Kapitel 30: Alles ist anders

Aus Aeonversum
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Ein böses Erwachen

Irgendetwas stimmte gar nicht, das war Hidana sofort klar, als er mit schmerzenden Gliedern und von Übelkeit erfüllt, aufwachte.

Vorsichtig die Augen öffnend, fand er sich auf kaltem Boden wieder. Um ihn herum regten sich Esther und Kenshin, deren leises Stöhnen davon zeugte, dass sie ebenfalls Schmerzen und oder Übelkeit litten, sowie Hikari, die wie leblos neben ihm lag. Eine rasche Überprüfung ihrer Vitalzeichen ergab, dass sie lediglich noch nicht zu sich gekommen war.

Sanft weckte er sie, während Esther bereits die Umgebung in Augenschein nahm. Gleich nachdem sie zu sich gekommen waren, hatten alle Vier gemerkt, dass sie keinerlei Zugang zu ihren Kräften hatten. Kenshin war blind. Aber auch er streckte seine hoch sensiblen anderen Sinne aus, um ihre Umgebung zu erkunden.

Die Vier befanden sich vor einem halb zerfallenen und von Pflanzen überwucherten Gebäude, das im ersten Augenblick an das Gebäude von Unlimited Imagination erinnerte, an dessen Eingangstür jedoch auf einer goldene Plakette Chiba School of Business zu lesen war.

Den Freunden fiel ein, dass Unlimited Imagination das Gebäude von der bankrotten Chiba School of Business gekauft hatte. Waren sie etwa in der Vergangenheit? Aber die Überwucherung des Gebäudes passte nicht dazu.

Auf dem Platz vor dem Gebäude, der ebenfalls schon weitgehend von der Natur zurückgefordert worden war, stand ein ausgebrannter Panzer und es gab Anzeichen eines vor vielen Jahren stattgefunden Kampfes.

Hidana entschloss kurzerhand, an der bewachsenen Außenfassade hoch zu klettern. Hikari bat ihn mehrfach, sehr vorsichtig zu sein, er wiegelte ihre Sorgen aber ab. Auf dem Weg nach oben stellte er fest, dass dieser Weg offenbar regelmäßig genutzt wurde. An Stellen, an denen die natürlichen Begebenheiten das Klettern erschwert hätten, waren Haken in die Wand geschlagen, die aber erst beim näherem Hinsehen zu erkennen gewesen waren.

Oben auf dem Dach des Gebäudes gewann er nicht nur einen guten Überblick über die Umgebung, die sich durch teils überwucherte Gebäude und teils durch völlig intakte Wohngebiete auszeichnete. Er entdeckte zudem eine Art Ausguck der aus einer am Rand des Daches positionierten Decke, einem Fernglas sowie einem unter Decke versteckten zerlesenen Spiderman Comic bestand. Er durchblätterte den Comic kurz und tauschte das militärische Fernglas durch sein Sportfernglas aus. Eigentlich war er auf dem Weg zu einem Sportbogenschützen-Turnier und war deswegen in Alltagskleidung und hatte einen Rucksack dabei mit der nötigen Ausrüstung. Dazu gehört auch ein moderner Kompositbogen. Durch das Fernglas betrachtete er die Umgebung und fand viele zerstörte und von erster Vegetation überwucherten Ruinen. Doch Leben war auch existent und auf einigen Straßen fuhren Automobile - Modelle wie aus den 80er und frühen 90er Jahren des vorherigen Jahrhunderts.

Währenddessen hatten die anderen den ausgebrannten Panzer in der Nähe in Augenschein genommen und Esther hatte versucht mit ihrem Handy Kontakt zu Nippontai aufzunehmen, was aber nicht funktionierte, da sie keinen Empfang hatte. Auch die Opcoms funktionierten nicht. Die Teamleiterin fand aber bei näherer Erkundung der Umgebung einen gigantischen Fußabdruck, von dem sie mit ihrem Handy ein Foto machen konnte. Sobald der Nova-Söldner wieder unten angelangt war und Bericht erstattet hatte, entschied das Team, zunächst in der Ruine des Hauses Zuflucht zu suchen.

In Ruinen

Als erstes betrat Hidana das Gebäude. Dort sondierte er zunächst den Raum und entdeckte eine Kamera, die auf dem ehemaligen Empfangstresen positioniert war. Diese blockierte er, indem er Laub über sie legte. Währenddessen betraten auch die anderen das Gebäude. Doch kaum waren alle durch die Tür, rasselten bereits metallene Rolladen vor Tür und Fenster und versperrten so den Weg nach draußen. Es dauerte nur wenige Augenblicke, bis das Team von bewaffneten Kämpfern umstellt und ins Visier genommen wurde. Zum Erstaunen aller fiel der Anführer der Kämpfer bei Kenshins Anblick auf den Boden und verbeugte sich mit den Worten: "Oyabun-sama! Du lebst! Was ist mit Deinen Augen?" tief vor ihm.

Da auch die gedankliche Verbindung zwischen Esther, Kenshin und Hikari nicht funktionierte, wurde mit einem schnellen Blickwechsel zwischen den Teammitgliedern vereinbart, die entstandene Situation zu nutzen und Kenshin das Sprechen zu überlassen. Kenshin erkannte den Anführer der Bewaffneten als Furitani Akio, einen engen Freund aus Kindheitstagen. Hidana, der den Bogen bereit hielt, senkte die Waffe.

Akio führte die Gruppe eine Treppe hinab durch einen langen und grell ausgeleuchteten Tunnel, in dem es keinerlei Schatten gab. Es machte den Eindruck einer Schleuse. Auch hier standen überall Bewaffnete, die sich ehrerbietig vor Kenshin verneigten, als er vorbeiging. Die Schleuse endete vor einer bewachten Tür, die zu einem großen Aufenthaltsraum führte. Die dort befindlichen Menschen hielten inne und reagierten mit unterschiedlichen Graden des Erstaunens aber ebenfalls ehrerbietig auf Kenshins Auftauchen. Die Gruppe wurde zu einem Büro geführt, in welchem Kenshin - nach einem an Hikari geflüsterten "Offene Karten?" und ihrem fast unmerklichen Nicken - Akio den Platz hinter dem Schreibtisch überließ.

Offene Karten

Durch ihre Positionierung im Raum machte das Team bereits deutlich, wer welche Stellung einnahm. Kenshin stellte sich hinter Esthers linke Schulter, während Hidana in Samurai-Pose auf dem Boden rechts hinter ihr kniete. Hikari stellte sich etwas abseits in eine Ecke des Raumes und nahm eine aufrechte, aber nicht militärische Haltung an. Hikari versuchte vorsichtig erneut an ihre Kräfte zu gelangen und spürte, nicht wie zuvor, eine dunkle Leere dort, wo sich reines kraftvolles Licht befinden sollte, sondern drang ohne Schwierigkeiten an die Quelle vor. Sie aktivierte sich und stellte eine mentale Verbindung zu Esther und Kenshin her. Trotz ihrer hierarchischen Aufstellung übernahm Kenshin zunächst das Sprechen.

Zuerst sanft und vorsichtig vortastend, wurde das Gespräch zunehmend offener. Dabei erfuhren die Protagonisten einiges.

Ihr Verdacht war wahr - sie waren in einer anderen Realität gelandet. Während des Gespräches kehrten auch die Erinnerungen zurück. Eigentlich waren sie mit Manuel zum Essen verabredet und er wollte ihnen etwas zeigen. Esther, fußfaul wie immer, öffnete ein Portal. Doch etwas ging schief. Bereits im Prozess des Hinübertretens veränderte sich plötzlich das Portal und so sie in eine andere Realität. Hidana wollte Hikari noch retten, wurde aber auch hineingezogen. In der Tat war er auf dem Weg zu einem Bogenturnier.

Es hatte auch hier einen Kenshin gegeben, doch dieser starb vor einer Woche im Kampf und war Anführer des Widerstandes. Widerstand gegen die Shingai. Die Shingai waren die Variante der Nova in dieser Dimension. Doch statt Helden zu sein, wurden sie zu Monster und übersäten die Welt mit Krieg und Zerstörung. Die Menschheit wurde unterworfen und versklavt. Überall hatten sich Shingai-Herrscher etabliert, in Japan war es der Schattenimperator. Später sollten die Protagonisten herausfinden, dass dieser in oder am Fuji-No-Yama residiert und eine 5-Meilen-Zone rundherum durch andere Shingai kontrolliert wurde. Die alternative Version welches Attarashi Koka konnte wohl der Schattenimperator sein.... Doch Mitnichten war es so, dass die Shingai an einem Strang zogen. Auch sie bekämpften sich. Und dort, wo rohe Kräfte walteten und Quantum - nutzten die Shingai die Energie überhaupt? - wie Schwämme aufgesogen hatten, gab es Nullzonen. Hier funktionierten die Kräfte unserer Freunde nicht. Und es gibt eine schlimmere Version der Shingai - manche wurden zu Energiewesen, wenn sie getötet wurden. Zu unbesiegbaren Echos.

Auch befand man sich nicht mehr im bekannten Zeitstrom, stattdessen war es der 04. August 2010. Die Galatea-Explosion hatte hier nie in dieser Form statt gefunden. Statt dessen war die Station an eben jenem Tag die Station von einem Moment auf den anderen plötzlich verschwunden. An ihrer Stelle befand sich ein dauerhafter schwarzer Fleck am Himmel, in den nichts eindringen konnte. Nicht einmal Atomwaffen hatten bei entsprechenden Versuchen keine Wirkung gehabt.

Nach und nach entschloss sich das Team rund um Esther dazu, sich zu offenbaren. Das Wissen, dass es sich bei dem Team um Nova aus einer anderen Dimension handelt, wurde überraschenderweise mit gewisser Akzeptanz - nach erster Skepsis - hingenommen. Dass die Freunde quasi Shingai sind, alamierte die Gastgaber zutiefst, doch eine Panik konnte durch offene und ehrliche Worte abgewiegelt werden. Das Team erzählte von den guten Taten, von Nippontai, vom Samuraikodex - und konnte die anderen davon überzeugen, dass sie keine Gefahr waren. Esther offenbarte sich als Kommandantin eines Nippontai-Teams.

Esther fragte Akio nach dem ausgebrannten Panzer und erwähnte auch den großen Fußabdruck, den sie vor dem Gebäude fotografiert hatte. Akio erklärte, dass während des Krieges gegen die Shingai oben ein Kampf gegen einen Schrecken namens Tai Tan stattgefunden hatte. Er führte weiter aus, dass an Schauplätzen von Kämpfen gegen die Schrecken sogenannte Nullzonen entstanden seien.

Hidana bot an, die Ausmaße der Nullzone auszukundschaften, indem er sie durch seine hyperschnellen Flugfähigkeiten durchflog. Hikari äußerte entschieden und mit einem für sie untypisch finsteren Blick, dass sie ihn niemals allein gehen lassen würde. Und auch Esther lehnte einen Alleingang kategorisch ab. Zu groß war die Gefahr, dass etwas passierte oder er entdeckt würde. Sie kannten diese Welt zu wenig und wussten nicht, was sie dort draußen erwartete. Stattdessen bat die Südafrikanerin um Akios Erlaubnis zu Fuß zurückzugehen und herauszufinden, wo die Nullzone begann. Als Hikari sagte, dass sie sie begleiten würde, da sie auch einen Alleingang ihrer Kommandantin für gefährlich hielt, erntete sie einen mahnend tadelnden Seitenblick Hidanas, der ihr leise aber eindringlich "Nicht allein!" zischte. Hidana nahm dabei Bezug auf ihre Worte ihm gegenüber, meint aber wohl, dass er sie nicht ohne ihn unterwegs sein würde. Vielleicht wollte er sie nur necken, aber möglicherweise hatte sich auch ihre Beziehung zu einer beginnenden Seelenverbindung vertieft.

So war außer der Empathin auch Hidana dabei, als Esther zurück durch die Lichtschleuse bis zum Fuß der Treppe ging. Kenshin blieb als Unterpfand im Büro zurück, da er aufgrund der Stellung, die der verstorbene Kenshin dieser Welt gehabt hatte, möglichst wenig in Erscheinung treten wollte.

Sie fanden heraus, dass die Nullzone irgendwo auf der Treppe begann und kehrten umgehend zurück zu Kenshin und Akio. Dort kam das Gespräch wieder auf die Attarashi Koka und es stellte sich die Frage, ob hier im Unterschlupf des Widerstands jemals andere Attarashi Koka aufgetaucht waren. Dies verneinte Akio erschrocken.

Das verbal geführte Gespräch drehte sich dann um das Thema Quantentheorie. Esther versuchte herauszufinden, wie viel die in dieser Welt lebenden Menschen von der Quantentheorie begriffen hatten und in wie weit sie dieses Wissen bereits nutzbar gemacht hatten. Schmerzlich wurde den Freunden die Abwesenheit von Manuel deutlich, der an dieser Stelle der Experte war und auf seine sehr logische und unemotionale Art in der Lage war solche Dinge zu erklären. Auch wenn man ihm nicht immer in der Lage war zu folgen. Hikari bot an, die Grundlagen, die sie selber verstanden hatte zu teilen, und versuchte Akio das Konzept durch ein Bild zu erklären. Dieser jedoch wiegelte ab und sagte, dass er nicht die Person sei, die sich mit so etwas auskannte, sondern Kuramoto Mariko. Bei der Erwähnung von Mikos Namen reagierten die Freunde unterschiedlich. Hikari erklärte, dass Mariko in ihrer Welt die bedeutenste Heilerin und ihr persönliches Vorbild sei, was Akio mit einem verwirrten Blick zur Kenntnis nahm, bevor er Mariko telefonisch in das Büro beorderte.

Während sie nun auf die junge Ärztin Kuramoto Mariko warteten, versuchte Hikari vorsichtig eine mentale Verbindung zu dem Manuel dieser Welt herzustellen. Dies gelang ihr sofort. Allerdings fand sie den Geist eines, durch ihre mentale Präsenz in seinem Kopf, völlig verängstigten Teenagers vor, der sehr offensichtlich noch nie im Leben eine solche Verbindung aufgebaut oder verwendet hatte. Vorsichtig zog sie sich wieder aus seinem Kopf zurück, nachdem sie ihm versichert hatte, dass sie ihn nun nicht versklaven wollte, sondern eine Freundin war, die ihm nie schaden würde, und sich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal melden würde. Sie erstattete ihren beiden Teamgefährten über diese Erkenntnisse mental Bericht.

Marikos Eintreffen sorgte für weitere Verwirrung auf beiden Seiten. Als die junge Frau den Raum betrat, weiteten sich ihre Augen bei Anblick des tot geglaubten Oyabuns und ihr entfuhr ein "KENSHIN!". Die informelle Anrede und ihre Reaktion sprachen Bände. Die ihr gezollte tiefe Verbeugung der anderen, ihr unbekannten Personen, verunsicherten sie deutlich.

Esther und Kenshin versuchten im weiteren Verlauf des Gespräches Mariko die Situation zu erklären und sie und Akio weiter davon zu überzeugen, dass die Attarashi Koka keine Schrecken waren, sondern sich dem Schutz Japans verschrieben hatten. Als Zeichen für ihren guten Willen und ihre Bereitschaft zu helfen, wurden Hikaris Dienste als Heilerin zur Versorgung der Verletzten des letzten Kampfeinsatzes angeboten.

Irgendwas mißfiel Hidana am Verhalten von Mariko und so sandte er seine Sinne aus. An ihr entdeckte er eine Restresonanz. Ohne weiter nachzudenken, lief weißblaues Feuer seinen Arm herab und sammelte sich in der Hand. Mariko prallte panikerfüllt zurück, doch Esther rief Hidana zur Ordnung. Dieser hingegen zischte nur "Für wen arbeitest Du?". Seine Sinne hatten ihn betrogen, aber das merkte er nicht. Auf Nachfrage, was ihn dazu bringen würde, die Gastgeber in Angst und Schrecken zu Versetzen, sagte er nur knapp "Sie ist berührt" und wies mit dem Kinn auf die Ärztin.

Hikari verwendete ihre von Manuel erlernte Fähigkeit den Quantenraum zu betrachten und entdeckte neben den ihr bekannten Signaturen eine weitere Quantensignatur im Bereich des Unterschlupfs. Diese Signatur hatte die Machtausmaße der Signatur Divis Mals, war aber um vieles kleiner. Sofort informierte sie Esther und Kenshin über ihren mentalen Kommunikationskanal.

Zunächst sollte sie jedoch herausfinden, wer die Person mit der ungewöhnlich hohen Quantensignatur war.

Wundersame Maki

Wieder machte Hidana sie mit einem eindringlichen Blick der keine Wiederworte zuließ und sie gleichzeitig an ihre eigenen Einwände erinnerte und den Worten "Nicht allein" deutlich, dass erin dieser Situation nicht von ihrer Seite weichen würde. So verließen die beiden zusammen mit einer Wache das Büro erneut und gingen, geleitet durch Hikaris Quantensicht in einen Trakt des Unterschlupfs, in dem sich private Unterkünfte befanden. Vor einem Zimmer an dem Kinderbilder hingen und der Name Isari Maki stand blieben sie stehen. Vorsichtig klopfte Hikari an und ein kleines Mädchen öffnete die Tür. Hikari ging in die Hocke und begann ein Gespräch mit dem Kind, dass jedoch sagte, dass Mariko ihr verboten habe mit Fremden mit zu gehen. Über ihren telepathischen Kanal informierte die ehemalige Kindergärtnerin ihrer Kommandantin, die dafür sorgte, dass die von der Identität der Person überraschte Mariko ebenfalls zum Zimmer kam und die gesamte Gruppe zurück zum Büro führte. Zuvor jedoch wurde Kenshin von Mariko und Akio darüber informiert, wer Maki war.

Es handelte sich um ein Mädchen, dessen Mutter bei ihrer Geburt verstorben war und welches der Kenshin dieser Welt quasi an Kindes statt angenommen hatte. Ihre Verbindung zu dem Kenshin dieser Welt war sehr innig und der Verlust ihres "Onkel Kenshin" hatte sie tief getroffen.

Bevor Maki im Büro eintraf, bat Kenshin darum den Raum verlassen zu dürfen, um das Kind durch seinen Anblick nicht zu verwirren und emotional zu treffen.

Hier fand dann das Gespräch mit Maki statt, in dem ihr versucht habt, mehr über sie und ihre Kräfte herauszufinden. Ergebnis war, dass sie sich keiner Kräfte bewusst war.
Lediglich die Tatsache, dass sie in Karten- und Würfelspielen IMMER gewann war ihr selbst aufgefallen.

Heilende Hände

Da Hikari ihre Anwesenheit für das Gespräch für nicht notwendig erachtete und ihr Drang irgendetwas zu tun, immer grösser wurde, bat sie um die Erlaubnis, sich nun um die Verletzen kümmern zu dürfen. Diesmal reichte ein Blick von Hidana.

Die beiden wurden von Mariko in ein provisorisch anmutendes Lazarett geführt, wo Mariko die beiden als Helfer vorstellte und Hikari einen Überblick über den Zustand der Verwundeten gab. Hikari selbst erklärte, was sie tun würde und wie es aussehen würde und gab die Zustimmung ihr Wirken auf Video festzuhalten. Dann begann sie ihre Arbeit. Dabei nutzte sie nahezu ihre gesamten Kräfte, um die ersten sieben Verletzen in einen stabilen Zustand zu bringen, in dem ihre Körper in der Lage waren sich selbst zu heilen.

Noch während sie die letzte Wunde heilte, kollabierte sie. Hidana hob sie vor laufenden Kameras zärtlich auf, und machte mit einigen deutlichen Worten klar, dass sie sich für die Menschen hier bis zu diesem Punkt getrieben hatte, um zu helfen. Er erklärte, dass sie keine Schrecken waren, dass sie genauso Gefühle hatten und dass sie bereit waren, völlig Fremden zu helfen, weil für die der Schutz Japans vor allem ging. Hidana, der genau beobachtet hatte, wie sie sich immer näher an einen totalen Zusammenbruch zu manövrierte, bat Mariko um einen Raum, in dem Hikari sich selbst regenerieren konnte, bevor diese letzte, mit einer Operation verbundene, Heilung stattfinden sollte.

Kaum auf der ihr zur Verfügung gestellten Liege angelangt, fand Hikari bald in einen tiefen Schlaf, der sie ein wenig ihrer Kraft regenerieren ließ. Doch bald darauf wurde sie durch einen mentalen Ruf ihrer Vorgesetzten wieder geweckt. Sie erfragte jedoch nur den Status der Aktion. Hidana sorgte mit einer zärtlichen Massage dafür, dass Hikari zur Ruhe kommen würde und nach Kurzem schlief sie tief und fest ein. Er hingegen meditierte, ihre Hand haltend und sammelte auch neue Kraft.

Dann aber blieb der schwerste Fall der Verletzten übrig. Dabei handelte es sich um eine Wunde, die durch eine zersplitterte Kugel verkompliziert war. Zunächst mussten die Teile der Kugel entfernt und die Blutungen gestillt werden. Dann würde sie mit ihren heilenden Kräften den Zustand stabilisieren.

Nur wenige Augenblicke später begannen Hidana, Mariko und Hikari die Operation. Mariko entfernte die Splitter, Hidana nutzte seine Fähigkeiten, um durch seinen Blick die Wunden zu kauterisieren und Hikari heilte im Anschluß die Verletzungen des Körpers.

Danach brachte er sie wieder in ihr gemeinsames Quartier.

Nächtlicher Besuch

Früh am Morgen wurde Hikari erneut durch einen mentalen Ruf geweckt. Diesmal war es Kenshin, der die junge Empathin über den mentalen Link kontaktierte und ihr mitteilte, dass Maki bei ihm angekuschelt läge.

Noch immer etwas erschöpft löste sich Hikari aus Hidanas Griff, besänftigt seinen im Halbschlaf geäusserten Protest und ging hinüber zu Kenshin. Sanft und vorsichtig trug sie die schlafende Maki zurück in ihr eigenes Bett und deckte sie liebevoll zu. Eine ganze Weile bleib sie noch neben dem schlafenden kleinen Mädchen sitzen und hing ihren Gedanken nach. Dann richtete sie ihren Blick noch einmal so auf Maki, wie Manuel es ihr beigebracht hatte, und versuchte sich das, was sie sah einzuprägen, um es zu zeichnen.

Später trug Hikari das kleine Mädchen zurück in deren Bett, in der Hoffnung, dass Kenshins Anwesenheit für sie nur ein Traum sein würde.

Visionen und andere Aufklärungsarbeit

Esther hatte indes die Zukunft befragt, wie sie einen Weg nach Hause finden können. Vor ihrem geistigen Auge sah sie die versammelten Freunde auf einer hölzernen Plattform am Fuji-No-Yama. Sie öffnete ein Portal in dieser Vision und wieder veränderte es sich zu Schwärze. Sie traten hindurch und Maki, das junge Mädchen, stand auch auf der Plattform und winkte traurig. Dabei war dies der Aurenweg, der Pink erschien. Ein anderer Schicksalspfad, eher silbrig schimmernd, wurde auch noch Esther gewahr, doch sie ging ihm nicht nach. Dabei war ein genauer Zeitpunkt nicht auszumachen, zu welchem die Abreise stattfinden würden, denn die Zeit wirkte verzerrt und war nicht genau zuzuordnen. Diese Verzerrung hatte es ihr auch ungewohnt schwer gemacht, überhaupt einen Blick in die Zukunft zu werfen. Irgendetwas verzerrte offenbar den Zeitstrom an sich.

Im folgenden Gespräch wurde deutlich, dass sowohl Hidana als auch Hikari aus völlig unterschiedlichen Gründen nach draußen wollten. Hidana getrieben von dem Wunsch, endlich etwas sinnvolles tun zu können, Hikari weil sie inzwischen langsam, aber sicher, das Gefühl hatte eingesperrt zu sein. Sie wollte fliegen. Das war ein Teil ihrer natürlichen Fortbewegung geworden und sie sehnte sich nach dem endlosen Himmel über ihr. Esther äußerte ihre Missbilligung. Sie hielt es für äußerst gefährlich sich in der unbekannten Welt zu bewegen und befürchtete, dass den beiden etwas zustoßen könnte. Ihr größter Wunsch war, alle gesund "nach hause" zu bringen. Auch Kenshin wollte lieber vor Ort bleiben, legte jedoch ein Wort für die beiden ein, sodass die Keigun Chousa den beiden die Erlaubnis für einen Erkundungsflug gab.

Hikari war nervös, wie ein kleines Kind, als sie die langen verlassenen U-Bahnschächte entlang gingen. Aus Sicherheitsgründen hatten sie entschieden, sich zunächst unter der Erde und weit aus der Nullzone heraus zu bewegen. Sie mussten allerdings weit laufen, um überhaupt erstmal aus der Nullzone herauszukommen. Als es dann so weit war, wechselt die junge Empathin sogleich in ihre kleine Flügelgestalt und drehte mehrere Salti im Schacht. Auch Hidana aktivierte seine Kräfte und bald darauf schossen die beiden durch den dunklen Tunnel, nur erleuchtet durch Hidanas Geisterflammen.

Nur wenige Sekunden allerdings, denn das Licht einer U-Bahnstation erhellte vor ihnen den Tunnel und man hörte Stimmen. Beide hielten zunächst inne und Hidana ließ die Flammen ersterben. Und während die kleine geflügelte Gestalt hoch oben an der Tunneldecke außerhalb der Sicht der Personen in der Station den erleuchteten Tunnelteil durchquerte, trat Hidana auf die Personen - Eltern mit einem kleinen Jungen - zu. Hinter einer Säule versteckt beobachtete Hikari, wie ihr Freund auf die drei zu trat und ein freundliches Gespräch mit ihnen führte. Er schenkte ihnen sogar einen Energieriegel für den kleinen Jungen.

Hidana wollte wissen, was die junge Familie vorhatte und sie sagten ihm, dass sie hier leben würden. Er erkundigte sich nach Shingai in der U-Bahn, doch dieses wurde verneint. Beflossen von übermässigen Wagemut, sagte er der jungen Familie, dass sie Hoffnung haben sollen. Sie lachten ihn nur aus, aber dann wanderte das weißblaue Feuer über ihn. "Habt Hoffnung" sagte er wieder. Die Familie reagierte mit Panik, aber Hidana versuchte, mit Worten zu überzeugen. Er sprach zu ihnen von dem Kampf, der kommen würde und dass die Hoffnung nur ein kleiner Funke ist und davon, dass Hilfe auf dem Weg ist. Der Mann begann ihm zuzuhören, doch die Frau und der Sohn reagierten mit Panik.

Noch immer hinter der Säule versteckt sah die junge Empathin die panische Mutter, ihren Jungen im Arm, zur Treppe laufen. Kurz entschlossen griff sie nach den Gefühlen der fliehenden Frau und ließ in ihr das Gefühl der Hoffnung anschwellen und sie erfüllen. Die Frau blieb stehen, drehte sich um und ging ruhig zurück zu ihrem Mann. Hidana wand sich ab, um zu gehen, drehte aber nochmal um und wiederholte "Habt Hoffnung!". Dann flog er rasend schnell in den U-Bahntunnel. Hikari beeilte sich nun, dem blauen Licht zu folgen.

Bald darauf waren sie aus dem Tunnel hinaus und flogen zunächst hoch in den Himmel.

Die Gegenden der zu Teilen zerstörten Stadt erwiesen sich nicht überall als Nullzonen. Sobald Hidana spürte, dass seine Kräfte schwanden, setze er an zu einem bodennahen Flug. Dennoch kam es zu einem Fast-Absturz. Als beide auf das Dach eines Hochhauses prallten und sich noch abrollen konnten, spürte Hidana, wie die Quantenenergie aus ihm gesogen wurde. Als er sich aufrappelte, um durchzuatmen, krachte ein Blitz aus dem Himmel herab und dort, wo er aufschlug, materialisierte sich die durchscheinende und aus Blitzenergie bestehende parallele Version von Naginata - hier Sutōmushadou genannt, wie die Freunde später erfuhren.

"Wer wagt sich, das Reich des Schattenimperators zu betreten?!" donnerte den zweien die Stimme der Wächterin entgegen. Als Hidana ein "Lass uns spielen" entgegnete, krachte ihm schon der erste Blitzschlag entgegen. Dieser traf ihn auch und verletzte ihn ordentlich. Er feuerte seinerseits einen Angriff auf den feindlichen Echo ab, aber die Gestalt wich diesem aus. Hikari beobachtete den Kampf und versuchte, eine Schwachstelle bei ihrem Gegner zu finden, so wie sie es von Manuel gelernt hatte. Und tatsächlich kam ihr eine Idee: Wenn sie in dem Bereich hinter ihnen Probleme mit ihren Kräften hatten, wie konnte dann eine Gestalt, die offenbar nur noch aus Quantenenergie bestand an einem solchen Ort existieren? Sie teilt Hidana genau das mit und dieser rannte zurück in den Bereich, in dem sie beinahe abgestürzt waren. Sutōmushadou folgte ihm nach einigen Schmährufen in ihre Richtung. Als sie die Schwelle in den entsprechenden Bereich überquerte zeigte sich für einen kurzen Moment Verwirrung in ihrem Gesicht und ihre Gestalt schien zu flackern.

Genau diesen Moment wollte Hidana für einen erneuten Angriff nutzen. Doch als er die Grenzen der Möglichkeiten durchbrechen wollte, versagte die Quantenenergie den Dienst und Hidana brach zusammen. Mit einem spöttischen Lachen verschwand die Angreiferin. Hikari stürzte zu ihrem Freund und heilte die Verletzungen.

Erschöpft und den Kontakt zur Bevölkerung vermeidend, schlich das Paar zurück. Hidana war verletzt, doch stärker war die Wunde auf seinem Stolz. Er wollte die Niederlage und den Gesichtsverlust nicht wahr haben und schwieg den Großteil des Rückweges.

In der Basis angekommen empfing Esther die beiden. Sie wartete bereits händeringend und wollte wissen, was passiert war. Hidana berief sich auf Shin, die Tugend der Wahrhaftigkeit. "Es ist nichts geschehen. Wir haben Kenntnis der Nullzonen von hier in direkter Linie bis fünf Meilen vor dem alten Berg. Dort beginnt eine Sicherheitszone." Esther glaubte dieses nicht, Hidana wich jedoch nicht von seiner Aussage ab.

Später erzählte Hikari ihr eine Version der Geschichte, die nah an die Wahrheit herankam. Sie nahm den Kontakt zu den Leuten in der U-Bahn auf sich, und erzählte, dass sie ihre Fähigkeiten genutzt hatte, um ihnen Hoffnung zu geben. Sie erwähnte aber nicht das Zusammentreffen mit dem Echo.

Wie man einen Schrecken tötet

Bereits zuvor erfuhren die Gefährten von einem einzigen Fall, in dem ein Shingai getötet werden konnte. Dazu gab es ein Video auf einer VHS-Kassete. Dieses schaute man sich in einem getrennten Raum mit Akio und Mariko an.

Das Video zeigte eine Kampfszene mit der alternativen Version von Sandra 'Sauzando Naifu' Akihito. Vor einem Gebäude brachte sie Tod und Vernichtung unter Regierungstruppen und Widerstandskämpfern. Gerade eben streckte Sie einen Soldaten nieder, dann erweckte irgendetwas ihre Aufmerksamkeit. Sie wandte sich um, ihre Augen weiteten sich, und mit einem Mal verschwanden alle Kopien ihrer selbst, die bis eben noch den letzten verbliebenen Soldaten umzingelt hatten. In dem Moment hob dieser ihr zu Füßen liegende Soldate die Waffe, drückte ab, und ihr Schädel explodierte.

Die Szene erweckte Erstaunen unter den Gefährten, wussten sie doch um die Resistenz gegenüber Schaden von Sandra. Also war die nächste Entscheidung klar. Man würde den Ort herausfinden wollen und Esther würde dort ihre Gedanken in die Vergangenheit schicken.

So geschah es dann auch - doch dort angekommen, erkannten die Freunde den Kindergarten, an dem "ihre" Sandra ihre Tochter verloren hatte bei einer Geiselnahme und von mutagenischem Zerfall übermannt wurde.

Die Vision der Vergangenheit offenbarte ein Detail, das nicht in seiner Tragweite bislang verstanden wurde. Das, was Sandras Aufmerksamkeit - hier Kinzoku no arashi (Metal Storm) genannt - erregt hatte, war ihr Tochter, die aus dem Kindergarten kam. Ihr Anblick hatte sie verletzbar gemacht.

Tausend Fragen waren mit einem Moment da. Wieso ist ihre Tochter in der KiTa, wenn sie gerade etliche Menschen mordet? Weswegen ist die KiTa überhaupt geöffnet? Und das war nur die Spitze des Eisberges....

Anerkannte EP: 4

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