Kapitel 5: Hokkaido-Madness

Aus Aeonversum
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Prolog: Ein ungebetener Gast

Nachdem Kenshin die „Festung in den Wolken“ wieder verlassen hatte, begab er sich in seine Heimatbasis des Japanischen Militärs, um dort an einer Unterredung mit seinen Vorgesetzten teil zu nehmen, während welcher er Bericht über die Nachforschungen bezüglich des Anschlages erstattete und vergeblich um Unterstützung durch zusätzliches Equipment bat.

Ein Jeep des Militärs brachte ihn beim strömendem Regen heim, in ein Wohnviertel der oberen Mittelkasse. Nachdem er sich vergewissert hatte, das seine Alarmanlage kein Eindringen registriert hatte, stellte er zu seiner Überraschung jedoch fest, das die gläserne Tür zum schmalen Balkon einen Spalt breit offen stand. Misstrauisch öffnete er die Tür komplett und richtete seine Sinne nach draußen. Dort bemerkte er, in einer Ecke der winzigen Balkonfläche eine kleine, schwarze Katze, welche durchnässt und zitternd unter einem Blumenständer Schutz gesucht hatte. Im 4 Stock eines Wohnblocks... Kläglich maunzend sah in das Tier an, machte aber keinerlei Anstalten auf ihn zu zu kommen. Kenshin drehte dich um und mit den Worten: „Du kannst ruhig hereinkommen.“ öffnete er die Tür weit genug, das das Tier hindurch schlüpfen könnte.

Kaum hatte er sich einige Schritte von der Tür entfernt, registrierten seine Sinne eine Veränderung auf dem Sessel in seinem Wohnzimmer. Ein Man war dort erschienen. Mit langem, wildem Haar und schlanker, athletischer Gestalt. Der Soldat fühlte sich in seiner Annahme bestätigt, das es sich bei dem Tier um „Sagashi“ gehandelt haben musste, erkannte jedoch seine Fehleinschätzung, als der Mann sich als „Obake“ (der Geist) vorstellte. Ein Verbündeter von Nippontai. Er machte Kenshin ein Angebot, das dieser jedoch aufgrund eines Missverständnisses ablehnte.

Nachdem der „Geist“ aus seiner Wohnung verschwunden war, gab Kenshin der Katze noch etwas zu fressen und zu trinken und lies sie dann von den Behörden abholen. Wenn sie ein Spion eines anderen Nova war, dann sollte sie lieber die Wände eines Tierheims betrachten, als die Seinen.

Der Weg des Einzelnen ist der Weg aller

Am nächsten Morgen erhielt Kenshin einen Anruf seiner Vorgesetzten, die ihn wieder zurück in die „Festung in den Wolken“ beorderten. Wenig später brachte ein Wagen ihn zu einem kleinen Flughafen, wo bereits ein Hubschrauber wartete und alsbald, mit Kenshin an Bord, abhob.

Gespräche

Zur ungefähr selben Zeit hatten die anderen Protagonisten jeweils Unterredungen mit ihren Mentoren von Nippontai.

Manuel versuchte zusammen mit Miko seine Gefühle zu ergründen und sich darüber klar zu werden, „was in seinem Leben fehlte.“

Esther führte eine lange Diskussion mit O'Kage darüber, welchen Sinn es ergab, dass sie ausgerechnet durch ihn ausgebildet werden sollte und stellte sich dabei einmal mehr als höchst eigensinnig und trotzig heraus, wenn es darum ging auf die Anweisungen anderer zu hören und sich einer Autorität unterzuordnen.

Kara widerum sah Kyojin dabei zu, wie dieser stundenlang, ohne zu ermüden, in perfekter „Hitcho dachi“ auf einem Stein, inmitten eines kleinen Ziersees meditierend verharrte, bis sie schließlich, genau wie die Anderen, durch das Eintreffen eines Hubschraubers unterbrochen wurde.

Kenshin traf ein und war überrascht, das ihn so viele Leute begrüßten. Miko begrüßte ihn und teilte ihm mit, dass sie alle in einigen Stunden zu einem Verhör der durch ihre Eruption Wahnsinnig gewordenen und als höchst gefährlich eingestuften Ökoterroristin Tsunami aufbrechen würden.

In der Zwischenzeit wünschte Miko mit den Gästen Nippontais zu reden und führte sie in einen versteckten, etwas abgelegenen Teil der Festung, in dem sich ein perfekt eingerichteter Zen-Garten befand. Eine zu Linien und Mustern geharkte Fläche aus weißen Kieseln, mit drei kleinen Nadelbäumen in drei Ecken und einem etwa 15 cm breiten gepflasterten Rahmengang. Auf dem Weg dorthin prüfte Manuel seine E-Mails und erfuhr, dass der Name Panday bisher nicht belegt war und der Registrierungsprozess im Gange war.

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Sie zog ihre Schuhe aus und betrat den schmalen Weg. Dann drehte sie sich um und sah ihre Gäste abwartend an. Kara stieg zuerst links neben sie auf den Weg, dann folgte Kenshin, welcher nach einigem Zögern der Amerikanerin und des Filipinos diesen Platz machte und begann langsam um den Garten herum zu gehen und ihn von allen Seiten zu betrachten.

Als Manuel versuchte in den Garten zu steigen, wurde er zunächst von Yumi Kara daran gehindert. Sie wies ihn darauf hin, das er dessen "Symmetrie" zerstören würde, wenn er einfach hingehen würde. Also, stieg Manuel, etwas umständlich, an ihr vorbei auf die Mauer, neben Kenshin.

Daraufhin fuhr Miko damit fort, jeden Anwesenden der Reihe nach über den Sinn seines Daseins als Angehöriger des „Neuen Volkes“ und dessen Verständnis der Bedeutung seiner Verwandlung in ein Wesen jenseits dessen, was normale Menschen ausmacht, zu befragen. Sie nutzte die temporäre Perfektion des Gartens als Sinnbild für das bisherige Leben der Ihr Anvertrauten und lies Sie darüber referieren, wie sie mit Veränderungen und Chaos in dieser Struktur zu Rande kamen.

Während dieser Diskussion wurde Kara deutlich bewusst, dass sie und Kenshin weit voneinander abweichende Auffassungen vom, von ihr idealisierten und bewunderten, Konzept des Bushido hegten. Miko erstickte jedoch eine aufkommende Diskussion darüber noch im Keim, indem sie das Wort an Manuel erteilte und ihn bat, in den Garten zu treten und dann diese Tat zu interpretieren.

Manuel erledigte diese Aufgabe zur Zufriedenheit seiner Mentorin, woraufhin sie die anderen Anwesenden bat, Ihre Meinung kund zu tun.

Kenshin hatte sich, während die anderen stehen blieben, Miko gegenüber postiert und brachte so zum Ausdruck, dass er eine eigene und ungezwungene Sicht der Dinge behalten wollte. Auch machte es ihm als Einzigem wenig aus, dass Miko den Garten schließlich mit einem Stein, den sie mit Wucht durch seine Furchen pflügen ließ, gleichsam zerstörte. Auch zu dieser Tat hörte sich Miko wieder die Meinungen und Interpretationen, der Einzelnen an, nickte dann ohne etwas zu diesen zu sagen.

Dann hob sie zu einem Vortrag über die Natur der Nova und ihre Verwandlung an, in dem sie auch erklärte worauf sie eigentlich hinaus wollte. Das Chaos, welches sie so fürchtete, war der sogenannte "Mutagenische Zerfall", der früher oder später einen jeden Nova, der nicht vorsichtig genug war und zu oft seine Grenzen überschritt, ereilte. Dieser Prozess veränderte den Geist und den Körper des Novas und ließ ihn mit der Zeit jedwede Menschlichkeit verlieren. Er machte ihn oder sie wahnsinnig, wenn der Nova nicht äußerste Vorsicht walten lies. Sie kritisierte das Vorgehen ihrer Kollegin bezüglich der Trainingseinheit am vorherigen Tag, die Manuel dazu gebracht hatte, seine Grenzen zu überschreiten. Dies hätte erst nach diesem Gespräch stattfinden sollen, wenn sich jeder auch über die Konsequenzen dieses Tuns bewusst gewesen wäre. Dann entließ sie die Anwesenden.

Während der letzten Minuten der Gespräche war O'Kage auf der Mauer, die den Garten umgab, aufgetaucht und hatte sich in die Aussagen Esthers eingemischt. Er brachte deutlich seine Verachtung gegenüber der amerikanischen Lebensweise und dem, seiner Meinung nach, wenig ausgeprägten Ehrgefühl der Amerikaner zum Ausdruck. Esther ließ sich jedoch zunächst nicht provozieren, sondern suchte ihn auf nachdem die Runde aufgelöst worden war.

Erneut brach sie eine längere Diskussion vom Zaun, in der es um Ihre Auffassung des Verhältnisses von Lehrer zu Schüler und gegenseitigen Respekt und dergleichen ging. O'Kage verwies darauf, das er auch schon Sandra 'Sauzando Naifu' Akihito dazu gebracht hatte, sich zu fügen und zu einem wertvollen und gehorsamen Mitglied von Nippontai zu werden.

Was man davon halten konnte, würde sich später am Tage noch zeigen.

Esther forcierte noch einmal eine Vision, um die kommenden Tage einzuschätzen.

In dieser sah sie zunächst sich selbst auf einem Berggipfel stehen, welcher unter ihr weg brach und dessen Schutt sich in Wasser verwandelte, das auf einen gigantischen Schlund zu donnerte und wie durch einen Trichter tosend darin verschwand und sie mit sich riss. Hoch über sich nahm sie wieder einmal die Kondensstreifen von Flugkörpern am Himmel war. Konnte jedoch nicht sagen, ob es erneut Raketen oder Flugzeuge waren. Inmitten der strudelnden Wassermassen tobte gleichzeitig ein Kampf zwischen einem titanischen Wesen aus Wasser und einem weit kleineren Mischwesen, aus Mensch, Krabbe, Tintenfisch und mehr. Sie konnte es nicht genau erkennen. Das kleinere Wesen krallte sich am Hals des Riesen fest und trieb seine Scheren immer wieder in diesen hinein, bis dieser wankte und fiel.

Kara gesellte sich wieder zu ihrem Mentor, welcher noch immer in derselben Position, inmitten des Sees verharrte und meditierte über das gerade erlebte.

Manuel beschäftigte sich damit, E-Mails abzurufen und in Kontakt mit seiner Firma zu treten, um Details rund um seinen Kampfanzug und dergleichen zu klären.

Kenshin schlenderte durch die Anlagen der Burg und prägte sich deren Aufbau ein, wobei er Naginata begegnete. Ein Gespräch entspann sich, in dessen Verlauf die junge Nova ihn darüber aufklärte, dass sie als seine Mentorin ausgewählt worden war und wie sie sich den Ablauf der Ausbildung unter ihrer Ägide vorstellte. Kenshin war einverstanden und sich der Ehre absolut bewusst.

Der Flug nach Hokkaido

Wenig später fand man sich auf dem Flugfeld ein, um zum Gefängnis Tsunamis aufzubrechen. Man würde jedoch nicht in Hubschraubern, sondern in einem Nippontai eigenen Senkrechtstarter Jet nach Hokkaido fliegen, welcher sich nach Betreten als äußerst zweckmäßig und auch komfortabel herausstellte. Naginata bot, wie es ihre Gewohnheit ist, den Anwesenden die höfliche, vertraute Form der Anrede an, die man in Japan unter Kollegen nutzt, aber noch nicht unter Freunden und Familienmitgliedern.

Während des Fluges gab Naginata, die als einziges Mitglied Nippontais dazu auserkoren worden war, die Gruppe zu begleiten, ihnen Informationen über das eigens für diese Gefangene errichtete Gefängnis und seine einzige Insassin.

Nachdem drei Mitglieder von Nippontai (Naginata, O'Kage und Sauzando Naifu) sie vor 4 Jahren festgesetzt hatten, war die Anlage in den Hang des erloschenen Vulkans der Insel Hokkaido gebaut worden. Fernab jeder Zivilisation und so weit wie nur möglich weg von jeglichem Wasser.

Die Gefangene, Tsunami, verfügte über Macht über das Wasser, Wetter und die Tierwelt, was sie äußerst gefährlich macht, sobald sie auch nur mit kleinsten Mengen reinen Wassers in Berührung kommt.

Esther erzählte nun von Ihrer Vision und man bemühte sich diese zu interpretieren.

Man kam zu der Übereinkunft, dass wohl ein Ausbruchsversuch Tsunamis bevor stand und Naginata lies, nach kurzer Rücksprache mit ihrem Daimyo Ryu, das Gefängnis in Alarmbereitschaft versetzen.

Esther war sich ihrer Sache jedoch nicht sicher und begab sich erneut in Trance, um vielleicht mehr zu erfahren.

Sie sah einen winzigen Tropfen Wasser, der an einer gläsernen Decke hing bevor er sich nahezu unendlich langsam löste und herab fiel. Dann wurde ihr bewusst, das sie sich unter diesem Tropfen befand. Er fiel auf sie zu und sie brannte darauf ihn endlich zu spüren, fieberte seiner Berührung entgegen. Dann war es soweit, der Tropfen landete auf ihrer Stirn und begann sogleich sich zu vergrößern. Mehr und mehr Wasser umspülte ihren Körper und als es schließlich ihren Mund erreichte und sich einen Weg in ihr Inneres bahnte, da spürte sie, wie sich Kiemen an ihrem Hals öffneten und dankbar das Wasser empfingen. Nach so langer Zeit, konnte sie wieder richtig atmen! Ihr Blick schweifte wild umher und sie wurde Personen gewahr, die auf der anderen Seite einer dicken Glasscheibe standen. Eine Japanische Frau (Kara) und zwei Männer. Die andere Frau war eine Gaijin! (Naginata fehlte in dieser Vision gänzlich.) Das war sie selbst! Sie sah sich selbst von Angst erfüllt von der Scheibe zurückweichen und sah auch den schockierten Ausdruck auf den Gesichtern ihrer Begleiter, als sie sich vor warf und die Scheibe zu splittern begann. Dann hörte sie eine Stimme flüstern: „Lass uns spielen, Schwester!“ und der Käfig zerbarst. Sie selbst war Tsunami.

Esther erwachte in ihrem Sessel im Flugzeug voller Angst und außer Atem.

Sie berichtete ihren Begleitern was sie gesehen hatte und man wurde einig höchste Wachsamkeit walten zu lassen, solange man sich innerhalb der Mauern des Gefängnisses befand. Nun war es klar, die Gefangene würde versuchen auszubrechen und sie hatte Hilfe von Außen, oder einen Helfer im Gefängnis.

Naginata warnte die neuen Rekruten noch einmal eindringlich davor, dass Tsunami äußerst gefährlich sei und so gut wie nicht mehr menschlich. Sie war vom „mutagenischen Zerfall“ bereits bei ihrer Eruption befallen worden. In der sie 2 Walfangschiffe und das Schiff von Greenpeace auf welchem sie ursprünglich angekommen war, vernichtete.

Während des Fluges entspann sich eine kurze Diskussion über Karas Anzug, den Manuel für so etwas wie einen Symbionten, a'la "Venom" aus den Spiderman Comics hielt. Naginata klärte ihn jedoch auf, das es sich dabei im Eufiber handelte. Eine sehr seltene Substanz.

Manuel bat sich kurz vor der Ankunft noch aus, das der Flieger einige Runden über den Berg drehen solle, damit er nach Schwachstellen in dessen Verteidigung ausschau halten könne. Er entdeckte jedoch keine.

Hokkaido Madness

Begegnung

Als man aus dem Flugzeug trat, erwarteten der Kommandant der Einrichtung und eine Abteilung Soldaten die Nova. Nach kurzem Willkommen und Klärung der Lage, begaben sich Kara, Manuel, Naginata und Esther durch eine massive Stahltür in den Komplex. Kenshin bat sich aus, kurz die Lage und die Anlage studieren zu dürfen, nur um sicher zu gehen, dass es keinen Verräter innerhalb der Reihen der Soldaten gab.

Er sah sich kurz um und studierte die jungen Männer, die hier Dienst taten. Niemand kam ihm verdächtig vor. Auch wiesen die Mauern keinerlei Schäden oder Manipulationen auf.

Drinnen durchschritten die Anderen einen langen Gang, in dem Soldaten Wache hielten. Ein Leutnant trat vor und redete kurz mit Naginata.

Manuel lies sich die Anlage erklären. Überall waren Hygrometer angebracht, die ständig die Luftfeuchtigkeit überprüften und diese wiederum wurde zu jeder Zeit bei unter 0,1 Prozent gehalten. Derzeit zeigten die digitalen Ziffern 0,03 % an.

„Und hinter der Schleuse ist es noch trockener“, sagte der Soldat. „Niemand hält es ohne Schutzkleidung lange dort drinnen aus. Außer Ihnen.“ Sämtliche Soldaten trugen spezielle Masken, die ihre Gesichtshaut, Augen und Atemwege feucht hielten.

Die Schleuse selbst bestand aus Panzerglas und in ihrem Inneren waren einige Stühle an den Wänden platziert worden, da der Trocknungsprozess einige Minuten in Anspruch nahm.

Nachdem die kleine Gruppe durch das erste Schleusentor getreten war, nahmen sie Platz und hinter ihnen wurde die Tür geschlossen. Starke Gebläse bliesen zunächst jede Feuchtigkeit von ihrer Kleidung und aus ihren Haaren, dann wurde heisse, trockene Luft in den Raum geblasen. Luftentfeuchter taten ihr übriges und die Nova spürten wie sich ihre Gesichtshaut spannte und ihre Münder trocken wurden. Ihre Zungen fühlten sich an wie Sandpapier. So als wäre man tagelang, ohne einen Tropfen Wasser durch eine Wüste geirrt. Selbst bei ihnen stellte sich Durst ein. Wie scheußlich müsste diese Erfahrung erst für einen normalen Menschen sein?

Während sie dort saßen kam Kenshin zur Schleuse und die anderen Nova warteten auf der Innenseite, bis er den Prozess ebenfalls durchlaufen hatte. Und schließlich betrat auch er den Raum vor der letzten Schleuse.

Naginata öffnete mit einem Code die innere Schleuse, ein weiteres dickes Stahltor.

Dann trat die Gruppe in eine gewaltige Kaverne. In dieser war ein stählerner Rundgang auf Trägern aufgebaut, der eine quadratische Zelle aus Panzerglas umgab. Diese wiederum ruhte auf einem Stahlbetonpfeiler der vom Boden der Kaverne her empor ragte. Ein weiterer Pfeiler aus dem selben Material klemmte den gläsernen Würfel zwischen sich und seinem Konter von der Decke her kommend ein. Durch ihn führten offensichtlich die Leitungen einer Klimaanlage und vermutlich auch eines Luftentfeuchters in den durchsichtigen Raum. Allerdings war nur im Vorderen Teil der Kaverne Licht aufgeflammt, als die Nova diese betraten.

Kara trat als Erste neugierig an den Glaskasten heran, legte ihre Hand auf die Glasfläche und spähte ins Innere.

Eine hohe, verzerrte und kaum mehr menschliche Stimme erscholl aus dem Dunkel in seinem hinteren Teil.

Bringst Du mir Spielzeug, Naginata?“

Die Nova antwortete mit kaum verhohlener Abscheu in der Stimme:

„Wir sind hier um Dir einige Fragen zu stellen. Mehr nicht.“

Etwas bewegte sich in der Dunkelheit.

Die Nova traten einen Schritt vor. Man hatte sich zuvor im Flieger geeinigt, dass Kenshin, als Soldat der Special Forces of Japan mit entsprechender Erfahrung, das Verhör führen sollte und Esther ihn bei Bedarf mit Fragen unterstützen würde. Jedoch war es es Kara, die zuerst die Bekanntschaft mit Tsunami machte. Ein Tentakel, schwarz mit einem Saugnapf aus rosigem, trockenem Fleisch an der Unterseite schlug mit einem dumpfen Laut gegen das Glas direkt gegenüber ihrer aufgelegten Hand. Innerhalb des Tentakels schob sich ein Auge nach vorn und betrachtete sie, studierte sie.

Was soll ich damit? Das ist viel zu zerbrechlich.“ ein unmenschliches, krächzendes Lachen erscholl.

„Hör auf damit!“ blaffte Naginata.

„Wir haben Fragen, die Du beantworten wirst! Oder soll ich die Stromschläge aktivieren?“

Etwas schob sich aus dem Dunkel nach Vorn. Es war fast 2 Meter groß, schwarz und blass, mit wenigen Fetzen am Leib. So als ob Kleidung dem Wesen zwar nicht wirklich mehr etwas bedeutete, aber noch ein Rest von Schamgefühl vorhanden war, der sie doch das Nötigste bedecken lies. Ihre Augen schimmerten rötlich, ihre Lippen schwarz und das Haar ölig und eher dünnen Tentakeln gleich. Ihr gesamter Unterkörper bestand aus einer Vielzahl von dicken und weniger dicken Tentakeln, die sich auch ihren Rücken empor erstreckten und mit ihrem „Haupthaar“ verschmolzen. Der Anblick dieser verunstalteten, mutierten Nova war so grausam, das selbst dem hartgesottenen Kenshin der Atem stockte und er sich anstrengen musste um den Raum nicht zu verlassen oder sich zu übergeben. Esther und Kenshin wandten sich angewidert ab. Naginata,Kara und Manuel schienen in der Lage zu sein, die Fassung zu bewahren. Esther fings sich recht schnell wieder, Kenshin jedoch verschlug es den Atem und er war nicht fähig ein Gespräch mit dieser Abscheulichkeit zu führen.Entsprechend übernahm kurzerhand Esther die Gesprächsführung, die eigentlich Kenshin zugedacht gewesen war.

Die Amerikanerin bemühte sich Tsunami durch provokante Fragen aus der Reserve zu locken, was jedoch Kara sehr schockierte. Hätte Sie Esther doch niemals als so skrupellos eingeschätzt. Ein kurzes Streitgespräch entbrannte zwischen den beiden, was Tsunami amüsiert beobachtete und mit sarkastischen Kommentaren bedachte. Kara war außer sich darüber, auf welch unmenschliche Weise Tsunami hier festgehalten wurde und tat dies auch offen kund.

Während die Damen diskutierten, registrierten Kenshins ultrafeine Sinne einen leichten Erdstoß und er begann sich auf die Umgebung zu konzentrieren. Zwar hatte er noch immer Angst vor dem Monster hinter Glass vor ihm, aber vielleicht gab auch gerade das ihm die nötige Paranoia um auf solche Dinge zu achten. Er sprach Manuel an, der das Beben ebenfalls bemerkt hatte. Dieser konnte herausfinden, dass dieses Beben etwa 40 Meilen entfernt sein Zentrum gehabt hatte.

Esther bemühte sich nun weiterhin Informationen aus der ehemaligen Ökoterroristin heraus zu bekommen, was diese jedoch meist nur weiter amüsierte. Dann jedoch wandte die Gaijin einige Kniffe an, die sie auf dem diplomatischen Parkett gelernt hatte und verstärkte diese noch mit ihren besonderen Fähigkeiten. Das Monstrum schien keine Informationen preisgeben zu wollen, konnte aber durch geschickte Fragen von Esther dazu gebracht werden, dennoch ein paar Dinge zu verraten.

Ein weiterer Erdstoß, diesmal deutlich für alle zu spüren, erschüttere die Basis. Naginata funkte nach draußen, aber alles war in Ordnung. Der Kommandant beruhigte sie, das dies auf Hokkaido normal sei. Manuel überprüfte das Beben und stellte fest, das bisher das Zentrum noch nicht ausgemacht werden konnte. Es wurde wohl noch untersucht, welche tektonischen Platten verantwortlich waren. Allein, dass es so lange dauerte, erschien ihm bereits sonderbar.

Der Angriff

Tsunami jedoch lachte und prahlte damit, das sie bald frei sein würde.

Ein weiterer Stoß donnerte durch die Halle und brachte die Stahlkonstruktion um den Käfig der Gefangenen zum wanken. Diesmal war es deutlich, sie wurden angegriffen.

Im selben Moment, als alle dies registrierten brach vor dem Berg die Hölle los. Etwas riss das schwere Stahltor aus den Angeln und ein dunkler Tornado, oder etwas ähnliches schoss hindurch. Wo er die Soldaten berührte starben sie auf der Stelle.

Dem Sturm folgten Männer mit schweren Waffen, die aus allen Rohren feuerten.

Im Berg lachte das Wesen das einmal eine Frau gewesen war noch lauter und drohte den Versammelten schreckliches an, sobald sie frei käme.

Der Betonträger über ihrem Gefängnis barst und ein Riss zeigte sich in ihm. Wasser begann daraus hervor zu sickern und sich dem gläsernen Kasten zu nähern. Jeder Versuch Manuels den Träger zu stabilisieren schlug fehl und Tsunami war sich sicher, bald wieder über ihre alte Macht verfügen zu können.

Esther zermarterte sich das Gehirn, wie man diesen Ausbruch verhindern könne und kam durch eine geflüsterte Bemerkung von Kenshin darauf sie ins „Death Valley“ zu schicken, den trockensten Ort der Erde. So erschuf Sie denn ein Portal, welches tatsächlich ins Death Valley führte, direkt unter der noch immer vor Überheblichkeit sprudelnden Tsunami welche, sichtlich erschreckt, hindurch fiel. Einem Reflex folgend schloss sie das Portal jedoch gleich wieder, was sie und die anderen daran hinderte dem Monster zu folgen, das grade auf die Welt losgelassen worden war.

Es kam zu einem kurzen Streitgespräch, welches der beiden Probleme denn nun zuerst anzugehen sei. Es konnte keine Einigung gefunden werden.

An der Festung

Naginata und Manuel rannten zur Schleuse, die allerdings 10 Sekunden Vorlaufzeit benötigte, was dem jungen Mann eindeutig zu lange dauerte. Er verwandelte sich in pures Metall, riss die Stahltür kurzerhand aus den Angeln und rannte mit der Japanerin im Schlepptau, durch sämtlich noch folgenden Türen zum Ausgang. Grade als dort das Haupttor ebenfalls gewaltsam geöffnet wurde.

Sie warfen sich in den Kampf mit den Angreifern und fügten diesen empfindlichen Schaden zu. Zum ersten Mal in seinem Leben tötete Manuel dabei andere denkende Wesen. In diesem Moment schien ihm das der einzige Weg zu sein.

Die starke Gegenwehr veranlasste den schwarzen Tornado aus Nebel dazu, sich als Mann in einer modernisierten Version des klassischen Ninja Outfits zu materialisieren. Nach dem gesamten Geschehen identifizierte Naginata ihn als Black Mist, den Top Killer da Yakuza.

Death Valley

Während vor dem Tor der Kampf tobte, sammelte sich Esther wieder so weit, das sie es wagen konnte ein weiteres Portal zu öffnen. Welches, mit einer gehörigen Portion Glück, dann auch unweit der Flüchtigen im dunklen Death Valley mündete.

Sie, Kara und Kenshin stürmten hindurch und fanden sich in der nächtlichen Kälte der Wüste wieder. In einigen Metern Entfernung hockte eine sichtlich verwirrte Tsunami auf dem Boden und versuchte mit den Nachwirkungen des plötzlichen Ortswechsels klar zu kommen.

Diese momentane Verwirrung nutzen Kara und Kenshin aus und griffen an. Die Ärztin flog auf den Gegner zu und griff nach ihr, um sie festzuhalten. Nachdem sie auf den Rücken gefallen war und die wütende Kara über sich entdeckt hatte, verzerrte sich ihr Gesicht plötzlich zu einer nahezu übernatürlich grausigen Fratze, die der jungen Japanerin einen solchen Schrecken einjagte, das sie vor Tsunami in die Nacht hinaus floh.

Kenshin hatte die Zeit genutzt, um sich in seine Plasmagestalt zu verwandeln, realisierte jedoch zu spät, das es hier keinerlei Energiequellen gab, die er hätte anzapfen können. Also stürmte er lediglich mit seine Fäusten auf die Bestie los und erwischte diese unvorbereitet, gerade als sie sich von ihrem Zusammentreffen mit Kara aufrappelte. Bevor sich die junge Ärztin wieder fangen konnte, hatte er vier gezielte Schläge angebracht, die dem Wesen arg zusetzten.

Esther zog ebenfalls die Waffe, die sie am Morgen von Manuel erhalten hatte, und schoß. Auch dieser Treffer setzte Tsunami weiter zu, aber noch war sie nicht besiegt.

Kara schüttelte schließlich Ihre Angst ab, aktivierte ihr leuchtend weißes Kraftfeld und kehrte sozusagen „postwendend“ zu ihrer Gegnerin zurück. Grade als diese Kenshin von sich geschleudert hatte und sich bemühte an das Grundwasser, tief unter dem Wüstenboden heran zu kommen. Da Tsunami auf ihre Warnungen nicht einging, blieb ihr nichts anderes übrig. Mit einem gewaltigen Schlag schickte sie das Wesen in den Sand der Wüste.

An der Festung

Auf Hokkaido tobte noch immer der Kampf zwischen der Truppen der Yakuza und den Verteidigern.

Manuel setzte den Angreifern gut zu, riss ihre Waffen im Moment des Schusses herum, so dass sie sich gegenseitig beschossen, nutzt sein Schwert, um sie zu erledigen, sollten sie sich zu nah an ihn heranwagen, verschloss einmal sogar den Lauf einer Bazooka, so dass das Geschoss nicht ihn und Naginata traf sondern eine Hand voll Angreifer auslöschte. Auch Naginata tat ihr möglichstes um der Lage Herr zu werden. Beide hatten sie bereits Treffer aus den automatischen Waffen der Angreifer einstecken müssen und Naginata verlor viel Blut, kämpfte dennoch verbissen, Rücken an Rücken mit Manuel weiter, dessen metallene Haut ihn bisher vor Verletzungen bewahrt hatte.

Da rollten mit einem Male zwei schwarze, etwa Faustgroße Bälle auf das Schlachtfeld, vor die Füße der beiden Nova.

Manuel bemühte sich noch, sie mittels seiner magnetischen Kräfte von ihnen weg zu stoßen, war aber zu langsam, oder erfasste die seltsamen Dinger nicht richtig (es schien ihm beinah, als wehrte sich etwas darin gegen ihn) und es gelang ihm nur die Distanz zu ihnen etwas zu vergrößern.

Als die Granaten explodierten, brach die Hölle los.

Extremer, hochfrequenter Lärm, blendende Lichtblitze und dichter Nebel ließen sämtliche Orientierungsversuche kläglich scheitern. Hinzu kam das mit einem Mal der Quantenraum um die Nova herum begann zu zerreißen! Etwas wirbelte die Energien der Welt durcheinander und riss am Gefüge von Raum und Zeit. Grausamer Schmerz durchfuhr die beiden Nova. Manuel brach schreiend zusammen und verlor das Bewusstsein. [[Naginata] warf sich über ihn und beschwor einen stärkeren Sturm, um sich und ihn zu beschützen.

In der Zwischenzeit waren die anderen aus Amerika zurück gekehrt und versuchten die Situation zu erfassen.

Esther öffnete ein Portal in die „Festung in den Wolken“ und rief dort um Hilfe.

Kara blickte sich um, sah die zerstörte Tür und konnte von draußen das Gewehrfeuer hören. Mit immer noch aktiviertem Schutzschild flog sie durch den Gang nach draußen, mitten in das Feuergefecht hinein, das dort tobte und sah sich um. Sie sah die aus einer Hüftwunde stark blutende, fast bewusstlose Naginata über Manuel gebeugt, herab zuckende Blitze und einen Mann, der ihr den Weg zu den Gefährten versperrte. Da dieser gekleidet wie ein Ninja offensichtlich zu den Gegnern gehörte, flog sie geradewegs auf ihn zu, mit dem Ziel die dahinter liegenden Verletzten zu greifen und notfalls durch den Gegner durch zu fliegen.

Dieser war allerdings schnell genug, um ihr auszuweichen und einen aufgrund ihres Kraftfeldes nutzlosen Schlag mit seinem Katana gegen sie auszuführen. Dann war Kara bereits vorbei, wurde von den aufgeladenen Blitzen Naginatas getroffen, die durch ihr Kraftfeld schlugen und mehrere schwere Verbrennungen anrichteten. Stöhnend vor Schmerz griff sie nach den beiden und flog geradewegs zurück zur einzigen Stelle, an der kein Kampf tobte: in das Gefängnis zurück und zur Zelle Tsunamis. Dort legt sie die beiden ab und begann sich um die Verletzungen Naginatas zu kümmen, da Manuel offensichtlich nicht verletzt war.

Kenshin lief zum Eingang des Tunnels, bemerkte jedoch gerade noch rechtzeitig, das sich ihm ein Mann näherte, der mit gezogenem Schwert durch den Tunnel schlich. Er versteckte sich in einer Nische und wartete auf den richtigen Augenblick zum Angriff. Nur knapp entging der Assassine dem Dolch, den Kenshin aus der Deckung heraus zu seinem Hals stieß. Dann verbarg er sich selbst vor den Nova-Sinnen des Soldaten. Er erkannte was der Ninja vorhatte und rief den anderen eine Warnung vor einem getarnten Gegner zu.

Kara, alarmiert von Kenshins Alarmruf, riss einen massiven Stahlbetonpfeiler, der zuvor den Käfig gehalten hatte nun endgültig aus seiner Verankerung. Dadurch brach ein Teil der Decke ein und nahm ihr die Sicht. Aber egal, der Gegner war sowieso unsichtbar. Was sollte also passieren? Sie donnerte mit dem Stahlträger voran den Gang zum Ausgang hinab, in der Absicht auch einen unsichtbaren Angreifer dadurch zu stoppen. Leider erwischte sie jedoch nur den völlig überraschten, ebenfalls durch den Staub nicht mehr sichtbaren Kenshin, welcher K.O. ging.

Stille umfing die Kaverne.

Im Auge des Sturms

Manuel, inzwischen wieder erwacht, trug die schwerst verletzte Naginata durch Esthers Portal und brüllte ebenfalls nach Hilfe. Einige herbeigeeilte Angestellte Nippontais nahmen die Verwundete in Empfang, konnten jedoch keine Auskunft geben, wo ihre Herren waren.

Wärend Esther und Manuel noch mit den Männern und Frauen diskutierten, tat sich hinter ihnen in der Kaverne etwas.

Scheinbar aus der klaren Luft heraus ergoss sich ein dünner Wasserstrahl über die bewusstlose Tsunami. Jemand unsichtbares goss eine Flasche über ihr aus.

Esther bemerkte aus den Augenwinkeln die Bewegung und rief noch eine Warnung. Da war es jedoch schon zu spät.

Tsunami kam wieder zu Bewusstsein und bäumte sich, dämonisch lachend, zu Ihrer vollen Größe auf. Esther stürzte sich mit ihrer Pistole bewaffnet durch das Portal zurück in die Höhle und feuerte auf das grausige Wesen. Die Kugeln prallten jedoch wirkungslos ab und sie fand sich umschlossen von Wasser und unfähig sich zu bewegen wieder. Dann reagierte Kara und wollte erneut auf das Monstrum zu stürmen, wurde jedoch ebenfalls von einem Quader aus Wasser gestoppt, das sich mit einem Mal um sie herum bildete. Überraschenderweise konnten beide Nova allerdings atmen.

Manuel wiederum sah nur, das die Südafrikanerin plötzlich von Wasser umschlossen reglos verharrte und nahm an, das sie ertrinken würde, wenn er nichts täte. Mit einem wilden Schrei auf den Lippen sprang er in hohem Bogen durch das Portal, verwandelte sich abermals in reines Metall, und riss sein Schwert aus der Scheide.

Tsunamis Aufmerksamkeit war durch die Ärztin und die Gaijin gefesselt, daher bemerkte sie den jungen Mann erst als es schon zu spät für sie war. Vielleicht durch das Adrenalin der Situation war Manuel die Verwandlung besser gelungen als je zuvor. Mit immenser Kraft hieb er auf das Monstrum ein, das seine Freunde zu töten versuchte. Die Klinge des Filipino durchschnitt ihren Körper, wie ein Blatt Papier und zerbarst dabei in tausend Stücke.

Geschockt blickte die ehemalige Meeresbiologin an sich herab. Bläuliches Blut rann über ihre Lippen. Dann rutschte ihr Oberkörper ab und klatschte, getrennt vom Rumpf zu Boden. Beinah im selben Moment legte sich eine Klinge an Manuels Nacken und er hörte eine leise Stimme sagen: „Du schuldest mir ein Leben.“

Der inzwischen wieder zu Bewusstsein gekommene Kenshin bemühte sich noch, trotz seiner dröhnenden Kopfschmerzen den Angreifer zu lokalisieren, schaffte es jedoch nicht. (Ich weiß nicht mehr genau, wann er wieder zu Bewusstsein kam. Aber das ist, glaub ich, auch recht unerheblich, oder?)

Als dann endlich O'Kage, in Form von dunklen, geisterhaften Tentakeln durch das Tor glitt, zog es der Assassine vor zu verschwinden. Hinter ihrem Herren trat Sauzando Naifu durch das Portal und beide begannen sogleich damit die Lage zu sondieren und die neuen Rekruten zurecht zu weisen.

Sie wurden zurück durch das Portal geschickt und sollte sich für ein De-briefing bereit halten.

Finale

Kenshin und Kara schlossen sich den beiden an, um den Angriff zu einem Ende zu bringen.

O'Kage und seine Schülerin Sauzando Naifu gingen gnadenlos gegen die Angreifer vor. Sie metzelten die Anhänger der Yakuza nieder wie Vieh und gleichwohl O'Kage ohne jede Regung kämpfte und den Tod brachte, so offenbarte Sandra ein weit finstereres Bild als ihr Meister. Sie schmolz um Gnade flehenden Männern das Gesicht mit Hunderten von Metalsplittern aus ihrer Handfläche und tötete mit einer solch kalten, und unmenschlichen Effizienz, das Kenshin sich abwandte und etwas in Kara zerbrach, die beim ersten Anschein von unnötiger Grausamkeit stehen geblieben war und nur noch still, dann weinend zusah, um keinen der Ermordeten oder das Verhalten angeblicher Sensei zu vergessen. Als die beiden anmerkten, dass man doch auch Personen bräuchte, die man befragen könne, wurde ihnen ein Mann vor die Füße geworfen, dessen beide Arme ausgerissen waren, der aber offensichtlich noch lebte.

Später, nachdem Esther voller Zorn O'Kage den Durchlass durch ihr Portal verwehrt hatte, machte sich die vollkommen schweigsame und regungslose Ärztin auf, ihre Sachen zu packen und Nippontai hinter sich zu lassen.

Epilog 01

Inmitten des schwelenden Rauches, der von den zerstörten Außeneinrichtungen des Hochsicherheits-Gefängnisses am Hang des Furano-Nishi aufsteigt, schwebt still in der Luft, gut versteckt vom Rauch und der Dunkelheit, eine Gestalt. Geschlecht und Alter sind durch einen weiten dunklen Überwurf mit Gugel verborgen, lediglich eine schneeweiße No-Maske ziert das Gesicht. Jene Maske, nachempfunden dem weisen Gesicht eines alten Kriegers, der viel gesehen hat (Chu-jo) , lässt keine Regung der Mimik erkennen. Langsam wendet sich die Maske jedem zu, den sie unter sich sieht. Als sich der Blick in Richtung von Zausando Naifu wendet, verändert sich die Keramik, wird rot und Hörner wachsen empor, die Augen nehmen weinende Züge an. Als der Blick O’Kage trifft, wird die Maske wieder weiß und die Züge werden fröhlich lachend. Kara , die weinend dem Gemetzel zusieht, erntet einen nachdenklichen Blick, bei dem die Lippen zu schmalen Strichen zusammengezogen sind. Wandert er über Kuroi Kiri, verzerrt sich der Mund und die Augen werden asymetrisch positioniert. Kenshin erntet die gleiche Mimik, die O’Kage bekommen hat. Als das Wesen Manuel betrachtet, werden die Züge pausbacken und kindlich. Lediglich auf Esther verweilt der Blick etwas länger und die Maske nimmt zuerst männliche, dann weibliche Züge an. Dann heben sich die Augenbrauen und der Mund wird kleiner, fast ein rundes Loch. Die sterbende Tsunami, deren beide im Rumpf geteilte Hälften, die noch konvulsiven Zuckungen unterliegt, wird hingegen keines Blickes gewürdigt. Als das Militär anrückt, kurze Zeit, nachdem sich das schillernde Portal geschlossen hat, hat die Gestalt genug gesehen. Sie steigt höher und höher.

An einem anderen Ort – dunkel, kaum von Geräuschen und Bewegung durchdrungen, kommt ein einzelner kratzender Laut auf. Wie von Geisterhand bewegen sich die Figuren auf einem Schachbrett. Die weiße hintere Reihe bewegt sich zur sizilianischen Verteidigung.

Epilog 02

Kurz nachdem sich die schillernde Oberfläche, die von schwarzen Nebeln umströmt wird, im Death Valley geschlossen hat... Ricardo rückt seine Maske zurecht und blinzelt irritiert in die Dunkelheit, sieht dann zu dem attraktiven Rotschopf neben sich. "Äh, Jen, hast Du das gesehen, was ich gerade gesehen habe?" Sie starrt noch auf den Fleck, an dem bis vor kurzem noch das Portal gestanden hatte. "Ich habe drei Asiaten mit einem riesigen Tintenfisch auf dem Rücken gesehen, die durch ein Portal gerannt sind. " Sie blinzelt Ricardo an. Er schweigt. Beide sehen sich einen Moment schweigend an. Dann spricht sie wieder "Sagen wir Caestus darüber Bescheid?" Wieder ein kurzes Schweigen. Leise, zögerlich entgegnet Ricardo "Nein....."

Anerkannt EP: 5
Hauptsächliche Wiki-Arbeit: 1

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