Kapitel 4: Öffne die Augen und lerne zu sehen

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Die Festung in den Wolken - 06. Juli 2005

Empfang

Unsere Freunde, gerade angekommen auf einer offenbar anderen Welt, in welcher der violette Himmel von zwei riesigen Monden beherrscht wird, haben kaum Zeit, sich zu akklimatisieren und den Ort als solchen zu akzeptieren.

Miko, die Shinto-Priesterin von Nippontai, kommt Ihnen in einem weiten, weiß-rosafarbenen Kimono mit aufgestickten Kranichen entgegen, begrüßt sie formell und fordert sie auf, ihr zu folgen. Gemeinsam steigen sie eine weite gewundene Treppe hinauf, die sie immer näher an die beindruckenden Mauern der Festung führt. Nakamura-san studiert die Verteidigungsanlagen und sowohl er als auch Miyoshi-san entdecken feine Linien im Boden auf Steinplatten und Blumenbeeten, die auf versenkbare Anlagen hindeuten. Miyoshi-san bemerkt auch einen Widerspruch in der Flora. Farne, so groß wie aus der Uhrzeit und Sukkulenten wachsen hier nebeneinander. Das würde auf einen massiven klimatischen Unsinn hinweisen. Hamapongo-san nimmt einige Blätterproben mit dem Zweck, sie später zu untersuchen. O’Hara-san jedoch staunt und schweigt, wirkt überwältigt von der Situation.

Am massiven Tor angekommen, bittet Miko formell um Einlass, der auch gewährt wird. Als die neuen Gefährten über den mit feinem Kies bestreuten Innenhof der Festung gehen, sehen die Naginata auf einer freien Fläche, die gegen robotisierte Gegner Übungskämpfe mit der namensgebenden Waffe vollführt. Ihre Bewegungen sind noch etwas staksig, aber sie ist wieder auf den Beinen. Als sie die Gäste bemerkt, begrüßt sie diese knapp mit einer Verbeugung und einem Lächeln. Dabei wird sie in diesem Moment von einem der Mandroids attackiert, den sie, ohne hinzusehen, mit einem Blitz aus klarem Nachthimmel zischend zu Boden schickt.

Die Gäste werden aber direkt weitergeführt zum Hauptturm der Festung. Dort werden, nach japanischer Sitte, die Schuhe gewechselt. Miko zeugt kurz einer Schnitzerei eines Yokai Respekt, der über die Schuhe wacht und führt sie dann ins Innere. Hier geht es durch weite Flure, die Wände sind dünn und aus Papier, oft verziert von kunstvollen traditionellen Malereien. Im zweiten Stock bittet sie die Gäste in einen Raum, dessen Tür mit einem Drachengemälde verziert ist. Der Raum ist groß, vor Kopf ist ein etwa 10cm hohes hölzernes Podest, ein Kissen ruht darauf in der Mitte, links und rechts von Feuerbecken umrahmt. Im Halbrund liegen vier Kissen vor dem Podest, ein weiteres ist links neben dem Podest, ein letztes am hinteren Rand des Raumes, hier bedecken Vorhänge den weiteren hinteren Bereich des Raumes.

Miyoshi-san nahm zuerst Platz, dann Nakamura-san, gefolgt von Hamapongo-san und letztendlich O’Hara-san. Von links nach rechts saßen nun also O’Hara-san, Hamapongo-san, Miyoshi-san und Nakamura-san.

Miko nimmt auf dem Kissen zur Seite des Podestes Platz, nun heißt es warten. Die Minuten verstreichen, Miyoshi-san und Nakamura-san warten geduldig, O’Hara-san prüft ihre Mails und Termine, stellt aber fest, dass sie keinen Empfang hat und Hamapongo-san untersucht die gesammelten Blätter. Dabei wird ihm klar, dass die Pflanzenblätter keine zelluläre Struktur haben. Also ist der fremde Planet doch nur eine Illusion? In dem Moment tritt Ryu-kou-dono ein und nimmt Platz auf dem Kissen auf dem Podest. Auch hinter den Gästen rascheln die Vorhänge und eine sechste Person nimmt Platz. Als O’Hara-san sich umdreht, sieht sie einen überaus attraktiven Mann, schwarze zum Zopf gebundene lange Haare, ein rotgoldener Kimono mit einer blutroten Maske über die Augen. Dieser nickt nur kurz.

Ryu-kou-dono lässt sich Zeit, ist selbst in einem dunkelgrünen Kimono gekleidet, bestickt mit goldenen Drachen, die sich um einen Lotus winden. Er trägt sein Daisho zwar waagerecht abstehend, hat aber die Scheiden mit den inneruhenden Klingen der Schwerter nach oben gedreht. Seine Stimme ist tief, sonor und ruhig, scheint alles zu durchdringen. Er befragt die Gäste, wer sie sind, wem Nippontai danken darf, dass sie Naginata gerettet haben. Zudem möchte er natürlich auch wissen, welche Attarashi koka sich so Ruhm verdient haben.

Eine kurze Vorstellungsrunde nimmt einige Minuten Zeit ein, immer wieder kommunizieren Miko-sama und Ryu-kou-dono still, nur ihre Mimik und Gestik verrät, dass es offenbar eine telepathische Kommunikation ist. Als er anbietet, aus Dank, die noch untrainierten Attarashi koka ausbilden zu lassen, damit sie ihre Kräfte und Möglichkeiten sicherer beherrschen, meldet sich die spöttische herablassende Stimme des Zuhörers im hinteren Bereich.

Höhnend sagt er, ohne viel Höflichkeit, dass es wohl auch darum gehe, dass Nippon nicht durch unausgebildete Attarashi koka dem Erdboden gleich gemacht wird und stichelt dabei auch in Richtung von Ms Esther O'Hara. Es entbrennt ein kleines Wortgefecht zwischen den beiden, das aber schnell von Miko-sama gestoppt wird. O’Hara-san wahrt Contenance, nur die Aktivierung ihrer besonderen Gabe, immer als perfekter Gast gesehen zu werden, bewahrt sie vor einem auf der Etikette basierten Fauxpas. Auf die Frage, was sie als von T2M ausgebildet, erhalten könne als Dank, entgegnet sie, dass sie sich die wahrhaftigen Antworten auf fünf Fragen wünscht. Dieses wird gewährt.

Tsunami - Name, Katastrophe oder beides?

Danach konzentriert sich das Gespräch auf Esthers Vision. Nach einer Beschreibung des Gesehenen wirft Miko-sama ein, dass es sich auch um ein Sinnbild handeln könnte für die Nova-Terroristin Tsunami, die in einem speziellen Gefängnis auf einem Berghang auf der Insel Hokkaido inhaftiert ist. Ryu-kou-dono wünscht eine Befragung der Terroristin und regt an, dass die Gäste dieses in Begleitung von Naginata übernehmen - im Auftrag von Nippontai. Tsunami ist eine ehemalige Meeresbiologin, die auf Seiten eines militanten Zweiges von Green Peace der japanischen Industrie massiven Schaden zugefügt hat.

Damit endet der Empfang auch – Hamapongo-san möchte jedoch wissen, wo sie sich wirklich befinden. Das überrascht Ryu-kou-dono, er wirft einen Blick auf den hinteren Zuhörer und fragt Ihn, welcher damit klar als Sagishi offenbart wird, ob der Geist (japan. Obake) zu tun hat. Sagishi bestätigt dies. Ryu-kou-dono betont, dass es nur eine Spielerei war und entschuldigt sich, ohne das Gesicht zu verlieren. Offenbar ist man also noch auf der Erde.

Es ist nun späteste Nacht, die Morgendämmerung zeichnet sich bereits langsam ab und gemeinsam mit Miko-sama wandern die Gäste durch die Festung. Hierbei teilt sie ihnen mit, dass die Ausbildung in zwei Tagen beginnen würde und sie mit Hubschraubern zu ihren Unterkünften gebracht und dann auch wieder abgeholt werden. So wird den Gästen noch etwas Zeit gegeben, um Vorbereitungen zu treffen. Außer O’Hara-san nehmen alle das Angebot an, nur sie nutzt eines ihrer Portale, um zurückzukehren. Auf dem Weg zu den Heli-Landeplätzen erhaschen die baldigen Freunde erste Blicke auf die prachtvollen Gärten, Laboratorien und weiteren Gebäuden des gewaltigen Komplexes.

Zwei Tage Vorbereitungszeit - 07/08 Juli 2005

Zwei Tage verstrichen ohne nennenswerte Zwischenfälle, alle nutzten die Zeit, um noch das eine oder andere zu erledigen, bevor die Hubschrauber sie wieder abholen würde.

  • Esther O'Hara nahm sich Urlaub und hatte zuvor noch ein Gespräch mit dem US Botschafter Carlton Harris, der ihr gegenüber sehr deutlich machte, dass ihre Anwesenheit auf Kyuden no kumo sehr wichtig sei und möglicherweise Wege für T2M glätten kann. Dabei wählte er jedoch nicht unbedingt freundliche Worte. Sie erledigte nichts besonderes, besuchte ihre Eltern und war bereits einige Stunden vor den anderen wieder durch ein Warp-Portal auf dem Weg zur Festung.
  • Nakamura "Mu-Mio" Kenshin erhielt eine Nachricht von der ihm zugeteilten militärischen Führung und würde erst später zum Rest wieder dazu stoßen.
  • Manuel Danilo "Panday" Hamapongo hatte eine weitere Sitzung mit dem PR Team seines Unternehmens und setzt dort durch, dass ein Kostümdesign, welches ihm am Besten gefiel, in die Produktion geht. Diese war jedoch nicht schnell genug fertig, so dass er die gesamte Rüstung hätte mitnehmen können. Da Einzelbauteile sinnlos wären, nahm er normale Schutzkleidung mit. In seinen Augen wird es sich um Kampftraining handeln, er hatte nicht verstanden, was es heißen würde, ihn komplett zu machen. Zuvor hatte er noch ein Gespräch mit seinem Studienfreund und CEO Yagami Hakiro, der ihn vor der bevorstehenden Zeit warnte und darauf acht geben soll, nicht ausgenutzt zu werden. Er würde Ihm immer vertrauen können, so es Probleme und Gefahren gäbe. Zudem kann er noch etwas an seinem neuesten Projekt, einem Schwert, welches auch die Stärke eines Nova aushält, arbeiten.
  • Miyoshi "Shiroi Tenshi" Yumi Kara ruhte sich viel aus, um das Erlebte im Ansatz zu verarbeiten und brachte ihren Bruder mit ihrer besten Freundin nach Kyoto, um sie dort aus einem etwaigen Schussfeld zu bringen. Desweiteren machte sie etwas Druck bei der Sicherung der Namensrechte für das avisierte Korusain und kontaktierte auch den Nova-Gaijin-Detektiv Ian McDurmit, den sie auf Sagishi angesetzt hatte. Dieser hatte binnen der letzten zwei Tage herausgefunden, dass der Nova schon recht früh eruptiert ist, wenige Monate nach dem N-Day. Angeblich soll er Soldat der Yakuza gewesen sein, als Teil der Yamaguchi Gumi-Familie. Etwas massives und einschneidendes sei geschehen, dieses hat Sagishi nachhaltig verändert. Mutmaßlich soll er auch fast überall am Körper tätowiert sein, nur Arme und aufwärts von den Schultern nicht. Abschließend hatte sie die Konstruktion von Kommunikationsgeräten mit hoher Reichweite und Unempfindlichkeit gegenüber Einflüssen wie hohe Geschwindigkeit etc. eingeleitet, da die Miyoshi Corporation genau in diesem Geschäftsgebiet ihre Expertise hat.

Rückkehr und Erkenntnisse - 08. Juli 2005

Esther O'Hara kehrt als erste zurück und wird im Moment, in dem sie durch ihr Portal schreitet, von dem Windzug einer Katana begrüsst und sieht einer ihrer Haarsträhnen sanft zu Boden fallen. Niemand anderes als O'Kage-sama steht in Kampfhaltung, das Schwert über sich erhoben, vor Ihr und knurrt sie an, nie wieder ohne vorherige Informationen diesen Weg in die Festung zu nehmen, so ihr ihr Leben lieb ist. Sie wird ohne Umwege in ihre sehr spartanische Kammer geschickt, in der nicht mehr als ein Bett aus Tatami, eine Kissenrolle, eine Holzbank, um einen Schrein aufzubauen und ein Rüstungsständer ist. O'Kage weist sie an, die Kammer nicht zu verlassen, bevor die anderen auch hier sind und lässt sie alleine. Die Amerikanerin will kurzerhand mit einem Portal nach Hause reisen, packt dann aber ihre Sachen aus und geht zu Fuß in die Gärten, die sie gesehen hat. Dort sucht sie sich einen Platz an einem See, beobachtet unbehelligt das Treiben der Angestellten und liest einiges im OpNet, vertreibt die Zeit und ist gereizt wegen der Behandlung durch O'Kage-sama.

Einige Stunden später werden die anderen beiden an ihren Unternehmen eingesammelt und zum Kyuden no kumo gebracht. Sie werden von Ryu-kou-dono und Miko-sama am Helilandeplatz empfangen, auch Esther gesellt sich dazu. Den aufmerksamen Beobachtern entgeht nicht, dass weitere versenkbare Plattformen auf dem asphaltierten Platz vorhanden sind - ein Indiz auf tieferliegende größere Einrichtungen? Auch O'Kage erscheint zu der Begrüßung und weist Esther drauf hin, dass sie bereits eine Grenze in sich überschritten hätte, als sie seinen Befehl missachtete. Er macht jedoch mehr als deutlich klar, dass das nicht immer toleriert werden würde und es Befehle gäbe, die keinen Widerspruch dulden.

Nach einer kurzen Begrüßung geht es in die eigenen Kammern und zum Abendessen mit Miko-sama. Zu einfachem Reis und Fisch tauscht man sich aus in einem der einfach eingerichteten Speisesääle, bespricht aber nur, wie weit die einzelnen jeweils schon in die tieferen Bereiche des Daseins als Mitglied des neuen Volkes eingedrungen sind. Zusätzlich erfahren unsere Freunde, dass der neu eruptierte Nova aus dem Hard Rock Café auch in der Festung ist und dort von Kyojin-sama trainiert wird, um sich und sein neues Dasein besser zu verstehen. Miyoshi-san bringt dieses an den Rand eines massiven Bruches der Etikette. Sie ist außer sich und bezeichnet den Visual Kei Fan als Hentai und Vergewaltiger. Miko-sama verabschiedet sich recht früh und weist die anderen drauf hin, auch früh zu Bett gehen, denn der kommende Tag werde anstrengend. Später tritt noch ein stiller breitschultriger Mann in den Saal, setzt sich aber an einen Tisch weitab der Gäste und isst alleine. Unsere Freunde mutmaßen, es könne sich um Kyojin-sama handeln.

Wälle, die es niederreißen zu gilt - 09. Juli 2005

Der nächste Morgen beginnt früh, um 5 Uhr. Während Manuel und Kara bereits auf ihre Abholung warten, wird Esther durch ein Klopfen geweckt, ziert sich und mault, sie wolle noch schlafen. Die anderen hatten sich Wecker gestellt und waren geduscht und angezogen. Nachdem einige Male des Klopfens vergangen sind, zerbirst die Holztür mit immenser Wucht durch einen Hagel von fingerlangen Dolchen. Jene strömen einem Hagelschauer gleich aus der Hand von Sandra 'Sauzando Naifu' Akihito. Miyoshi-san stürmt auf den Flur, bereit für alles und wird von Sandra mit sehr scharfen Worten in ihre Kammer zurückgeschickt, in der sie hinter der Schwelle vor geöffneter Tür wartet. Esther wird ebenso scharf zurechtgewiesen und alle sollen binnen zwanzig Minuten gewaschen und angezogen sein und auf dem großen Innenhof der Festung bereit stehen.

So geschieht es dann auch und alle, noch mit dem Schock in den Knochen, stehen auf dem Innenhof. Zausando Naifu wartet bereits und trägt eine eng anliegende schwarze Trainingskleidung. Sie befragt die Anwesenden, inwieweit sie schon gespürt haben, dass Grenzen ihre Kräfte behindern. Jeder antwortet und Esther, wissend, was nun kommt, bereitet sich auf das Schlimmste vor. Zausando Naifu weist sie an, sich lose aufzustellen und einfach zu reagieren. Sie hingegen hält sich raus und wird nur beobachten, Es öffnen sich vier Schächte im Boden rund um die Gefährten und ein Schwarm wütender Drohnen steigt hervor. Die Drohen sind nicht größer als Mülltonnendeckel, haben aber zwei Waffenrohre auf der Unterseite montiert.

Manuel steigt zuerst in die Luft und zerstört mit dem Schwert eine Drohne. Es strömen jedoch immer mehr hervor. Yumi Kara greift einer der Drohnen und richtet sie auf Zausando Naifu. Diese grinst nur anerkennend. Dann beginnen die Drohnen kleine Pfeile mit Glasphiolen zu verschießen. Manuel versucht, einen der Schächte zu schließen, in dem er sich das verkleidende Metall Untertan machen will, um es zu verformen. Dann spürt er auf einer instinktiven quantenbasierten Ebene, dass etwas im Metall sich ihm und sich seinen Energien entgegenstemmt. Yumi Kara verschließt indes mit roher Kraft und Gewalt zwei der Schächte, einen durch einen Tritt auf den Boden, in den anderen schleudert sie die gefangene Drohne. Dann der Schock - Esther ist offenbar von den kleinen mit Glasphiolen bestückten Pfeilen getroffen worden und geht schwindelig in die Knie. Die anderen wurden auch getroffen, jedoch konnten die Pfeile die Haut nicht durchdringen. Esther, seit dem Anfang der Übung einen Blaster von Manuel in der Hand, rappelt sich wieder auf und kann nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden. Sie feuert auf Yumi Kara, die sie für eine Bedrohung hält. Manuel sieht dies und wird leicht hektisch. Für jeden der verschlossenen Schächte strömen mehr Drohnen aus den verbleibenden. Als das Adrenalin überhand nimmt, spürt er für einen winzigen Moment etwas jenseits seines eigenen Bewusstseins. Ein Funken der Unendlichkeit, von kosmischer Macht. Verzweifelt greift er danach und öffnet sich dem tosenden Chaos der Urtümlichkeit. Als er für den Hauch einer Sekunde eins ist mit den Energien des Universums, erscheint ihm plötzlich alles so klar, selbst die ultimativen Weisheiten prägen sich in seinen Geist - doch dann entlädt sich die Energie in seinen Willen und der metallene Schacht schmilzt zu einem gläsern glänzenden Brocken zusammen. Das allgegenwärtige Wissen der Unendlichkeit schwindet mit der Entladung.

Zausando Naifu applaudiert begeistert und kommandiert die übrigen Drohnen mit einer Fernsteuerung zurück in den letzten Schacht, gibt Esther ein Gegengift und weist Angestellte an, den Platz aufzuräumen und die zerstörten Schächte zu ersetzen.

Als Zausando Naifu sie verlassen hat, begeben sie sich zum Frühstück. Danach kommt es zu einer weiteren Audienz bei Ryu-kou-dono. Er und erkundigt sich nach den Erkenntnissen. Nach einem kurzen Bericht der Gefährten nickt er zufrieden und teilt ihnen mit, dass sie am Abend mit einem der NT-Hypergleiter nach Hokkaido aufbrechen würden, um die Befragung von Tsunami vorzunehmen. Als die Frage nach den Lehrern aufkommt, teilt Ryu-kou-dono den Anwesenden seinen Willen mit. O’Hara-san wird von O'Kage-sama unterrichtet, Nakamura-san von Naginata-sama, Hamapongo-san von Miko-sama und letztendlich Miyoshi-san zuerst von Kyojin-sama und anschließend von Ryu-kou-dono selbst. O’Hara-san fragt nach, wieso sie genau von O'Kage-sama ausgebildet wird. Es wird ihr erklärt, dass sein Ansatz zum Bushido ihren Werten am nächsten sei und daher das Erlernen dieser Werte ihr am ehesten leicht fallen würde. Die Frage nach ihren zukünftigen Loyalitäten beantwortete sie erst einmal nicht.

Den Gefährten wird nun etwas Ruhe gegönnt und auch Zeit, das Gelernte zu verarbeiten. Hamapongo-san bemüht sich, das Erfahrene in Worte zu fassen, scheitert aber. Lediglich Esther versteht ihn. Der restliche Tag soll nach dem gemeinsamen Mittagessen mit Miko-sama dem Training natürlicher Begabungen und den Gesprächen mit den Mentoren gewidmet sein.

Miyoshi-san und Hamapongo-san nutzen die Chance, um gemeinsam fernöstlichen Kampfsport zu trainieren. Nach dem Essen gehen die Gefährten eigenen Studien, teils in ihren Kammern, nach und suchen zum frühen Nachmittag ihre Mentoren.

Hamapongo-san findet Miko-sama an einem Shinto-Schrein unter einem roten geschwungenen Torii-Bogen in dem zweiten äußeren Ring der Festung. Insgesamt schützen vier Verteidigungswälle die Festung. Ihre glockenhelle Stimme lobpreist die Kami und Ahnen, als er sich still zu ihr setzt. Ihre Stimme gibt Ihm Leichtigkeit und er entspannt sich. Mit einem Lächeln wendet sie sich ihm zu und in ihrer offenen liebreizenden Art beginnt ein Gespräch. Auf die Frage, wieso gerade sie ihn ausbilden solle, entgegnet sie, dass es nicht um Macht geht, sondern um das Finden der inneren Mitte, um sich von den Bürden des Alltags und der Seele zu befreien. Hamapongo-san schweigt häufig und versteht offenbar nicht, was Miko-sama ihm sagen will. Er genießt jedoch ihren Gesang und auch zu Teilen ihre Anwesenheit, besser gesagt, ihre ruhevolle lebensbejahende Ausstrahlung.

Auch Miyoshi-san nutzt die Gelegenheit und findet Kyojin-sama in einem See in einem buddhistischen Paradiesgarten. Er balanciert in der Kranichhaltung in einem einfachen beigen Kimono auf einem Stein im Wasser und trägt einen kürbisgroßen runden Kieselstein auf dem Kopf. Fast scheint er eine Statue zu sein, bewegt er sich doch keinen Hauch. Es dauert eine geraume Zeit, bis er sich bewegt und zu seiner Besucherin gesellt. Auch dort ist er recht schweigsam und hockt sich im Samuraisitz neben die junge Japanerin. Er blickt sie nicht an und sieht stattdessen auf das Wasser hinaus. Auch Miyoshi-san stellt die Frage nach dem "Warum". Die Antwort braucht lange, er entgegnet sinngemäß, dass sie nicht komplett sei, fast zersplittert. Er würde ihr helfen, die Belastungen, denen sie unterliegt, zu ordnen, weil sie erst dann bereit ist, mehr zu lernen. Danach begibt er sich wieder auf den Felsen im See, schreitet dabei über die Wasseroberfläche, ohne einzusinken.

O’Hara-san sucht zuerst Wahrheiten über die bevorstehende Befragung in einer Vision und begab sich dazu in einen der ruhigeren Zen-Gärten.

"Brandende See wirft mit weißgleißenden Gischtkronen immer wieder Wasser auf den Fels, auf dem Esther steht. Als ihr unscharfer Blick sich klärt, sieht sie, dass sie inmitten eines Gebirges steht, doch die Felsen bewegen sich wie Wogen und abbrechende Steine werden zu Wasser, das ihre nackten Füße benetzt. Ein riesiger Drillbohrer senkt sich aus dem Himmel und zerstört den Fels. Auch dort werden die abbrechenden Steine zu Wasser und fließen in das Loch hinein. Als sich schwarzer Nebel einer Kreatur gleich über den Boden schiebt, schlingen sich fleischige Tentakel in ungesunder rot/blauer Verfärbung um ihren Leib und reißen sie in das Loch hinein. Wilde Lichtexplosionen umgeben sie, begleitet von nervenzerfetzenden Schall und dumpfen Vibrationen. Bevor sie das Loch verschlingt, sieht sie noch einen rasend schnellen Rauchschweif am vormittäglichen Himmel entlangziehen."

Als sie danach O'Kage-sama fragte, ob er denkt, dass sie und Naginata-sama genug wären, um zum Gefängnis zu reisen, winkte er ab und sagte sinngemäß verschwörerisch "Nur in interessanten Zeiten werden große Taten vollzogen".


Anerkannte EP: 4

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