Kapitel 46: Weltenreise

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Zielsetzungen

Generelle Ziele

Das Team machte sich Gedanken darüber, wie die Situation auf Dauer verbessert werden konnte. In einem Gespräch stellte Hidana an jeden gezielt die Frage, was das übergeordnete Ziel sei. Die drei Kernmitglieder der Hogo Kyodai antworteten jeweils leicht unterschiedlich:

  • Esther wollte den Frieden in Japan wiederherstellen
  • Hikari wollte die Militärherrschaft über das Land beenden
  • Manuel wollte, dass die Nova Japans wieder frei von Unterdrückung und Verfolgung sein sollten

All diese Ziele waren erfüllbar, aber sie waren doch auch nicht deckungsgleich. Esthers Ziel sogar durch eine Niederlage Nippontais zu erreichen.

Akutes Ziel

Als nächstes dachte das Team darüber nach, wie die gesetzten Ziele zu erreichen seien. Und der beste Weg dazu schien zu sein, die Unterstützung der Bevölkerung zurückzugewinnen. Denn, so Manuel, die Geschichte habe gezeigt, dass kaum ein Regime dauerhaft gegen den Willen des eigenen Volkes regieren könne.

Also war der Plan: "Tue Gutes und berichte darüber!"

Die Medienberichte über die Rettung der Menschen aus dem Einkaufszentrum waren ein guter Anfang. Aber sie waren zu klein. Und das Team hatte niemanden, der sich damit auskannte, Medienarbeit zu leisten. Also wurde als nächstes unmittelbares Ziel ins Auge gefasst, Shimamoro Sosuke ausfindig zu machen und wieder in Dienste der Nova zu stellen.

Maßnahmen

Virale Nachricht

Während der Diskussion, was zu tun sei, hatte Manuel aber bereits an etwas eigenem gearbeitet. In den klassischen Medien kannte er sich nicht gut aus, aber das OpNet war seine zweite Heimat. Und dort wusste er, wie Nachrichten funktionierten.

Am Tag zuvor, so hatten die Gefährten aus den Nachrichten erfahren, war ein junges Liebespaar aus zwei Novas, die sich auf Grund der neuen Gesetzeslage hatten registrieren lassen müssen, in ihrem Haus von einem wütenden Mob eingesperrt und worden. Eine tragische Geschichte, aber zugleich auch eine Chance.

Manuel hatte sich alle verfügbaren Informationen zu den beiden jungen Nova geholt, ihre Profile in den sozialen Netzwerken studiert und so ihre markantesten Wesenszüge, Stärken und Träume herausgefunden. Mit diesen Informationen erstellte er ein Trauervideo, in dem er die Schuld an den Geschehnissen dem Registrierungsgesetz und damit indirekt der Regierung gab.

Das Video zeigte er dem Rest des Teams und diese waren beeindruckt. Technisch und sachlich gab es nichts mehr zu verbessern. Aber sehr wohl fehlte noch die emotionale Komponente und so machte sich das Team gemeinsam daran, das Video zu verbessern. Nach einigen Stunden Arbeit war ein wahres Meisterwerk entstanden, das dann auf diversen nationalen und internationalen Videoplattformen hochgeladen und über soziale Netzwerke publik gemacht wurde.

Es dauerte keine 20 Minuten, bis die ersten Server durch die vielen Anfragen in die Knie gingen. Und keine 30 Minuten, bis die Regierung versuchte, das Video zu blockieren. Aber da war es bereits derartig weit verbreitet, dass die Hogo Kyodai nicht einmal mehr selbst weitere Kopien hochladen mussten. Es gab genug Nutzer, die das von sich aus taten.

Das Hokkaido-Team

Eine weitere Baustelle, um die sich Esther während der Arbeiten am Video widmete, war das Team auf Hokkaido. Zu diesen hatte es in der Vergangenheit bereits Kontakte gegeben, als Hokkaido von einer Flutwelle bedroht gewesen war, und so konnte Esther die ihr bekannten Personen mental kontaktieren. Sie fragte, wie der Status des Teams sei und erfuhr, dass diese weiterhin und unvermindert auf Seiten Nippontais standen. Außerdem wurde für den Abend des gleichen Tages eine große Aktion angekündigt, über die aber noch keine weiteren Informationen herausgegeben wurden.

Shimamoro Sosuke

Aufspüren

Nachdem diese akuten Dinge geklärt waren, machte sich Esther daran, Sosuke ausfindig zu machen. Sie suchte nach der mentalen Signatur des Mannes und fand sie auch nach einiger Zeit in einem entlegenen Dorf in den Bergen, wo Sosuke offenbar gerade auf einem Feld arbeitete.

Eine Sichtung des Dorfes auf Satellitenbildern bestätigte den Eindruck der Abgelegenheit. Und auch ein kurzer Überflug Hikaris mit einer Kamera zeigte keine Auffälligkeiten. Das Dorf schien nur selten Besuch von der Außenwelt zu bekommen und es gab nur wenige Spuren technischer Errungenschaften der letzten Jahrzehnte.

Vom Weg abgekommen

Es schien alles gut und so machten sich die Gefährten durch ein Portal auf in die Nähe des Dorfes. Alles schien auf den ersten Blick seine Richtigkeit zu haben. Aber je länger die Gefährten in der Gegend verweilten, desto mehr sonderbare Dinge fielen ihnen auf. Die OpPhones waren Holzarmreife, ihre Kleidung hatte sich verändert und gehörte in eine andere Epoche, und selbst die Gedanken schienen sich nach und nach dieser feudaleren Realität anzupassen.

So schnell es ging, suchten die Gefährten Sosuke. Sie fanden ihn in einer abgelegenen Hütte. Doch er war ein alter Mann, gebrechlich und ohne echte Erinnerung an die Hogo Kyodai. Einige Konstruktionen an seinem Haus passten aber nicht zum restlichen Technologiestand der Gegend, so dass klar war, dass sie die richtige Person hatten.

Problematisch war aber, dass er nicht alleine in dem Haus lebte. Mit ihm wohnten dort seine beiden Enkel. Einer von ihnen keine 10 Jahre alt, der andere Erwachsen aber von einfachem Verstand. Und ohne Erinnerungen und mit einer Familie vor Ort war es nicht möglich, ihn zum freiwilligen Mitkommen zu überreden.

Gerade als der Entschluss gefasst worden war, ihn unfreiwillig mitzunehmen, kam es zu einem Angriff. Die Realität drang nicht nur in die Gedanken der Gefährten ein um sie festzuhalten, sondern versuchte auch physisch, sie am Wegkommen zu hindern. Und das Hindernis hatte die Form von Banditen aus dem Wald und dann eines gigantischen Oni mit ebenso gewaltigem Tetsubo.

Manuel stellte sich dem Monster in den Weg und verschuf Esther so die nötige Zeit, ein Portal zu öffnen. Hikari sammelte unterdessen den wieder entlaufenen Sosuke sowie die beiden Kinder ein, und gemeinsam flohen alle durch das Portal zu der Stelle, an der sie diese Welt betreten hatten. Die Hoffnung war, dass an dieser Stelle auch eine Rückkehr in ihre eigene Welt möglich sein würde. Esther öffnete ein weiteres Portal.

Edo Noir

Doch die Welt, in der das Portal endete, war ebenfalls nicht die Heimat der Charaktere. Statt dessen waren sie in einer Welt gelandet, die, wie sie erfuhren, bisher für Esther nur in ihren Träumen existiert hatte. Eine Welt, in der die Nova durch ein Serum entstanden waren, und wo es ein Gegenmittel gegen den mutagenischen Zerfall gab. Und in der die eigentliche Esther eine Geheimagentin gewesen war, aber nun nicht mehr lebte. Unsere Esther hatte schon mehrfach deren Identität angenommen und wusste so auch, dass es in "ihrem" Haus eine Weile sicher sein würde. Und so zogen sich die Gefährten dorthin zurück, um zu beratschlagen und Pläne zu schmieden.

Während der Fahrt zeigte sich bereits, dass der Ortswechsel Sosuke gut getan hatte, denn er begann sichtlich jünger zu werden und nach und nach begannen auch seine Erinnerungen zurückzukehren.

In Esthers Villa angekommen, stellte Esther ihren Gefährten die beiden Adoptivtöchter vor, die ihre Doppelgängerin in dieser Welt gehabt hatte. Zwei junge Filipina. Manuel nutzte die Chance, mit den beiden gemeinsam philippinische Spezialitäten zu kochen und dabei ein wenig mehr über ihre Vergangenheit herauszufinden. Offenbar war ihre Heimat zerstört worden und Esther hatte sie bei sich aufgenommen - zu gleichen Teilen als Töchter und als billige Hilfskräfte im Haus.

Nach dem Essen wurden verschiedene Theorien diskutiert, wie man wohl wieder nach Hause gelangen könne. Außerdem gab es die Gelegenheit, das Serum gegen den Zerfall zu begutachten. Leider stellte sich dabei heraus, dass die Chemie in dieser Welt gänzlich anders funktionierte und es keine Chance gab, das Serum in der normalen Welt zu replizieren. Die notwendigen Substanzen konnten dort nicht existieren.

Noch während all das auf der Veranda diskutiert wurde, nahmen die Gefährten eine kleine Gestalt in schnellem Anflug wahr. Zuerst dachte Esther, dass es sich dabei um den Ex-Mann ihrer Doppelgängerin handeln müsste - Cestus Pax. Aber wie sich herausstellte, war es niemand anders als Yumi Kara. Zumindest gab die Gestalt sich zuerst als solche aus, aber die Scharade war nur von kurzer Dauer und schon bald offenbarte sich der Besucher als Divis Mal. Er sagte den Gefährten, dass sie in ihre eigene Welt zurückkehren sollten, da sie dort wichtige Dinge zu erledigen hätten. Und er gab zu verstehen, dass er ihnen dabei helfen konnte.

Sosuke war zwischenzeitlich wieder fast in seinem normalen Alter angekommen und erinnerte sich bereits deutlich an die Personen, mit denen er unterwegs war. Seine beiden Enkel verstanden all dies nicht. Und so entschied Esther, dass es für den Moment einfacher wäre, sie nicht mit in die normale Welt zu holen, sondern in Obhut ihrer Adoptivtöchter zu lassen.

Sie öffnete ein Portal, Divis Mal veränderte die Struktur des Quantenraumes um das Portal herum und die Gefährten schritten hindurch.

Brave Old World

Dieses Mal führte das Portal auch tatsächlich in die normale Realität zurück. Und keinen Moment zu früh, wie sich zeigte. Denn es war wenige Minuten vor 21 Uhr. Die Zeit, zu der das Hokkaido-Team eine wichtige Meldung angekündigt hatte. Und tatsächlich ließ die Meldung auch nicht auf sich warten.

Der Präfekturminister von Hokkaido trat vor die Kameras und verkündete, dass mit sofortiger Wirkung Hokkaido nicht mehr Teil von Nippon sei. Der Kurs der Regierung wurde aufs bitterste Verurteilt und Hokkaido distanzierte sich von diesem. Jeder, der wollte, würde auf Hokkaido Zuflucht erhalten. Egal ob Nova oder nicht. Und eine Pflicht zur Registrierung würde es selbstverständlich nicht geben. Jedes Eindringen von japanischen Truppen in das Gebiet Hokkaidos würde als kriegerischer Akt gewertet und entsprechend beantwortet werden. Auch nur nicht zuletzt mit Hilfe des Hokkaido-Teams, das ebenfalls im Hintergrund der Übertragung zu sehen war.

Offenbar war das Ganze von langer Hand geplant gewesen, denn auch entsprechende Nachfragen wurde bekannt gegeben, dass ein Antrag bei der UN auf Mitgliedschaft sich bereits in Bearbeitung befinde und man von einer zügigen und positiven Antwort ausgehe.

Auf weitere Nachfragen wurde ebenfalls offenbart, dass dies erst der Anfang sei. Nach etwas Zögern und Beraten mit einem seiner Leute, verkündete der Minister dann, dass der nächste Schritt ebenfalls gerade stattgefunden habe: Kuro-Tek hatte sich und sämtliche seiner Firmenbesitztümer für Extraterritorial erklärt und gab bekannt, diese ebenfalls mit Waffengewalt gegen das Eindringen von Kaisertreuen Truppen schützen zu wollen.

Diese geschah dann auch in Form einer weiteren Liveschaltung in die Zentrale von Kuro-Tek durch Verlautbarung des CEO. Kuro-Tek deklariert sich extraterritorial.

Anerkannte EP: 4 (+1)

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