Kapitel 35: Unerwartete Allianz

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Nach Hause (Nacht zum 1. Dezember 2005)

Nach der Rückkehr vom Nachtclub „schwarzer Lotus“ setzten die drei Teammitglieder sich zusammen und arbeiteten bis in die frühen Morgenstunden an einer Übersicht der ihnen bisher bekannten Fakten. Gegen 4h morgens zogen sich Hikari und Esther jedoch zurück, um ein paar Stunden zu schlafen.

In der Zeit in der die beiden schliefen Arbeitete Manuel weiter an der Vorbereitung der Veröffentlichung seiner neunen Erfindung und informierte sich über Benimm-Kurse für Gaijin. Als er gerade eine E-Mail an eine Firma, die Kurse in diesem Bereich anbot, abschickte überkam ihn das starke Gefühl diese Situation bereits erlebt zu haben. Leicht verunsichert checkte er sogleich seine E-Mailkonten und Severdaten fand jedoch keine Beweise dafür, dass tatsächlich etwas Ähnliches schon geschehen war.

Der nächste Morgen

Da ein Weiteres Treffen des Teams für 11h beraumt war, stellte sich Hikari den Wecker auf 9h. Nach einer kurzen Trainingseinheit begab sie sich zu ihrem allmorgendlichen Besuch und Gebet an einem der Schreine der Festung. auf dem Weg dort hin freute sich über den frisch gefallenen Schnee und begrüßte mit freundlicher Verbeugung Naginata, die ihr entgegen kam. Nach ihren Gebeten besuchte sie, wie jeden Morgen Hidana. Neben ihren Blumen stand ein weiterer Blumenstrauß. Irritiert fragte sie die diensthabende Schwester danach, die ihr mitteilte, dass Naginata Hidana am Morgen besucht hatte. Hikari freute sich für Hidana, dass auch andere Anteil an seinem Zustand nahmen und setzte sich wie jeden Morgen neben sein Bett. Sie erzählte ihm vom frisch gefallenen Schnee, den Erlebnissen der letzten Nacht, von den Erkenntnissen, die das Team bisher zusammengetragen hatte. Dann sang sie das Gebet an die Kami der Heilung, dass sie in den letzten Wochen jeden Tag zweimal neben seinem Bett betete, und ließ dabei sanft etwas ihrer Heilenergie in ihn fließen. Sie schloss mit einem Kuss und flüsterte in sein Ohr „Bitte komm zurück zu mir.“ Er atmetet einmal tiefer, fast wie ein Seufzen, blieb dann aber wieder wie schlafend liegen. Lächelnd strich Hikari mit sanften Fingern über seine Wange und flüsterte „Ich warte auf dich.“ Dann drückte sie ihm das kleine Papier, das die Schwestern immer wieder auf den kleinen Nachttisch legten, zurück in die Hand und verließ den Raum.

Esther schlief etwas länger und ging über einen der vielen wunderschönen Steingärten zum Frühstück in die Kantine. Kurz verweilte sie um einen Miniatur-Schneemann zu bauen, der die Festung betrachtete. In der Kantine traf sie auch Hikari und die beiden verbrachten das Frühstück in der ansonsten leeren Kantine mit Small Talk.

Kurz nachdem die Beiden im Konferenzraum eingetroffen waren, kam auch Manuel, der auf Hikari einen deutlich angespannten und etwas unglücklichen Eindruck machte. Auf ihre Nachfrage erzählte er, dass er mit all den Anfragen und Terminkoordinierungskorrespondenz etwas überfordert sei. So bot sie ihm direkt ihre Hilfe an, da sie zurzeit noch keine sinnvolle Betätigung für sich gefunden hatte und ihrem Freund gerne Arbeit abnehmen wollte.

Unerwarteter Besuch

Gerade als die drei ihre Gespräche zu den Ermittlungsergebnissen wieder aufnehmen wollten, klopfte es an der Tür und ein Soldat meldete eine Besucherin, die vor dem Tor nach dem Team verlangte.

Die Beschreibung, die der Soldat von der Frau gab, ließ Manuel und Esther auf Shinigami schließen.

Ohne weitere Umschweife begaben sich das Team zum Tor, über welchem die feurige Gestalt von Tenchi schwebte.

Kurz kam es zu einer Diskussion, ob man Shinigami in die Festung lassen oder sie vor den Toren treffen sollte. Und dieses Mal hatten alle Mitglieder des Teams das Gefühl, exakt diese Diskussion schon einmal geführt zu haben. Aber keiner konnte sich recht erinnern, wann das gewesen sein sollte. Am Ende einigte man sich, Shinigami nicht hineinzulassen.

Also erzeugte Manuel aus Schnee eine metallene Plattform, auf der er und Esther mittels Magnetokinese über die Mauer schwebten. Hikari wechselte in ihre kleine geflügelte Gestallt und flog hinüber. Während die Kommandantin und der Wissenschaftler in einiger Höhe vor Shinigami schwebten, flog Hikari einen der nächstgelegenen Bäume an und ließ sich in Hörweite auf einem der Äste nieder.

Shinigami teilte dem Team mit, dass sie von ihrem Messias geschickt worden sei, um speziell dieses Hojo Butai Team zu einem Treffen einzuladen. Es gäbe einen gemeinsamen Feind. es ginge um schwarze Nebel und grüne Masken und dass nicht alles nach Plan verlaufen würde. Das Team solle sich um 23.37h dort am Hafen einfinden, wo die Hoffnung an Land kommt.

Während des Gesprächs scannte Manuel die Umgebung, da Shinigami in der Mehrzahl gesprochen hatte, als sie davon redete, dass sie von ihrem Messias geschickt worden sei. Er hörte das Geräusch eines herannahenden Jeeps und schickte Hikari als Aufklärungseinheit in die Richtung los. Diese flog los und bat die beiden im Jeep befindlichen Soldaten an Ort und Stelle zu warten bis die Situation vor dem Tor unbedenklich war.

Als sie wieder bei den beiden anderen angelangt war, stimmte Esther gerade dem Treffen zu. Shinigami verabschiedete sich damit, dass sie es dem mit den 1000 Masken ausrichten würde.

Wieder zurück in der Festung erstattete Esther Tenchi Bericht, die aber während dieses kurzen Gespräches völlig desinteressiert und schon fast abwesend wirkte.

Ein ereignisreicher Tag (1. Dezember 2005)

Treffen

Anschließend zog sich das Team zur Besprechung in ihren Konferenzraum zurück, wo sie Recherchen zu dem Ort „an dem die Hoffnung an Land kommt“, sowie um Sicherheitsvorkehrungen anstellten. Manuel schlug vor, dass sie sich subkutane Implantate einsetzen lassen sollten, da Shinigami mit ihrer Geschwindigkeit ein der Lage sein könnte, das Team aufzuteilen und es einen Weg geben sollte, sich wiederzufinden.

Die Recherchen nach dem Ort „an dem die Hoffnung an Land kommt“ ergaben zwei Möglichkeiten:

Zum einen fanden sie den Text eines altes Lied, das die Frauen der Männer, die in den Krieg gezogen waren, an dem Ort am Hafen sangen, wo der Übergang zwischen dem Militärhafen und der zivilen Zone war. Heute befand sich dort ein Warenumschlagplatz, in dessen Nähe die Firma von Hiroshi Satarashima angesiedelt war, den Esther mit der Yakuza in Verbindung bringen konnte. Auch erinnerte dieser Hafen Esther an eine Vision, die die damals gehabt hatte, als Yumi Kara verschwunden war.

Zum anderen lag im hafen ein portugisischer Kohlefrachter namens „Esperanza“ der bei der deutschen Reederei Sternemann für die südafrikanische Firma „United Oil“ Waren aus Süd- und Mittelamerika geladen hatte. Hikari stieß bei ihren Nachforschungen auf Berichte, die besagten, dass die „Esperanza“ in Guatemala länger als geplant vor Anker gelegen hatte. Irgendwas anderes stimmte auch nicht, doch sie kam nicht dahinter. Als sie Manuel hinzuzog, sah er auf den ersten Blick, dass das reale Ladegewicht um viele tausend Tonnen schwerer war, als angegeben. Zudem gab es Meldungen über Schussverletzungen. Weitere Nachforschungen ließen das Team zu dem Schluss kommen, dass es sich bei der Ladung um Plutonium handeln könnte.

Deja-Vus

Da alle drei während auf dem Weg zu dem Treffen mit Shinigami erneut das Gefühl gehabt hatte, dass sie in dieser Situation schon einmal gewesen seine, nahm sich Esther vor, dem näher auf den Grund zu gehen. Hikari erklärte sich bereit, Esther in ihre Gedanken schauen zu lassen, um zu überprüfen, ob dort Manipulationen vorgenommen worden seien. Allerdings war dem nicht so. Zumindest konnte Esther nichts derartiges feststellen.

Währenddessen recherchierte Manuel generell Informationen zum Thema Deja-Vus und fand einen recht alten Artikel, der damals wenig Beachtung gefunden hatte. Er beschrieb ein Deja-Vu als einen Blick in eine andere Realität, in der die Dinge zeitlich etwas anders verlaufen waren. Normalerweise hätte er dem Bericht keine Beachtung geschenkt, aber der Autor war niemand anders als Farah Rashoud, eine der Entdecker des MR-Knotens.

Werkstatt

Da Manuel eine Trainingseinheit mit O'Kage verabredet hatte, und Esther mit ihm wegen Informationen über die Yakuza sprechen wollte, ging Hikari allein in die Werkstatt um dort, mit Esthers Vollmacht, die Ausrüstung zusammen zu suchen und einen Termin für das Einsetzen der subkutanen Implantate zu vereinbaren.

Die Ausrüstung zusammenzusuchen dauerte etwa eine Stunde, war ansonsten aber ereignislos. Was die Implantate anging, war die Verwunderung des Zeugwarts hingegen durchaus spürbar. Dennoch vereinbarte er mit der medizinischen Abteilung einen Termin für 17:00 Uhr am gleichen Tag. Die Implantate würde er soweit vorbereiten und dorthin senden.

Training

Als Manuel an dem vereinbarten Ort - einem der vielen Steingärten der Festung - ankam, hatte er ein weiteres Deja-Vu. Da er sich aber voll auf das Training selbst konzentrieren wollte, ignorierte er dieses erst einmal.

Die Trainingsaufgabe, die O'Kage für diesen Tag auserkoren hatte, änderte sich über den Verlauf des zweistündigen Trainings nur geringfügig. Stets war Manuels Aufgabe, O'Kages Position zu erreichen, ohne dabei den Boden des Steingartens zu berühren. Ein Sprung von der Seite aus war auf Grund der Entfernung unmöglich, so dass Manuel auf diverse Geländemerkmale zurückgriff, die aber nach jedem erfolgreichen Versuch von O'Kage weiter ausgeschlossen wurden. Zuletzt blieb lediglich noch der Weg über eine Tonschale, die mit Wasser gefüllt war. Aber so oft Manuel es auch versuchte, er schaffte es einfach nicht, schnell genug zu sein, um den Sprung zu schaffen. Die Tatsache, dass die Schale dabei jedes Mal zu Bruch ging und von einem stoischen Bediensteten ausgetauscht wurde, war scheinbar den beiden Nova gleichermaßen egal.

Nachdem Manuel diesen letzten Weg einige Male erfolglos versucht hatte, unterbrach O'Kage das Training und erfragte, was Manuel an diesem Tag gelernt hatte. Es entstand ein kurzes Gespräch zwischen den beiden, aus dem Manuel folgende Lektionen mitnahm:

  1. Die exakte Definition der Aufgabe ist sehr wichtig - denn nur dadurch gelang es O'Kage nach und nach, die Wege auszuschließen, die Manuel gefunden hatte
  2. Nicht jede gestellte Aufgabe kann mit den gegebenen Parametern gelöst werden
  3. Die Person, die eine Aufgabe stellt, muss in der Betrachtung möglicher Lösungen ebenfalls betrachtet werden

Insbesondere der zweite und dritte Punkt waren wohl das, worauf O'Kage hinauswollte. Im Gegensatz zu Manuels bisherigen Lehrern war der Mann ein Shinobi. Das Erreichen eines Ziels war für ihn wichtiger als die Einhaltung der Regeln. Regeln zu brechen wäre aber bei den bisherigen Lehrern undenkbar gewesen, weshalb Manuel sie als gesetzt und unabdingbar akzeptiert hatte. Ein Fehler, den er bei der nächsten Sitzung nicht würde wiederholen wollen.

Das nächste Training wurde für den 03. Dezember 2005 zur gleichen Uhrzeit angesetzt.

Bastelarbeiten

Den Rest des Tages verbrachte Manuel damit, eine Idee, die er gehabt hatte, so gut es in der kurzen Zeit ging, umzusetzen. Aus Material, das er sich in der Werkstatt besorgte, baute er zwei schneckenhausartige Sprialen, die er am Gürtel tragen wollte. Jede dieser Spiralen enthielt Metallkabel und -seile, die er mittels seiner Kräfte hyperverdichtet hatte. Diese hatten unterschiedliche Längen und sollten, so zumindest der Plan, für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt werden. Um Leute zu fesseln, Dinge zu befestigen, direkt zum Angriff und für vieles mehr.

Auskundschaften

Während der Filipino ein weiteren Mal seinem Basteltrieb nachgab, machten sich Esther und Hikari auf zum Hafen, um sich bei Tageslicht einen Überblick über den Ort zu verschaffen, an dem das Treffen stattfinden würde. Das Team hatte besprochen, dass es vielleicht eine Art Test war, ob die japanische oder die ausländische Lösung des Rätsels gewählt werden würde, und sie entschieden sich, es zuerst an der japanischen Variante zu versuchen.

Sie suchten nach einer Webcam, die das Gebiet live zeigte und fanden auch eine, die für Wetterbeobachtungen eingesetzt wurde. Diese Bilder nutzten sie, um einen Moment abzupassen, an dem niemand das Auftauchen eines Portals beobachten sollte.

Als ein solcher Zeitpunkt gekommen war, öffnete Esther das Portal auf das Flachdach eines Hafengebäudes. Von dort aus machte sich Hikari in kleiner und unauffälliger Gestalt auf den Weg und schoss mit ihren OpPhone so viele Bilder wie möglich vom Labyrinth, das von den Containern an der entsprechenden Stelle gebildet wurde.

Esther fiel unterdessen auf, dass die beiden möglichen Orte gar nicht so weit auseinander lagen. Denn auch die Esperanza war von dem Dach, auf dem sie sich noch immer befand, gut sichtbar. Und etwas ging dort auch nicht mit rechten Dingen zu. Denn obwohl der Feierabend kurz bevorstand, machte die Crew, die die Ladung des Schiffes löschte, gerade zum wiederholten Male eine Pause. Offenbar sollte das Schiff gar nicht so schnell entladen werden, wie es möglich gewesen wäre.

Hikari kehrte kurze Zeit später mit einer komplett gefüllten Speicherkarte zum Dach zurück und die beiden begaben sich durch ein Portal zurück zur Festung in den Wolken.

Dort angekommen unterbrachen sie Manuel bei seiner Arbeit und zeigten ihm die Bilder. Der junge Mann nahm diese und bastelte daraus ein 3D-Modell der Gegend, das sich dann alle drei so gut wie möglich einprägten. Sollte es zum Konflikt kommen, wollten sie die Gegend so gut es ging kennen.

Gespräch mit Naginata

Irgendwann ging Esther etwas auf, das sie bisher völlig versäumt hatte: Der Einsatz in der Nacht war noch nicht von Nippontai abgesegnet worden. Ryu und O'Kage waren nicht erreichbar, also war Naginata ihre Ansprechperson hierfür. Laut Sanmiittai befand sie sich gerade in der Kantine, zu der sich Esther daraufhin begab.

Dort angekommen sah sie, dass Naginata gerade die volle Aufmerksamkeit aller Anwesenden Soldaten hatte und offenbar eine Menge Spaß mit diesen hatte. Nur ungerne wollte sie das unterbrechen, aber ihr Anliegen war zu wichtig, um es nicht zu tun. Entsprechend näherte sich Esther der Menschentraube um Naginata und versuchte, Teil des Gespräches zu werden, was ihr aber nicht besonders gut gelang. Auf Grund der Dringlichkeit entschied sie sich also für den direkten Weg und flüsterte Naginata ins Ohr, dass sie diese dienstlich sprechen müsse. Diese blickte sie kurz entrüstet an, sah dann aber Esthers ernste Miene, wurde schlagartig selbst ernst und befahl allen anwesenden Soldaten und dem Kantinenpersonal, sofort dem Raum zu verlassen. Das sorgte zwar für einige Verwirrung und Unmut - etwas das später sicherlich noch auf Esther zurückfallen würde - aber natürlich wurde der Befehl umgehend befolgt.

Naginatas ohnehin schon ernste Miene wurde auch im Verlauf des nun folgenden Gespräches kaum besser. Offenbar hatte Tenchi keinen Bericht über das erstattet, was am Vormittag besprochen worden war, so dass Naginata zum ersten Mal von dem Treffen hörte. Sie stellte klar, dass ein solcher Einsatz extrem riskant sein und kaum genehmigt werden könne. Insbesondere nicht zu einem Zeitpunkt, an dem die Heavy Hitter des Teams unterwegs waren und somit keine Rückendeckung möglich war. Offiziell konnte sie das Treffen also nicht gut heißen und genehmigen.

Nach dieser ersten Ablehnung veränderte sich Naginatas Miene jedoch etwas und mit einem Handwischen erloschen an allen Kameras des Raumes die Lampen. Jetzt, ohne Aufzeichnungsgeräte, warnte sie Esther zwar immernoch, dass das Treffen sehr gefährlich war und es keine Rückendeckung würde geben können. Sie betonte aber auch, dass durch die besondere Position der Hogo Kyodai - nicht Kernteam und von eine Gaijin geleitet - vielleicht Möglichkeiten bei einem solchen Treffen bestünden, die ansonsten undenkbar wären. Sie konnte es nicht offiziell genehmigen, aber inoffiziell gab sie ihren Segen und wünschte dem Team viel Erfolg und eine sichere Rückkehr.

Arztbesuch

Aber nicht nur Esther hatte etwas vergessen: Auch Hikari fiel ein, dass am Nachmittag eigentlich noch der Besuch in der medizinischen Abteilung anberaumt gewesen war. Diesen hatte sie niemandem mitgeteilt und auch selbst nicht mehr an ihn gedacht. Gerade da nicht mit Rückendeckung zu rechnen war, wollte das Team aber auf jeden Fall eine Möglichkeit haben, dass Nippontai sie würde aufspüren können. Also begab man sich schleunigst in die medizinische Abteilung.

Dort angekommen entbrannte ein Streitgespräch mit dem Diensthabenden Arzt. Dieser benötigte für den geplanten Eingriff eine Legitimation durch das Kernteam von Nippontai, die es natürlich nicht geben würde. Also weigerte er sich, die Implantate einzusetzen.

Das wurde Manuel irgendwann zu bunt und er bat darum, sich die Injektionspistole einmal ansehen zu dürfen. Aus rein akademischem Interesse wie er versicherte. Aber als er sie erst einmal in der Hand hatte, nutze er die Gelegenheit, um, ohne vorherige Rücksprache, Hikari das Implantat zu injizieren. Dies überraschte Hikari und Esther und entrüstete den Arzt, der daraufhin seinen Protest zu Protokoll gab und dann die Krankenstation verließ. Er hatte seine Befehle befolgt und sein Gesicht bewahrt, aber dem Team auch keine weiteren Steine in den Weg gelegt.

Manuel injizierte Esther ebenfalls ein Implantat. Dann veränderte er die Hülle des dritten so, dass sie nicht mehr aus Metall bestand, und injizierte es sich selbst.

Esther befahl Sanmiittai, die Implantate selbsttätig zu aktivieren, wenn er nicht binnen 24 Stunden einen anderen Befehl von ihr erhalten hatte. Die IDs und Ortungsdaten sollten dann an Naginata gehen, die ja zumindest von dem Treffen wusste, auf das die Hogo Kyodai gehen wollten.

Am Hafen (1. Dezember 2005)

Der vorgelagerte Hafen von Edo

Ankunft vor Ort

Pünktlich zur vereinbarten Zeit öffnete Esther ein Portal an den Hafen. Durch ihren Besuch am Nachmittag kannte sie ihn nun gut genug, um den Zielpunkt exakt wählen zu können. Aus Sicherheitsgründen wählte sie einen Punkt außerhalb des Containerlabyrinths.

Dort angekommen machten sich die drei Gefährten auf den Weg in das Labyrinth hinein. Manuel ging wie immer vor, gefolgt von Esther und eine fliegenden Hikari, die die Szenerie aus der Luft im Auge behielt. Als sie um eine Ecke bogen, sahen sie schon, dass auch die Gegenseite nicht nur aus einer Person bestand. Daitora stand zwischen den Containern. Neben ihm schwebte die gesichtslose Gestalt von Chinoyoniakai. Nachdem erste vorsichtige Blicke ausgetauscht worden waren, tauchte dann auch der eigentliche "Gastgeber" des Abends auf: Okura No Oni schwebte aus der Dunkelheit hervor und platzierte sich hinter und über seinen beiden Verbündeten.

Gespräch mit der Maske

Gegenseitige Angebote

Er gab zu verstehen, dass es ihn freute, dass der Ort des Treffens der richtige war, dass aber auch die Esperanza durchaus eine Rolle spielte in dem, warum sie alle hier waren. Die Fraktion dort war ein gemeinsamer Feind und er bot an, dass man sich gegen diesen verbünden sollte.

Das, was er als Bündnis gegen Kuroi Kiri verstand, wurde von den Hogo Kyodai anders aufgefasst. Sie sahen in seiner Forderung, seine Pläne nicht zu durchkreuzen solange der gemeinsame Feind existierte, ein zu weitreichendes Zugeständnis und eine Carte Blanche, die sie ihm nicht geben wollten.

Die Verhandlungen stagnierten eine Zeit lang. In dieser Zeit offenbarte Okura No Oni die Information, dass es innerhalb von Nippontai einen Spion für Kuroi Kiri gab, den er im Falle des Bündnisses enttarnen wolle. Aber auch dieses weitere Angebot änderte nichts daran, dass der Preis zu hoch war.

Auch bezog sich Okura No Oni mehrmals direkt auf Divis Mal und sein Manifest, was Manuel zu Nachfragen in der Richtung bewegte. Okura No Oni selbst, und auch Divis Mal hatten in der Vergangenheit die Aussage getätigt, dass andere Nova nicht angegriffen werden sollten. Nun aber sollte es ein Bündnis, gezielt zum Angriff auf einen Nova geben. Okura No Oni konterte dies damit, dass Kuroi Kiri dem größeren Plan im Wege stand und damit eine Ausnahme darstellte. Aus Manuels Sicht eine sonderbare Antwort, die Okura No Oni ein gutes Stück weit in seinem Ansehen sinken ließ.

Jedem der drei Hogo Kyodai ließ Okura No Oni auch persönliche Angebote oder Drohungen zuteil werden. Aber so verlockend diese auch mitunter waren, so konnten sie doch nicht rechtfertigen, was er dafür verlangte.

Abbruch der Verhandlungen

Irgendwann wurde Okura No Oni aber dann doch klar, dass seine Forderungen nicht erfüllt werden würden, und er brach die Verhandlungen ab. Er würde die angebotenen Informationen nicht zur Verfügung stellen. Und auch konnte er es nicht zulassen, dass die Hogo Kyodai seine Pläne durchkreuzten. Also gab er seinen Schergen den Befehl, die Gefährten anzugreifen und auszuschalten.

Eine dritte Partei

Luftschlag

Doch bevor es dazu kommen konnte, hörten die Gefährten in der Entfernung Geräusche, die auf den Start von Kurzstreckenraketen hindeuteten.

Hikari stieg in die Luft um so der zu erwartenden Explosion zu entkommen. Zuvor hatte sie sich vergewissert, dass Esther bereits ein Portal für sich selbst und Manuel geöffnet hatte. Dieses Portal nutzten die beiden auch sogleich. Und nur Sekundenbruchteile später schlug eine Clusterbombe im Hafen ein. Feuer und Rauch brandeten über das Portal hinweg, aber nichts davon drang hindurch. Sie waren alle in Sicherheit.

Eingreifen in den Konflikt

Nicht jedoch Daitora, den Hikari unter sich erspähte. In mitten des dichten Rauches sah sie ihn kämpfen. Den oder die Gegner konnte sie nicht genau ausmachen, aber immer wieder sah sie für kurze Momente etwas Grünes in dem Nebel. Die Vermutung lag also nah, dass es sich bei dem Angreifer um Burei - den grünen Ronin - handelte. Das gab sie an ihre Kameraden durch, und diese entschieden, sich diese Chance nicht entgehen lassen zu wollen, einen Feind auszuschalten. Also traten sie erneut durch das Portal, das sich hinter ihnen schloss.

Daitora

Wie sich herausstellte, war Hikaris Vermutung jedoch falsch gewesen. Bei den Gegnern von Daitora handelte es sich nicht um Burei, sondern um zwei Personen in High-Tech-Rüstungen, die mit Klingen aus einem grünen Material gegen den fetten Tiger vorgingen und diesem auch tatsächlich Verwundungen zufügen konnten. Eine kurze Überprüfung der Quantensignatur ergab, dass es sich um normale Menschen handelte. Die Technologie hingegen war alles andere als normal. Sie trug die gleiche Signatur wie die Dinge, die Donnahue in seinem unsichtbaren Auto gehabt hatte.

Okura No Oni

Hikari fragte bei Ihrer Kommandantin nach, was die Befehle seien. Sollte sie eingreifen, oder verschwinden. Der Befehl lautete, zur Festung zurück zukehren.Doch gerade, als die kleine geflügelte Gestalt losfliegen wollte, erschien am Himmel wieder Okura No Oni. Hikari setzte zu einer Ehrerbietigen Verbeugung an, als er von einem Bolzen durchschlagen wurde und begann, zu Boden zu sinken. Immer schneller wurde er und der Aufprall auf dem Boden würde ihm vermutlich den Rest geben.

Hikari nutzte ihre Geschwindigkeit, um ihn zu erreichen, bevor es dazu kommen konnte. Sie versuchte, den Bolzen heraus zu ziehen, was ihr aber nicht recht gelingen wollte. Zwar hatte sie in ihrer kleinen Gestalt seit der Rückkehr aus der anderen Welt ihre volle Stärke, aber auch in normaler Gestalt war das nicht besonders viel Kraft. So nahm sie etwas "Anlauf" und flog mit voller Geschwindigkeit gegen den Bolzen, um ihn durch zu stoßen. Sogleich wollte sie mit der Heilung beginnen, wurde sich aber mit einem Mal dem heransausenden Bodens gewahr und wirkte stattdessen eines ihrer Schutzfelder, um den Aufprall zu dämpfen.

Manuel suchte derweil nach dem Schützen. Denn ein Bolzen, der Okura No Oni so schwer verletzen konnte, würde Hikari sicherlich augenblicklich töten. Er erspähte den Schützen, der gerade dabei war, seine Armbrust nachzuladen, auf einigen Containern stehend. Eine kurze Überprüfung ergab, dass der Bolzen keinerlei Metall enthielt und das Material etwas war, was dem Stand der Technik um Jahrzehnte voraus war. Direkt würde er ihn nicht stoppen können. Aber indirekt, indem er dem Schützen die Sicht- und Schusslinie nahm. Also schnappte er sich einen der umstehenden Container, die ja dankenswerterweise aus Stahl waren, und levitierte diesen zwischen Schützen und Hikari.

Der Schütze war für den Moment neutralisiert, aber der Aufprall blieb ein Problem. Glücklicherweise hatten Hikaris Versuche den Fall etwas gebremst, so dass Manuel genug Zeit hatte, den Boden, auf dem die beiden aufschlagen würden, so zu verändern, dass er gummiartig nachgab und die Fallenden so abfederte anstatt ihnen alle Knochen zu brechen.

Nachdem sie auf Okura No Oni gelandet war, begann Hikari augenblicklich damit, die Wunde zumindest zum Teil zu heilen und den Schwerverletzten mehr als nur zu stabilisieren. Währenddessen schnappte sich Manuel den Bolzen. Diesen wollte er später genauer untersuchen. Eine derartige Waffe war zu interessant um ignoriert zu werden.

Donnahue

Esther hatte sich mit Hilfe eines Portals in der Zwischenzeit zu dem Schützen begeben und diesen in ein Gespräch zu verwickeln versucht. Dieser reagierte darauf damit, dass er sich unsichtbar machte. Aber mit Hilfe ihrer Telepathie war es für Esther ein leichtes, ihn dennoch aufzuspüren. Und so zwang sie ihm dann doch ein Gespräch auf. Erst hinterher wurde ihr klar, dass es sich bei dem Mann um Donnahue gehandelt hatte. In der Kampfkleidung, die er trug, hatte sie ihn nicht sogleich erkannt.

In dem Gespräch gab Donnahue zu verstehen, dass die Hogo Kyodai einen riesigen Fehler machten und sich für die falsche Seite entschieden hätten. Esther konterte damit, dass sie sich für gar keine Seite entschieden hätten. Sie waren lediglich angegriffen worden - offenbar von Donnahue und seinen Leuten - und Hikari versuchte nun, jemandem das Leben zu retten. Einfach, weil es ihre Art war. Angriffe ihrerseits hatte es auf keine der beiden Seiten gegeben.

Deeskalation

Donnahue erwiderte darauf nichts, ließ aber frustriert den Angriff seiner Leute beenden und machte sich auch ebenfalls schnell davon.

Die Situation war vorerst geklärt. Die beiden Schwertkämpfer, gegen die Daitora noch immer gekämpft hatte, verschwanden im Nebel und der fette Tiger kehrte zu seinem Meister zurück.

Dieser hatte in der Zwischenzeit ein Gespräch mit Hikari und Manuel geführt und für seine Rettung bedankt, auch wenn er die Gründe nicht verstand. Hikari gab zu verstehen, dass es ihre Natur war, zu schützen und zu retten und dass es dabei keine Rolle spielte, um wen es ging. Manuel gab an, dass er eher Hikari geschützt habe als den Mann hinter der Maske. Aber jetzt, wo Esther gerade nicht dabei war, gab er auch zu, dass er in nicht wenigen Punkten mit den Ideen von Okura No Oni und Divis Mal übereinstimmte. Nur in dem recht wichtigen Punkt der Methodik nicht. Seiner Ansicht nach musste die alte Welt nicht gewaltsam zerstört werden, damit eine neue und bessere geschaffen werden konnte. Und auch die ihm gemachten Angebote waren sehr verlockend. Er sei nur noch nicht bereit, diese anzunehmen. Und er war sich auch nicht sicher, ob er es jemals sein würde.

Als Daitora zu dem Gespräch hinzukam, teilte ihm Okura No Oni mit, dass der Tiger, sollte er den beiden Anwesenden im Kampf begegnen, ein Mal das Feld räumen solle ohne einen Kampf zu suchen. Dann erhob sich Okura No Oni mit seinem Schergen in die Luft und flog davon.

Esther hatte einen Teil des Gespräches ebenfalls mitbekommen, wusste aber bei manch einer Äußerung noch nicht recht, was sie davon halten sollte. Für den Moment sprach sie das aber nicht an.

Die Hoffnung läuft aus

Gerade, als die Kameraden sich auf den Weg zurück in die Festung machen wollten, hörten sie vom Wasser her einen Tumult. Offenbar hatte die Esperanza hastig die Anker gelichtet und versuchte, zu fliehen. Mit samt dem radioaktiven Material noch immer an Bord.

Die Kameraden waren zwar schon ordentlich gebeutelt durch den Tag, aber das konnten sie natürlich nicht zulassen ...

Anerkannte EP: 5
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