Kapitel 9: Ablenkungsmanöver aus Jigoku

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Ein Stern glüht am Horizont - 18. Juli 2005

Reise zum Kraftwerk

Alarmiert von dem Anblick des gleißenden Glühens am Horizont bei den Kraftwerken, steigt Manuel in die Luft und nimmt Esther mit. Kenshin nutzt die Starkstromleitungen und ist etwas schneller in der Nähe des Geschehens. Er wird aus einem in Flammen aufgehenden Verteilerkasten ausgespuckt vor dem Gelände und wartet auf die anderen.

Esther hört indes in der Luft ein dumpfes Grollen und sieht sich nach der Quelle des Geräusches um. Dank ihrer Hypersinne sieht sie zwei große Bürogebäude am Hafen, die in sich zusammenstürzen. Offenbar auch dort ein Angriff? Manuel und Esther beratschlagen kurz, was nun zu tun sei und fliegen dann doch weiter zum Nuklearkraftwerk.

An der Pforte Jigokus

Am Ort des Geschehens angekommen, offenbart sich ein angsteinflössender Anblick. Eines der beiden Reaktorgebäude ist schwer beschädigt, ein riesiger Riss klafft in der Wand. Aus dem Inneren ergießt sich grellgrünes Feuer, welches eine Kuppel um das Gebäude bildet. Sie hat auf Bodenhöhe Aussparungen natürlicher Art durch die wabernde Energie. Riesige mannsdicke Tentakel aus dem gleichem Feuer schieben sich langsam aus dem Gebäude, im Begriff alles zu vernichten. Das Verwaltungsgebäude selbst scheint noch unbeschädigt zu sein, einige tote Wachleute, die von gezielten Kopfschüssen erledigt wurden, liegen auf dem Vorplatz. Das Gelände ist umgeben von einer weitläufigen Rasenfläche, die mit einigen Teichen gespickt ist.

Von irgendwo her kommen die Worte "Nicht die, die ich erwartet habe..."

Manuel sieht aus den Augenwinkeln, wie es in einem der Teiche zu brodeln beginnt. Langsam schiebt sich der riesige Leib der toten Tsunami aus dem Wasser, eine klaffende Wunde im Leib und beginnt bedrohlich auf Manuel zuzukommen. Sie stößt hässliche Anschuldigungen aus, ruft tiefste Ängste und Gewissensbisse hervor und droht, Manuels Mutter zu fressen, die sie leblos an einem Tentakel aus dem Wasser hinter sich hebt. Manuel gefriert, verliert zwar nicht die Kontrolle und gerät in einen Vernichtungsrausch, ist aber auch nicht fähig, etwas zu unternehmen.

Esther und Kenshin hingegen sehen nichts, merken aber, dass Manuel offenbar irgendwie fremdgesteuert ist. Esther nutzt ihre neuen mentalen Fähigkeiten, um in Manuels Verstand vorzudringen und erlebt einen Teil seiner Halluzination mit. Kenshin will ihn packen, um zu verhindern, dass Manuel etwas unbeabsichtigtes tut. Manuel nimmt dies aber als Angriff von Tsunami wahr. Durch eine glückliche Fügung, verbunden mit leichten Stromschlägen und den Anstrengungen von Esther, beginnt die Sinnestäuschung zu kollabieren. Manuel nimmt auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes die Kontur einer Gestalt wahr, die Obake sein kann.

Mit einem kurzen magnetischen Impuls lässt er einen Funkmast auf dem Dach dort niederkrachen, wo er die Gestalt gesehen hat. Die Illusion bricht. Kurz wird geklärt, was passiert ist, dann schwebt Manuel auf das Dach und nimmt Kenshin mit. Dort ist jedoch nichts zu finden. Nur einige Kisten stehen auf dem Flachdach und die Delle, wo der Mast auf die Umrandung gekracht ist, ist gut zu sehen.

Wieder meldet sich die Stimme von oben, die gleichzeitig in Ohren und Kopf zu sein scheint. Als sie hochsehen, sehen sie eine Gestalt in wehender dunkler Robe und Gugel, die Maske eines No-Schauspielers tragend: Okura No Oni

Esther schaut indes durch die Wände in das Reaktorgebäude und sieht einen menschlichen Schemen, umgeben von nuklearem Feuer - freischwebend über den Brennstäben. Dieser kanalisiert offenbar die Energie durch seinen Körper und erbaut das Kraftfeld wie auch die Tentakel. Plötzlich wird sie von einer von Hyperspeederin angegangen, die quasi aus dem Nichts kam. Sie sieht aus wie eine Mischung aus einem japanischen Schulmädchen und einem Punk, trägt aber an der Seite zwei MPs. Die junge Japanerin stößt einige rhetorische Spitzen aus, zieht dann aber die Waffen und beabsichtigt, Esther zu erschießen.

Manuel und Kenshin sehen dies, wenden sich ab von der Maske und Manuel trägt Kenshin, um ihn der Japanerin in den Rücken zu werfen. Sie offenbart ihre perfekte Geschwindigkeit und steht knapp zwei Meter von der Stelle, wo sie zuvor stand. Es kommt zu einem kurzen Patt, als sie eine MP auf Esther richtet, die andere auf Kenshin. Esther hat ihre Waffe auch gezogen und zielt auf die Japanerin. Kenshin sammelt Energien zwischen den Händen. Wer wird schneller sein? Alles geschieht binnen Sekundenbruchteilen: Die Japanerin schießt, hat jedoch eine Ladehemmung, blickt ungläubig auf ihre MP und wird in dem Moment von Kenshins Stromstrahl getroffen und bricht qualmend und bewusstlos zusammen.

"Ihr beginnt lästig zu werden!" dröhnt die Stimme von oben, Manuel steigt empor zu Ihm. Er legt den Kopf schief und flüstert "Ändern wir die Spielregeln doch einmal!". Er streckt die Hände aus und von jedem seiner Finger beginnen violette Blitze entlang der Luft zu zucken. Manuel spürt gewaltige Verwerfungen im Quantenraum, die seine Natur selbst ändern. Schnell reagierend reißt er eine Laterne aus dem Boden und wirft sie dem Maskenträger entgegen. Sie trifft ihn, schadet ihm jedoch kaum, bricht aber seine Konzentration. Kenshin wirft ein Messer direkt auf die Maske selbst, dieses traf auch, aber prallte wirkungslos ab. Dann taucht eine riesige Faust von hinter einem der anderen Gebäude auf, verfehlt die Maske jedoch und trifft die Ummantelung des zweiten Reaktorgebäudes. Die Maske lacht heiser und murmelt: "Es wird nun doch interessant..."

Kyojin erscheint in gigantischer Gestalt, zwischen seinen Beinen huscht Shimaoka 'Burei' Jun umher. Der Riese greift die Maske wieder und wieder an, verfehlt ihn jedoch immer.

In diesem Moment wird Manuels Geist wieder von Obake angegriffen. Der erste Angriff lähmt ihn fast, aber er schafft es gerade noch, eine Gestalt auf dem Dach zu sehen, auf dem sich Obake schon zuvor versteckt hatte. Mit einem kurzen Anflug rammt er, die Brüstung des Gebäudes dabei ignorierend, hinter der sich Obake versteckt hält, dem Geist seine stählerne Faust unters Kinn. Obake landet, mit einem Überraschten Gesichtsausdruck und bewusstlos an der gegenüberliegenden Brüstung des Daches.

Der Kampf zwischen Okura No Oni und Kyojin läuft unterdessen weiter.

Manuel ist durch die stetigen geistigen Angriffen auf ihn aufgebracht, steht über dem Körper von Obake und proklamiert ebenso lautstark wie voreilig "Mein Geist gehört mir!", was Okura No Oni dazu veranlasst mit einem läppischen "Ach, wirklich?" zu antworten und Manuels Geist in einer weiteren Illusion einzusperren: Manuell sitzt bei seiner Mutter im Pflegeheim und füttert sie mit Kuchen. Kenshin versucht es auch erneut mit einer Attacke, trifft auch, kann die Gestalt in der Maske aber auch dieses Mal nicht verwunden.

Die Angriffe von Kyojin können Okura No Oni zwar immer noch nicht erwischen, aber sie lenken ihn doch ein wenig ab, so dass seine Kontrolle über Manuels Geist von diesem mit einiger Mühe abgeschüttelt werden kann. Er schwört sich, den "Magneto-Helm" so schnell wie möglich fertig zu stellen, für den Moment aber aus dem Blickfeld der Maske zu verschwinden und durchbricht mit einem kurzen Aufstampfen die Decke des Verwaltungsgebäudes. Keine Sekunde zu früh, denn kurz danach treffen zwei fies aussehende Strahlen die Stelle, an der er eben noch stand.

Kenshin stellt frustriert fest, dass er in diesem Kampf nichts ausrichten kann, und entscheidet, sich um das Kraftwerk zu kümmern. So schnell er kann, eilt er zum Kontrollgebäude und kann dort auch bald den Reaktorkontrollraum finden. In diesem findet er vier Leichen, deren Gesichter wie verbrannt wirken. Und eine ganze Reihe Schalter, Regler, Anzeigen und blinkende Lichter. Er versucht, die Kontrollen zu verstehen und meint die richtigen Regler gefunden zu haben, dreht sie herunter. Aber anstelle die Brennstäbe einzufahren, lässt er das Kühlwasser ab. Das führt zu einem Alarm im gesamten Gebäudekomplex, wodurch offenbar wird, dass der Alarm bisher nicht etwa unterdrückt worden war, sondern der Angriff derart geschickt geplant und ausgeführt war, dass überhaupt kein Alarm ausgelöst wurde.

Manuel wird durch die Sirenen ebenfalls an den Reaktor erinnert, und er nimmt den direkten Weg durch die Wände ins Kontrollgebäude, um möglichst nicht wieder in die Sichtlinie der Maske zu geraten. Er findet Kenshin im Kontrollraum vor, wie dieser gerade den Kühlwasserpegel wieder hochregelt. Er verschafft sich einen kurzen Überblick, stellt fest, dass tatsächlich im Moment keinerlei Gefahr bestand und alle Parameter im erwarteten Rahmen lagen, entscheidet aber, dass durch die Beschädigung und den immer noch andauernden Kampf es dennoch zu einem Super-GAU kommen könnte, wenn das Kraftwerk nicht heruntergefahren wird. Mit einer Geschwindigkeit, die Kenshin den Atem nimmt, hastet er zwischen den Kontrollen hin und her und leitet die Abschaltung des Reaktors ein.

Letztendlich wird es Kyojin zu viel und er greift sich den Anhänger eines Sattelschleppers, um diesen als Knüppel zu gebrauchen. Durch das dauernde Ausweichen der Maske richtet er weitere Zerstörung in nicht unbeträchtlichem Umfang an. Esther registriert das und versucht, den Riesen zum Einhalten zu bringen, dieser scheint sie aber nicht zu hören und so dauert der Kampf weiter an.

Kenshin und Manuel kommen wieder aus dem Kontrollgebäude und realisieren ebenfalls, dass die Maske nur mit Kyojin spielt und diesen dazu bringt, mehr und mehr Zerstörung zu verursachen. Manuel steigt hoch zum Kopf von Kyojin, versucht, ihm seinen Fehler klar zu machen, aber das macht diesen nur noch wütender und er beginnt noch mehr zu wachsen als schon zuvor.

In dieser kurzen Pause sieht Burei seinen Moment gekommen und er versucht, die Maske mit recht einfachen profanen Worten zu provozieren. Auch die anderen nehmen das kurze Gespräch auf - offenbar liest die Maske auch die Gedanken der anderen. Die Freunde registrieren, dass die Maske eigentlich Ryu herlocken wollte um ihn zu brechen. Die Maske reagiert auf weitere Provokationen durch Esther, in dem er sie fragt, ob sie nicht Angst habe, dass der große Schatten sie fallen lasse.

Burei ergreift wieder und wieder das Wort, bis die Maske offenbar Interesse an Ihm gefunden hat. Die Maske fragt den Jungen nach seinem Namen, er antwortet mit seinem normalen Geburtsnamen, die Maske fragt nochmal, nach seinem "Wahren Namen". Er antwortet zögerlich: Burei.

Okura No Oni beginnt, den Jungen auf seine Seite zu ziehen, was auch Kyojin merkt, der wieder mit seinen Angriffen beginnt. Manuel interveniert und rammt die Maske in vollem Flug - er kann ihn nicht verletzen, aber doch packen und sie treiben einige hunderte Meter weiter hinter ein intaktes Bürogebäude.

Dort beginnt die Maske, Manuel in einem Gespräch zu umgarnen, spricht von der Herrlichkeit der Nova, ihrem großen Auftrag als Hirten und wie falsch die Kontrolle der Menschen ist. Manuel wird nachdenklich während dieser kurzen Worte, antwortet aber dann mit "Ich möchte nicht der Bruderschaft der Mutanten beitreten", was die Maske irritiert. Offenbar kann der Maskenträger nichts mit dem Namen anfangen und als Manuel kurz erläutert, was es ist, lacht die Maske und entgegnet, dass er schon lange erwachsen war, als der zweite Weltkrieg die Welt erschütterte. Auch fällt die Bemerkung "Ach, Stan hat also Comics daraus gemacht?".

Im Wissen, dass nicht der gekommen war, den Okura No Oni erwartet hatte, dass die Maske einen Samen im Verstand gepflanzt hat und in langweile, immer wieder vor Kyojins Faust wegzutauchen, verschwindet er mit den Worten "Dann spiele ich eben so lange mit dem Mädchen aus der anderen Welt." in einer Raumfalte, die danach von Manuel interessiert mit seinen Quantensinnen bestaunte wird, mit einem leise saugenden Geräusch. Burei wird durch Esther nach Hause geschickt - dort wollte er nun hin, in die Arbeiterviertel seiner Heimatstadt. Er müsse sich klar werden über sich selbst, denn das erlebte war eine Nummer zu groß für Ihn.

Kyojin wendet sich den Freunden zu, nun, da der Angreifer fehlt. Sie werden sich um die Verhinderung der Kernschmelze und den noch immer im Reaktor vorhandenen Nova kümmern, er wird versuchen die Schäden zu beseitigen und zur Festung zurückkehren.

Jigoku

Esther und Kenshin hetzen in das Reaktorgebäude - unschlüssig, was sie tun können. Beide legen Strahlenschutzanzüge an, nachdem Kenshin bei seinem erfolglosen Versuch, den Reaktor abzuschalten, bereits mittelschwere Verbrennungen zugezogen hatten.

Sie rennen in den Reaktorraum und wagen es nicht auf den Nova zu schiessen, in der Angst vor einem GAU. Manuel kommt durch das Loch im Dach dazu. Er erkennt, dass die Notschutzmaßnahmen noch in Kraft sind und keine große Strahlung das Gebäude verlassen hat. Es ist also gefahrlos, den Nova anzugreifen.

Alle drei treten in den Kühlraum - der Nova wird sich der Anwesenheit anderer bewusst und pumpt gewaltige Mengen Quantum in sich, setzt an zu einem alles vernichtenden Strahl aus seinen geöffneten Handflächen, mit dem er den Raum eindecken will. Kenshin und Manuel reagieren zeitgleich und beide setzen den Energieentladungen ihre eigenen Kräfte entgegen. Kurz vor dem Angriff des Nova gelingt es Esther sogar noch, einen Schuss aus dem Blaster abzugeben, den sie von Manuel hatte, aber dieser basiert auf eben jenen Energien, die Manuel im gesamten Gebiet dämpfte, so dass der Schuss zwar trifft, und auch einige kleinere Prellungen verursacht, aber nicht ernst genug ist, um den Angriff zu unterbrechen.

Die aufeinanderprallenden dämpfenden Wellen schwächen den Angriff des Nova deutlich, so stark, dass die Verletzungen nur gering sind. Einzig Esther wäre vermutlich schwer verletzt worden, aber Manuel nutzt seinen eigenen Versuch, dem Strahl zu entgehen, und positioniert sich zwischen ihr und dem Angreifer, in dem Wissen, dass sein Körper mehr aushielt und sich selbst heilen kann, ihrer jedoch nicht.

Nachdem der Angreifer nun auch nicht mehr bis zum Bersten mit Energie angefüllt ist, hält Manuel es für angebracht, ihn daran zu hindern, sich wieder aufzuladen. Er rammt mit seiner Schulter in die Magengrube der schwebenden Gestalt, die daraufhin an die Wand des Raumes geschleudert wird und dort bewusstlos liegenbleibt.

In seinem Kopf hört Manuel die Stimme von Okura No Oni, die ihn dafür lobt, dass er sich schützend zwischen den Strahl und Esther gestellt hatte, und auch, dass er mit seinem Angriff den anderen Nova nicht getötet hatte, obwohl es ihm ein Leichtes gewesen wäre. Denn Götter sollten sich nicht gegenseitig töten.

Nun, da der Angreifer besiegt ist, brechen die Energien in sich zusammen und Manuel reaktiviert sämtliche ausgefallenen Systeme. Der Zustand ist sicherlich noch kritisch, aber zur Zeit kann er nicht mehr tun. Sie verlassen das Reaktorgebäude und sehen die Nacht angebrochen. Schnell nähern sich Sirenen aus verschiedenen Himmelsrichtungen und auch Hubschrauber sind in der Luft.

Nach der Krise

Erschöpft verlassen die Gefährten den nun gesicherten Reaktor und betrachten erschrocken das Chaos der Verwüstung um sich herum. Als die Einsatzkräfte vorhuschen und sich strategisch in SWAT Rüstung und mit vorgehaltenem Sturmgewehr um sie herum verteilen, hört Manuel in seinen Gedanken die Stimme der Maske. Sie versucht ihn dazu zu verlocken, sich der Unendlichkeit des Quantenstroms zu öffnen. Er entscheidet sich dagegen, vielleicht im Wissen, dass dies nur einen hohen Preis fordern kann und auch von den Sicherheitskräften als Angriff wahrgenommen werden könnte.

Kenshin hält sofort seinen Militärausweis hoch. Dieser wird kontrolliert und erst nach und nach lockert sich die sehr angespannte Situation. Das Vorgehen der Sicherheitskräfte war von fast feindseeliger Natur geprägt. Doch verwunderlich war dies nicht angesichts des Vorfalls.

Als Esther angegangen wird - und zu Teilen auch Manuel - hebt sich eine leise und angenehme Stimme zwischen den Polizisten. In einem grauen Parker gekleidet, und auch sonst in Zivil, schlendert eine Japanerin mit hohem Selbstbewusstsein zwischen den Polizisten durch. Sie weist den kommandierenden Offizier darauf hin, dass die Situation geklärt ist und er die Retter Edos vor sich habe. Zudem habe er keine Handhabe gegen Esther, da sie Botschaftsmitarbeiterin ist.

Geisha

Der Offizier insistiert, kann aber mit wenigen Worten von Geisha - niemand anderes als die beste Diplomatin der Erde ist die Japanerin - eines Besseren überzeugt werden. Auch generell verlieren die Polizisten ihre Aggression, nicht aber ihre Wachsamkeit.

Über die beiden anderen Nova hinweggehend, wendet sie ihren Blick Esther zu und spricht mit ihr in Gedanken. Sie bietet ihr an, dass Geisha sie aus dieser Situation befreit. Es würde eine Gefahr lauern, die sie nicht kontrollieren könnten. Die Gefahr habe sich auch unter anderem deswegen etabliert, weil T2M keine Handhabe in Japan habe. Esther wüsste nicht, worauf sie sich einlassen würde.

Als Esther ablehnt und darauf hinweist, dass sie alleine einen Weg aus der Situation finden würden, versucht Geisha ihren Willen zu unterwerfen. Das misslingt und dafür erntet Esther Überraschung, aber auch Anerkennung. Drei mal bietet Geisha die Hilfe an, doch jedes Mal lehnt Esther ab.

Geisha nickt verstehend und verlässt den Schauplatz - nicht ohne alle Anwesenden vergessen zu lassen, dass sie da war. Nur die anwesenden Nova können sich an sie erinnern. Kurz bevor sie zwischen den gepanzerten Transportern verschwindet, wendet sie sich um und lässt Esther in Gedanken hören, dass sie es nicht verstehen kann, dass sie die verrät, die sie ausgebildet haben und ihr Heimatland dazu. Manuel weist indes die anwesenden Techniker in das ein, was geschehen war. Diese veranlassen weitere Sicherungsmaßnahmen.

Überfahrt in die Kommandozentrale

Schnell wird der Betrieb wieder aufgenommen und nach einigen Funksprüchen mit der Einsatzzentrale werden die Freunde in einen Truppentransporter geführt und dort, ohne Blick nach Außen, zu der Einsatzzentrale gefahren. Kurz zuvor erhascht Esther einen Blick auf den Hafen, den sie durch die erhöhte Lage der Kraftwerke auf Hügeln gut erkennen kann. Inmitten der aufsteigenden Staubwolken meint sie ledrige Drachenschwingen zu sehen, die sich um ein vom Einsturz gefährdetes legen - offenbar ist Ryu dort und hilft.

Der leicht angereicherte und gespeicherte mutagenischer Zerfall in der Signatur von Manuel sorgt dafür, das es unangenehm warm auf der Fahrt wird, was sowohl Einsatzkräfte als auch Nova zu ihrem Leidwesen spüren.

Zentrale der Einsatzkräfte

Es vergeht gut eine halbe Stunde, die die Gefährten mit der Fahrt zu der Einsatzzentrale verbringen. Die Soldaten, die mit ihnen im Transporter sitzen, schweigen, fühlen sich aber deutlich unwohl angesichts der Wärme.

Angekommen auf dem Gelände, öffnen sich die Türen und der Blick schweift über einen geräumten Großparkplatz einer Shopping Mall in der Nähe des Edoer Stadtzentrums. Überall stehen Leuchtmasten mit starken Halogenstrahlern, es sind mehrere große Feldzelte und auch zwei mobile Lazarette aufgebaut. In der Mitte flattert die japanische Flagge der Streitkräfte an einem in den Boden gerammten Mast. Es herrscht reges Treiben in der Basis, ein stetes Kommen und gehen, das Brüllen von Befehlen und die Geräusche von sich in Bewegung setzenden gepanzerten Truppentransportern erzeugen ein mildes Brummen, was alles übertönt.

Die extrem disziplinierten Militärs eskortieren die Gefährten in das Kommando-Zelt, ein großes grüngraues Ungetüm mit mehreren Seitenanbauten. Im Inneren sind mehrere holographische Schirme aufgestellt worden, die in verschiedenen Zoomstufen die Brennpunkte anzeigen auf der Stadtkarte und mit taktischen Informationen über Truppen und Ereignisse unterlegen. Die Brennpunkte waren die Bank, das AKW, der Hafen, der Hang des Mount Fuji und ein weiterer Ort nahe der westlichen Vorstadt. Von einem der Bildschirme löst sich ein bereits an den Schläfen ergrauter Japaner mit strengem Gesicht und sehr selbstbewusstem Auftreten.

Er tritt vor die Gefährten – auf seinem Namensschild steht der Name Nakamura, seine Abzeichen kennzeichnen ihn als General -, mustert Kenshin kurz, deutet ein Nicken an und verlangt einen Bericht. Kenshin gibt diesen sofort, spart nichts aus und glänzt durch perfekte Wiedergabe der Ereignisse. Auch nennt er sein eigenes Versagen bei dem Herunterfahren des Reaktors. Sein Vater – niemand anderes ist der General – nickt wiederum kurz und zeigt keine Gefühle, ist weder beeindruckt, noch überrascht. Ein kurzes Mustern von Manuel und Esther folgt, danach eine kurze, aber intensive Kritik der Wahl der Gefährten. Während Esther schon ansetzt, etwas zu entgegnen, greift Kenshin ein und er verbürgt sich für Esther. Manuel schweigt.

Nun endgültig neugierig, auch beruhend auf ihren kurzen Erfahrungen während des Besuchs eines Yakuza-Treffens mit O'Kage, versucht sie die Gedanken des Generals zu lesen. Sie empfängt nur statisches Rauschen. Sie kennt dieses Gefühl jedoch schon – von diesem anderen Nakamura, der dem General ihr gegenüber nicht unähnlich sieht.

Kurz besprechen einige anwesende Offiziere mit dem General den derzeitigen Status – der Ausnahmezustand ist ausgerufen worden und ab 22 Uhr herrscht eine Ausgangssperre. Dabei fällt auch der Begriff des Plan Ni – im Fall eines Krieges mit den Nova seien alle Beziehungen zu Nippontai zu trennen und die Festung selbst anzugreifen mit schwerem Gerät.

Manuel reagiert heftig irritiert und kann sich auch nicht zurückhalten, das deutlich zu äußern. Das erntet angespannte Irritation von dem General. Auch hier interveniert Kenshin und kann die Wogen glätten, lenkt es auf die barbarische Unfähigkeit eines Gaijin. Die Gefährten werden entlassen mit der Anweisung, Edo nicht zu verlassen und über die Straßen zu wachen, bis die Krise vorüber ist. Die Anweisung, die Stadt nicht zu verlassen, ringt Esther nur ein müdes Lächeln ab.

Wieder aus dem Zelt heraus, tauschen die drei sich kurz aus und beschließen, zur Festung zu reisen. Dort erreicht man jedoch weder Naginata, noch hat man eine Not-Telefonnummer -schließlich war das Funknetz zusammengebrochen. Sie beschließen, erst einmal in Kenshins Dojo zu warpen und ruhen dort aus. Müde und entkräftet fallen sie unter Decken und auf Matten in einen tiefen traumlosen Schlaf.

In den Wolken - 19. Juli 2005

Am nächsten Morgen - einige waren sich überzeugt, dass sie eine schwache Berührung des Geistes erfahren hatten (Es war Esther, wie sich nachher heraus stellte), wird erst einmal gefrühstückt, sich gewaschen und dann noch einmal versucht, die Festung zu erreichen. Kurz informiert man die dortigen Sicherheitskräfte via OpPhone und Esther öffnet ein Portal, welches direkt auf den geschotterten Innenhof der inneren Burg führt. Esther erzählte in der Zwischenzeit genauer von dem Yakuza-Treffen, welches sie mit O'Kage besucht hatte. Dort war sie zusammengetroffen mit dem Kobun der Tachiyama, der ihr unheimlich vorgekommen war und den sie als Perversen beschrieb. Auch Tekeshi, eine der Drachenschwestern war anwesend. Es kam zu einem Zusammentreffen mit einem Herren, der dem General sehr ähnlich sah und etwas mit Kuro-Tek zu tun hatte. O'Kage war als Geschäftsführer eines Mittelstandsunternehmens der Montan-Industrie verschleiert und offenbar kam dieses Unternehmen mit Lieferfristen in Verzug, was die Yakuza nicht glücklich schätzte. Esther beschrieb das gesamte Treffen als knapp für sie und O'Kage.

Kenshin ließ sich das Äußere des Herren genau beschreiben und musste zugestehen, dass sein Onkel sehr ähnlich aussieht und zudem ein hohes Tier bei Kuro-Tek ist.

In der Zwischenzeit wurde der bewusstlose Körper des Nova, der im Kernkraftwerk so für Probleme gesorgt hat, von Tenchi begleitet in einem Hubschrauber zur Festung in den Wolken gebracht. Aus dem Portal herausgetreten, sehen die Freunde auch hier reges Treiben von Militärs. Es handelt sich hier jedoch nicht um die Nationalgarde, sondern um das Schutz-Bataillon der Festung.

Eine weitere Überraschung offenbart sich, als sie sehen, dass aus diversen Türmen und Aufbauten Raketenlafetten herausgefahren wurden. Naginata empfängt die Gefährte in einer enganliegenden körperbetonten Kleidung von organisch blauschwarzer Färbung. Nach nur kurzen Worten der Begrüßung führt sie sie in den Oberbau der Festung und dort in den sogenannten Kirschblütensaal. Hierbei handelt es sich um einen weitläufigen Raum, dessen Papierwände mit traditioneller japanischer Malerei verziert sind und dessen Boden aus rotbraunen Hölzern leise zirpende Geräusche von sich gibt, wenn man auf ihm läuft.

Sie zieht zwar ihre Stiefel aus, aber öffnet die Tür nicht auf traditionelle Weise, sondern betritt ihn einfach. Der Rest tut es ihr gleich und sie nimmt Kissen von einem Stapel und verteilt sie. Alle nehmen Platz und während Angestellte etwas Essen und Getränke bringen, berichten die Freunde, was passiert ist. O'Kage gesellt sich auch kurze Zeit später dazu.

Die direkte Aktion von Okura No Oni überrascht die beiden Mitglieder von Nippontai. Ihren Worten zufolge ist er zwar bekannt, aber hat sich bislang aus allem herausgehalten. Eine so aggressive Vorgehenweise beunruhigt die zwei, vor allem angesichts der Macht, die er vorgewiesen hat. Sowohl der fette Tiger, als auch die Dame im blutroten Kimono, ebenso Sailor Lunatic sind den beiden nur am Rande bekannt. Kleinere Novae, denen man nicht viel Aufmerksamkeit widmet, solange sie nichts Großes anrichten. Nippontais Auftrag sei der Schutz Japans, nicht die Aufgabe von Stadtbeschützern. Die Anwesenheit von Geisha überrascht keinen, denn, wie O'Kage erklärt, begleitete die Diplomatio sie auf die Festung von einem Zusammentreffen auf einem chinesischen Flugzeugträger. Sie soll für die UN und China die Zugehörigkeit der Inselgrupe klären. Als das Chaos losbrach, hat sie angeboten, zu helfen - dieses gestattete der Drache. O'Kage äussert sich mehrfach fast schlecht über die Chinesen, will aber nicht ins Detail gehen.

Manuel bringt wieder auf, dass er gerne stärker für Nippontai und auch für Edo agieren würde, O'Kage antwortet, dass das einfacher gehen würde, wenn sie sich entschließen, den Hojo Butai beizutreten. Sowohl Kenshin als auch Manuel stimmten dem offenherzig zu, Esther ziert sich etwas, bezeichnete es aber als das Sinnvollste unter den gegebenen Umständen. Die Entscheidung fiel ihr leichter, als sie hörte, dass sie nach wie vor ihrem eigenen Leben nachgehen könnte, aber unter stetem Abruf stehen würde, so der Fall eintreten würde. Zudem hätten Sie damit eine tiefergehende Befugnis, zu agieren.

Bevor jedoch die Aufnahme geschehen könne, würde ein Abschließen des Trainings dringend nötig sein. Auch dem stimmten nach einigem Hin und Her alle zu.

In kurzer Zeit würde ein Mittagessen mit Yagami Hakiro anstehen, zu dem er die Freunde eingeladen hatte. Man müsste einige Ideen besprechen. So pausierte man also das Gespräch und würde später noch einmal zusammen treffen.

Anerkannt EP: 5

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