Kapitel 2: Nachlese des Anschlages

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Noch am Drehort/-tag

4. Juli 2005

Flüchtlingsströme

Durch die Explosionen in der Luft, den Hubschrauber-Absturz und alles darum herum, war natürlich eine Panik entstanden. Die Menschen versuchten vom Ort der Katastrophe zu fliehen. Nur die Reporter und Kameradrohnen wollten in die andere Richtung, was es nicht gerade einfacher machte.

Esther hatte ein Portal geöffnet, das vielen Flüchtlingen erlaubte, schneller fort zu kommen, aber sie war am Rande ihrer Kräfte, noch dazu verwundet, und so wusste sie, dass sie es nicht ewig würde offen halten können. Dennoch gelang es ihr, eine Eskalation der Panik zumindest abzumildern.

Kenshin versuchte, Kommandos zu geben, aber auch die Posten an den Barrikaden waren der Panik nahe und so gelang es ihm erst nicht, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Erst, als er sich gezielt Leute suchte, die vor Panik erstarrt waren, und ihnen Aufgaben zuwies, kam eine Organisation in die Szenerie und der Großteil der Flüchtenden konnte fortgeleitet werden, ohne dass es zu Schlimmerem gekommen wäre.

Nach wenigen Minuten kam auch erste Unterstützung - in Form von Krankenwagen und Feuerwehr. Auch die Nationalgarde ließ nicht lange auch sich warten und übernahm recht zügig das Kommando von Kenshin, wobei sie ihm ausdrücklich für seine Arbeit dankten, nun aber mit ihrer größeren Erfahrung mehr ausrichten konnten als er.

Yumi Kara, immer noch beobachtet von diversen Kameradrohnen, half beim Transport und der Versorgung von Verwundeten. Das war es, was sie jahrelang in ihrem Beruf gelernt hatte. Darauf war sie gut vorbereitet.

Nicht vorbereitet war sie jedoch auf ihre wohl wichtigste Patientin...

Naginata

Fast unbemerkt von den Protagonisten lag Naginata noch immer am Boden. Ersthelfer waren bei ihr, und es stellte sich heraus, dass sie weit schwerer verletzt war, als es den Anschein gehabt hatte. Innere Verletzungen, angerissene Niere, angerissene Leber, gebrochene Rippen, von denen eine die Lunge punktiert hatte. Ohne sofortige Hilfe würde sie sterben. Und auch mit Hilfe lag ihr Leben in den Händen der Kami. Genauer: Einer Kami, auch wenn Naginata selbst diesen Status verneint hätte.

Als Yumi Kara zu den Ärzten kam, die sich bereits um Naginata kümmerten, erkannte sie schnell, wie ernst die Lage war. Die anwesenden Ärzte waren gut, aber sie waren überfordert mit der Situation. Yumi Kara riss das Kommando an sich und die anderen waren sofort bereit, ihren Befehlen zu folgen.

Gemeinsam arbeiteten sie daran, das Leben der berühmten Nova zu retten, diesen Funken, ob göttlich oder nicht, nicht erlöschen zu lassen.

Lange währte ihr Kampf, es muss mehr als eine Stunde gewesen sein, wie sie später feststellten. Aber am Ende waren sie siegreich. Naginata würde leben!

Die letzte Rakete

Aber neben Naginata gab es noch einen weiteren Patienten zu versorgen, dieser weniger beseelt, aber vielleicht umso tödlicher: Eine Rakete war nicht zerstört worden, lag inaktiv am Boden, und niemand kümmerte sich um sie, die Leute machten sogar einen Boden darum.

Genau das mag es gewesen sein, was Manuel zu ihr hinzog: Sie war eine Insel der Ruhe in einem Meer aus Chaos. Sie war Technologie, sie konnte er verstehen.

Raketenuntersuchung

Er landete neben der Bombe, deaktivierte seinen Levitationsgürtel und machte sich an die Untersuchung.

Das Gehäuse war wie aus einem Guss, es gab weder Nähte, noch Schrauben. Lediglich die Spitze, eine hochentwickelte Sensorenkrone, sowie ein rechteckiger Bereich an der Seite durchbrachen das ansonsten perfekte, glatte Gehäuse. Das war nicht das Ergebnis einer Massenproduktion, diese Rakete war etwas besonderes.

Manuel berührte das kühle Metall des Gehäuses, und unter seinen Fingern wurde es schnell glühend heiß. Es war unangenehm, aber in diesem Zustand konnte Manuel die Form kontrollieren, und so ließ er die rechteckige Einlassung sich aufrollen wie eine Sardinendose.

Darunter fand er, wie erwartet, die Steuereletronik. Natürlich war sie noch immer inaktiv durch dem EMP, aber das würde sie nicht ewig bleiben. Manuels Augen folgten den Leiterbahnen, versuchten zu verstehen, und verstanden.

Die Schaltung war auf eine gewisse Weise perfekt, auf andere Weise ineffizient. Es gab unzählige Bahnen, die keinen tieferen Sinn hatten, als eine perfekte, ästhetische Symmetrie zu schaffen. Menschen wären davon wahrscheinlich abgelenkt worden, aber für Manuel erschienen sie nutzlos, überflüssig.

Er fand heraus, dass die Steuerung mit den Sensoren gekoppelt sein musste. Sie war in der Lage, die Rakete im Flug zu lenken und auch noch im Flug neue Zielparameter zu erhalten und zu verarbeiten. Aber ohne die Rakete weiter zu öffnen, war mehr nicht zu sagen.

Das Gesicht eines Täters

Völlig unbemerkt von Manuel war auch Esther zu der Rakete gehumpelt, nachdem niemand mehr da war, dem ihr Portal hätte helfen können. Auch sie legte eine Hand auf die Rakete, aber für sie blieb sie kalter Stahl. Stahl, in dem sich die Vergangenheit und die Gegenwart trafen.

Bleistiftskizze.jpg
Sie folgte dem Strang der Vergangenheit und sah einen Mann, ein Fan von Naginata, wie es schien. Seinen Gesichtszügen nach zu schließen war er einer der Ainu, jener Bewohner des nördlichen Hokkaido, die seit einiger Zeit nach Unabhängigkeit strebten.

Er stand in der Menge der Demonstranten. Überglücklich fing er eine Lederjacke, besudelt mit geworfenen Eiern. Einen Moment blieb Esthers Blick am Kragen hängen, an zwei Haaren, die sich dort befanden.

Dann änderte sich die Szene, sie war in einer Telefonzelle, immer noch in der Nähe der Dreharbeiten. Sie sah eine raue Hand, die Hand eines Arbeiters, die die Haare vom Kragen der Jacke entfernte und über ein Gerät hielt. Das Gerät arbeitete kurz, blinkte dann auf und zeigte "Target acquired". Dann endete die Vision.

Das Gesicht des Mannes war in ihr Gedächtnis gebrannt, so wie alles, was sie seit ihrer Eruption erlebt hatte.

Später versuchte sie erst erfolglos, einen Phantomzeichner der Polizei zu finden, dann beschrieb sie Manuel das Gesicht in allen Einzelheiten und dieser schaffte es, zu aller Erstaunen, es nach der Beschreibung exakt nachzuzeichnen. Nun hatten sie ein Gesicht. Eine Person, die mit all dem zu tun hatte.

Evakuierung und versuchte Entschärfung

Aber bevor es zu dem Bild kam, stand noch immer eine Entschärfung der Rakete an. Manuel kannte sich nicht mit Raketen aus, daher suchte er jemanden, der das tat. Er funkte Kenshin an, und dieser schickte sofort ein Bombenentschärfungsteam los.

Diese sahen sich die Rakete an, aber anstatt Manuel einfach nur ein paar Fragen zu beantworten, übernahmen sie die Entschärfung selbst.

Es wurde eine Evakuierung der näheren Umgebung angeordnet. Zwei Kilometer Radius waren eine Menge, aber man wollte auf Nummer sicher gehen.

Dann wurde die Rakete untersucht, und die Techniker verstanden sie nicht. Manuel versuchte, ihnen, genau das klar zu machen, aber sie ignorierten ihn, schickten ihn sogar fort.

Manuel wusste nicht, was er tun sollte. Er hatte keine Autorität ihnen gegenüber, sie hatten Erfahrung mit Raketen, er nicht. Aber sie waren offensichtlich nicht in der Lage, hier etwas zu tun.

Esther war es, die ihn irgendwann packte und so für ihn mit entschied, die Techniker arbeiten zu lassen.

Die Techniker arbeiteten einige Zeit an der Rakete, bis dann irgendwann Yumi Kara zu ihnen kam um sich über den Stand zu erkundigen.

Ein Techniker wollte sie gerade informieren, als die Rakete explodierte und eine riesige Verwüstung anrichtete.

Von den Technikern war nichts mehr übrig, von dem angrenzenden Hochhaus fehlten erhebliche Teile der unteren Etagen.

Yumi Kara wurde durch die Luft in ein Gebäude geschleudert und landete dort so auf einem Stahlträger, dass dieser sie durch die Hüfte durchbohrte.

Sie war verletzt, sogar nicht gerade knapp, aber ihr fachmännischer Blick stellte schnell fest, dass keine wichtigen Organe verletzt waren. Dennoch musste sie in ein Krankenhaus, sonst würde sie zu viel Blut verlieren.

Kurz versicherte sie sich, dass sie niemandem sonst hier mehr helfen konnte, aber durch die Evakuierung war außer den Technikern niemand mehr vor Ort gewesen, und die Techniker waren so nah an der Explosion, dass die Überreste nicht einmal mehr identifizierbar gewesen wären.

Also flog sie los in Richtung Krankenhaus.

Ob Esther sich Vorwürfe machen würde, Manuel von dort weggeholt zu haben? Würde er sich Vorwürfe machen, gegangen zu sein? Hätte er etwas ändern können?

Der unbekannte Heiler

Yumi Kara sollte vorerst nicht am Krankenhaus ankommen.

Sie hatte ihr Kostüm - Kostüm? Sie konnte sich gar nicht daran erinnern, es in diese Form gebracht zu haben - so umgestaltet, dass es den Blutverlust reduzierte, aber dennoch verlor sie zu viel Blut. Ihre Sinne spielten ihr schon sonderbare Dinge vor. Oder war da wirklich eine Stimme in ihrem Kopf, die sie zum Landen aufforderte?

Als die Aufforderung wieder und wieder kam, blickte sie sich um, sah unter sich einen Sportwagen, der sonderbar glitzerte und ihr am Boden zu folgen schien.

Neugier und die Unsicherheit, das Krankenhaus erreichen zu können, bevor ihre Kraft zu Ende ging, brachten sie dazu, zu landen.

Der Sportwagen machte eine Kehrtwende, brachte die anderen Autofahrer gegen sich auf, schoss auf sie zu. Aber kurz bevor er sie getroffen hätte, stoppte er abrupt, stellte sich auf, verwandelte sich in einen Mecha und verschwand. Nicht jedoch, ohne zuvor einen Mann mit der Maske eines Courtier-Samurai auszuspucken.

Der Mann, der sich Sagishi nannte, behauptete, sie heilen zu können, aber Yumi Kara vertraute ihm zuerst nicht. Warum auch? Kannte sie diesen Mann? Sein Gesicht konnte sie nicht sehen. Und er nannte sich Sagishi - "der Täuscher" - eine Figur aus dem japanischen No-Theater, der alle Regeln brechen konnte, meist aber nicht der Feind der Helden war. Meist - und war sie eine der Helden?

Natürlich war sie das. Und er würde ihr wahrscheinlich helfen. Sie entschied sich, das Risiko einzugehen.

Sagishi berührte sie ungeniert an der Brust, kam ihr immer näher, so nah, dass es fast schon obszön war. Von seiner Hand breitete sich erst eine Wärme aus, dann spürte sie einen Schmerz. Er war dort, wo der Stahl noch immer in ihrem Körper steckte. Erst ertrug sie ihn, aber irgendwann wurde es zu viel und sie wollte weg. Offenbar hatte der Mann sie doch betrogen, wollte oder konnte nicht helfen.

Sie sprang zurück, aber genau damit hatte Sagishi gerechnet. Er packte den Stahlträger, und gemeinsam mit der Kraft von Yumi Karas Sprung riss er ihn aus ihr heraus. Zurück blieb jedoch kein Loch sondern frisches, unverletztes Fleisch. Sie war geheilt.

Sagishi sagte noch etwas davon, dass Yumi Kara der Teil eines Planes sei. Wessen Plan, welches Planes, diese Antwort blieb er schuldig.

Aus dem Nichts erschuf er wieder einen Sportwagen und rauschte davon.

Vision aus einer anderen Welt

Nachdenklich und verwirrt blickte Yumi Kara dem Wagen nach. Was hatte er gemeint mit dem Plan? Wer war dieser Mann? Sie beschloss, nach Hause zu gehen.

Erst wurde ihr Blick unscharf. Dann hörte sie wieder eine Explosion.

Sie blickte sich um, spürte den Boden beben, sah einen Wagen auf sie zurasen. Den Wagen ihrer Eltern. Hinter ihr riss der Boden auf. Sie versucht, den Wagen zu stoppen, aber er glitt einfach durch sie hindurch, hinab in das Loch.

Dort stand noch eine Person, eine andere Version von ihr selbst. Auch diese versuchte, den Wagen zu stoppen. Auch dieser Version gelang es nicht. Aber durch diese Version glitt der Wagen nicht harmlos hindurch. Statt dessen wurde sie an den Rand des Loches gedrückt, und die Motorhaube des Wagens trennte den Oberkörper vom Rumpf. Dieser Version von ihr war tot. Gestorben. Yumi Kara war gestorben.

War das eine Erinnerung gewesen? War sie selbst gestorben? Aber wie konnte sie dann hier sein? Und warum kam diese Vision gerade jetzt?

Der Copyshop

Aber noch bevor die Rakete explodierte und dieses seltsame Treffen zwischen Yumi Kara und Sagishi stattfand, erinnerte Manuels Telefon ihn daran, dass in wenigen Minuten der Computervirus im nahe gelegenen Copyshop aktiv werden würde.

Die genauen Auswirkungen des Virus waren noch nicht geklärt, und vielleicht würde ja noch etwas neues dabei herauskommen.

Sie machten sich also auf den Weg zum Copyshop, der knapp außerhalb der evakuierten Zone lag.

Kenshins umwegreicher Weg

Auch Kenshin wurde von Manuel per Telefon informiert, wobei sich herausstellte, dass ihn niemand im Vorfeld unterrichtet hatte, dass ein solcher Virus existierte. Er schnappte sich ein paar anwesende Soldaten und machte sich ebenfalls zum Copyshop auf.

Noch während er unterwegs war, explodierte die Rakete, und er sah eine Gestalt sehr schnell von dort fliehen. Er wusste nicht, dass es sich dabei um Yumi Kara handelte, und hielt sie im ersten Moment für eine mögliche Täterin.

Also drehte er wieder um, stellte aber am Explosionsort fest, dass dort jede Hilfe zu spät kam, meldete alles, was er melden konnte. Er blieb vor Ort, um auf die Ersthelfer zu warten, auch wenn er wusste, dass diese nichts mehr würden tun können.

Der Feind offenbart sein Zeichen

Manuel und Esther waren zwei Minuten vor dem Startzeitpunkt des Viruses vor Ort und fanden einen leeren Copyshop vor. Durch den Tumult und die Evakuierung hatten die Angestellten den Laden verlassen.

Sie warteten, und um Punkt 17:00 Uhr erwachten alle Kopierer zum Leben. Sie fingen an, zu Drucken, was das Zeug hielt, und zwar immer das gleiche Motiv:

Eine im Halbkreis gewundene Schlange mit 9 Köpfen. Im Inneren des Halbkreises war das Kanji für "Strafe" (罰; Batsu) zu sehen.

Auch die Monitore im Laden, und wenig später auch die in der gesamten Umgebung, zeigten eben dieses Schlange und das Kanji an.

Manuel untersuchte den Computer des Copyshops und stellte fest, dass auf ihm ein Viruscode lief, bei dem es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den zuvor untersuchten handelte. Er zog den Netzwerkstecker, woraufhin die Drucker und Anzeigen im Copyshop Ruhe gaben, nicht jedoch die anderen Werbetafeln außerhalb des Ladens. Diese musste anderweitig gespeist worden sein.

Treffen aller Protagonisten

Nachdem die unmittelbaren Gefahren alle vorüber waren, fiel Esther auf, dass die Wunde in ihrem Bein mit der Zeit schlimmer geworden war. Kein Wunder, hatte sich doch nie ein Arzt diese angesehen. Es steckte immer noch ein Stück Holz in ihrem Bein, und sie hatte nicht wenig Blut verloren.

Manuel rief bei Kenshin an, der einen Krankenwagen zum Copyshop beorderte. Außerdem machte er selbst sich ebenfalls wieder auf den Weg nach dort.

Dann bekam Manuel einen Anruf von Yumi Kara, die so auch von Esthers Verletzung erfuhr, und sich auf den Weg zum Copyshop machte.

Sie alle trafen sich am Copyshop, es gab beinahe eine Eskalation, als Kenshin die Gestalt bemerkte, die vorhin von der Explosion "geflohen" war, aber als er Yumi Kara erkannte, beruhigte es sich schnell wieder.

Esthers Wunde wurde versorgt und sie öffnete ein Portal in die Klinik, in der Yumi Kara arbeitete, und sie beide schritten hindurch.

Manuel zeigte Kenshin noch das Gesicht des Mannes aus der Vision, und die beiden verabredeten sich für den Abend in einem von Kenshins Lieblingsrestaurants.

Yumi Kara stellte sicher, dass Esther im Krankenhaus gut versorgt war und machte sich dann auf den Weg nach Hause, um sich um ihren Bruder und ihre beste Freundin zu kümmern, die von all den Geschehnissen sehr aufgewühlt waren.

Damit endete dieser sehr ereignisreiche Tag.

Meanwhile at some other Places

Die folgenden Informationen beschreiben Dinge, die von den Charakteren nicht direkt beobachtet wurden, die aber durchaus Einfluss auf den weiteren Verlauf der Geschichte haben können und die auch durch Medienberichte und ähnliches bekannt sind

Indes arbeiteten die Rettungskräfte fieberhaft, dem noch anhaltenden Chaos Ruhe zu gebieten. Straßen wurden gesperrt, Polizei mit Hunden durchkämmte das Gebiet.

Hunderte von Befragungen wurden und werden in den kommenden Tagen durchgeführt. Die Nationalgarde ist an vielen wichtigen Orten der Stadt präsent und glänzt durch Anwesenheit mit leichten Schützenpanzern und Ausschreitungsfahrzeugen.

Die kaiserliche verbotene Stadt ist abgeriegelt. Ryu-kou ruft die Nippontai zusammen und bespricht die Vorfälle. Der O'Tenno selbst hält eine Ansprache im abendlichen Fernsehen. Staaten aus aller Welt versichern ihre Anteilnahme.

Ichiko 'Geisha' Aiko, als Abgesandte von T2M, bittet um Audienz beim Kaiser.

Cutscene

Folgende Szene wurde den Spielern beschrieben, die Charaktere haben kein Wissen über deren Inhalt

Eine No-Maske ist zu sehen, sie zeigt ein trauriges Gesicht mit zu Schlitzen gekräuselten Augen. Sie ist das Einzige, was während der ganzen Szene sichtbar ist. Der Träger der Maske spricht mit einer bedrohlichen, tiefen Stimme.

Eine weitere Person befindet sich außerhalb des Sichtfeldes, spricht mit einer piepsigen, angsterfüllten Stimme und spricht den Maskenträger an, wie es nur ein Ja-Sager und Arschkriecher kann.

Die nicht sichtbare Person berichtet davon, dass es geschehen ist wie geplant, auch wenn es Komplikationen gab durch weitere Personen, die aufgetreten seien.

Die Maske teilt mit, dass dieses Auftreten ebenfalls vorhergesehen worden war. Alles war, wie es sein sollte.

Dann wird die Frage gestellt, was nun mit "ihnen" passieren solle.

Es wird beschlossen, "sie" erst einmal zu beobachten, zu sehen, was sie als nächstes tun, denn vielleicht konnten sie zu Werkzeugen werden.

Damit endet die enigmatische Szene.

The Day After

5. Juli 2005

Medienberichte

Natürlich war der Anschlag am Tag zuvor DIE Geschichte in allen Medien. Es wurden Augenzeugen interviewt, Bilder und Videos gezeigt, und viele Spekulationen angestellt.

Mögliche Täter

Der Kreis der vermuteten Täter wurde von den Medien eingeschränkt auf zwei Möglichkeiten:

  1. Radikale Anhänger des Kamisama Buddhismus. Diese waren ja nur allzu präsent bei den Dreharbeiten und sorgten für genug Ärger. Warum sollte nicht einer von ihnen einen direkten Anschlag auf die verhasste Naginata durchgeführt haben?
  2. Die Unabhängigkeitsbewegung der Ainu.

Es war auch ein Bekennerschreiben aufgetaucht, welches das selbe Symbol trug wie jenes aus dem Copyshop, aber dazu noch einen Text. Der Inhalt war jedoch zu generisch, als dass er direkt auf eine Gruppierung als Täter hinweisen würde.

Wer ist diese Frau?

Die zweite große Frage war "Wer ist diese Frau?". Es gab unzählige Bilder einer Frau in rot-weißem Kostüm, jedoch ausnahmslos verschwommen, so dass Yumi Kara nicht eindeutig zu erkennen war.

Natürlich erkannte sie selbst und auch der Rest der Charaktere sie sofort. Und auch andere Personen würden sie sicher erkennen, oder zumindest einen Verdacht haben, dass sie es war

Vorbereitungen auf die Publicity

Aber auch Manuel wurde durch die Berichte daran erinnert, dass die Ereignisse auch für ihn eine erste öffentliche Offenbarung seiner Kräfte darstellten. Und beide trafen ihre Maßnahmen, um damit umzugehen:

Yumi Kara

Yumi Kara ließ die Firma ihrer Familie und das Krankenhaus erst einmal alle Anfragen abweisen. Statt dessen sollte auf eine Pressekonferenz hingewiesen werden, die sie am Nachmittag geben wollte.

An wichtige Vertreter der Medien wurde auch eine direkte Einladung zu eben dieser Pressekonferenz gesendet, auf der sie sich offiziell zu ihrem Status als Nova bekennen wollte.

Auch versuchte sie, den von ihr gewünchten Namen "Shiroi Tenshi" mit einem Markenzeichen belegen zu lassen, erfuhr aber, dass dies problematisch werden könnte, da es bereits eine Nova gab, die sich als "Tenshi" bezeichnete.

Bei einem Telefonat mit ihrer besten Freundin, die bei Yumi Kara-sans Bruder geblieben ist, erfährt sie, dass ein Hubschauer von N! Networks seit längerer Zeit über dem Gebiet kreist.

Manuel

Manuel war zwar nicht ansatzweise so prominent auf den Bildern in den Medien zu sehen wie Yumi Kara, aber auch von ihm gab es Bilder und auch er war bisher nie offensichtlich als Nova in Erscheinung getreten, auch wenn er niemals ein Geheimnis daraus gemacht hatte. Dennoch war ihm klar, dass die Anschläge des Vortages den Medien keine Ruhe lassen würden, und auch seine Beteiligung an den Rettungsaktionen würde irgendwann bekannt werden und sein Leben noch weiter ins Chaos stürzen.

Zuerst suchte er in einschlägigen Foren und Berichten nach Verbindungen, die zu ihm führen konnten, und wurde fündig. Im Forum des Chiba Institute of Technology waren Bilder aus den Medien und seine ehemaligen Kommilitonen diskutierten darüber, ob es sich dabei um Manuel handelte oder nicht. Auch die ersten Novafreaks hatten sich eingemischt und so war es nur noch eine Frage der Zeit, bis sein Name und seine Identität in die Öffentlichkeit gelangen würden.

Er rief in der PR Abteilung von Unlimited Imagination an, um dort zu erfragen, wie am besten mit diesem Umstand umzugehen sei.

Die PR Abteilung witterte natürlich sofort eine Riesenchance für das Unternehmen, und nahm sich der Sache an.

Nach ein wenig Nachdenken, entschied sich Manuel dafür, als Novanamen "Panday" zu wählen, Tagalog für "Schmied", sowohl um seinen Vater zu ehren, als auch, weil es zu den Kräften passte, über die er verfügte, und er ließ diesen Namen von seiner PR Abteilung als Warenzeichen eintragen.

Aktuell arbeitet die PR Abteilung an einem Plan, wie sich die Offenbarung am besten umsetzen lassen kann. Auch entwerfen sie ein Kostüm, das sowohl das wichtigste Kapital der Firma schützen, als auch werbewirksam einsetzbar sein sollte, ohne zu sehr nach Werbung auszusehen.

Einkäufe in japanische Firmen

Während in den Medien vor allem die Frage nach Verursachern und Rettern der Anschläge thematisiert wurde, war der kurzzeitig dadurch verursachte Kurseinbruch an der Edoer Börse nur eine Randnotiz. Aber er war weit folgenreicher als bisher großflächig bekannt ist.

Nachdem das erste Bekanntwerden zu einem sofortigen Einbruch der Kurse führte, gab es wenige Minuten später, ausgelöst durch Panikverkäufe vor allem von Privatpersonen, einen weiteren Kurssturz. Weitere 15 Minuten später erfolgten dann durch diverse chinesische Unternehmen große Einkäufe bei vielen international tätigen Unternehmen der japanischen Wirtschaft: Suzuki, Yamaha, Yokohama, Honda und weitere.

Yumi Kara verfolgte die Spur dieser Käufe am weitesten, auch wenn sie zumindest Manuel ebenfalls bewusst waren. Er hielt sie aber für Gelegenheitskäufe.

Yumi Kara stieß dabei darauf, dass die Käufe zwar von vielen verschiedenen Firmen durchgeführt wurden, aber die Spur, wenn man die Firmen weiter verfolgte, nur zu einer einzigen führten: Mihei Corporation.

Bei dieser Firma handelt es sich um ein ehemaliges staatliches chinesisches Unternehmen aus der Agrar- und Industriechemikalienbranche (ähnlich wie Henkel), das vor etwa 10 Jahren privatisiert wurde und seitdem stetig mehr Einfluss in diesem Bereich erlangte und seit kurzer Zeit Umsatz von mehr als 10 Mrd. $ macht (Henkel hatte 2012 15 Mrd.). Im Zuge dieser Privatisierung gelang es Ni Chen Pao, einem zu diesem Zeitpunkt etwa 38 Jahre alten Chinesen, ehemaliger Suma Cum Laude Absolvent eines MIT Informatikstudiums und Volksvertreter der Provinz Xi Gen, sich zum Hauptaktionär empor zu schwingen. Woher die Kapitalmittel für einen Einkauf dieser Größenordnung stammen liegt ebenso im Dunkeln wie die davor liegenden 5 Jahre aus dem Lebenslauf des geheimnisvollen Ni Chen Pao.

Die Menge an geflossenem Geld und vor allem die rasend schnelle Reaktion nur 15 Minuten nach dem Attentat legt den Schluss nahe, dass es eine geplante Aktion gewesen sein muss, da solche Geldmengen nicht in kurzer Zeit aufzutreiben sind und auch Käufe in dieser Größenordnung nicht ohne Zustimmung diverser interner Gremien der kaufenden Firmen machbar sind.

Wo ist also die Verbindung zwischen den Käufen und dem Anschlag? War der Anschlag gar einfach nur ein Mittel zum Zweck, um eben diese Käufe günstig tätigen zu können?

Krankenhaus

Esther, die seit dem Abend zuvor im Krankenhaus lag, wachte am Morgen auf und schonte sich an diesem Tag, so dass sie mit dem Krankenhaus Frühstück vorlieb nahm und nicht wieder durch die Welt sprang.

Noch während sie frühstückte und untersucht wurde, trafen sich Yumi Kara und Kenshin im Wartebereich. Beide waren gekommen, um zu sehen, wie es Esther geht, Kenshin sogar mit typisch amerikanischen Mitbringseln wie einem Ballon, auf dem "Get well soon" stand und einer Schachtel Pralinen.

Die beiden unterhielten sich, und versuchten auch, Manuel davon zu überzeugen, zum Krankenhaus zu kommen, damit sie sich dort besprechen konnten. Manuel wollte davon jedoch nichts wissen, empfand einen Besuch im Krankenhaus als Zeitverschwendung und vertiefte sich lieber in seine Forschungen.

Nach einiger Zeit waren dann die Untersuchungen abgeschlossen und die beiden durften zu Esther ins Krankenzimmer. Ihr ging es schon wesentlich besser und die Ärzte waren erstaunt von den regenerativen Fähigkeiten einer Nova. Ihre Wunden waren vollständig verheilt und sie konnte schon am Nachmittag, nach einer letzten Untersuchung, entlassen werden.

Nach den Genesungswünschen der beiden Besucher kam das Gespräch natürlich auch sehr schnell auf die Anschläge vom Vortag zu sprechen. Es wurden Erkenntnisse ausgetauscht und erste Spekulationen angestellt. Bis Yumi Kara etwas auffiel...

Die Kamera

Eine Kamera, die sich zur Beobachtung von kritischen Patienten im Zimmer befand, bewegte sich, obwohl die LED, die eigentlich Aktivität anzeigen sollte, nicht brannte.

Yumi Kara machte sich sofort auf den Weg zur Sicherheitszentrale des Krankenhauses.

Kenshin untersuchte mit seinen Sinnen den Raum und stellte fest, dass ein Einfluss auf die Kamera erfolgte, der nicht aus dem internen Netz stammte. Von wo jedoch die Steuerung erfolgte, konnte er nicht sagen.

An der Sicherheitszentrale angekommen, wurde Yumi Kara der Zutritt verwährt, aber die Wache fragte per Funk nach und auch dort wurde festgestellt, dass die Kamera nicht von dort aus gesteuert wurde.

Da es sich um eine Kamera ohne Mikrofon handelte, wurde einfach der dafür vorgesehene Vorhang um Esthers Bett zugezogen und die Unterhaltung konnte unbeobachtet weitergeführt werden.

Aufgeschreckt durch die Kamera wurde aber alsbald beschlossen, die Unterhaltung zu verlagern. Manuel rief just zu diesem Zeitpunkt an. Er hatte auch ein paar neue Erkenntnisse, die er den anderen gerne mitteilen wollte und bot an, einen Konferenzraum zur Verfügung zu stellen.

Esther wurde auf eigene Verantwortung bereits am Mittag entlassen. Yumi Kara ließ sich noch einen Notfallrucksack aushändigen, um nicht wieder ohne medizinische Ausrüstung dazustehen, falls es zu weiteren Notfällen kommen sollte.

Dann machten sich alle drei auf den Weg zu Unlimited Imagination.

Unlimited Imagination Campus

Im Gegensatz zu Kenshin und Yumi Kara, die Esther im Krankenhaus besuchten, begab sich Manuel direkt am Morgen in seine Werkstatt bei Unlimited Imagination.

Bastelei

Es stand noch die Frage Yumi Karas nach einem Teleskopkampfstab im Raum. Außerdem hatte er einige Ideen am vorigen Tag gehabt, denen er weiter nachgehen wollte.

Aber an diesem Morgen widmete er sich erst einmal dem Kampfstab. Zuerst wollte er herausfinden, wie der Teleskopeffekt machbar wäre. Er sah verschiedene Berichte über Novakräfte durch, bis er irgendwann auf die Fähigkeit verschiedener Novas stieß, Klauen aus dem eigenen Körper wachsen zu lassen. Das sollte sich doch verwenden lassen, um einem Griff Klauen wachsen zu lassen. Lange, runde, stumpfe Klauen.

Also besorgte er sich genauere Forschungsberichte und machte sich an die Arbeit.

"Anruf" aus Amerika

Weit sollte er an diesem Tag jedoch nicht kommen, denn kurz vor Mittag drang eine ihm bereits bekannte Präsenz in seinen Computer ein. Mungo Kawashi, zumindest vermutet Manuel noch immer, dass es sich dabei um den jungen Angestellten von Viacom handelt, offenbarte ihm, dass eine Seherin mit Namen Alison die Anschläge vorhergesehen habe und er einschritt, da er nicht wollte, dass der Stursinn eines alten Mannes verhinderte, dass den Menschen in Japan geholfen wurde.

Auch hätte Allison gesehen, dass die Schicksale von Esther, Kenshin, Yumi Kara und Manuel mit einander verbunden seien. Und dass Yumi Kara irgendwie mehr war, was sie aber nicht verstand oder auch nur deuten konnte.

Mungo Kawashi sagte, dass er auch nicht zulassen konnte, dass eine sehr wichtige Besprechung der drei anderen ohne Manuel stattfand, weshalb er sich an diesem Tag gemeldet hatte. Er hatte zwar versucht, die Kamera im Krankenhaus zu nutzen, um Manuel teilnehmen zu lassen, aber dies war fehlgeschlagen, so dass Manuel nun einen anderen Weg finden müsse.

Dann verabschiedete er sich mit der Aussage, dass dies vermutlich das letzte Mal war, dass er in Kontakt treten würde, auch wenn er sich freuen würde, Manuel irgendwann einmal persönlich kennen zu lernen.

Spekulationen im Konferenzraum

Manuel rief die anderen an, und es wurde verabredet, dass sie sich bei Unlimited Imagination treffen wollte. Er ließ einen Konferenzraum vorbereiten und kappte sicherheitshalber jegliche Daten- und Telefonverbindung des Raumes nach draußen.

Als die anderen dann angekommen waren, fand man sich in eben diesem Raum zusammen und es wurden alle Fakten ausgetauscht und dabei Theorien besprochen, was geschehen sein könnte und wer vielleicht dahinter stecken konnte. Definitive Ergebnisse gab es dabei keine, aber einige Fakten und Denkansätze, die vielleicht noch weiter verfolgt werden können:

  • Eine Verantwortung des Kamisama Buddhismus an den Anschlägen wurde diskutiert und für unwahrscheinlich gehalten. Dafür waren zu viele der Leute vor Ort und wären ebenfalls gefährdet gewesen. Auch ist nicht einmal sicher, dass die Störenfriede, die vor Ort sichergestellt wurden, dieser Religion wirklich angehörten, oder ob es vielleicht nur Provokateure waren, die von anderer Stelle eingesetzt wurden.
  • Die von den Medien angesprochene Beteiligung der Ainu wird durch das Gesicht des Mannes aus Esthers Vision unterstützt, da dieser augenscheinlich den Ainu angehört.
  • Die Führung der Firma Mihei muss von den Anschlägen Kenntnis gehabt haben, sonst hätten sie nicht so schnell reagieren können.
  • Aktuell ist unklar, ob die Anschläge tatsächlich vereitelt wurden oder ob es von Anfang an Ziel war, nur für eine kurzzeitige Panik zu sorgen, ohne viel echten Schaden anzurichten.
  • Die Haare wurden erst während des Fluges der Rakete zur Zielmarkierung verwendet. Das spricht dafür, dass die Angreifer mit relativer Sicherheit wussten, dass sie an Material dieser Art gelangen würden. Entweder kannten sie Naginata also sehr gut und konnten ihre Reaktion vorhersehen, oder sie haben jemanden in ihren Reihen, der zukünftige Ereignisse vorhersagen kann.
  • Das Vorhandensein von zwei unterschiedlichen Zielvorrichtungen (elektronische Geräte, die zum Teil ausfindig gemacht worden waren und Haare von Naginata) legt nahe, dass mit einer Intervention gerechnet worden war. Vielleicht waren die elektronischen Geräte auch von vornherein nur als Ablenkung gedacht. Oder war die Vorhersehbarkeit der Verfügbarkeit von Material von Naginata (s.o.) nicht sicher genug?
  • Sowohl der Zettel in einem der elektronischen Geräte als auch der Scanner, der für die Haare verwendet wurde, verwendeten lateinische Schrift und die englische Sprache. Das deutet auf eine Beteiligung ausländischer Faktoren hin.
  • Es ist unklar, ob der Angriff auf Naginata erfolgte, weil sie selbst für etwas bestraft werden sollte, oder ob es mehr an Angriff auf die Position des Kaisers war und Naginata nur das unmittelbare Ziel.
  • Es ist unklar, wie es den Raketen überhaupt gelingen konnte, so weit zu kommen, ohne abgefangen zu werden. Sie sind nicht, wie bei den Anschlägen auf New York, durch den Quantenraum in die Nähe des Zieles gebracht worden.
Anerkannt EP: 4
Bonus EP für Wikiarbeit: 1

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