfach mal ein wenig Zeit für sich selbst, für OKage, aber auch für die regelmäßigen, formlosen Treffen mit ihren Teamgefährten zu haben.

In dieser Zeit besuchte sie auch seit langem mal wieder ihre Eltern in Südafrika. Sie hatten sich lange nicht gesehen und so gab es viel zu erzählen. Es gab natürlich einige Dinge, die Esther nicht erzählte, und so blieb es bei einer unvollständigen Aussprache. Trotzdem tat es gut, mal wieder rauszukommen, ihre alte Heimat zu besuchen, die Pflichten mal Pflichten sein zu lassen und die Füße im fast weißen Puderzuckersand zu vergraben.

Manuel

Während seine Freunde und Kollegen die Zeit eher ruhig angehen ließen, versank Manuel regelrecht in Arbeit und Projekten. Er musste zwar nicht schlafen, aber auch 24 Stunden pro Tag schienen nie genug für den jungen Mann zu sein.

Half Power und Kontrolle statt Kraft

Die letzten Wochen und Monate waren für Manuel eine große Offenbarung gewesen, was seine Kräfte anging. Schlag auf Schlag hatte er neue Möglichkeiten und neue Macht in sich entdeckt. Aber all das hatte seine Spuren hinterlassen. Auch war er sich darüber im Klaren, dass man, wenn man mit weniger Kraft als möglich übte, am Ende mit voller Kraft mehr erreichen konnte. Diese Idee hatte er aus dem Dragonball Z Anime, aber sie erschien ihm einleuchtend genug, sie in der Realität zu testen.

Und so verbrachte er die nächsten beiden Wochen bewusst damit, seine Kräfte nie auf vollem Niveau einzusetzen. Sie gar nicht einzusetzen wäre ihm dann doch zu weit gegangen. Am Ende dieser Zeit spürte er auch, dass einiges an Verunreinigungen in seinem eigenen Quantenfluss in dieser Zeit seinen Körper verlassen hatte. Und auch die Theorie aus Dragonball erwies sich als wahr. Denn dieses Training, gekoppelt mit der Arbeit mit Dr. Onishi und der Untersuchung von Kuroi Kiris Klinge erlaubte ihm Einblicke und Manipulationen auf die molekulare Ebene, die ihm vorher unmöglich gewesen wären.

Business as Usual

Auch das Projekt "Formbares Metall", an dem er für die Buendia Corporation arbeitete, machte in den folgenden Wochen große Fortschritte. Weitere Mitarbeiter wurden rekrutiert, Experimente durchgeführt. Gegen Ende Oktober waren erste vielversprechende Ergebnisse da, die nun nur noch bestätigt und dann in einem wissenschaftlichen Papier veröffentlicht werden mussten. Die Arbeit hatte sich gelohnt.

Besuch in der Heimat

Die Information von Chen Dao, dass Kuroi Kiri auf den Philippinen gewesen war, bereitete Manuel große Sorgen. Zu dem Zeitpunkt konnte der schwarze Schatten noch nicht gewusst haben, dass es nur wenige Tage später zum Kampf zwischen ihnen kommen würde, aber dennoch wollte er sicherstellen, dass dort alles gut war.

Entsprechend flog er für einige Tage in seine alte Heimat, traf sich mit Freunden der Familie. Dabei gab er auch das Schwert wieder an Kimi Lapu Panang zurück, auf dass dieser es wieder sicher aufbewahren sollte. Dieses Mal waren es nur Maschinen gewesen, aber dennoch hatte die Klinge für den Moment genug Zerstörung angerichtet.

Es stellte sich heraus, dass es allen gut ging und niemanden überhaupt jemand aufgefallen war, der sonderbare Fragen gestellt hätte. Auch der Stiftung, die sich um die Schule auf dem alten Anwesen der Familie kümmerte, hatte keine sonderbaren Vorfälle zu vermelden.

Natürlich wurde Manuel vor Ort viel gefeiert, musste zu allerlei Einladungen und wurde unzählige Male fotografiert. Zu oft war er in den letzten Monaten im Fernsehen gewesen, als dass die Menschen ihn nicht erkannt hätten.

Und so konnte Manuel halbwegs beruhigt zurück nach Japan fliegen.

Da Vincis Formeln

Auch an den Formeln aus dem Keller der Insel grübelte Manuel weiter. Er verstand sie noch nicht, aber wohl durch seine Arbeit mit Dr. Onishi verstand er irgendwann, dass sie eigentlich nur die oberste Ebene der Informationen waren. Darunter verbarg sich noch viel mehr. Aber diese Informationen konnte Manuel bisher nur erahnen, auch wenn er sich noch so sehr anstrengte.

Er versank so sehr in der Betrachtung dieser Formeln, dass er an einem Abend und dem darauf folgenden Morgen sogar die gemeinsamen Treffen mit den Teamkollegen verpasste.

Hilfegesuch an Naginata

Nachdem ihn das Versagen beim Analysieren der Formeln einige Zeit frustriert hatte, bat Manuel Naginata um ein Gespräch unter vier Augen. Er erinnerte sich, dass Amai ihm ein große Hilfe dabei gewesen war, seinen Kopf wirklich frei zu bekommen und ein anderen Blickwinkel zu erlangen. Eigentlich wäre er damit zu O'Kage gegangen, aber er war sich zu dem Zeitpunkt noch nicht sicher, wie dieser aktuell zu ihm stand.

Naginata willigte gerne ein, ahnte aber bei Manuels Gestammel schon das richtige Thema, auch wenn sie es etwas falsch deutete. Nachdem sie klar gestellt hatte, dass sie, sollte Manuel sie fragen, ob sie mit ihm schlafen würde, ablehnen und gehen würde, klärte dieser sie aber schnell auf, dass er "nur" Tipps von ihr haben wollte, wie man mit anderen flirtet. Naginata versuchte ihm daraufhin nach besten Kräften, zu erklären wie er es anstellen sollte, eine Partnerin zu finden. Aber wiederum wiegelte Manuel ab. Das klang alles nach zu viel Aufwand. Und Zeit für eine Beziehung hatte er ohnehin keine. Er suchte lediglich nach Sex.

Das überraschte Naginata zuerst, aber nach kurzem Zögern versuchte sie, ihm zu erklären, was es war, was sie an Männern für solche Fälle interessant fand. Gleichzeitig stellte sie aber auch klar, dass jede Frau anders war, und akademisches Lernen an der Stelle nicht zum Erfolg führen würde. Er müsse es einfach versuchen und sich dabei die ersten Male darauf einstellen, sich eine blutige Nase zu holen.

Was Naginata an diesem Gespräch wohl am meisten verwirrte war die Art und Weise, wie Manuel über die gesamte Thematik sprach und dachte. Sowohl sein eigener Körper als auch der sexuelle Akt sowie die Anbahnung dessen an sich schienen für ihn nur weitere Studienobjekte zu sein. Bei seinen Äußerungen zu den "Experimenten", die er an sich selbst in dieser Hinsicht bereits durchgeführt hatte, kam sie irgendwann auch auf die Frage, ob er eigentlich vibrieren könnte. Eigentlich hatte sie sie nur als Scherz gestellt, aber seine Antwort - "Warum fragen mich das immer alle?!" - veranlasste sie, dem nachzugehen. So erfuhr sie, dass vor einigen Tagen Sandra Akihito genau diese Frage an den jungen Mann gestellt hatte. Eine Situation, die so absurd war, dass sie nicht anders konnte, als lauthals zu lachen.

Erster Versuch und Misserfolg

Noch am gleichen Abend versuchte Manuel die Tipps von Naginata in die Tat umzusetzen. Aber irgendwas musste er dabei fürchterlich falsch gemacht haben. Denn der Abend endete zwar nicht mit einiger blutigen Nase, wohl aber mit einem Getränk, dass über seinem Kopf ausgeleert worden war. So kam er auch nicht weiter, entschied er. Und so wurde das Projekt erst einmal wieder beiseite gelegt.

O'Kage

Irgendwann suchte Manuel erst ein Gespräch mit Esther. Er wollte verstehen, warum dieser ihn daran gehindert hatte, Kuroi Kiri zu töten oder zumindest auszuschalten. Esther versuchte es ihm mit "Ehre" zu erklären, aber so recht verstand der junge Filipino ihre Argumentation nicht. Im Grunde war es aber auch nicht wichtig. Wichtig war nur, ob O'Kage noch einen Groll gegen ihn hegte, was Esther aber nicht vermutete. Um näheres zu erfahren musste Manuel aber wohl selbst mit diesem sprechen.

Kuroi Kiris Klinge

Genau das tat er dann auch. Als Vorwand diente das Schwert von Kuroi Kiri, über das Manuel ein paar Dinge herausgefunden hatte:

Wie schon aus den Splittern der ersten Klinge klar geworden war, verfügte das Schwert über physikalische Eigenschaften, die eigentlich unmöglich sein sollte. Es hatte die Härte von Obsidian, aber zugleich die Flexibilität von Stahl. Außerdem trug es die Quantensignatur von Kuroi Kiri selbst. Mehr als ein Gadget schien die Klinge fast ein Teil von ihm zu sein. Manuel sah darin vor allem eine Gefahr, und O'Kage stimmte dem Plan zu, sie in einem Tresor zu verwahren, der zu klein war, als dass eine Person hineinpassen würde. Dieser Tresor sollte in der Gefängnisanlage stehen, in der einst Tsunami gefangen gehalten worden war. So sollte es für den schwarzen Schatten unmöglich sein, die Klinge als Zielort für eine Teleportation zu nutzen. Und selbst für den Fall, dass es dennoch gelang, gab es dort nichts Wichtiges, was in Gefahr geriete.

Aber O'Kage hatte noch eine weitere Idee zu dem Schwert: Wenn sie wie ein Teil von Kuroi Kiri selbst war, dann war sie vielleicht auch eine Möglichkeit, gegen ihn vorzugehen. Manuel überdachte die Idee kurz und stimmte dann zu. Quantenkräfte können niemals gegen ihren eigenen Erschaffer wirken. Wenn Kuroi Kiri also von jemandem die Fähigkeit "auslieh", ein Kraftfeld zu errichten, so konnte es sein, dass die Klinge dieses zu durchdringen vermochte. Entsprechend wurde auch Esther gezeigt, wo das Schwert aufbewahrt wurde, so dass sie es im Fall der Fälle schnell würde herbeischaffen können.

Im Verlauf des Gespräches wurde klar, dass O'Kage gegenüber Manuel offenbar nicht schlechter eingestellt war als vor dem Kampf gegen seinen Bruder.

Der grüne Stein

Nach den Untersuchungen an der Klinge widmete sich Manuel dem sonderbaren grünen Kristall, den er von Divis Mals Insel mitgenommen hatte. Noch immer gelang es ihm nicht, diesen vollständig zu verstehen. Er nahm keine Energie auf, das Pulsmuster war noch immer nicht genau erkennbar. Aber Manuel fand heraus, dass es sich merklich veränderte, wenn in der näheren Umgebung Quantenkräfte gewirkt wurden. Wenn man dieses Muster stabilisieren konnte, so gab es vielleicht eine Möglichkeit, die jeweils frei werdende Energie aufzunehmen und nutzbar zu machen. Nicht für Quantenkräfte, aber vielleicht, um damit die Energieprobleme Nippons zu lösen.

Kiseki Center

Auch das ehemalige Gebäude der Miyoshi Corporation wurde in der Zwischenzeit weiter renoviert. Ausschreibungen für die Einrichtung und für Stellen geschaltet. Langsam nahm dieses Projekt Gestalt an, aber es würde noch einige Zeit dauern, bis an eine Eröffnung zu denken war.

Werbeicone

Bei den Gesprächen mit den entsprechenden Abteilungen von Unlimited Imagination stellte sich heraus, dass es gewünscht war, dass die Firma sowohl beim Kiseki Center stärker auftrat, als auch Manuel direkt als Werbeicone nutzen wollte. Wie schon beim letzten Versuch in dieser Richtung entschied sich Manuel, Hilfe bei Naginata zu suchen und diese machte ihm klar, dass er sich selbst erst einmal klar darüber werden müsse, was er sein und darstellen wollte, bevor er entsprechende Zu- oder Absagen traf. Entsprechend nahm sich Manuel vor, sich darüber Gedanken zu machen.

Hikaris Geburtstag

Einladung

Zu Beginn der zweiten Wochen nach der Expo fanden Manuel, Esther und Hidana eine Rolle aus handgeschöpftem edlem Papier, gebunden mit einer dunkelblauen Satin Schleife. Es handelte sich um eine kalligraphisch verfasste Einladung zu Hikaris Geburtstag, zudem sie alle Freunde mit eventueller Begleitung in Abendgarderobe in eine edles traditionelles Restaurant mit anschließendem Besuch in einem Club einlud.

Auch Kenshin sollte eigentlich eine Einladung erhalten, aber da Hikari nicht wusste, in welches Kloster er sich zurückgezogen hatte, wartete die Einladung noch Wochen später in seiner Kammer auf Kenshins Rückkehr.

Vorbereitung

Da auf der Einladung auch eine Begleitung erlaubt war, überlegte Esther eine Weile, ob sie O'Kage fragen sollte, ob dieser sie begleiten wolle. Am Ende entschied sie sich dafür, es zu versuchen. O'Kage hatte ein wenig Bedenken, dass seine Anwesenheit den Fokus vom eigentlichen Geburtstagskind nehmen könnte, aber er sagte schlussendlich doch zu.

Manuel hatte keine solchen Probleme. Er hatte keine Begleitung, und eine extra für den Abend zu mieten oder sonstwie zu organisieren erschien ihm falsch. Also musste er sich nur überlegen, was er Hikari schenken wollte. Eine Idee hatte er auch bereits. Diese war eigentlich zu ihrer Freisprechung gedacht gewesen, aber sie passte auch zum Geburtstag.

Anreise

Am Abend des Geburtstages selbst kamen die Gefährten in zwei Limousinen an. Esther und O'Kage in der einen, die anderen drei in der zweiten. Esther wollte nicht durch ein Portal unnötiges Aufsehen erregen. Aber wie sich schnell zeigte, hätte das vermutlich auch nicht viel geändert. Denn als vor Ort die Türen der Limousinen geöffnet wurden, erkannten einige Passanten sofort den medial stets präsenten O'Kage und begannen, Bilder zu machen. O'Kage selbst zeigte sich davon äußerst unbeeindruckt, umschloss Esthers Hand mit der seinen. Selten hatte eine kleine und unscheinbare Geste so viele Herzen zerspringen lassen wie diese. O'Kage hatte sich öffentlich zu seiner Beziehung zu Esther bekannt. Einer Gaijin. Die Klatsch-presse der nächsten Tage war voll von Spekulationen über die beiden, was aber beide gekonnte ignorierten.

Dann schritt die versammelte Mannschaft gemeinsam auf das Restaurant zu. Wobei O'Kage ganz bewusst Hikari, die sich von Hidana den Arm reichen ließ vorgehen ließ. Er war hier nur ein Gast.

Restaurant

Das Restaurant lag in einem der besseren Viertel Edos und erlaubte aus den Fenstern einen direkten Blick auf das Meer. Schon von Außen war sofort klar, dass es sich um ein edles Etablissement handelte. Der uniformierte Portier vor Ort hatte auch eine Liste, auf der die Reservierungen des Abends standen. Aber als er O'Kage erkannte, weitete sich sein Blick einen Moment und er verzichtete darauf, weiter nachzufragen. Dennoch bat er die Gruppe, kurz zu warten, bis jemand kam, der sie zu ihrem Tisch geleitete.

Die besagte Person erschien auch bereits wenige Sekunden später. Aber es war kein einfacher Bediensteter, sondern der Besitzer des Ladens, der sich für die große Ehre bedankte, die seinem Haus an diesem Abend erwiesen wurde. Huldvoll wie immer ließ O'Kage die Schmeichelein über sich ergehen und stellte auch klar, dass nicht er der Gastgeber heute war, sondern Hikari, um deren Geburtstag es sich handelte. Daraufhin verneigte sich der Mann auch vor ihr sehr tief und führte dann seine Gäste die Treppen hinauf.

Das Restaurant hatte im Inneren eine Art Innenhof, um den mehrere Etagen mit Emporen angeordnet waren. Je höher man kam, desto feiner und erlesener wurde das Publikum. Ganz unter der Decke hing eine Plattform, die nur über schmale Stege erreichbar war und zu dieser wurde die Gruppe geleitet. Kurz, bevor sie sie erreichten, vermeinte so mancher von ihnen noch Bedienstete weghuschen zu sehen, die die Plattform vermutlich gerade erst hergerichtet hatten. Ohne die Anwesenheit O'Kages wäre es sicherlich ein anderer Tisch geworden.

Geschenke

Nachdem alle Platz genommen hatten, überreichten die Gäste auch ihre Geschenke an Hikari, woraufhin der livrierte Kellner sofort einen Geschenketisch bringen ließ, auf dem diese erst einmal Platz fanden. Aber auch Hikari hatte Geschenke für ihre geladenen Gäste. Jeder von ihnen erhielt ein kleines, fein verziertes, Holzkästchen, welches Esther entgegen der normalen Sitten direkt öffnete.

Im Inneren befand sich ein Anhänger aus Jade in einer Metallfassung. In die Jade war der folgende Spruch graviert:

"Wahre Freundschaft ist mehr als das Auge sieht und geht tiefer als das Herz fühlt"

Die anderen legten, ebenso wie Hikari erst einmal die Geschenke bei Seite. Sie sollten zu einem späteren Zeitpunkt geöffnet werden. - Hikari und Hidana am nächsten Tag in ihren Zimmern, Manuel auf der Fahrt zum Glaspalast.

Die Geschenke waren:

Von Hikari:

  • Ein Anhänger, wie ihn schon Esther ausgepackt hatte für Hidana und Manuel, wobei Manuels nicht in Metall sondern eng geknüpfte Kordel eingefasst war. Natürlich verstand der Filipino die Inschrift wieder einmal viel zu wörtlich, und so durchleuchtete er das Amulett auf Quanten- und Molekluarebene, konnte aber nichts finden, was seine normalen Augen nicht so schon bemerkt hatten.

Für Hikari:

  • Von O'Kage erhielt sie ein reich verziertes und kunstvoll geschmiedetes Wakizashi. Neben dem tatsächlich hohen materiellen Wert ein klares Zeichen dafür, dass der göttliche Schatten sie als vollwertige Samurai ansah, auch wenn ihre Ausbildung noch nicht ganz abgeschlossen war.
  • Manuel hatte in den vergangenen Tagen an Armbändern für Hikari gearbeitet. Diese befanden sich in einer Schachtel aus kunstvoll verziertem roten Holz und auf ihnen lag ein handgeschriebener Zettel mit den Worten "Nutze sie Weise!". Materiell bestanden die Armbänder aus einer dunklen Metallart, die sie nicht kannte, und in die Oberfläche waren rund herum Zeichnungen von asiatischen Drachen eingelassen. Aber schon bei der ersten Berührung spürte sie, dass in den Armbändern noch mehr steckte. Was genau würde sie erst später herausfinden können.
  • Hidana schenkte ihr eine handgeschriebene Schriftrolle aus wertvollem Papier. Sie enthielt eine Sammlung von Haikus zum Thema innere Ruhe
  • Esther hatte sich für ein sehr persönliches Geschenk entschieden. Einen Stein, ganz schwarz und glatt, von weissen Linien durchzogen. Sie hatte den Stein in ihrer Kindheit am Strand gefunden und seitdem war er zu einem Symbol für Heimat und Ursprung für sie geworden. Dazu schrieb sie einige persönliche Zeilen an ihre Freundin: "Liebe Hikari, diesen Stein habe ich als kleines Kind am Strand hinter unserem Haus gefunden und seitdem hatte ich ihn stets bei mir. Er ist mit mir um die Welt gereist und hat mich stets daran erinnert, woher ich komme, wo meine Wurzeln liegen und was wirklich wichtig ist im Leben: Familie, Freunde, Vertrauen. Unsere Zeit ist voller Ereignisse und Umbrüche, die einen manchmal vergessen lassen, was wichtig ist. Ich möchte Dir diesen Stein schenken, mach ihn zu einem Symbol für das, was DIR wirklich wichtig ist, damit Du Deinen Weg niemals aus den Augen verlierst. Ich hoffe, er hilft Dir dabei."

Traditionelle Speisen

Erst einmal wurde das frisch zubereitete Essen aufgetischt. Eine Mischung aus modernen, wie aber auch traditionellen japanischen Speisen. Für Esther und auch Manuel war es der erste Kontakt mit einigen der obskureren Nahrungsmittel, die hier als Delikatessen galten und sie probierten Vieles davon. Das meiste war jedoch offenbar etwas, an das man sich erst gewöhnen musste.

Insbesondere die frittierten Bambuswürmer sorgten dabei für einige Erheiterung, als Manuel sie mit den Worten: "Es gibt nicht schlimmeres als halbtoten Gagh!" kommentierte. Sowohl Hidana als auch O'Kage erkannten das Zitat und mussten laut lachen. Esther und Hikari hingegen blickten nur etwas konsterniert zwischen den Männern hin und her.

Päärchenbildung

Esther und O'Kage

Schon O'Kages Geste vor dem Restaurant war deutlich genug gewesen. Esther und er waren nun offiziell ein Paar. Aber da dieser Abend nicht ihnen gehörte, hielten sie sich im Restaurant relativ zurück. Dennoch wäre jedem Beobachter sofort klar geworden, dass sie sich zu sehr mit einander beschäftigten, als dass sie nicht in einer Beziehung stecken konnten.

Hikari und Hidana

Schon bei Betreten des Restaurants hatte Esther bemerkt, dass Hikari und Hidana sich bedeutungsschwangere Blicke zuwarfen. Sie fragte Manuel, der ja mit den beiden gemeinsam gefahren war, ob die beiden ein Paar seien, wofür es aber aus Manuels Sicht bisher keine Indizien gegeben hatte. Im Laufe des Abends sollte sich das aber ändern.

Je weiter der Abend voranschritt, desto deutlicher wurde, dass zwischen den beiden mehr war als nur Freundschaft.

Das fünfte Rad

Einzig Manuel war die ganze Zeit über alleine. Er fühlte sich irgendwie wie das fünfte Rad am Wagen, wusste aber nicht einmal genau, warum das eigentlich so war. Für ihn waren die Zeichen wohl noch nicht deutlich genug gewesen.

Verlagerung der Feierlichkeiten

Fahrt

Für Manuel waren O'Kage und Esther ein deutliches Päärchen, daher fuhr er auch weiterhin bei Hikari und Hidana mit. Die Zeichen für die Beziehung zwischen Hikari und Hidana hatte er nicht bemerkt, ansonsten hätte er ihnen einen Wagen für sich alleine überlassen.

Ziel der Fahrt war der Glaspalast. Jener Ort, an dem es beim letzten Besuch zu sonderbaren Zwischenfällen gekommen war. Aber davon wusste Hikari, die den Ort ausgesucht hatte, nichts und so machte sie sich auch keine Gedanken darüber.

Glaspalast

Vor Ort angekommen erinnerten sich die Freunde daran, dass ganz Electric City vier Wochen Trauer ausgerufen hatte, um dem verstorbenen Masamune Shirow zu gedenken. Das bedeutete nicht, dass nicht gefeiert wurde, aber die Farben und die Musik waren deutlich weniger grell als üblich.

Vor dem Glaspalast sammelte sich wie immer eine lange Schlange von Personen, die hineinwollten, aber wie schon beim letzten Besuch ignorierten die Gefährten diese und gingen direkt zum VIP Eingang, wo sowohl Esther als auch O'Kage direkt von Fans erkannt und um Autogramme gebeten wurden. Nachdem diese gegeben worden waren, war es kein Problem, in den Glaspalast selbst hineinzukommen.

Auch im Inneren war die Stimmung etwas gedämpfter als sonst, aber immer noch ausgelassen genug. Und auch hier wurden einige aus der Gruppe immer wieder erkannt und angesprochen oder angetanzt. Ein kleiner Preis für die Popularität.

Weitere Misserfolge?

Viele Frauen versuchten natürlich, einen Tanz mit O'Kage zu bekommen, aber der war in Damenbegleitung und ließ diese auch nicht von seiner Seite, so dass die Groupies unverrichteter Dinge wieder gehen mussten. Aber genau diese Groupies, so dachte Manuel, wären vielleicht ein gutes Ziel, um noch einmal Naginatas Tipps auszuprobieren.

Und dieses Mal, vermutlich durch die Anwesenheit des göttlichen Schattens, hatte er tatsächlich Erfolg. Die Frau, die er erobern konnte, war zwar bei weitem keine so große Schönheit wie Amai, aber es war die erste wirkliche Eroberung Manuels, und das alleine war Grund genug, sich zu freuen.

So verschwand Manuel schon nach recht kurzer Zeit wieder aus dem Glaspalast und wart den Rest der Nacht nicht mehr von seinen Freunden gesehen. Und als diese ihn irgendwann einmal vermissten, stellte sich heraus, dass das mentale "Anfunken" irgendwie immer im falschen Moment erfolgte. Nur war dieses Mal Hikari und nicht Manuel die Senderin und Manuel und nicht Eshter der Empfänger wie beim letzten Mal.

Tanzen bis ins Morgengrauen

Während Manuel also eine andere Art Tanz vollführte, feierten die restlichen von Hikaris Gästen die ganze Nacht über weiter. Die alkoholischen Getränke flossen in Strömen und die Stimmung war ausgelassen. Das Leben als Nova konnte ab und zu auch einfach nur gut sein.

O'Kage tanzte offen mit Esther. Und irgendwann während des Abends berührte Hidana Hikari das erste Mal auf eine nicht freundschaftliche Art. Der schüchterne aber liebvolle Blick Hikaris bewegte ihn dazu sie zärtlich in den Arm zu nehmen und sehr zärtlich zu küssen. Als sie diesen Kuss erwiderte, zog er sie enger an sich und ein leidenschaftlicher Kuss gefolgt von einem sehr tiefen innigen Blick überwand die letzten Grenzen zwischen den beiden.

Als der Morgen sich dann bereits am Horizont abzeichnete, leerte sich der Glaspalast allmählich, und so wurde es an der Zeit, die Feierlichkeiten zu beenden. Oder zumindest ein weiteres Mal zu verlagern.

New York, New York, Tokyo

Denn nach all dem Tanzen hatten die Anwesenden einen riesigen Hunger. Noch mehr, als es als Nova ohnehin schon immer normal war. Also schlug Esther vor, die Feier an einem ruhigeren Ort ausklingen zu lassen - In einem kleinen Diner, in dem es die besten Pancakes gab, die sie je gegessen hatte.

Alle stimmten zu, und so öffnete Esther mitten im Glaspalast ein Portal, durch das sie hindurch schritten.

Blinde Passagiere

Natürlich blieb das Portal nicht unbemerkt und eine Frau sowie zwei Männer aus dem Glaspalast sprangen ebenfalls hindurch bevor es sich wieder schloss. Wie bei der ersten Reise dieser Art üblich, übergaben sie sich am Zielort erst einmal.

Als sie damit fertig waren, stellte Esther sie vor die Wahl, auf eigene Faust hier zu bleiben, oder durch ein weiteres Portal zurück nach Edo zu gelangen. Die drei berieten sich kurz und entschieden dann, dass es ein viel zu großes Abenteuer war, um nicht hierzubleiben und zogen stark angetrunken aber bei bester Laune von dannen.

Central Park

Nun waren sie also allein. Im Central Park. In New York. Ein kurzer Blick auf die umliegenden Häuser offenbarte, dass die ganze Sache vielleicht etwas unüberlegt gewesen war, denn an einem der Gebäude prangte gut sichtbar das Logo von Team Tomorrow. Hier war die Zentrale der "Weltpolizei" und sie würden es sicherlich nicht besonders lustig finden, dass die Nummer 2 von Nippontai direkt vor ihrer Haustür stand.

Aber noch blieb zu hoffen, dass sie vielleicht nicht bemerkt worden waren, und so machte Esther sich auf in Richtung des Diners.

Peter "Thorn" Knorr

Doch die Hoffnung war vergebens. Schon nach wenigen Schritten bemerkte die Reisegruppe, wie die Äste und Wurzeln der Pflanzen um sie herum sich zu bewegen begannen. Und nur Sekundenbruchteile später schossen diese auch bereits hoch und schafften es, zumindest Hikari, Esther und Hidana zu ergreifen. O'Kage gelang es, behände auszuweichen und auf einem Ast, der ihn eigentlich unmöglich hätte halten können, zu landen. Aber "unmöglich" war ein Wort, das seit einigen Jahren rapide an Bedeutung verlor, und so hielt der Ast ihn und er kam darauf zum Stehen.

Alsbald zeigte sich der Angreifer auch bereits und stellte sich als "Thorn" vor. Ein Mitglied von Team Tomorrow und aktuell offenbar der Wachhabende. Er offenbarte, dass er über Esther, Hidana und natürlich O'Kage Akten hatte und wollte wissen, was diese hier machten.

Das Gespräch drohte mehrfach fast zu eskalieren, bis Esther ihn endlich überzeugen konnte, Slider anzurufen. Diese bestätigte dann Esthers Identität und auch, dass es sich kaum um einen Angriff handelte. Und so ließ Thorn die Gefährten am Ende wieder gehen. Nicht jedoch, ohne zuvor darauf hinzuweisen, dass sie besser wieder fort sein sollten, bevor Caestus Pax von der Sache erfuhr. Da er aber momentan nicht im Lande war, konnte das einige Zeit dauern, und so blieb doch noch Zeit für die versprochenen Pancakes.

Nach einem ausgiebigen Frühstück öffnete Esther dann ein weiteres Portal und die Reise ging zurück nach Edo. Dabei stellten die Hogo Kyodai fest, dass sie zum ersten Mal eine Reise unternommen hatten, die außerhalb der Reichweite ihrer mentalen Kommunikation lag.

Auf der Festung

Wieder auf der Festung angekommen, begaben sich die Gefährten auf die jeweiligen Zimmer.

Hidana verabschiedete Hikari an ihrer Zimmertür mit einem weiteren langen Kuss. Sie bedankte sich leise für sein Geschenk. Mit einem Lächeln fragte er, für welches. zwinkernd antwortet die junge Japanerin "Für beide!"

Weitere persönliche Projekte

Hikari

Abschluss der Ausbildung

In den folgenden Wochen lernte Hikari alle wichtigen Techniken zu meistern, die ihr noch fehlten und erlangte auch die Fähigkeit, den Quantenraum direkt wahrzunehmen.

Nachdem dies gelungen war, wurde eine kleine aber feierliche Zeremonie anberaumt, bei der sie von O'Kage endlich als vollwertiges Mitglied der Hojo Butai und von Esther als Mitglied der Hogo Kyodai bestätigt wurde.

Die Zeremonie bekam allerdings einen anderen Ton, als O'Kage einen Blickwechsel zwischen Hidana und Hikari kommentierte, indem er darauf hinwies, dass er Hidana nicht unbegrenzt dem Team zuteilen könne. Der Kloß, den diese Bemerkung in Hikaris Hals hervorrief, dämpfte ihre Freude über ihren neuen Status als vollwertiges Mitglied des Teams. In der folgenden Nacht bestand sie darauf, dass Hidana bei ihr blieb und ihr Bett mit ihr teilte.

Amp Room (31. Oktober 2005)

Zur Feier von Hikaris Ausbildungsende hatte das Team geplant dem legendären Amp Room auf Ibiza zu besuchen. Aufgrund der Zeitverschiebung sollte die Abreise dorthin am Morgen des Tags nach der Zeremonie stattfinden.

Vorbereitung

Kleidung

Schon einige Tage vorher hatten die beiden Frauen einige Stardesigner Japans kontaktiert, um sich passende ausgefallene Outfits zu zulegen.

Hikari

Hikari hatte sich für eine Art Catsuit entschieden, dessen Beine in Hotpants Höhe endeten. Er bestand aus schwarzer Spitze und bedeckte große Teile ihres Körpers lediglich mit hauchdünnem Netzstoff. Auf der Rückseite waren in grellem Orange ihre Flügel stilisiert. Dazu hatte gewählt sie schwarze Overknee High Heels und trug ihre sonst stehts zusammengebundenen oder hochgesteckten Haare offen und glatt frisiert.

Esther

Esther hatte sich für ein aufwendiges Kleid in absolut night entschieden, welches oben eng am Körper anlag und nach unten in einen hoch geschlitzten Rockteil auslief. Der Stoff war sehr filigran und exquisit, von metallisch schimmernden Fasern durchwirkt. Der tiefe Ausschnitt wurde von aufwendigen Verzierungen und Applikationen umsäumt. Bis auf ein paar passende Ohrringe trug Esther keinen Schmuck, hohe Lackpumps und ein geheimnisvoller Augenaufschlag aus dunkel gerahmten Augen komplettierten das Outfit.

Manuel

Auch Manuel hatte sich etwas besonderes einfallen lassen. Durch seine Forschungen für die Buendia Corporation und in Verbindung mit seinen Studien an allerlei Objekten mit sonderbaren, eigentlich nicht möglichen, Molekularstrukturen, war er in der Lage, verschiedene Metalle von unterschiedlicher Farbe davon zu überzeugen, bei Zimmertemperatur flüssig zu sein, obwohl sie es eigentlich nicht hätten sein sollen. Diese flüssigen Metalle hielt er mittels Magnetfeldern in einer Form, die einem todschicken Designeranzug glich. Doch durch die flüssige Struktur des Materials war der "Anzug" nicht so steif wie es Stoff gewesen wäre. Schon alleine durch die Bewegungen der Luft zeigten sich auf der Oberfläche immer wieder kleine Wellenmuster und verliehen der so geschaffenen Kleidung etwas einzigartiges.

Da er aber nicht sicher war, wie stabil das ganze Konstrukt war - und auch, weil damit zu rechnen war, dass andere Nova vielleicht die Magnetfelder stören würden - trug er unter dem Anzug zumindest noch Unterwäsche. Diese bestand, ohne Kenntnis seiner Teamkameraden, aus lebendiger Eufiber, bei der es Manuel endlich gelungen war, diese zu genug Wachstum anzuregen, dass sie nützlich verwendet werden konnte.

Hidana

Ankunft

Da es sich bei dem Amp Room um einen Club für Nova handelte und auf der Homepage die Koordinaten für den Warp- und Portalpunkt angegeben waren, war entschieden worden, dass sie per Portal anreisen würden. Die vier trafen sich zur Abreise an Esthers bevorzugtem Ort für Portalreisen: Dem Garten der ewigen Kirschblüten. Als sie auf der anderen Seite aus dem Portal traten empfing sie die Musik erfüllte warme Luft Ibizas. Nur wenige Augenblicke nachdem alle durch das Portal gekommen waren, zuckte ein greller Blitz vom Himmel und vor ihnen erschien eine Frau, die ihnen auf französisch einen guten Abend wünschte und mit einem Lächeln vor ihnen im Club verschwand. Die vier Freunde folgte ihr und tauchten direkt mitten in das Partygedränge des Open Air Clubs mit Poollandschaft.

Energy Drink

Laute Bässe und zuckende Lichter sowie Nova jeglicher Gestalt umgaben sie. Hikari fühlte sich gleich wohl und schnappte sich ein Getränk von einem Tablett, dass von einer barbusigen Nova durch die Menge getragen wurde. Hidana erklärte ihr, dass es sich um ein Getränk handelte, das es nur hier gäbe und speziell für Nova geschaffen war. Sie trank es auf einen Zug aus und spürte gleich, wie sie von Energie durchdrungen wurde. Gleich wandelte sie ihre Gestalt, wurde klein und flog Saltos schlagend hin zur Musik, und ließ die anderen drei einfach stehen. Hidana trank ebenfalls eine Glas des Drinks und folgte der kleinen geflügelten Nova, während Esther und Manuel noch etwas orientierungslos zurückblieben. Sie ließen ihre Blicke über die Anwesenden streifen.

Begegnungen

Metallgestalt - "It"

Ein Geschöpf, dass ihnen ob seiner Größe, direkt ins Auge fiel, war eine riesige Kreatur, mit Tentakeln und einem Auge, dessen Haut aus Metall bestehen zu schien.

Stadtbeschützerin Paris - "Le masque rouge"

Kurz nach den Gefährten schlug eine weitere Person in einer Feuersäule auf dem Landeplatz ein. Nachdem das Feuer sich verflogen hatten, wurde eine ebenso attraktive wie leicht bekleidete Frau erkennbar, die lasziv auf den Eingang zuging und dabei Manuel einen eindeutig zweideutigen Blick zuwarf, den dieser aber wieder einmal nicht wirklich verstand.

"Die Mutter"

Im Inneren des Amp Room gab es eine offenbar hochschwangere Frau, was Manuel faszinierte. Noch nie zuvor hatte er davon gehört, dass Nova Kinder bekommen konnten und auch seine eigenen Forschungen wiesen darauf hin, dass dies zumindest problematisch sei. Also suchte er das Gespräch mit ihr und erfuhr so, dass sie selbst sowohl Vater als auch Mutter war und schon über einige Kinder verfügte, die sie durch Selbstbefruchtung gezeugt hatte. Vielleicht war das ja ihr Geheimnis: Ihre eigene Mutation war mit sich selbst sicherlich kompatibel, die von anderen Nova aber nicht mit Menschen oder vielleicht auch nicht untereinander. Wobei bisher recht wenig Paare von Nova existierten, so dass das vielleicht auch eine Lösung wäre. Nicht selten war es so, dass neue Spezies nur mit sich selbst eine Fortpflanzung möglich war.

Epoch

In einem Laden, in dem die Gäste so illuster waren, war natürlich auch das Personal nicht völlig normal. Gut erkennbar war das unter anderem an "Epoch", dem vierarmigen DJ, dessen Gesicht keinerlei Merkmale besaß. Augen, Nase, Ohren, all das fehlte. Aber er konnte offenbar ebenso gut hören und sehen wie jeder andere.

Raoul Cristóbal Orzaiz

Bezeichnet sich selber als "Stimme von Terragen". Im Amproom in Begleitung von zwei hübschen Damen führt er Esther ein wenig herum und stellt ihr ein paar Persönlichkeiten vor.

Andy Vance

Wenige Augenblicke später wurden sie jedoch von Andy Vance angesprochen, der sich als Besitzer des Clubs vorstellte. Dann wurde seine Aufmerksamkeit jedoch schnell wieder von etwas anderem in Anspruch genommen:

Geryon

Neben der "Stimme von Teragen" waren auch noch weitere bekannte Gesichter zugegen. Unter anderem der als Terrorist international gesuchte Geryon, der auch bei einigen der Anwesenden Nova für offene Ablehnung sorgte.

Ricardo Montoya-Bernal

Bei einem von ihnen, dem Leiter von Team Tomorrow Americas, sogar für mehr als das. Es kam zu einem Streitgespräch, das immer weiter eskalierte und auch in einer kurzen körperlichen Konfrontation endete, die aber schnell vom Besitzer des Clubs unterbrochen und unterbunden wurde.

Jagd durch die Lüfte

Während dieser ganzen Zeit vollführten Hikari und Hidana ihren eigenen Tanz in der Luft. So jagten sie sich ausgelassen gegenseitig durch die Luft, bis Hikari von weit oben hinab in den Pool tauchte und dabei sie Umstehenden nass spritzte. Dort wechselte sie in ihre große Gestalt zurück. Hidana folgte ihr in den Pool und die beiden schmiegten sich für kurze Zeit dort aneinander. Dann entschlossen sie sich etwas zu Essen zu suchen und fanden ein BBQ Büffet, um ihren Hunger zu stillen.

Antanzen

Irgendwann entschieden auch Esther und Manuel, den speziellen Energydrink des Hauses zu probieren. Dieser versetzte beide in Euphorie und gab ihnen überschüssige Energie, die sie auf die Tanzfläche führte.

Manuel entdeckte dabei die feurige Dame von vorher wieder, die oben auf einer der Boxen tanzte und dabei von allerlei Bewunderern umgeben war, die versuchten, ihre Aufmerksamkeit zu erringen. Nie vor einem Wettstreit scheu begab er sich in die Menge und es gelang ihm auch, die Aufmerksamkeit der roten Maske zu erringen. Es schien gut für ihn zu laufen. Doch leider war das Glück ihm nicht hold in dieser Nacht.

Celebratio Interruptus

Denn mit einem Mal verstummte die Musik und aus den Boxen, sowie aus jedem einzelnen elektronischen Gerät vor Ort, erklang eine Stimme, die den Gefährten nur zu bekannt war. Divis Mal sprach zur Welt und verkündete sein Null Manifest.

Erkenntnisse über den verwendeten Virus

Während der Verkündung untersuchte Manuel sein eigenes OpCom, aus dem die Stimme ebenfalls ertönte, und fand dabei einen Virus. Dieser war sehr gut verborgen und würde, da war er sich sicher, sich selbst nach Ende des Programmlaufes spurlos löschen. Also hatte er nur wenige Augenblicke Zeit, ihn zu analysieren.

Der Programmaufbau und Code waren extrem komplex und er schaffte es nicht, ihn vollständig zu verstehen in der Kürze der Zeit. Aber eines wurde ihm schnell klar: Dieses Programm hatte große Ähnlichkeiten zu dem, das benutzt worden war, um die Botschaft der obsidianen Schlange nach dem Attentat auf Naginata zu verbreiten. Ob es von der gleichen Person stammte oder nur von jemandem, der bei der gleichen Person gelernt hatte, konnte er jedoch nicht feststellen.

Rückruf

Wie die Nova dann feststellten, war das Null Manifest nicht nur hier zu hören gewesen. Denn schon wenige Sekunden nach dessen Ende gingen alle OpComs der Gefährten. Sie wurden dringend zu einer Notfallsitzung in die Festung gerufen.

Auch viele andere der Anwesenden Nova gingen von sich aus oder erhielten ebenfalls dringende Meldungen, so dass der Club sich schon merklich gelehrt hatte, als Esther ein Portal öffnete und die Feierlichkeiten für die Gefährten so endgültig beendet wurden.


Anerkannte EP: 5
zzgl Wiki-Arbeit für jeden Beteiligten: 5

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